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Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)

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Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)
Dietrich Bonhoeffer Kindheit

Foto: bpk / Staatsbibliothek zu Berlin

Dietrich Bonhoeffer Kindheit

Foto: bpk / Staatsbibliothek zu Berlin

Das Familienleben bei den Bonhoeffers (ab 1912 in Berlin) war zugleich streng und frei: Paula und Karl Bonhoeffer (rechts) erzogen ihre Kinder zu verantwortlichen Menschen, die lernen mussten, Rücksicht auf andere zu nehmen. Zugleich genossen die Geschwister Karl-Friedrich, Walter, Klaus, Ursula, Christine, Dietrich, Sabine und Susanne viel Bewegungsfreiheit und Entfaltungsmöglichkeiten.
Das Foto zeigt die Familie vor ihrem Ferienhaus im schlesischen Wölfelsgrund im Sommer 1911 mit ihrer Erzieherin Maria Horn (Mitte). Dietrich ist der Hellblonde, 4. von rechts, hinter seiner Zwillingsschwester Sabine.

Dietrich Bonhoeffer - Union Theological Seminary New York, 1930/31

Foto: Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh

In seiner Ausbildung war Dietrich Bonhoeffer äußerst fleißig und zielstrebig: Ab 1923 studierte er evangelische Theologie in Tübingen, Rom und Berlin. 1927 promovierte er mit der Arbeit "Sanctorum Communio" und absolvierte anschließend 1928 ein Vikariat in der deutschen Gemeinde in Barcelona. 1930 folgten die Habilitation mit dem Titel "Akt und Sein" sowie das 2. theologische Examen. Anschließend ging er für ein Studienjahr ans Union Theological Seminary in New York (Foto), wo er Kontakte zu den internationalen ökumenischen Bünden knüpfte, den kirchlichen Pazifismus kennenlernte und selbst politischer wurde. Bonhoeffers Traum von einer Reise nach Indien, wo er Mahatma Gandhi treffen wollte, ging nicht in Erfüllung.

Dietrich Bonhoeffer mit Konfirmanden

Foto: Walter Sanders/The LIFE Picture Collection/Getty Images

Als Fünfundzwanzigjähriger nahm Dietrich Bonhoeffer 1931 seine Arbeit als Privatdozent auf. In demselben Jahr wurde er zum Pfarrer der Berlin-Brandenburgischen Kirche ordiniert, die ihm mehrere Aufgaben übertrug - unter anderem, "eine verwilderte Konfirmandenklasse im proletarischen Berliner Wedding zu Konfirmation zu führen" (Eberhard Bethge: Dietrich Bonhoeffer, Reinbek bei Hamburg 2007, S. 47). Bonhoeffer erzählte den Jungen biblische Geschichten, lehrte sie Englisch und Schachspielen und machte mit ihnen Wochenendausflüge (Foto: im Harz, 1932). Die Konfirmandenarbeit weckte in dem jungen Pfarrer das Interesse an Gemeinde- und besonders Jugendarbeit.

Dietrich Bonhoeffer in London

Foto: bpk / Staatsbibliothek zu Berlin

Aus Protest gegen den Arierparagraphen lehnte Dietrich Bonhoeffer 1933 eine ihm angebotene Pfarrstelle im Osten Berlins ab. Er gründete mit Martin Niemöller und anderen den Pfarrernotbund, Vorläufer der Bekennenden Kirche, um Amtsbrüder jüdischer Herkunft zu schützen.
Im Juli 1933 gewannen die Deutschen Christen die Kirchenwahlen, was - neben anderen Misserfolgen der Bekennenden Kirche - Bonhoeffer zum Rückzug bewog.
Er nahm im Oktober eine Stelle in London an, um dort in zwei kleinen deutschen Gemeinden in Sydenham (Foto) und im East End "einfach Pfarrarbeit zu tun, so anspruchslos wir möglich" (Bethge, S. 60). Doch als Ausweichversuch misslang der London-Aufenthalt gründlich, denn Bonhoeffer war ständig mit den Ereignissen in Deutschland befasst. Von seinem Kollegen Karl Barth wurde er heftig kritisiert mit den Worten: "das Haus Ihrer Kirche brennt" und er müsse auf seinen "Posten zurückkehren" (zitiert nach Bethge, S. 61), was Bonhoeffer nach anderthalb Jahren in London 1935 auch tat.

Dietrich Bonhoeffer Friedensrede auf Fanö

Foto: epd-bild / Gütersloher Verlagsh/Gütersloher Verlagshaus

An der berühmten Bekenntnissynode von Barmen im Mai 1934 nahm Dietrich Bonhoeffer nicht teil, weil er zu der Zeit Pfarrer in London war. Umso mehr bemühte er sich anschließend, als Jugendsekretär des ökumenischen Weltbunds für die Freundschaftsarbeit der Kirchen (WFK) bei den Geschwisterkirchen im Ausland um Unterstützung für die Bekennende Kirche zu werben.
Im August 1934 wurde er bei der ökumenischen Jugendkonferenz auf der dänischen Insel Fanö in den Ökumenischen Rat berufen und hielt eine viel beachtete Friedensrede. Das Foto zeigt Bonhoeffer (2.v.re.) mit Inge Karding, Lotte Kühn, Otto Dudzus und einem unbekannten Schweden (v.li.) auf Fanö.

Dietrich Bonhoeffer mit Vikaren in Groß-Schlönwitz

Foto: bpk / Rotraut Forberg

Im Jahr 1935 begann Dietrich Bonhoeffer, im Predigerseminar der Bekennenden Kirche Vikare auszubilden, zunächst auf dem Zingsthof an der Ostsee, ab Juni in Finkenwalde bei Stettin. Im Dezember wurde das Seminar für illegal erklärt, doch erst zwei Jahre später erschien die Gestapo und schloss das Haus.
Danach führte Bonhoeffer die Ausbildung bis 1940 heimlich im so genannten Sammelvikariat (bei Pfarrern "eingesammelte" Bekenntnis-Vikare) in Hinterpommern weiter und etablierte dabei unter den jungen Männern eine besondere Form der geistlichen Gemeinschaft mit täglicher stiller Meditation.
Auf dem Foto: eine Gesprächsrunde in der Ausbildungsstätte in Groß-Schlönwitz in Hinterpommern, 3.v.l. Dietrich Bonhoeffer, 4.v.l. sein Vikar und späterer Biograph Eberhard Bethge.

Kurierausweis von Dietrich Bonhoeffer

Foto: bpk / Staatsbibliothek zu Berlin

Als die politische Lage in Deutschland immer bedrohlicher wurde, geriet Dietrich Bonhoeffer in einen Gewissenskonflikt. Konnte er sich als Theologe und Christ zurückziehen oder musste er aktiv dabei helfen, Hitler zu beseitigen? Durch seinen Schwager Hans von Dohnanyi wurde Bonhoeffer ab 1938 zum Mitwisser von Umsturzplänen. Er nahm das Angebot an, offiziell für die Abwehr, den militärischen Geheimdienst der Wehrmacht, tätig zu werden. In Wirklichkeit gab Bonhoeffer bei seinen Reisen Informationen des Widerstands an Unterstützer im Ausland weiter. Das Foto zeigt seinen Kurierausweis vom Auswärtigen Amt.

Dietrich Bonhoeffer mit Eltern in der Marienburger Allee 43

Foto: bpk / Staatsbibliothek zu Berlin

Wenn er in Berlin war, hielt sich Dietrich oft bei seinen Eltern Karl und Paula Bonhoeffer in deren Haus in der Marienburger Allee 43 auf, wo er ein Arbeitszimmer hatte; seine Schwester Ursula wohnte nebenan. Am 5. April 1943 wurde Dietrich Bonhoeffer hier verhaftet.
Das Elternhaus beherbergt heute eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte mit ständiger Ausstellung (www.bonhoeffer-haus-berlin.de).

Maria von Wedemeyer, Verlobte von Dietrich Bonhoeffer

Foto: epd-bild / Gütersloher Verlagsh/Gütersloher Verlagshaus

Im Januar 1943 hatte sich Dietrich Bonhoeffer mit Maria von Wedemeyer verlobt, die erst 18 Jahre alt war. Während seiner Haft schickte Bonhoeffer seiner Braut Briefe und sie schmuggelte geheime Botschaften für ihn ins Gefängnis, doch treffen konnte sich das Paar nur selten. Im Dezember schrieb Bonhoeffer an seinen Freund Eberhard Bethge: "Nun sind wir fast ein Jahr verlobt und haben uns noch nie 1 Stunde allein gesehen! Ist das nicht ein Wahnsinn?" (Bethge, S. 118)

Gefängniszelle von Dietrich Bonhoeffer in Berlin-Tegel

Foto: epd-bild / Gütersloher Verlagsh/Gütersloher Verlagshaus

Die Tegeler Zelle wurde Bonhoeffer zum Studierzimmer. Hier schrieb er Briefe, Gedichte und theologische Texte, die später in dem Band "Widerstand und Ergebung" veröffentlicht wurden. Wieviel Kraft Bonhoeffer in dieser einsamen Zeit aus seinem Glauben schöpfte, wird besonders deutlich an dem berühmten Gedicht "Von guten Mächten", das er am 19. Dezember 1944 in einen Brief an seine Verlobte einfügte:

1. Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.

2. Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.

3. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.

4. Doch willst du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann wolln wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört dir unser Leben ganz.

5. Laß warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

6. Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so laß uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all deiner Kinder hohen Lobgesang.

7. Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Mitglied der Bekennenden Kirche

© ullstein bild via Getty Images

Dietrich Bonhoeffers bewegtes Leben ging früh zu Ende, mit 39 Jahren. Der Theologe Wolfgang Huber schreibt über ihn: „Bonhoeffers Leben blieb Fragment. Doch es ist erstaunlich, wie viel in diesem Leben Raum hatte. Die Leidenschaft für die Musik, die Lust am Spiel, die Kunst der Freundschaft und die Sehnsucht nach Liebe gehörten genauso dazu wie das Wirken für Kirche und Theologie, für die Ermutigung junger Menschen und für die Ausbildung künftiger Pfarrer.“ (Wolfgang Huber: Dietrich Bonhoeffer, Auf dem Weg zur Freiheit, 2019).
Die Porträtaufnahme stammt aus den späten 1930er Jahren.

Er war ein intelligenter Theologe, ein begnadeter Autor und vor allem ein aufrichtiger und geradliniger Christ: Dietrich Bonhoeffer, am 4. Februar 1906 als sechstes von acht Kindern in Breslau geboren und am 9. April 1945 als Beteiligter an einer Verschwörung gegen Hitler im KZ Flossenbürg erhängt.

Diese Galerie ist erstmals am 9. April 2016 auf evangelisch.de erschienen.