Hostie auf Abwegen

Hostie auf Abwegen

Eigentlich ist das Abendmahl ja durchaus eine ernste Angelegenheit. Jesus Christus gab seinen Jüngern kurz vor seinem Tod auf eine geradezu mystische Weise Anteil an seinem Leiden und Sterben, und bis heute wiederholen wir diese Worte: „Das ist mein Leib“, „Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden“. Ganz egal, ob man nun der katholischen Transsubstantiationslehre anhängt oder das Abendmahl ganz anders sieht: Es ist selbstverständlich, dass wir sorgfältig und würdevoll mit Wein und Hostien umgehen.

Aber leider – oder sollte ich sagen: glücklicherweise? – sind wir nun mal Menschen. Und Menschen sind nicht perfekt. Was wohl in diesem katholischen Kollegen vorgegangen sein muss, für den ja die Hostie wirklich realer Leib Christi ist? Ich bin mir sicher: Er hat keine Sekunde an den Gedanken verschwendet, wohin die Hostie da gefallen ist – er wollte sie nur unter allen Umständen wieder zurück holen. Der Ärmste. Wie gut, dass die Braut das mit Humor nimmt. Ja, eigentlich finde ich sogar ihr herzhaftes Lachen am Schluss des kleinen Filmchens das Schönste an diesem ganzen Videoclip... 

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June B. kommt aus Jamaika und lebt in den USA. Sie hat Jahrzehntelang dafür gekämpft, dass sie selbst und andere sie als schwarze und queere Migrantin und als Christin anerkennen.
Von Zeit zu Zeit die Welt beobachten. Wer darf das? Wer wird befragt und gehört? Wer nicht? In der vergangenen Woche wurden in Potsdam vier behinderte Menschen ermordet. Die öffentlichen Reaktionen darauf sind bemerkenswert verhalten. In den Medien, die berichten, kommen behinderte Menschen nicht zu Wort. Sie sind „die anderen“, die "Schwächsten" und "Schutzbedürftigsten", ÜBER die geschrieben wird – wenn überhaupt. Deshalb habe ich, Birgit Mattausch, Toni Dedio gebeten, diese Woche an meiner Stelle für den Spiritusblog zu schreiben. Toni Dedio studiert Englisch und evangelische Theologie auf Lehramt in Göttingen, ist Fan von Sprachen aller Art und bezeichnet sich selbst als “G*ttes Regenbogenschaf im Rolli”. Auf Instagram teilt Toni unter @dynamiskaidoxa Erfahrungen als körperlich behinderte, feministische queere Christ*in.
Auslaufen der "Sea-Watch 4"
Das von der Evangelischen Kirche initiierte Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" startete im Sommer seine Mission im Mittelmeer. Für evangelisch.de schrieb die Journalistin Constanze Broelemann in ihrem Blog "Seenotizen": "Wir sind auf See. Endlich. Gut vorbereitet, nimmt die "Sea-Watch 4" Kurs auf die libysche Küste. Ich nutze die Zeit vor den ersten Rettungsmanövern, um mit einigen meiner Crew-Mitglieder über ihre Motivation für die Mission zu sprechen."