Kretschmann verteidigt kirchliches Arbeitsrecht

Kretschmann verteidigt kirchliches Arbeitsrecht
Der baden-württembergische Ministerpräsident hält es für in Ordnung, dass die Kirchen Menschen anderer Religion nicht als Arbeitnehmer beschäftigen müssen. Die Muslime im Land sollten sich seiner Meinung nach ähnlich organisieren wie die Christen.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verteidigt das kirchliche Arbeitsrecht. Auch dass die Kirchen beispielsweise Menschen anderer Religion nicht anstellen müssen, gehe in Ordnung, schreibt Kretschmann in dem von ihm mit herausgegebenen Buch "Wie viel Religion verträgt der Staat?" "Auch die grüne Fraktion würde jemanden entlassen, wenn sie feststellen sollte, dass er bei einer anderen Partei ist", betonte der Politiker.

Kretschmann zufolge verhindert religiöses Denken "Selbstbezüglichkeit und Selbstgenügsamkeit", weshalb der Staat öffentliche Religionspflege betreiben sollte. 

Die Muslime in Deutschland sollten sich nach Überzeugung des Ministerpräsidenten ähnlich organisieren wie die Kirchen. Er wünsche  sich, dass es bald zur Gründung islamischer Sozialverbände komme. Der islamische Religionsunterricht an staatlichen Schulen sei in Baden-Württemberg über eine Modellphase noch nicht hinausgekommen, weil es auf muslimischer Seite an einem verbindlichen Ansprechpartner fehle.

Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung, wirbt im selben Band dagegen für eine Einschränkung des kirchlichen Arbeitsrechts. "Die Kirchen haben ihre Kontakte auf der politischen Ebene genutzt, um die Antidiskriminierungsbestimmungen der EU zu unterlaufen", schreibt er. Aus seiner Sicht dürfe die Kirche zwar einen Priester entlassen, wenn er sonntags den Atheismus predige, aber nicht eine Narkose-Ärztin in einem kirchlichen Krankenhaus, da diese keinen Verkündigungsauftrag habe.

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