Luther-Preis geht nicht an "Pussy Riot"

Luther-Preis geht nicht an "Pussy Riot"
Die russische Punkband "Pussy Riot" wird nicht mit dem Preis der deutschen Lutherstädte geehrt.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung "Das unerschrockene Wort" geht stattdessen an die Initiative "Keine Bedienung für Nazis" von Gastwirten aus Regensburg in Bayern, hieß es nach der Entscheidung am Samstag in Eisleben aus Kreisen der Jury. Der Preis wird im April 2013 verliehen.

Mit dem Preis ehrt der Bund der 16 Lutherstädte aus Ost- und Westdeutschland Persönlichkeiten, die im Sinne des Reformators Martin Luther (1483-1546) Zivilcourage gezeigt haben. Die Nominierung von "Pussy Riot" durch die Stadt Wittenberg war bis zuletzt umstritten und hatte in den vergangenen Wochen zu heftigen Debatten geführt.

Die Punkrockerinnen von "Pussy Riot" hatten Anfang 2012 mit einem "Punkgebet" in der Hauptkirche der Orthodoxie in Moskau gegen Wladimir Putin und die Verquickung von Kirche und Politik in Russland demonstriert. Kritiker werfen der Band vor, die religiösen Gefühle der Gläubigen in Russland verletzt zu haben. Zwei der "Pussy Riot"-Musikerinnen wurden zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Kurz vor der Jury-Entscheidung hatte der Leiter der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus  Knabe, für eine Auszeichnung von "Pussy Riot" geworben. "So wie Martin Luther seine Thesen gegen den Papst an eine Kirchentür angeschlagen hat, so haben die Frauen von 'Pussy Riot' eine Kirche für ihren Protest gegen Präsident Wladimir Putin genutzt", sagte Knabe der "Mitteldeutschen Zeitung" (Online-Samstagsausgabe) "Eine tiefere Symbolik und einen besseren Preisträger kann es kaum geben."

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