Verfassungsgericht: Erde versinkt nicht in Schwarzen Löchern

Teilchenbeschleuniger LHC am Cern

Weil der Teilchenbeschleuniger angeblich Schwarze Löcher produzieren soll, sah sich eine Frau in ihren Grundrechten angegriffen. Denn in Schwarzen Löchern könnte die Erde verschluckt werden. Die Verfassungsrichter sahen das alleridngs anders. Foto:dpa/EPA/FABRICE COFFRINI

CERN - Der Weltuntergang wird nicht kommen - und das ist quasi amtlich. Denn die Verfassungsrichter in Karlsruhe haben eine entsprechende Klage abgelehnt. Eine Frau sah ihre Grundrechte verletzt, weil das Forschungszentrum CERN in der Schweiz eventuell Schwarze Löcher produzieren könnte. Deswegen wollte sie die Versuche verbieten lassen.

Die Karlsruher Verfassungsrichter haben offensichtlich keine Angst vor Schwarzen Löchern. Sie nahmen jedenfalls eine Verfassungsbeschwerde gegen Versuchsreihen am europäischen Teilchenforschungszentrum CERN nicht zur Entscheidung an. Die Klägerin befürchtet, dass in einem Beschleunigerring am CERN beim Zusammenprall kleinster Teilchen Schwarze Löcher entstehen und die Erde verschluckt wird.

Wie das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am Dienstag mitteilte, hat es keine Einwände gegen Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen. Dort hatte die Klägerin mit einem Eilantrag bereits erfolglos verlangt, dass die Bundesrepublik die Versuche stoppt. Die Frau ist Deutsche, lebt aber in Zürich. Etwa 220 Kilometer entfernt, im Kanton Genf, befindet sich der Sitz des Forschungszentrums CERN.

Zu der Anlage gehört der größte Teilchenbeschleuniger der Welt - der Large Hadron Collider (LHC). Der 27 Kilometer lange Ringtunnel befindet sich etwa 100 Meter unter der Erdoberfläche und reicht bis nach Frankreich. Die Forscher lassen dort die Teilchen-Strahlen kollidieren, um neue Einblicke in die Entstehung des Universums zu erhalten. Manche Menschen befürchten, dass dabei "Miniatur-Schwarze- Löcher" entstehen.

Begründung reichte nicht aus

Nach Ansicht der Karlsruher Richter hat die Klägerin nicht ausreichend dargelegt, warum sie durch die Tests in ihren Grundrechten verletzt wird. Außerdem fehle ein schlüssiger Vortrag dazu, warum der von ihr befürchtete Schaden eintrete werde. Die Größe eines vermeintlichen Schadens - hier die Vernichtung der Erde - erlaube keinen Verzicht auf eine ordentliche Begründung. Es genüge nicht, "Warnungen auf ein generelles Misstrauen gegenüber physikalischen Gesetzen, also gegenüber theoretischen Aussagen der modernen Naturwissenschaft zu stützen", so die Richter.

Physiker halten es für ausgeschlossen, dass der LHC Schwarze Löcher erzeugen und damit die Erde verschlucken könnte. "Die ganze Diskussion ist völlig albern und absurd", sagte US-Physiknobelpreisträger David Gross im Rahmen der jahrelangen Diskussion. Wären die Befürchtungen berechtigt, hätte die Katastrophe längst stattfinden müssen: "Die Erde und der Mond sind aber noch da, obwohl es Kollisionen kosmischer Teilchen gibt, die noch viel energiereicher sind."

Das Forschungszentrum CERN (Europäische Organisation für kernphysikalische Forschung/Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) wird von Deutschland und 19 weiteren Mitgliedstaaten getragen.

dpa

Kommentare

Verfasst von Gast am 14. März 2010 - 21:25.

CERN - Der Weltuntergang wird nicht kommen

Betr.: CERN - Der Weltuntergang wird nicht kommen Der Hügel war gigantisch. Er...

Betr.: CERN - Der Weltuntergang wird nicht kommen

Der Hügel war gigantisch. Er lag inmitten eines wunderschönen Waldes. Jahrzehntelang wurde er in emsiger Arbeit von einer inzwischen auf mehrere Millionen angestiegenen Population kleiner Ameisen errichtet.

Eine Gruppe hochintelligenter Ameisen hatte es geschafft, ein nie da gewesenes Projekt zu erschaffen, von dem man sich erhofft, Einblicke in das Wesen der lebensspendenden Helligkeit zu bekommen, die sie jeden Morgen umfing.

Man nannte diese Konstruktion der Superlative „HEMUMEIH“: Helligkeitserzeugung mittels Umsetzung mechanischer Energie in Helligkeit.

Erkundungsameisen hatten vor Jahren ein Metallstück im Walde gefunden, das mit unameisenhafter Anstrengung tief in den Hügel verbracht wurde. Darüber wurde senkrecht eine Art Röhre freigelegt. Auf der Spitze des Baus lag ein gigantischer Stein verkeilt, der am Tag X durch die Röhre auf das Metallstück fallen sollte, um dort einen sogenannten „Funken“ zu erzeugen, wie die klugen Ameisen hofften.

Einzelne überängstliche Ameisen protestierten bei der Königin gegen das Experiment: sie befürchteten, dass eine Kettenreaktion ausgelöst werden könne, die die ganze Ameisenwelt zerstören würde.

Die Königin wies die Beschwerde zurück.

Nach Ansicht der Königin haben die ängstlichen Ameisen nicht ausreichend dargelegt, warum durch das Experiment der Ameisenhaufen zerstört werden könne. Außerdem fehle ein schlüssiger Vortrag dazu, warum der von ihr befürchtete Schaden eintrete werde. Die Größe eines vermeintlichen Schadens - hier die Vernichtung des Ameisenhaufens - erlaube keinen Verzicht auf eine ordentliche Begründung. Es genüge nicht, "Warnungen auf ein generelles Misstrauen gegenüber physikalischen Gesetzen, also gegenüber theoretischen Aussagen der modernen Naturwissenschaft zu stützen", so die Königin.

Physikameisen halten es für ausgeschlossen, dass der HEMUMEIH eine Kettenreaktion auslösen und somit den Bau zerstören könne. "Die ganze Diskussion ist völlig albern und absurd", sagte der königliche Baupreisträger A. Meise im Rahmen der jahrelangen Diskussion. Wären die Befürchtungen berechtigt, hätte die Katastrophe längst stattfinden müssen: "Der Wald ist aber noch da, obwohl es Gewitter gibt, die noch viel energiereicher sind."
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Wir drücken den Ameisen die Daumen: gefährlich wird es kaum werden, und eigentlich nur, wenn das Experiment überhaupt gelingt und es muss auch noch sehr trocken am Ende der Röhre sein. Außerdem ist es sehr unwahrscheinlich, dass durch einen kleinen Funken ein Brand entsteht. Das ist alles sehr sehr unwahrscheinlich, aber unmöglich? Auf jeden Fall ist das Experiment sehr spannend und wird den Ameisen unendlich viele Erkenntnisse über das Wesen des Lichtes geben.

J.R.

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