Menschenrechtler für Aufarbeitung nach Tod von Haitis Ex-Diktator

Menschenrechtler für Aufarbeitung nach Tod von Haitis Ex-Diktator
Nach dem Tod des ehemaligen haitianischen Diktators Jean-Claude Duvalier fordern Menschenrechtler, dass die juristische Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen während dessen Regime weitergeht.

Wie die haitianische Nachrichtenagentur "AlterPresse" am Samstag (Ortszeit) berichtete, sprach sich das "Kollektiv gegen Straffreiheit" dafür aus, dass nun Helfer und Komplizen zur Verantwortung gezogen werden.


Jean-Claude Duvalier, auch "Baby Doc" genannt, starb im Alter von 63 Jahren an einem Herzinfarkt, wie einer seiner Anwälte am Samstag mitteilte. Duvalier war von 1971 bis 1986 in Haiti an der Macht. Als 19-Jähriger übernahm er nach dem Tod seines Vaters François Duvalier, alias "Papa Doc", die Regierung. Bei einem Volksaufstand 1986 wurde er gestürzt. Er ging nach Frankreich ins Exil und kehrte 2011, ein Jahr nach dem schweren Erdbeben, nach Haiti zurück.

Erste Ermittlungen gegen Duvalier wurden eingeleitet. Ihm werden Mord, Folter und Korruption während seines Regimes vorgeworfen. 2012 wurde er lediglich wegen Korruption angeklagt. Die Vereinten Nationen hatten einen Prozess wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen verlangt. Im Februar 2014 entschied ein Berufungsgericht in Port-au-Prince, dass sich Duvalier auch wegen Menschenrechtsverletzungen verantworten muss. Verurteilt wurde er allerdings nie.

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