Bibelserie: "Israel vergisst seinen Schöpfer und baut Paläste"

König Salomo und die Königin von Saba

Foto: Mauritius Images/United Archives

Im prunkvollen Palast: "König Salomo und die Königin von Saba", Ölgemälde von Adriaen van Stalbemt (1580-1662)

Bibelserie: "Israel vergisst seinen Schöpfer und baut Paläste"
Nicht nur heutige Bischöfe stecken große Summen in wertvolle Prachtbauten – schon die Mächtigen der Bibel ließen sich Paläste errichten. Mal erheischten sie damit Bewunderung, mal ernteten sie Kritik.

Jeremia warnt vor Prunksucht

Jeremia 22,14ff
Durch den Propheten Jeremia teilte Gott König Jojakim mit, was er von Prunksucht hielt: "Weh dem, der sein Haus mit Sünden baut und seine Gemächer mit Unrecht", heißt es da. Wer sich "denkt: 'Wohlan, ich will mir ein großes Haus bauen und weite Gemächer', und lässt sich Fenster ausbrechen und mit Zedern täfeln und rot malen", der solle lieber noch einmal in sich gehen. "Meinst du, du seist König, weil du mit Zedern prangst?", fragt Gott König Jojakim. Und droht: "Er soll wie ein Esel begraben werden, fortgeschleift und hinausgeworfen vor die Tore Jerusalems."
Zitat: "Meinst du, du seist König, weil du mit Zedern prangst?"

 

Salomos Palast

1. Könige 7,1ff
Den in der Bibel am ausführlichsten beschriebenen Palast ließ König Salomo errichten. Dreizehn Jahre lang wurde an dem Königshaus gebaut, das aus mehreren Gebäuden bestand. Das "Libanon-Waldhaus" errichtete er aus kostbarem Zedernholz. Es gab große Hallen "mit Säulen und einem Aufgang davor". Die "Thronhalle, in der er Gericht hielt", war "vom Boden bis zur Decke" mit Zedernholz getäfelt. Außerdem ließ Salomo sowohl für sich als auch für seine Frau jeweils ein eigenes Wohnhaus bauen. "Der König machte einen großen Thron von Elfenbein und überzog ihn mit dem edelsten Gold." Das "Libanon-Waldhaus" ließ er mit Gold verzieren und auch alle Gefäße dort bestanden "aus lauterem Gold, denn das Silber achtete man zu den Zeiten Salomos für nichts."
Zitat: "Als die Königin von Saba alle Weisheit Salomos sah und das Haus, das er gebaut hatte, geriet sie vor Staunen außer sich."

 

Bauhilfe für König David

2. Samuel 5,11
Nachdem König David Jerusalem erobert hatte, ließ er sich einen Palast bauen. Unterstützung erhielt er von Hiram, dem König von Tyrus. Er schickte einige Ladungen Edelholz und stellte Handwerker zur Verfügung. Der Reichtum, der David plötzlich zur Verfügung stand, war für David ein Beweis dafür, dass Gott auf seiner Seite stand. Als die Boten mit dem kostbaren Baumaterial eintrafen, erkannte er, "dass der Herr ihn zum König über Israel bestätigt und sein Königtum erhöht hatte." Auch auf die Frauenwelt scheint der Prunk gewirkt zu haben, denn "David nahm noch mehr Frauen und Nebenfrauen in Jerusalem".
Zitat: "Hiram, der König von Tyrus, sandte Boten zu David mit Zedernholz, dazu Zimmerleute und Steinmetzen, dass sie David ein Haus bauten"

 

Das Elfenbeinhaus Ahabs

1. Kön 21,1ff; 22,34ff
Auch König Ahab schien eher von Besitzgier geleitet als von Gottesgehorsam. Sein Palast stand in Jesreel. In der Nähe befand sich ein Weinberg, den er unbedingt besitzen wollte.

Als der Eigentümer sich auf keinen Handel einließ, legte Ahab sich beleidigt ins Bett. Seine Frau nahm die Sache in die Hand und denunzierte den Weinbergsbesitzer, der daraufhin gesteinigt wurde. Die Strafe Gottes folgte einige Zeit später. Ahab zog gegen Gottes Willen in den Krieg, wurde angeschossen und verblutete elendig. Auch er hatte versucht seinen Einfluss durch rege Bautätigkeiten zu unterstreichen. Von einem "Elfenbeinhaus, das er baute", ist da die Rede und von Städten, "die er ausgebaut hat".
Zitat: "Das Elfenbeinhaus, das er baute, und alle Städte, die er ausgebaut hat…."

 

Brennende Paläste

Jesaja 13,22; Hosea 8,14
Was Gott mit den Palästen derer anstellen will, die ihn über all dem Größenwahn beim Bau ihrer Luxusvillen vergessen haben, lässt er durch seine Propheten verkünden: "Israel vergisst seinen Schöpfer und baut Paläste, und Juda macht viele feste Städte", klagt er durch Hosea. "Aber ich will Feuer in seine Städte senden, das soll seine Paläste verzehren." Und Jesaja ergänzt: "Wilde Hunde werden in ihren Palästen heulen und Schakale in den Schlössern der Lust."
Zitat: "Israel vergisst seinen Schöpfer und baut Paläste."

Die Palastbauten biblischer Zeit bestanden aus einer Reihe von Gebäuden, die um einen oder mehrere Innenhöfe herum gruppiert waren. Ähnliche Grundrisse fand man auch bei den Häusern reicher Leute; eine strikte Grenze zwischen Palast und repräsentativem Haus lässt sich also nicht immer ziehen. Ein Teil der Bauten eines Palastkomplexes diente der Repräsentation, andere als Wohnhäuser. Die Palastbauten des Königs dienten allerdings auch als wichtige Kulturzenten, dort diskutierte man über Politik und Religion, es waren häufig Schreiber, Lehrer und Priester vor Ort, manchmal gab es Bibliotheken und man war von (Bau-)Kunst umgeben.

aus dem chrismonshop

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