BKA-Chef sieht selbsternannte Bürgerwehren mit Sorge

BKA-Chef sieht selbsternannte Bürgerwehren mit Sorge
Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, warnt angesichts zunehmender Gewalt gegen Flüchtlinge vor dem Entstehen rechtsextremer Terrorzellen nach dem Vorbild des NSU. Die Polizei brauche "schnelle Ermittlungsergebnisse und Urteile, um die Dynamik der rechtsextremen Straftaten zu unterbrechen", sagte Münch der Zeitung "Bild am Sonntag". "

Sonst können sich schlimmstenfalls terroristische Strukturen bilden. Das haben wir mit dem NSU ja bereits erlebt", warnte der BKA-Chef.

Das BKA habe "die rund 500 Täter von Straftaten gegen Asylunterkünfte aus dem letzten Jahr analysiert", sagte Münch. 70 Prozent der ermittelten Täter seien vorher nicht wegen politisch motivierter Delikte aufgefallen. Sie kamen laut Münch überwiegend aus der Umgebung der Unterkünfte und standen nicht unter Alkoholeinfluss.

Der BKA-Chef warnte zudem vor selbsternannten Bürgerwehren, die Recht und Gesetz in die eigene Hand nehmen wollen: "Wir machen uns Sorgen. Bei den sogenannten Bürgerwehren müssen wir genau hinschauen, wer da wie tätig wird." In rechtsextremen Internetforen gebe es seit Silvester so viel Kommunikation wie nach dem Anschlag von Paris mit 130 Toten. Dort werde zur Notwehr aufgerufen mit dem Ziel, in der Bevölkerung hoffähig zu werden. "Ich warne davor, solchen Aufrufen zu folgen", betonte Münch.

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