Menschenrechtler: IS erklärt Kopten den Krieg

Menschenrechtler: IS erklärt Kopten den Krieg
Die Terroristen des IS nehmen ägyptische Kopten ins Visier: Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte habe der IS die Christen zu "Ungläubigen" erklärt.

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat den Christen in Ägypten "den Krieg erklärt", wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet. Die Organisation beruft sich in ihrer Erklärung auf ein 20-minütiges Video, dass der IS am 19. Februar veröffentlicht habe.

Das Video zeige unter anderem den koptischen Papst und christliche Geschäftsleute und Priester. Der "Islamische Staat" erkläre darin, dass ägyptische Christen nach islamischem Recht nicht länger "Schutzbefohlene" (Dhimmis), sondern "Ungläubige" (Kufar) seien, da sie sich abfällig über den Islam geäußert hätten. Gott habe befohlen, alle "Ungläubigen" zu töten. Außerdem seien die Christen die stärksten Unterstützer des Regimes von Feldmarschall Abd al-Fattah al-Sisi. Der Terroranschlag an der Kathedrale von Kairo am 11. Dezember 2016 sei "nur ein Anfang", zitiert die IGFM den IS. Damals starben mindestens 25 Menschen, über 40 wurden teils schwer verletzt.

Nach Informationen der IGFM sind in den vergangenen drei Wochen im Nordsinai schon vier koptische Christen von radikalen Islamisten ermordet worden. Die Organisation fordert die ägyptische Regierung auf, stärker gegen den islamischen Fundamentalismus vorzugehen und die "willkürliche Gewalt" zu stoppen, mit der "die Behörden gegen tatsächliche und vermeintlich Andersdenkende vorgingen". Die Kombination "aus wahllosen Verhaftungen und systematischer Folter" treibe immer mehr Menschen in die Arme der Extremisten.

Meldungen

Top Meldung
Vier leere Rollstühle vor dem Altar
Fassungslosigkeit auch eine Woche nach der Tat: Potsdam hat sich am Donnerstag von den im Oberlinhaus gewaltsam zu Tode gekommenen Menschen verabschiedet. Vertreter von Stadt, Land und Bund erinnerten mit bewegenden Worten an die vier Opfer.