Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Gekreuzte Finger

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Psychologie - Kennen Sie Menschen, denen ständig die unglaublichsten und erschütterndsten Dinge passieren? Dann haben sie es vielleicht mit einem Pseudologen zutun: einem krankhaften Lügner.

Von Henrik Schmitz

Tina W. (Name geändert) hat mit ihren 22 Jahren schon viel erlebt. Freunden erzählt sie von ihrer überstandenen Krebserkrankung und der seither notwendigen Dialyse in unregelmäßigen Abständen. Sie schwärmt von ihrer Zeit als Barkeeperin in Miami, wo sogar ein von ihr kreierter Cocktail nach ihr benannt wurde. Zurück in Deutschland arbeitete sie als Rettungssanitäterin, eine Vorstufe ihres geplanten Medizinstudiums. Tinas Mutter, amerikanische Psychiaterin, pendelt zwischen ihren beiden Praxen in Washington und einer westfälischen Großstadt hin und her. Der Vater leitet ein gut gehendes Unternehmen, und Tina selbst, so erzählt sie, hat bereits mehrere Millionen Euro geerbt, über die sie ab ihrem 30. Geburtstag verfügen kann.

Nichts von alledem ist wahr. Tina war nie in Miami, die Mutter ist keine Amerikanerin und auch größere Erbschaften sind in Tinas Leben bislang ausgeblieben. Tina ist krank. Der Psychiater Anton Delbrück hat für Menschen wie sie in seiner 1891 erschienenen Habitilationsschrift "Die pathologische Lüge und die psychisch abnormen Schwindler" den Begriff Pseudologen geprägt. Der Krankheit selbst gab er den klangvollen Namen Pseudologia Fantastica (oder: Pseudologia Phantastica).

Lüge und Selbstbetrug

Bei Menschen wie Tina geht das Lügen über das gewöhnliche Maß hinaus. Sie lügen dreister, fantasievoller und konsequenter als andere. Zugleich geht es bei ihnen nur indirekt um das Erreichen eines bestimmten Ziels oder eines kleinen Vorteils in einer Alltagssituation. Pseudologen sind keine reinen Hochstapler, die lügen, etwa um sich zu bereichern.

Oft dreht es sich bei den Pseudologen um erfundene Adels- oder Doktortitel und große Reichtümer. Für seine Habitilationsschrift sammelte Anton Delbrück mehrere Fälle, die sich lesen wie die reinsten Groschenromane. So berichtet er von einem Dienstmädchen, das sich wahlweise als rumänische Prinzessin oder unehelicher Abkömmling der spanischen Königsfamilie ausgab.

Fehlendes Selbstbewusstsein der Pseudologen

Pseudologen seien Menschen, die nach außen hin sicher und selbstbewusst aufträten, im Inneren aber eher anlehnungsbedürftig und leer seien, stellte Delbrück fest. Ihnen fehle es an Selbstwertgefühl. Der Pseudologe steigere sich deshalb in eine Wunschwelt - mit dem vagen Wissen um deren Irrealität. Der Pseudologe spiele seine Rolle sogar dann weiter, wenn er sich damit schade. Schuldgefühle hat der Pseudologe Delbrück zufolge nicht.

Ziel der Pseudologen sei ein "narzisstischer Gewinn", sagt der Berliner Psychiater Hans Stoffels, einer der wenigen Pseudologie-Experten in Deutschland. Er schlüpfe in verschiedene Rollen, von denen er sich Anerkennung und Zuwendung seiner Mitmenschen erhoffe. Gleich sei allen Pseudologen eine ausgeprägte Fantasiebegabung, in vielen Fällen auch verbunden mit überdurchschnittlicher Intelligenz.

Berühmte Pseudologen

So hat Stoffels bei den Schriftstellern Heinrich Heine und Karl May pseudologische Züge ausgemacht. Auch bei Goethe ergäben sich Anzeichen einer Pseudologia Fantastica. Goethe selbst sprach in seinen Erinnerungen "Dichtung und Wahrheit" von seinen "Windbeuteleien und Luftgeschichten". Heine identifizierte sich als 13-Jähriger mit seinem entfernten Großonkel Simon de Geldern, der den Orient bereist hatte. "Mein Leben glich damals einem großen Journal, wo die obere Abeilung die Gegenwart, den Tag mit seinen Tagesberichten und Tagesdebatten, enthielt, während in der unteren Abteilung die poetische Vergangenheit sich in fortlaufenden Nachtträumen wie eine Reihenfolge von Romanfeuilletons fantastisch kundgab", schrieb Heine in seinen Erinnerungen.

Karl May wiederum liebte es in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, als sei er mit seiner Romanfigur Old Shatterhand identisch und seine Romane somit letztlich selbst erlebte Geschichten. May ließ sich sogar einen Bärentöter, ein futuristisches Wild-West-Gewehr, anfertigen und hängte es über seinen Schreibtisch.

In den vergangenen Jahren haben immer wieder Pseudologen für Schlagzeilen gesorgt, die ihre angeblich traumatischen Schicksale bekannt gemacht hatten. In seinem 1995 erschienenen Buch "Bruchstücke" schilderte etwa Binjamin Wilkomirski alias Bruno Doessekker schreckliche Erlebnisse während des Holocausts. Später kam heraus, dass kein Wort wahr war. Ebenso wie bei Misha Defonseca. Die Belgierin hatte in ihrem Roman "Leben mit Wölfen" berichtet, sie sei als Achtjährige auf der Flucht vor den Nationalsozialisten von einem Wolfrudel quasi adoptiert worden und mit den Wölfen quer durch Europa gewandert. Kurz bevor die Verfilmung der angeblichen Autobiografie in die Kinos kam, entpuppte sich die Geschichte als frei erfunden.

Die Amerikanerin Tania Head wiederum berichtete in zahlreichen Fernsehinterviews, sie sei am 11. September 2001 gerade noch aus dem World Trade Center entkommen, bevor die Türme zusammenstürzten. Ihr Verlobter Dave habe das Unglück hingegen nicht überlebt. Head gründete sogar eine Selbsthilfegruppe für die Überlebenden des Anschlags vom 11. September. Später entpuppte sich auch Heads Schicksal als frei erfunden.

Anerkennung durch Opfer-Status

Gerade diese Fälle zeigen, dass die Geschichten der Pseudologen auch einen gesellschaftlichen Wandel dokumentieren. Psychiater Stoffels beobachtet eine verstärkte Sehnsucht der Pseudologen, Opfer traumatischer Erlebnisse zu sein. Auch er hatte einmal eine Patientin, die behauptete "Office-Managerin" gewesen zu sein und am 11. September im World Trade Center gearbeitet zu haben.

Der französische Sozialphilosoph Pascal Bruckner schrieb bereits 1995 von einer "Viktimisierung" der Gesellschaft. Im Opfer-Sein sah er eine „Modeströmung“, von der sich Menschen einen Vorteil erhofften. Aus dem Opfer-Sein ließen sich Ansprüche auf Wiedergutmachung, auf Trost und Zuwendung ableiten.

Genau diese Zuwendung sei es auch, die Pseudologen suchten, sagt Stoffels. Ihnen gemein seien in der Regel kindliche Entbehrungen, die sie nun mit Hilfe der Lügengeschichten kompensierten. Weiterhin diene die Lüge einer seelischen Entlastung mit Situationen, die der Pseudologe anders nicht bewältigen könne. Ein mögliches Beispiel dafür schildert Gretchen Dutschke in ihrer Biografie über ihren Mann Rudi Dutschke. Der Studentenführer habe in Jugendjahren Schwierigkeiten mit seiner Identität als Deutscher gehabt, da die Schande der Nazizeit schwer auf ihm gelastet habe, schreibt sie. "Um sich davon distanzieren zu können, bildete er sich ein, dass er ein Jude sei, den die Dutschkes bei sich versteckt hätten."

Die Lüge als Massenphänomen?

Wie viele Pseudologen es gibt, darüber gibt es keine verlässlichen Zahlen.  Unter anderem deshalb, weil die Pseudologia Fantastica in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) nicht einzeln auftaucht. "Das ist unverständlich", sagt Psychiater Stoffels. Die Pseudologia Fantastica zeige ein charakteristisches Muster abnormen Verhaltens - dranghaftes Lügen - und eine charakteristische Störung der Impulskontrolle, da den Pseudologen Schuld- und Schamgefühle fehlten. Somit gehöre die Pseudologia Fantastica auch in die ICD. Harald Freyberger, Professor für Psychiatrie an der Universität Greifswald, sieht hingegen keine Notwendigkeit, die Pseudologia Fantastica als eigenständige Störung in die ICD aufzunehmen. "Die Pseudologia Fantastica ist ein Syndrom, das unter die narzisstische Persönlichkeitsstörung fällt. Diese ist in der ICD aufgeführt", sagt er. So gesehen, sei die Sache nur ein Teil verschiedener Störungen wie etwa des Münchhausen-Syndroms, bei dem Menschen mit dem Ziel ärztlicher Behandlung Krankheiten erfinden oder selbst hervorrufen.

Nicht jeder, der lügt, ist natürlich ein Pseudologe. Selbstwertkrisen kennt beinahe jeder und neigt daher auch mal dazu, sein Leben ein wenig schöner und spannender zu reden, als es wirklich ist. Die Frage ist nur, wie beständig und regelmäßig jemand das Gebot "Du sollst nich lügen" bricht. Psychiater Stoffels geht jedenfalls von einer hohen Dunkelziffer von Pseudologen aus. Dies liege daran, dass die wenigsten Pseudologen jemals den Weg in eine Praxis fänden. Ihnen fehle in der Regel der Leidensdruck, der Voraussetzung für eine Therapie sei. Würden Pseudologen als Lügner enttarnt, brächen sie eben einfach den Kontakt zu Freunden ab und wendeten sich anderen Menschen zu, sagt Stoffels. Den Pseudologen zugute komme auch, dass viele Menschen ihnen ihre Geschichten "nur zu gern" abkauften. "Es schmeichelt uns, Menschen zu kennen, die aufregendes oder schlimmes erlebt haben", sagt Stoffels und gibt zu, zunächst beeindruckt von der Patientin gewesen zu sein, die den 11. September angeblich nur knapp überlebt hatte.

So kann beinahe von einer Ko-Abhängigkeit gesprochen werden. Der Pseudologe lügt, weil ihm die Lüge Anerkennung und Zuwendung sichert. Die Anerkennung strahlt dabei auf das Umfeld des Pseudologen ab, das daher nicht geneigt ist, die Lügengeschichten zu hinterfragen. Die Pseudologia Fantastica setzt immer zweierlei voraus: Den Lügner und den, der, der sich vielleicht bei einem Cocktail, gern belügen lässt und wie bei Tina W. möglicherweise hofft, etwas von dem angeblichen Reichtum abzubekommen.

Wer über Pseudologie diskutieren und sich mit anderen darüber austauschen möchte, hat dazu auch in unserer Community Gelegenheit.


Henrik Schmitz ist Redakteur für Kultur und Medien bei evangelisch.de.

Kommentare

Verfasst von Gast am 14. Januar 2012 - 22:06.

Kennen Sie Menschen, denen

Kennen Sie Menschen, denen ständig die unglaublichsten und erschütterndsten...

Kennen Sie Menschen, denen ständig die unglaublichsten und erschütterndsten Dinge passieren?

Antowrt: Ja, Christian Wulff

Dann haben sie es vielleicht mit einem Pseudologen zutun: einem krankhaften Lügner.

Antwort: Kann sein

Verfasst von Gast am 11. Januar 2012 - 18:18.

Gestatten Münchhausen

Ich habe den Artikel mit grossem Interesse gelesen, viel ist ja im Netz nicht...

Ich habe den Artikel mit grossem Interesse gelesen, viel ist ja im Netz nicht zu finden zu dieser Störung.
Meine beste Freundin habe ich vor zwei wochen mit der Thematik konfrontiert und sie ist nun in einer stationären Behandlung. Mir fällt es trotz allem schwer, Dinge zu glauben die sie mir berichtet, von ihrem Tag oder von Gesprächen mit den Therapeuten. Es drängt sich mir das Gefühl auf, dass sie sich dort nicht wirklich auf diese Störung behandeln lässt, sondern der Therapeutin eine ziemlich beschönigte Version von allem erzählt. Sie wird dort hauptsächlich auf Depressionen und ihre "Panikattacken" behandelt. Ist diese Vorgehensweise für diese Störung normal? Oder haben wir einen Fall von "prima ich stehe im Mittelpunkt"? Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich als "Angehöriger" (der Rest ihrer Freunde und Familie haben sich weitestgehend distanziert) einen Vertrauensvorschuss liefern MUSS. Das ist doch eigentlich gar nicht möglich in der Situation. Ich kenne das Mädel nun etwa 3 Jahre und eigentlich so ziemlich alles was sie angeblich schon gemacht und erlebt hat ist komplett erlogen. Ich mag sie wirklich, aber ich stelle fest, dass ich mit diesem "Vorschuss"- Vetrauen ein echtes Problem habe. Wer hat Erfahrung mit der Behandlung (als Angehöriger) und wo kann ich als "Angehöriger" Hilfe bekommen?

Verfasst von Gast am 12. Januar 2012 - 21:27.
Kommentar auf: Gestatten Münchhausen

Hallo, wieso MUSST du denn

Hallo, wieso MUSST du denn einen Vertrauensvorschuss liefern, das verstehe ich...

Hallo, wieso MUSST du denn einen Vertrauensvorschuss liefern, das verstehe ich nicht ganz. Aber natürlich sind Therapeuten auch nur Menschen und sie ja auch erst einmal das hinnehmen, was der Patient ihnen erzählt. Schwierig ist ein Pseudologe als solcher besonders, weil er ja in seiner "Scheinwelt" lebt, die für ihn allerdings real erscheint. Habe mich damit beschäftigt, weil ich selber einen Fall in der Familie habe. Ich denke, es ist vielleicht ganz hilfreich, wenn ein Freund (in dem Fall du) mit herangezogen wird, damit ein bisschen Licht in die Sache kommt und der behandelnde Arzt/Therapeut einen besseren Eindruck gewinnen kann.

Verfasst von Gast am 13. Januar 2012 - 17:46.

Vertrauens-Vorschuss

Naja, das mit dem Vorschuss ist eben genau das, was ich auch nicht verstehe....

Naja, das mit dem Vorschuss ist eben genau das, was ich auch nicht verstehe. Ich sehe durchaus, dass es sich um eine psychische Erkrankung handelt, allerdings wurde ich ja auf der anderen Seite 3 Jahre belogen und sitze nun vor einem völlig fremden Menschen. Die Ärztin lehnt ein Gespräch unter vier Augen ab (wegen der Schweigepflicht, ist es ja nachvollziehbar) andererseits wird so nie Licht in die Sache kommen. Meine Freundin beginnt nun unserem Umfeld (gemeinsame Freunde/Bekannte) die Wahrheit zu sagen. Zumindest hat sie das behauptet, lehnt aber auf der anderen Seite ab, dass ich entweder dabei sein darf/kann oder derjenige mit mir darüber spricht. Für mich sind das schon wieder Heimlichkeiten die niemand weiterhelfen. Das Ganze macht auf mich nicht gerade einen Vertrauenerweckenden Eindruck. Wie war das bei dir? Du schreibst du hast dich mit dem Thema beschäftigt, wegen einem Familienmitglied. Ist dort irgendeine Therapie begonnen worden und wie hat die sich aufgebaut? Ich hoffe für dich und deine Familie, dass eine Besserung eingetreten ist. LG

Verfasst von Gast am 17. Januar 2012 - 14:40.
Kommentar auf: Vertrauens-Vorschuss

Vertrauen ist schwer

Besserung ist keine eingetreten in unserem Fall, eher das Gegenteil. Mit der...

Besserung ist keine eingetreten in unserem Fall, eher das Gegenteil. Mit der Zeit wurde es schlimmer. Diese Menschen lügen sich einfach überall alles so zurecht, wie es ihnen gerade in den Kram passt. Und wenn in deinem Fall schon wieder alles verheimlicht wird, ist das quasi eine neue Lüge. Du müsstest dich vielleicht doch mit den anderen austauschen, mach dir kein schlechtes Gewissen, schließlich willst du helfen. Deine Frage nach einer erfolgreichen Therapie muss ich direkt verneinen, weil unser Pseudologe nicht mal einsieht, dass er Hilfe braucht. Man macht sich große Sorgen, ich kenne das, weil auch ich diesen Menschen gerne habe. Man muss sich wahrscheinlich ganz einfach abwenden, sonst braucht man bald selber einen Psychologen. Und man sollte nicht ewig die Samariterfunktion für einen solchen Menschen übernehmen, egal in welcher Beziehung man zu ihm steht. Sonst geht das eigene Leben kaputt. Du hast doch sicher Angehörige oder Freunde, die dir gerne helfen?

Verfasst von womue am 12. Januar 2012 - 16:00.
Kommentar auf: Gestatten Münchhausen

geistesgestört...

Das Wort Störung stört mich doch echt. Und bei dem Wort Psychiatrie bekomme ich...

Das Wort Störung stört mich doch echt. Und bei dem Wort Psychiatrie bekomme ich eine Gänsehaut. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand in großen seelischen Nöten ist und dabei auch Sachen erzählt, von denen er selbst nicht weiß, ob und wie weit sie wahr und real sind - oder, ob jemand bewußt Lügen auftischt, um sich Vorteile zu verschaffen oder sich wichtig zu machen. Ich habe nicht das Gefühl, daß die Psychiatrie der richtige Ort für Pseudologen ist, um gute Erfahrungen mit der Wahrheit zu machen. Ein einigermaßen intelligenter und sachlich veranlagter Mensch lügt nur, wenn er sich dadurch einen Vorteil verspricht. Auch wenn dem Gedanken ein logischer oder informationeller Irrtum zugrunde liegt. Ober eben, es fällt ihm generell schwer zu lügen. Ein Pseudologe lügt, weil es ihm egal ist, ob er die Wahrheit sagt oder nicht. Er ist ein Spieler, der mit den Ambitionen, den Sympathien und der unvoreingenommenen Zuwendungsbereitschaft der Menschen spielt und dabei hohe Risiken eingeht. Ich könnte mir z.B. vorstellen, daß Anders Breivik das lehrbuchmäßige Endstadium eines erfahrungsresistenten Pseudologen darstellt. Die Frage, die man sich als Angehöriger stellen muß, ist: Warum ist und wie wird jemand erfahrungsresistent? Ich vermute, es sind Individuen, die noch nie etwas richtig gemacht haben, Menschen denen jeglicher persönliche Erfolg fremd ist.

Ich will niemandem abraten, psychologische Hilfe zu suchen, aber in der Psychiatrie hat man es auch vorwiegend mit Leuten zu tun, die einem nicht die Wahrheit sagen. Das gilt leider auch für Kirchenleute. Ob das Effekt hat, darüber möchte ich nicht spekulieren. Ich denke immer, wenn man jemanden gut kennt, ist es egal, ob er lügt.

Verfasst von Gast liane am 5. Januar 2012 - 0:55.

Münchhausen

Ich habe jetzt so viele Beiträge über das thema gelesen, dass ich wirklich...

Ich habe jetzt so viele Beiträge über das thema gelesen, dass ich wirklich nicht mehr weiss, was ich noch glauben kann. Ich bin eine betroffene Mutter, die ihrem 22 jährigem Sohn wirklich helfen möchte aus dieser Hölle zu kommen.
Kurz zur Info, mein Sohn wuchs bis zum 18. Lebensjahr bei meinem geschiedenen Mann auf und flog dann raus(Lehrstelle wegen fehlens verloren) für mich war sofort klar, dass er zu mir kommt. Er wohnte 1 jahr bei uns und zog dann mit seiner freundin in eine WG. In der Zwischenzeit hat er wegen seiner Lügerei und Schummelei bereits die 2. lehrstelle verloren. Seit 1 jahr ist er Lehrstellensuchend, bezieht Geld vom Amt und schwindelt sich sein gesamtes Leben zurecht. Dadurch häuften sich Schulden ohne Ende an, er musste aus der WG ausziehen, die freundschaft zu seinem Mädel ist kaputt gegangen. Ich als "Mama" fange ihn immer wi9eder auf. Bezahle Schulden, rede mit ihm, baue ihn auf(obwohl sich hinterher raustellt das alles nicht so gewese ist). usw.usw. jedesmal sage ich ihm, hör endlich auf mit der Lpgerei, Du machst alles kaputt und keiner glaubt Dir mehr. Ich sage jedes mal wenn er kommt, dieses mal ist es wirklich das letzte Mal,ich kann dir nicht mehr helfen, aber ich halte es nicht durch-Kosequenz war noch nie wirklich meine Stärke- Ich habe ihm auch schon mehrmals angeboten mit ihm zu einem TherAPEUTEN zu gehen. Er sagt nur, Mama das brauche ich nicht. Ich möchte ihm wirklich so gern behilflich sein, aus diesem teufelskreis rauszufinden, weiß aber auch nicht wie. mein Freundeskreis rät nur immer wieder, löse dich von ihm, bis er wach wird. Für mich aber keine Lösung. Wer kann mir Tipps geben, wo ich mich ernsthaft hinwenden kann. Vielen dank vorab eine traurige Mutter

Verfasst von Gast am 10. Januar 2012 - 12:54.
Kommentar auf: Münchhausen

Hallo Gast Liane !!!!

Ich habe die Geschichte mit deinem Sohn gelesen, du hast Angst um ihn und ich...

Ich habe die Geschichte mit deinem Sohn gelesen, du hast Angst um ihn und ich kann deine Verzweiflung sehr gut verstehen. Mir geht es ebenso mit meiner Tochter, die unwahrscheinlich schlimm lügt und ständig versucht, die Menschen in der Familie gegeneinander auszuspielen.(Der Beitrag vor deinem ist von mir). Bei uns besteht diese Situationon über lange Jahre, im Gegensatz zu deiner Geschichte hat sich unsere Tochter längst von uns abgewandt. Ich habe das bis heute nicht verkraftet, ich leide immer. Sie wendet sich allerdings von allen Leuten ab, die klug genug sind, sie zu durchschauen. Ihre Logik ist es, dass diese Menschen die Lügner sind und eben nicht mehr auf ihrer Seite, Punkt. Einem Pseudologen fehlt grundsätzlich die Fähigkeit zur Einsicht. Er ist dazu einfach nicht in der Lage, das ist ein Merkmal dieser schlimmen Persönlichkeitsstörung. Wenn er neue Probleme bekommt, haben immer die anderen Schuld, er findet neue Erklärungen (Lügen) und alles wird noch schlimmer. Ich denke, ein Psychologe ist der einzige Weg, aber niemand kann einem anderen diese Hilfe aufzwingen. Ich kann dir leider nicht helfen oder dir einen Rat geben, liebe Liane. Und auch diese Seite hier ist nicht dafür geeignet, wie wir beide wohl bemerkt haben. Ich habe den Entschluss gefasst, selber psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um nicht kaputt zu gehen. Vielleicht bekommt man dort Unterstützung. Und vielleicht solltest du das auch tun. Wir müssten sonst theoretisch ganz einfach abwarten, bis sich unsere Kinder zugrunde richten, mal ganz krass ausgedrückt.
Sorry, dass ich dir hier nichts anderes sagen kann.

Verfasst von Gast am 4. Januar 2012 - 17:28.

Wenn der "Patient" großen Schaden anrichtet......

Was tut man, wenn der Pseudologe sehr großen Schaden in einer Familie anrichtet...

Was tut man, wenn der Pseudologe sehr großen Schaden in einer Familie anrichtet und Menschen deswegen leiden. Er spielt die Leute geschickt gegeneinander aus, leider klappt das auch manchmal, große Konflikte zwischen engen Verwandten entstehen. Derjenige welcher hält über Jahre eine schlimme Verleumdung über ein Familienmitglied aufrecht und es gibt leider auch Menschen, die ihm glauben oder eben nicht wissen, was sie glauben sollen. Wir nehmen an, dass er selber daran glaubt. Und - er macht sich mit damit definitiv vor dem Gesetz strafbar. Was sollte man tun, wie werden denn kranke Leute gemaßregelt?

Verfasst von womue am 27. Dezember 2011 - 17:14.

Immer diese Gutemenschen

mit ihren besorgten Pseudofragen. Wie kann man einem Pseudologen helfen?...

mit ihren besorgten Pseudofragen. Wie kann man einem Pseudologen helfen? Wahrheit ist irrelevant! Der momentane Effekt ist alles. Wem die Wahrheit nicht weiterhilft, dem hilft das Leben. Und wenn das im schlimmsten Falle bedeutet, mal ein paar Jahre lang ohne jede Kommunikation auskommen zu müssen. Auch das ist heute kein Problem mehr. Ich habe in diesem Jahr noch kein einziges Gespräch geführt, ich haue den Leuten einfach im Internet die Taschen voll.

Jetzt kommen Sie mir aber ja nicht und behaupten das Fernsehen, die Kirchen und die Politik würden nicht nach genau denselben Prinzipien funktionieren. Wir leben doch im Zeitalter der Pseudorealitäten, wo wir uns sogar, wenn wir uns gerade wohl fühlen, fragen müssen, ob wir uns wirklich wohl fühlen, oder ob möglicherweise etwas dafür spräche, es könnte ein eingebildetes, unbegründetes, unberechtigtes oder manipuliertes Wohlgefühl sein.

Verfasst von Gast am 12. Januar 2012 - 13:27.
Kommentar auf: Immer diese Gutemenschen

Münchhausen und Co.

Gestatten!? Ich denkemal Sie sprechen von einer anderen Krankheit. Nämlich von...

Gestatten!? Ich denkemal Sie sprechen von einer anderen Krankheit. Nämlich von der Internetsucht. Im Internet belügt man sich meist gegenseitig. Das ist nichts besonderes, sondern grauer Alltag. Im Netz geht das Leben meist sowieso an der Realität vorbei.

Verfasst von Peter Nibor am 29. Dezember 2011 - 20:14.
Kommentar auf: Immer diese Gutemenschen

Gutmensch?

1. bin ich kein Gutmensch 2. mache ich mir riesige Sorgen um den Menschen, der...

1. bin ich kein Gutmensch 2. mache ich mir riesige Sorgen um den Menschen, der mir am allernächsten steht und für mich die wichtigste Person überhaupt ist 3. bitte ich Sie, wenn Sie keine Ahnung haben, halten Sie sich einfach raus

Verfasst von Peter Nibor am 26. Dezember 2011 - 16:59.

Ist Hilfe möglich?

Wie kann man einem Pseudologen helfen? In der Regel verdrängt er ja sein...

Wie kann man einem Pseudologen helfen? In der Regel verdrängt er ja sein Problem oder er sieht es wirklich nicht. Deshalb ist es ja ganz schwer, Dinge anzusprechen.

Gibt es positive "heilungs- oder Therapierergebnisse"? Gibt es außer Prof. Dr. Hans Stoffels noch andere Psych., die sich mit dieser Störung auskennen?

 

Verfasst von Gast am 26. Dezember 2011 - 16:40.

Pseudologie

Was kann man tun, um einem Pseudologen zu helfen, die Realität zu erkennen?

Was kann man tun, um einem Pseudologen zu helfen, die Realität zu erkennen?

Verfasst von Gast am 6. Dezember 2011 - 12:23.

Pseudologen

Hallo, auf diesen Artikel bin ich gekommen, weil ich eine Kollegin habe, auf...

Hallo, auf diesen Artikel bin ich gekommen, weil ich eine Kollegin habe, auf die Ihre Beschreibung genau passt.
Davon abgesehen haben wir eine Tante in der Familie, die die Wahrheit immer so verdreht, daß sie in ihr Schema passt. Das hat natürlich im Laufe der Zeit schon zu den übelsten Auseinandersetztungen und Schlimmerem geführt.
Sie zieht alle ins Vertrauen und benutzt das Gesagte danach gegen die jeweilige Person. Sie nimmt sich auch sehr wichtig und hält sich für überaus schlau und gebildet, was sie aber überhaupt nicht ist.
Hier nun die Frage, ist das auch ein Krankheitsbild und wie wehrt man sich gegen solche Leute? Meine Familie und ich sind gerade massiv unter ihren Beschuß geraten.
Freue mich sehr auf die Antwort

Verfasst von Triandafila am 19. August 2011 - 11:38.

Wirklich krass: Was mir ein Pseudologe erzählte....

....und was natürlich nicht wahr ist!! Das ist so gruselig, was ich da...

....und was natürlich nicht wahr ist!!

Das ist so gruselig, was ich da gesammelt habe. Eigentlich müsste man die Männer mit den Zwangsjacken rufen:

Das hier ist die Wahrheit, die bei seiner Beichte rauskam:

- sein Vater ist nicht der Inhaber eines Technologieunternehmes (seit mehreren Generationen), welche Autoteile herstellt und auch Patente entwickelt hat,  sondern betreibt eine Fahrschule

- also ist der Vater auch nicht per DU mit den Vorständen der deutschen Automobilindustrie

- der Vater hat auch keinen Fuhrpark bestehend aus Lamborghini, Ferrari und Bentley und mehreren Oldtimern

- der Vater hat auch nicht mehrere Vorstands- und Aufsichtsratsposten in der Industrie

- er und sein Vater sind auch nicht Mitglied beim Rotary-Club

- er ist nicht ein langjähriger Freund eines Sohnes von Harald Juhnke

- er hatte auch nie ein Bankschließfach bei einer Bank in Zürich, welches er heute noch hat, wo derzeit nur "etwas Gold" und ein "paar Wertpapiere" liegen

- der "echte" Vater seines Vater war natürlich kein SS-Mann und Lagerkommandant in einem Steinbruch-Arbeitslager in Brandenburg, der sich nach Kriegsende nach Südamerika absetzte...

...und dann später von den Russen aus dem Haus geholt wurde und erschossen wurde
(da gab es dann direkt zwei Versionen)

- es gibt keine 40 geerbten Mietshäuser, wo wovon 22 bereits an niederländische Juden aus Rotterdam verkauft wurden verkauft wurden

- die restlichen 18 Mietshäuser gibt es auch nicht und andere niederländische Juden, die für die Häuser („Schrottimmobilien“) 2,3 Millionen geboten hätten

- natürlich waren auch die Namen dieser Leute alle erfunden, wie die Leute, aber mit Geschichte dahinter...."Die sind seit Generationen Kaufleute und waren während der Besetzung durch die Wehrmacht in Holland in Palestina und sind dann wieder zurück gekommen".

- es gibt kein Mietshaus in meiner Stadt, welches der Vater einem guten Freund, der mal Geld brauchte, abgekauft hat

- es gibt auch kein Haus in der "Puffstraße" der Stadt X, welches seinem Vater und ihm mal als Kapitalanlage angeboten wurde und welches sie auch besitzen und vermietet haben an einen Bordellbetreiber

- es gibt nicht das "Stammhaus" der Familie von Anno 1899 in einer Toplage

- gibt auch nicht die Vermögensverwaltungs OHG, welche eingerichtet wurde nach dem Tode des Großvaters, um dessen Vermögen zu verwalten, und er diese OHG leitet und von dort aus regelmäßig an die anderen Enkel des Großvaters ihren monatlichen Zinsbetrag überweisst, "von denen die gut leben können. Meine Cousine hat sich jetzt einen Porsche bestellt")

- auch gibt es kein Wochenendhaus an einer Talsperre in Hessen

- der Vater ist doch kein graduierter Maschinenbau-Ingenieur

- er hat auch nie drei Jahre in Zürich gelebt und auch nicht studiert, hatte dort keine Wohnung in der Altstadt, war auch nicht von seinen dortigen Professoren zum „Nachtessen“ eingeladen

- es gibt in Brandenburg keine Reihen mit halbierten Plattenhäusern, die der Vater nach der Wende als Kapitalanlage gekauft hat

-auch keine romantische verfallene Villa in Hoppegarten bei Berlin, welche zu DDR-Zeiten beschlagnahmt war und die Familie nach der Wende zurück erhalten hat.

- auch kein Seegrundstück in der Nähe von Berlin

- der Vater ist auch kein guter Freund des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in X und dieser Vorsitzende, ein Holländer mit polnischem Namen hat auch nicht die Verkaufskontakte hergestellt („Mein Vater sagte, der Herr X erwartet wieder russische Kontingentflüchtlinge, und die müsse man unterbringen“)

- auch der Präsident der deutschen Bundesliga und ehemaliger Landes-Justizminister ist nicht ein Duzfreund vom Vater und der „Haus-und-Hof“ Anwalt der Familie.

- und da er auch nicht in der Schweiz gelebt hat, ist die Mutter seiner damaligen schweizer Freundin auch nicht die Inhaberin der !!) zweitgrößten (!!also nicht der größten) Modellagentur der Schweiz gewesen und deren Vater auch kein Großunternehmer im Baugewerbe, der die besten Verbindungen zur Schweizer Regierung hat und durch den er den schweizer Fremdenpass in der unbefristeten Version erhalten hat.

- Auch wurde er nicht, von dem Vater seiner Freundin für sechs Wochen nach London ins Hotel Savoy eingeladen, wo die Beiden lebten, da die Freundin in London einen Sprachkurs machte.

- auch hat dann dieser Vater der Freundin keinen großen Fuhrpark mit vielen Luxusautos, wo er sich immer bedienen durfte.

- ebenso wenig stimmt die Erzählung von der Fahrt im Ferrari von ihm und seiner Freundin, die Eltern lebten am Zürichsee („Goldküste“ „Riesenpenthouse Wohnung mit Blick über den ganzen See“) nach St. Moritz in den „Dracula Club“ von Gunter Sachs. Den hat er von seinem Vater gegrüßt (denn die kennen sich seit den "wilden 60er Jahren persönlich...) und Gunter Sachs konnte sich daran erinnern...(an der Cotes D´Azur hatten die Eltern der ex-Freundin natürlich auch (kein) Ferienhaus)...

- Oder von einem Onkel, der damals in der DDR in Wandlitz wohnte und der
DDR-Handelsattaché auf Madagaskar war....die nach der Wende ein Reisebüro für GUS-Reisen in Ostberlin eröffnet hätten und „treue Genossen“ sind...

- und seine Kapitaleinlage bei seinem ehemaligem Arbeitgeber hatte eine Null weniger, sind jetzt doch nur 4 Nullen anstatt 5 (kann ja mal passieren, nicht wahr eine Null mehr, eine Null weniger...was macht´s...)

- auch gibt es den alten Freund der Familie nicht, der mit seiner Frau nach der Lehre von Rudolf Steiner lebt ("die sind total Öko und Vegetarier"...und trifft sich angeblich mit ihm zum Abendessen im Restaurant vom Golfclub...und dieser anthroposophisch lebende Mann war von Beruf der Vermögensverwalter der Adelsfamilie Hohenzollern

- er hat auch keine Firma als Ein-Mann-Unternehmen registriert, für das er eine eigene Visitenkarte und Briefpapier ("Das Firmenlogo habe ich selbst designed") hat (Papier und Visitenkarte gibt es wirklich, die "Firma" aber nicht!!)

- die Eltern sind nicht komplett mit "exquisiten" englischen Antiquitäten eingerichtet, mit der Ausnahme von einem "Laura Ashley Sofa von meiner Mutter" (das war sicher kein Markensofa!!), sondern haben einen Stilmix und im Wohnzimmer zwei unterschiedliche Sofas, wovon eines ziemlich abgewetzt ist und die unterschiedlichen Sessel auch. Badezimmer und EBK sind noch aus den 70ziger Jahren...
Oder alles nur Retro? Reiche Leute können es sich ja leisten, mit jedem Trend zu gehen :-)

- auch bin ich mir sicher, dass der Vorstandsvorsitzende eines großen Handelskonzerns, dem er in HH auf einem Kongress vorgestellt wurde, NICHT gesagt hat "Ja, ich habe schon von Ihnen gehört!!"

Er hat recht, wenn er sagt, dass er keinem mehr in die Augen sehen kann!

 

Verfasst von Eberhard am 17. Juni 2011 - 16:09.

Wenn Lügen zur Krankheit wird

Entschuldigung, ist die Bibel nicht Wort für Wort nicht eine Lüge??? Jetzt...

Entschuldigung, ist die Bibel nicht Wort für Wort nicht eine Lüge???
Jetzt schreit die Christenheit auf! Liebt man Münchhausen oder ist es die Angst?
Aber ist es auch nicht ein Phänomen, das sich Menschen sogar gern
belügen lassen? Kennt nicht jeder das Sprichwort: "Liebe macht blind"?
Fallen wir nicht täglich auf die Sprüche von Politikern herein?
Gibt es nicht genug Erfahrungen aus dem Bereich Banken, Versicherungen,
Immobilien, Internet?
Täglich werden wir belogen und betrogen und wir lügen und betrügen auch.
Wenn man es genau nimmt, ist jeder Film, jedes Buch eine Lüge.
Aber hier wird teilweise verziehen.

Wer im Kleinen rücksichtslos ist, wird im Großen ruchlos sein. Schopenhauer

Verfasst von Gast am 28. Januar 2011 - 0:10.

Macht der Lüge

Meine Mutter ist mit großer Sicherheit mit einem Pseudologen liiert....

Meine Mutter ist mit großer Sicherheit mit einem Pseudologen liiert.
Kurzfassung: Seit drei Jahren behauptet er, 8 Mio Euro in Österreich zu besitzen, die in den nächsten Tagen auf sein deutsches Konto kommen. Jedes Mal verhindert ein anderer unglaublicher Grund die Überweisung. Derweil leben die beiden auf Pump von Leuten, die glauben, an dem Reichtum teilhaben zu können und von (ehemals) wohlmeinenden Verwandten. Die Schulden müssen mittlerweile enorm sein.
Meine Mutter hat mittlerweile mit jedem gebrochen, der dieses Spiel durchschaut; sie glaubt ausschließlich dem Pseudologen, der sich bei kritischen Fragen sofort als Opfer böser Unterstellungen darstellt. Sie schützt ihn und blockt jede Frage sofort mit aggressivem Unterton ab
Frage: Wie kann ich meine Mutter dazu bringen, wenigstens einmal über die Möglichkeit nachzudenken, dass etwas nicht stimmen könnte? Ich kann maximal zwei Sätze platzieren, bevor das Gespräch eskaliert...
Ich bin für jeden Tip dankbar.

Verfasst von Gast am 30. Dezember 2011 - 14:42.
Kommentar auf: Macht der Lüge

Macht der Lüge

Da hilft nur, wenn man die betreffende Person, in dem Fall ihre liebe Mutter,...

Da hilft nur, wenn man die betreffende Person, in dem Fall ihre liebe Mutter, mit dem Kopf vor die Wand laufen läßt. (Doch dies wäre für Sie selbst weiterhin eine große Belastung.) Es gäbe da noch einen Dr. med. Samuel Pfeifer in Riehen bei Basel. Der Arzt kennt sich anscheinend mit solch schwierigen Fällen aus. Doch zu einer Therapie können und dürfen Sie niemanden zwingen.

Verfasst von Gast am 30. Januar 2011 - 13:47.
Kommentar auf: Macht der Lüge

Gläubig ist sie nicht, und

Gläubig ist sie nicht, und die Verwandten finden kein Gehör. Ich denke, Sie...

Gläubig ist sie nicht, und die Verwandten finden kein Gehör.
Ich denke, Sie haben Recht, was die Verdrängung betrifft - aber wie knackt man die?
Und was kommt danach? Zwangsläufig ein Zusammenbruch? Wer kann sie Auffangen, wenn alle Nahestehenden zuvor weggebissen wurden?
Ich bin wirklich am Ende, denn wenn alles auffliegt, droht natürlich zu allem Überfluss das juristische Nachspiel. Ick kenne weder Psychologen noch Anwälte, die mit so etwas Erfahrung haben.

Verfasst von Gast am 29. Januar 2011 - 16:41.
Kommentar auf: Macht der Lüge

Klingt eigentlich so, als

Klingt eigentlich so, als wüsste sie es tief im Innern schon und verdrängt es...

Klingt eigentlich so, als wüsste sie es tief im Innern schon und verdrängt es nur. Ist sie gläubig? Pfarrer könnte ja durchaus ein Ansprechpartner sein oder Geschwister. Handfeste Beweise wären auch eine Möglichkeit...

Verfasst von GastRitis am 1. Dezember 2010 - 11:58.

Pseudologie ist Teil schwerer Ich-Störung. Narzismus -> -> ->

Ahoi ihr Piraten, folgendes sollte man unbedingt in sein erstauntes Überlegen,...

Ahoi ihr Piraten,

folgendes sollte man unbedingt in sein erstauntes Überlegen, bzgl. des Artikels mit einbeziehen. Tatsächliche Pseudologie ist immer nur ein Bestandteil einer schweren Persönlichkeitsstörung, die generell stark narzistisch gefärbt ist. Egal ob Psychopaten (heute: Antisoziale PS), Borderline PS, Histrionische PS u.s.w. allen gemeinsam sind stark narzistisch krankhafte Züge.

Heinz Kohut, u.a. neben Otto Kernberg, Begründer der pathologischen Narzismus-Theorie hat bzgl. Pseudolgia treffend erkannt: "Der Stolz dieser Patienten auf die Geschicklichkeit, mit der sie rücksichtslos ihre Umwelt manipulieren dient zusätzlich dazu, zu verhindern, dass Leere und Mangel an Selbstwertgefühl an die Stelle der fortwährend kriminellen Aktivität des Größenfantasierten-Selbst treten".

Was heißt, dass ein pathologischer Lügner, der ja auch mindestens immer ein krankhafter Narzist, sich allein schon auf die Tatsache einen abrubbelt, andere zu täuschen (ausschlaggebend ist, dass er glaubt die anderen glauben's). Insbesondere in der Opferdarstellung in Verbindung seines "heimlichen" Wissens, wie dämonisch er doch ist, wenn er andere hinter's Licht führt.

Am besten noch, wenn er es schafft, seine "glaubende" Zuhörerschaft, in reale Konflikte mit den angeblich ihn Leidverursachenden verwickelt und gleichzeitig noch das arme dumme Mäusschen spielt, dass ja nur möchte, dass alle Freunde sind und bekannt dafür ist, dass es seinen Peinigern noch (aus reiner Angst) in die Hände spielt(hat ja extremes durchgemacht, kann man solch irrationales Verhalten zwar nicht nachvollziehen, aber verstehen). Daraus resultiert triumphales Erleben, gut gehüteter Größenwahnfantasien bzgl. des eigenen (kaputten) Selbst, mit deren Destruktivität sich lange schon, vollauf indentifiziert wurde.

Das gibts unzählige male häufiger, als hier die meisten zu glauben mögen. Die Missbräuche von Borderline-Patientinnen sind zuhauf diesen Musters. Im Grunde stellt es das gleiche dar, wie die Psychopatische Erlebensweise, deren Emotionaler Kernbestand "Täuschung, Schädigung und anschliessende Verhöhnung (kann auch innerlich verhöhnt werden) des Opfers darstellen".

Beim sog. Münchhausen-Syndrom geht es "nur" um Täuschung und Anteilnahme für die eigene Person, Fürsorge etc. Beim Münchhausen Stellvertreter-Syndrom (oder Münchhausen-by-proxy) geht es allerdings schon um mehr, wesentlich mehr. Hier ist nämlich exakt das oben geschilderte Erlebens-Motto angesagt, also Täuschung (der Umwelt -> Ärzte etc.), Schädigung (des eigenen Kindes, häufig bis zum Tode) und die Umwelt im Glauben darüber zu lassen, dass man selbst in seiner Beherzten Fürsorge (als gute Mutter) bis ans letzte gegangen ist. Die Verhöhnung ist ja quasi als "Alleinwissender diabolischer Täuschungskünstler" im perversen Selbterleben mit inbegriffen. Es wird sich wohl auch ausnahmslos hier um Mütter mit Borderline-Persönlichkeitsstruktur handeln, was auch hinreichend untersucht ist.

Da die sog. "Projektion" eigener negativer Selbstanteile (z.B. krankhaftes Lügen) auf enge Bezugspersonen, vorzugsweise Beziehungspartner ein generell vorhandener Mechanismus bei pathologischem Narzismus, Borderline u.s.w. darstellt, darf man sich getrost die Frage stellen, wieviele Postings hier im Artikel, eigentlich in umgekehrtem Sinne zu betrachten sind. Ungewöhnlich viele Damen, deren Erkenntnis erst beim Lesen des Artikels "eingerastet" ist, um sogleich zu erkennen, dass sie "Gutgläubige Opfer" perfider Täuschungsmannöver bezüglich ihres Partners geworden sind. Ein Hilfestellung gebendes Antwort-Posting, wäre in einem solchen Falle ja bereits der erwähnte "Triumph durch Täuschung" (Aus gestörter Perspektive). Klingt krank, ist es aber leider auch.

Übrigens: Auch wenn political incorrect, heutzutage: Das Münchhausen-Syndrom ist eine kompensatorische Kiste, deren eigentliches Krankheitsbild pathologischer Narzismus darstellt, der bei Männern mind. ebenso häufig, wenn nicht noch häufiger in Erscheinung tritt. Das klassische Münchhausen-Syndrom ist auch eher Male-Dominant festzustellen.

Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom erfasst als Kernbild der eigentlichen Störung quasi generell ein psychiches Störungsbild auf Borderline-Strukturniveau, welches zwar krankhaften Narzismus beinhaltet, aber wesentlich pathologischer und primitiver organisiert, also kranker ist. Dieses Syndrom kommt (fast) ausschliesslich bei Müttern (demzufolge Frauen) vor.

Was nicht heißen soll, dass ich Frauen für tendenziell boshafter halte, und überhaupt nicht dieses allgemeine Vergleichs-Gewäsch. Aber die Opfer-Täter Konstellation ist für Frauen eben auch erheblich verlockender, weil auch schneller geschluckt, vom Gegenüber. Unsere gesellschaftliche Tendenz ist dem auch eher entgegenkommend. Sorry. Aber wer jetzt empört aufschreit, hat wohl bereits zu viel von dieser Medizin geschluckt.

Sodann Freunde der Sonne. Hoffen wir auf besser Wetter an der Nachwuchsfront

Ruben

Verfasst von resignor am 26. Dezember 2011 - 10:35.

Hallo, ich beziehe mich hier

Hallo, ich beziehe mich hier auf den Beitrag von GASTRITIS. Wir haben einen...

Hallo, ich beziehe mich hier auf den Beitrag von GASTRITIS.
Wir haben einen ganz extremen Fall in der Familie, eine ganz schlimme Verleumdungskampagne, die sich über die Jahre immer mehr zuspitzt, kürzlich ist alles ganz schlimm geworden. Man kann IHR in diesem einen Fall leider nicht das Gegenteil beweisen, bei den kleinen Sachen, die sie sich immer wieder ausdenkt, schon. Ich bin persönlich betroffen, mir geht es total schlecht, weil große Schwierigkeiten in meinem engeren Familienkreis entstanden sind, durch Menschen, die sich eben zu gerne einwickeln lassen und sie leider auch noch unterstützen. Weil sie sie mögen und ihr helfen wollen. Aber sie durchschauen sie eben nicht! Und das sind dann noch Menschen, die mir selber sehr nahe stehen. Zum Glück gibt es auch andere in der Familie, aber gerade diese Menschen sind mir eben sehr wichtig und ich leide sehr unter der Situation. Was GASTRITIS geschrieben hat, passt alles, wie die Faust aufs Auge, gerade die Opferrolle, die SIE schon immer und immer wieder spielt. Und SIE macht ja nie was falsch. Ich hätte gerne gewusst, woher GASTRITIS die Erfahrungen auf dem Gebiet hat, ob er da vielleicht Experte ist. Unsere Pseudologin wird niemals einsehen, dass sie Unrecht tut, solange sie noch Zuhörer hat, die ihr glauben. Es wird allerdings auch immer unverschämter, sie greift mich nun noch persönlich an. Ich weiß nicht weiter, aber ich werde mir auch nicht alles gefallen lassen. Und meine eigentliche Frage ist, ob wir sie anzeigen sollten?
Ich möchte nicht die Familienkonstellation erklären, das wird auch zu lang, nur eins - ich bin die Mutter.

Verfasst von zaangalewa am 30. November 2010 - 16:04.

Interessantes Thema, - auch

Interessantes Thema, - auch wenn ich mich da nicht auskenne. Mir fiel fiel...

Interessantes Thema, - auch wenn ich mich da nicht auskenne. Mir fiel fiel beim Lesen hier nur grad ein: War nicht Karl May ähnlich dieser Schilderung und war er Dank dieser unglaublichen Fähigkeit sich spannende virtuelle Welten auszudenken und diese bis ins Kleinste mit dramatischen Inhalten lebensnah zu füllen nicht ein ganz und gar superbegnadeter Pseudologe, äh - kreativster Superschriftsteller? Er soll mit seinen Erzählungen in denn er sich mit seiner Figur "Old Shatterhand" gleichsetzte ganze Kaffeehäuser spontan in seinen Bann gezogen haben und die Zuhörenrn müssen an seinen Lippen gehangen haben, wenn er anfing zu erzählen.  Ich hoffe - ehrlich gesagt - ja immer irgendwie noch eines Tages im Himmel Winnetou zu anzutreffen - auch wenn dieser nur ein Fantasieprodukt war. Trotdzem wirkt diese Figur auf mich so lebensecht - und weiß man's denn wirklich? Ist denn wirklich jede Lüge eine wirkliche Lüge?

http://youtu.be/A2Z0gwmgF74

Verfasst von jenna am 10. November 2010 - 23:45.

hallo zurück

hey.... natürlich ist das gut möglich!!! ich bin letzte woche auf diese seite...

hey....
natürlich ist das gut möglich!!!
ich bin letzte woche auf diese seite gestoßen, da meine mutter in den raum warf, mein freund könnte ein notorischer lügner sein... jetzt hab ich alle beiträge und den artikel hier gelesen und es passt einfach alles so perfekt auf das verhalten meines freundes...leider...

mein freund erzählt mir die unglaublichsten dinge, als beispiel:
er war im mai verreist, in seinem reisepass ist ein stempel mit falschen datum, 10 tage nachdem er eigentlich schon dort war damals!!!....er hat in der zeit mit mir geschrieben... er beharrt darauf das der stempel nicht stimmt!!!!
ist ja eigentlich unmöglich??!!er fragte auch noch allen ernstes wie krank er denn sein müsste sich das alles auszudenken :D ja genau das dachte ich mir auch.....
zusätzlich kommen noch viele andere absurde dinge... auch materielle sachen, die er angeblich für mich besorgt hat, ich aber niemals bis jetzt zu gesicht bekommen habe...
schwere, furchtbare kindheitserlebnisse....sein vater exalkoholiger....und und und

seit ich den stempel im reisepass entdeckt habe zweifle ich an allem!!
zu deiner frage mit dem verschwinden deines tagebuchs....bei meinem freund kommt zusätzlich hinzu, dass er wahnsinnig besitzergreifend ist!er würde am liebsten meinen ganzen tagsablauf kennen und verfolgen!
er beschäftigt sich nur mit mir habe ich das gefühl...von daher würde ich ihm ein schnüffeln in meinem tagebuch durchaus zutrauen!!(besitze nur keines)
dafür war er schon an meinem handy und laptop...reicht ja auch aus :(

Zur frage wie kann man so jemanden entlarven??
direkt ansprechen macht keinen sinn....ein ultimatum stellen von wegen er solle alles zugeben sonst bin ich weg??
ich glaube einsicht wäre für mich schon ein sehr großes geschenk!!
aber so wie ich das verstanden habe.....pseudologen wandern dann wie heuschrecken....einfach weiter......wird sich nicht viel machen lassen :(
ich selbst hänge sehr stark an ihm und liebe ihn, verliere aber leider immer mehr an kraft.......

Gruß an euch alle, freue mich über feedbacks!!

Verfasst von Gast am 24. November 2010 - 17:58.
Kommentar auf: hallo zurück

Hallo, Ich glaube, dass ich

Hallo, Ich glaube, dass ich selber an dieser "Störung" leide - mein bisheriges...

Hallo,

Ich glaube, dass ich selber an dieser "Störung" leide - mein bisheriges Leben habe ich die unglaublichsten Lügengebilde aufgebaut und damit nur Schlimmes verursacht. Aus Angst davor entlarvt zu werden habe ich mich immer weiter reingeredet. Dein Freund wird sicher nicht positiv reagieren wenn du ihn "entlarvst". Du solltest die Sache behutsam angehen und ihm klarmachen, dass du ihm helfen willst und er sich dir anvertrauen kann, vor allem dass du ihm das, was er dir beichtet nicht übelnimmst.

der Kontrollzwang ist meiner meinung nach eine folge des Lügens - den als notorischer Lügner hilft es mir wenn ich soviel wie möglich über meine Umgebung weiss um die Lügen entsprechend "anzupassen".

Ich hoffe ich knnte dir helfen.

Verfasst von Gast am 11. November 2010 - 19:05.
Kommentar auf: hallo zurück

hallo zusammen :)

Ich frage mich wirklich wie ich meinem freund helfen soll? Hab zwar versucht...

Ich frage mich wirklich wie ich meinem freund helfen soll?
Hab zwar versucht mit ihm zu reden aber geholfen hat das nicht viel :(
Er verspricht mir zwar, dass er drüber nachdenken wird und ist auch damit einverstanden, dass wir mal eine Hilfestelle aufsuchen, aber ob das hilft?
Ich will ihn nicht aufgeben aber ertragen kann ich die ständigen, unglaublichen Geschichten auch nicht mehr.
Mein Freund hat früh seine Mutter verloren (das stimmt sicher)und Ärzte halten ihn bisher für einen Borderliner. Sein Verhalten manchmal bestätigt das, jedoch glaub ich das einfach noch mehr dahintersteht und das macht mich langsam ratlos :(

Verfasst von Gast am 10. November 2010 - 21:18.

Hallo

ich habe fast alle Beiträge gelesen und glaube, dass mein Freund genauso ein...

ich habe fast alle Beiträge gelesen und glaube, dass mein Freund genauso ein Problem hat. Letztens ist mein Tagebuch verschwunden und jetzt stellt sich mir die Frage, ob solche Menschen auch zu sowas fähig sind? Was sagt ihr dazu?

Verfasst von Fumum vendidi am 4. November 2010 - 18:28.

Pseudologen "entlarven"

Schönen guten Abend, Ich habe Ihren Artikel mit großer Aufmerksamkeit gelesen...

Schönen guten Abend,
Ich habe Ihren Artikel mit großer Aufmerksamkeit gelesen und erschreckend festgestellt, dass sich ein solcher Mensch in meinem "Bekanntenkreis" befindet. Ich habe in den c.a. 13 Jahren, in den ich ihn kenne, immer nur angenommen, dass er ein Aufmerksamkeitsdefizit hat.

Jetzt wollte ich mal nachfragen, ob es Berichte oder Erfahrungen gibt, in denen man einen Pseudologen "entlarvt". Denn ich glaube, er weis zwar das in seinem Kopf irgendetwas nicht ganz normal läuft, aber ich glaube nicht, dass er genau weis was er hat.

Ich habe allerdings bedenken ihm es einfach ins Gesicht zu sagen und ihm Ihren Artikel über Pseudologen vorzulegen. Zur Person wäre evtl. noch wichtig zu wissen, dass ein Elternteil sehr früh gestorben ist, das andere Elternteil eine Zwanghafte Überwachungsperson ist(Paranoid?!),er permanenter THC-Konsumet ist und außerdem am Messie-Syndrom leidet.

Haben Sie evtl. Ratschläge o.Ä. es ihm beizubringen, oder hilft es überhaupt nichts und er macht einfach weiter wie zuvor.

Ich danke im Voraus für Ihre Antwort.

Mfg.: Fumum vendidi

Verfasst von Ehrenfried am 31. Oktober 2010 - 9:55.

Hallo Jessy184: Es macht

Hallo Jessy184: Es macht nicht viel Sinn, hier seine Lebensgeschichte...

Hallo Jessy184: Es macht nicht viel Sinn, hier seine Lebensgeschichte aufzuschreiben und um Hilfe zu bitten. Die christlichen Kirchen sind damit nicht nur überfordert, sondern ich würde mich nicht wundern, wenn hier mit Argusaugen darauf geschaut wird, daß dieser ganze wertvolle Thread nicht die Integrität des Abendlandes gefährdet.

Es gibt nämlich fast keine größeren Pseudologen als jene, die damit ihr täglich Brot verdienen. Vermutlich gibt es viel mehr Pseudologie als man glauben möchte, und im Mittelalter und je weiter man zurück schaut, war das noch viel ausgeprägter. Schon deshalb, weil man die Geschichten von Weitgereisten ja nicht so gut auf ihren Wahrheitsgehalt nachprüfen konnte. Ich möchte nicht wissen, was mancher zurück gekehrte Kreuzritter da so an Schauermärchen erzählt hat. Was glauben Sie wohl, woher die vielen originellen deutschen Märchen kommen? Und erst die alten Römer, da galt das geschickte Angeben als Zeichen höheren Standes, nun erkläre mal jemand hier auf dieser ausgesprochen liberalen Webseite, warum die Geschichten des Neuen Testamentes unter weniger pseudologischen Umständen zustande gekommen sein sollten? Das ist peinlich, immerhin fußt ja sämtliche lutherische Auffassung von Christentum auf jenen Geschichten, da hilft es auch nicht, den Zerberus vom Dienst hier von der Leine zu lassen, das würde bloß den Verdacht nähren, die evangelischen Autoritäten hätten den Fatalismus dieses liberalen Themas bemerkt und versuchten nun zu retten, was zu retten ist. Zu spät!

Mir ist aufgefallen, daß es gar keine richtige deutsche Webseite zu "Pseudologie" gibt, der Kalauer "Pseudologen veinigt Euch!" hilft vermutlich auch niemandem weiter. Oder doch? Ich kannte übrigens mal einen Schmitz, Herr Schmitz, an dem war auch ein Münchhausen verloren gegangen. Ein großer, gut aussehender Blonder, dem die Frauen zu Füßen lagen, der behauptete, an panischen Ängsten zu leiden, weiß der Teufel warum. Er bließ mir ein Rätsel, er ging mir nicht auf die Nerven und ich mußte mich auch nicht mehr als nötig mit ihm beschäftigen. Ich wußte auch bis gestern gar nicht, daß es überhaupt Leute gibt, die sich als Opfer von Pseudologen verstehen. Das Münchhausen-Syndrom war mir einigermaßen vertraut.

Stellen Sie Sich einfach vor, ein kleiner Junge lebt in einem Milieu, wo er irgendwann die Entdeckung macht, daß ihm eine gute Geschichte den Hintern retten kann. Das läßt sich mit den Jahren zur größten Kunstfertigkeit ausbauen. Das größte Problem, das man sich damit einhandelt, ist aber nicht die Tatsache, daß man alle Beziehungen früher oder später kaputt macht, sondern daß einem ab einem bestimmten Punkt niemand mehr etwas glaubt, ob Freund ob Feind. Irgendwann ist man mit seinen Lügen ganz allein. Und dann merkt man, daß man sich auch selber belogen hat.

Und es geht noch weiter, es hat gar keinen Zweck mehr, mit irgendwelchen Beschwerden zu einem Arzt zu gehen. Der Hausarzt hät längst alle existierenden Fachärzte über den Münchhausen informiert, man erntet überall nur noch ein verständnisvolles Lächeln, eine ganz oberflächliche Untersuchung, bei der immer "alles in bester Ordnung" ist. Das seltsame Grinsen der Arzthelferinnen oder Schwestern bleibt einem noch lange im Kopf und löst Fragen aus, die sich nicht beantworten lassen wollen, man wird unweigerlich paranoid davon.

Irgendwann hat man einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt oder etwas anderes Schlimmes. Und dann liegt man man ein paar Tage mit Schnappatmung zuhause im Bett und beschließt, doch lieber sterben zu wollen. Aber man stirbt nicht, man erholt sich wieder, aber von den selbstgefälligen Ärzten hört man nichts weiter als ein paar dumme Sprüche. Dann trifft man im eigenen Haus auf Leute, die gerade etwas stehlen wollten, man bekommt einen Schlag mit einer Eisenstange auf den Kopf und in die Zuckerdose tun sie noch ein paar Tropfen Liquid Extasie. Wenn die Bewußtlosigkeit und die nachfolgenden unsäglichen Schwindelanfälle nach drei Wochen endlich nachgelassen haben, was sagt die Polizei dazu? "Laßt uns doch mit dem Spinner in Ruhe!"

Mit den heutigen Methoden kann man problemlos noch 25 Jahre zurückliegende Schlaganfälle und Herzinfarkte oder Schädelbrüche diagnostizieren. Aber kein Arzt, der damals zu faul war, ein Kardiogramm zu machen, wird wegen einem Pseudologen bereit sein, über seine Eitelkeit nachzudenken. Nein, das hört nie auf. Das geht bis ins Grab.

Jessy184, wenn Sie nicht mit Lügen leben können, sollten Sie Sich trennen und sich darüber hinaus auch noch Methoden ausdenken, wir sie künftige derartige Erfahrungen von vorne herein ausschließen. Es gibt Menschen, die ziehen das Leid an wie ein Magnet und übertragen es schonungslos auf ihre Umgebung. Und in den seltensten Fällen interpretiert das die Nachwelt als das Wirken eines großen Religionsstifters. Ich hoffe, das wird mir jetzt von den Mächtigen hier verziehen.

Nun hat mich dieser Text beinahe vom Gottesdienst abgehalten. Das verblüfft jetzt, das ist mir schon klar. Das muß es aber nicht, wenn man mal richtig drüber nachdenkt.

Verfasst von Jessy184 am 28. Oktober 2010 - 19:14.

Hallo, ich bin 26,

Hallo, ich bin 26, alleinerziehende Mutter einer 5jährigen Tochter, hole...

Hallo,

ich bin 26, alleinerziehende Mutter einer 5jährigen Tochter, hole grad mein Abitur nach, lebe in Scheidung und habe einen Pseudologen zum Freund.

Vor drei Jahren verließ ich meinen Ehemann und Vater meiner damals zwei jährigen Tochter. Ich war schwer depressiv. Ich musste hart kämpfen um gesund zu werden. Meiner Tochter eine gute Mutter zu sein und zu wissen was ich aus meinem Leben machen wollte. Ich machte eine Therapie und begann mit meinem Abitur. Ich war das erste Mal in meinem Leben wirklich glücklich. Und dann traf ich diesen unglaublich lieben einfühlsamen sensiblen Mann. Das er mir sofort zu Anfang unseres Kennenlernens unfassbar schlimme Erlebnisse berichtete machte mich nicht stutzig. Ganz im Gegenteil: Er erzählte unter anderem, dass er mit 17 Vater geworden war und sein Sohn an plötzlichem Kindstot verstarb. Dann war er in Afgahnistan, wo sein Konvoi angegriffen wurde und mehrere seiner Freunde den Tot fa nden.

Ich bewunderte ihn dafür, dass er bei all diesen schlimmen Erfahrungen noch immer so offen sein konnte. Innerhalb relativ kurzer Zeit entschieden wir uns zusammen zu ziehen. Nun lebe ich seit 8 Wochen mit ihm zusammen. Samstag Nacht verhaspelte er sich in seinen Lügen. Ich ließ nicht locker. Wie sich herausstellte war fast alles gelogen was er mir überhaupt je erzählt hat.

Ich habe ihn sofort der Wohnung verwiesen und ihm den Schlüssel abgenommen, damit er nicht mehr  in die Nähe meiner Tochter kommt. Ich weiß ja nicht wozu so ein Mensch fähig ist. Er selber versuchte wieder durch andere Lügen seine alten Lügen zu erklären. Daher bin ich mit ihm zusammen zu seinen Eltern gafahren um reinen Tisch zu machen. Da konnte er ja dann net mehr lügen.

Er selber findet das Lügengebäude gar nicht so schlimm zu finden. Er  beruft sich immer wieder darauf, dass ja seine Gefühle zu mir das wichtigste seien und die seien ja  schließlich wahr. Er scheint total abgeklärt. Als würde ihn das gar net wirklich betreffen. Wenn ich ihn auf immer wieder  neue Lügen anspreche ist er sogar noch genervt ich solle doch mal die Lügen außen vor lassen. Das schlimme ist jedoch, dass es nichts gibt, bei dem er nicht gelogen hat.

Nun meine Frage: Kann man mit so einem Menschen eine Zukunft haben???

LG

Verfasst von HenrikSchmitz am 29. Oktober 2010 - 8:24.
Kommentar auf: Hallo, ich bin 26,

Hallo, danke für Ihren

Hallo, danke für Ihren Eintrag. Ihre Frage kann ich nicht beantworten, sie...

Hallo,

danke für Ihren Eintrag. Ihre Frage kann ich nicht beantworten, sie übersteigt meine Kompetenz. Letztlich müssen Sie selbst für sich herausfinden, was sie möchten. In den weiteren Kommentaren hier stehen zum Teil auch Kontaktdaten von Stellen, an die Sie sich wenden können.

Betse Grüße und alles Gute

 

Henrik Schmitz

Verfasst von Gast am 3. Oktober 2010 - 19:42.

Hallo, seid ca. 6 Monaten bin

Hallo, seid ca. 6 Monaten bin ich mit meinem Freund zusammen. Am Anfang hab ich...

Hallo,
seid ca. 6 Monaten bin ich mit meinem Freund zusammen. Am Anfang hab ich nie zweifel über das Gesagte gehabt. Doch dann fing es mit kleinigkeiten an. Er hat am Anfang der Beziehung aufgehört zu rauchen, als ich eine halb volle Schachtel gefunden hab (war nicht verstaubt) sagte er, er hat Sie irgendwo in der Ecke gefunden und die ist schon einige Monate alt. Dann waren noch einige seltsame Fälle wo ich immer weniger Glauben hab. Und heute gab es ausschlaggebende Verhalt wo ich jetzt total verzweifelt bin: Er sagte mir er fliegt am Mittwoch nach Holland, morgens schrieb er mir nur das es mit Flug nicht klapte wegen Streik, aber der Termin sei sehr wichtig und er muss mit KOllegen mit Auto hin fahren, soweit war es ok. Am Freitag wollte er zurück kommen aber da es einige schwierigkeiten gab musste er noch da bleiben und fährt am Samstag Abend zurück, ist dann am Sonntag zu Hause. Ich hab Schlüssel von seiner Wohnung und war am Sonntag da, hab den dann nicht erwischt weil ich heim fuhr und er erst spät gekommen ist. Doch als ich da war hab ich eine Quitung von einem Supermarkt gefunden vom Donnerstag wo er eigentlich in Holland war, ich hab auch nach Lebensmittel geschaut ob diese sich im Kühlschrank befinden und ja die waren drin. Ich hab auch in seinem Computer nach letzten activitäten geschaut und diese waren auch vom Donnerstag und sogar Freitag (er hat einen Ordner angelegt). Seine Reisetasche und auch Kulturbeutel fehlten. Als er wieder kam hab ich ihn drauf angesprochen wie es sein kann das ein Mensch auf 2 orten gleichzeitig sein kann, er sagte weiß er nicht und er war in Holand und ab Mittwoch war er nicht zu Hause, doch ich hab es sogar schwarz auf weiß. Ich weiß nicht was ich tun soll. Er ist so davon überzeugt das ich sogar an mir zweifle, ob ich vielleicht den kopf verliere... Weiß jemand vielleicht einen Rat.

Verfasst von KB am 9. August 2010 - 13:23.

Vielen Dank für diesen

Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel und die vielen Hinweise...

Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel und die vielen Hinweise auch aus der Diskussion. Ich lasse mich gerade von meinem Mann scheiden, der nach meinem heutigen Kenntnisstand wohl auch alle Anzeichen eines Pseudologen zeigt, einschließlich angeblich wiederholt auftretender Krebserkrankungen, plötzlicher Todefälle in der Familie u.ä.
Über mehrere Jahre habe ich versucht, trotz Zweifeln an seinen Darstellungen unsere Beziehung zu stabilisieren. Nach zehn Jahren stehe ich nun vor einem Scherbenhaufen nicht nur unseres Lebens, sondern auch vieler meiner Vorhaben (Familienplanung etc.). Bei aller Liebe und allem Mitgefühl für an dieser Störung erkrankte Menschen heißt die Quintessenz für mich nun, dass ein Bemühen um einen solchen Menschen ohne psychotherapeutische Betreuung reiner Selbstbetrug ist. Keine Liebe der Welt ist die völlige Selbstzerstörung wert! Für mich resultiert aus der Beziehung ein absolutes Misstrauen allen anderen Menschen gegenüber, das mir Freundschaft und zwischenmenschliche Nähe extrem erschwert.
Neben vielem anderen treibt mich gerade auch die Frage um, ob und wie man andere vor so einem Menschen warnen kann. Mein Noch-Mann beginnt in ähnlicher Weise wie am Anfang unserer Beziehung gerade eine neue und belügt schon heute die neue Partnerin in dreistester Weise. 
Für Hinweise dankbar und mit herzlichen Grüßen
KB

 

Verfasst von Gast am 30. November 2010 - 12:18.
Kommentar auf: Vielen Dank für diesen

sich selbst nicht im Stich lassen

Hallo, ich würde gerne auf fast jeden Kommentar oder Geschichte hier antworten...

Hallo,
ich würde gerne auf fast jeden Kommentar oder Geschichte hier antworten, tut das aber erst mal nur bei Ihnen. Denn ein Satz kam mir sehr bekannt und auch selbstzerstörerisch vor. "Ich kann ihn jetzt nicht im Stich lassen, er kommt sonst nicht mehr auf die Beine".
Ich war über 6 Jahre mit einem Pseudologen zusammen. Ich habe erst nach etwa 2 Jahren bemerkt, dass ich belogen werde. ich spürte nur, dass etwas nicht stimmt, konnte aber nie etwas beweisen. Aus meiner Beobachtung war mein Exfreund auch wegen der Lügen depressiv, aber auch, weil es ihm nutzte. Er bekam Aufmerksamkeit von mir, ich kümmerte mich um ihn. Ich hatte lange nicht verstanden, dass er an einer Krankheit leidet, der Pseudologie. nachdem ich keine Freunde mehr hatte, mein eigenes leben nicht mehr funktionierte, ich arbeitslos war und blieb, meine Gedanken nur noch um ihn kreisten, ich mir Sorgen um ihn machte, permanent versetzt wurde, es aber immer plausible Erklärungen gab, zog ich die Notbremse.
Es ist nicht möglich, mit einem Pseudologen zu leben. Diese Menschen werden erst etwas unternehmen, eine Therapie machen, wenn sie total am Boden sind, wenn ihre Lügen nicht mehr abgekauft werden.
Solange eine Partnerschaft besteht, hat der Pseudologe was er braucht: Aufmerkamkeit für seine Opfergeschichten, Mitgefühl, jemand, der ihm das Leben regelt.

Ich selbst war zum Kontrollfreak geworden, weil ich versuchte über Handy SMS und e-mails herauszufinden, was stimmt und was nicht.

Mit einem Pseudologen zusammen zu sein bedeutet immer Ko Abhängigkeit. Man will selbst nicht wahrhaben, dass eine solche Partnerschaft nicht funktioniert, dass ein Mensch sich nicht ohne Therapie ändern kann. Man selbst ist viel zu sehr damit beschäftigt, dem anderen "zu helfen", was einem selbst ja auch ein gutes Gefühl gibt. Allerdings fängt man dann auch an, ihn vor anderen (eigene Familie und Freunde) in Schutz zu nehmen und zu beschwichtigen.

Das einzige,,was Sie wirklich tun können, ist Verantwortung für Ihr eigenes Leben zu übernehmen, ein Leben ohne Pseudologen zu führen. Ob der andere dann "nicht mehr auf die Beine " kommt, ist dann zu sehen. Meist ist das Ego doch gross genug. Und... auch das ist Teil der Manipulation: dramatische verabschiedungen und eine Wortwahl, die einen Suizid suggeriert. Das alles soll den Partner dazu bringen, zu bleiben.

Ich kann nur sagen: Rette sich, wer kann!
Es ist sehr hart, solch einen Menschen zurück zu lassen. Mein ExPartner war auch sehr liebevoll. Das verhalten und die Hilflosigkeit haben in mir einen Teil angesprochen, der sich gerne um andere kümmert, andere "rettet". Dieser teil sieht ihn als Kind, welches ich jetzt ausgesetzt habe. Es zerreißt mir das Herz. Aber ich will auch leben.

MfG Survivor

Verfasst von Gast am 2. April 2010 - 23:02.

Ich habe nach Infos zu diesem

Ich habe nach Infos zu diesem Thema gesucht und dieses ist mit eine der besten,...

Ich habe nach Infos zu diesem Thema gesucht und dieses ist mit eine der besten,die ich bisher gefunden habe.
Leider bin ich auch mit diesem Thema konfrontiert. Seit einem halben Jahr bin ich mit meinem Freund zusammen und jetzt hat sich herausgestellt, das er mich in vielen Dingen belogen hat. Erst wenn ich ihm unumstößliche Beweise für seine Lügen liefere, gibt er sie zu, zum Teil noch nicht mal dann. Es geht so weit, das er mir gefälschte Dokumente vorweist.Ich habe mich mittlerweile mit einigen seiner (Ex-) Freunde unterhalten und auch diese bestätigen mir, das er schon häufiger Geschichten erzählt hat. Entweder haben sie es irgendwann akzeptiert und glauben halt nix mehr oder sie wollen nix mehr mit ihm zu tun haben. Aber jeder bestätigt mir, er ist ein ganz lieber Kerl, der es auch immer allen recht machen will und viel verspricht, was er dann aber nicht einhält.
Für mich hört sich das Ganze so an, als wenn er ein massives Problem mit sich selbst und seinem Selbstwertgefühl hat. Ich glaube, die Ursache liegt in den Familienverhältnissen, die sehr chaotisch sind. Und ich habe die Hoffnung, daß eine Therapie ihm helfen kann. Er ist zur Zeit in einer Klinik und wird dort wegen einer schweren Depression behandelt. Diese Depression kommt daher, daß es ihn buchstäblich zerrissen hat, mich zu belügen, aber er aus seinem Lügengespinst nicht mehr herausgefunden hat. Nur was mir leider niemand sagen kann, ist, ob er es wirklich schaffen kann, damit aufzuhören....Aber wenn ich ihn jetzt im Stich lasse, wird er gar nicht mehr auf die Beine kommen. Meine Freunde halten mich mittlerweile für verrückt, weil ich mich noch mit ihm abgebe und zu ihm halte. Verständnis hat so gut wie niemand dafür. Die größte Angst habe ich davor, vor die Wahl gestellt zu werden, mich zwischen ihm und meinen anderen Freunden entscheiden zu müssen. Das er mich liebt, ist so ziemlich das Einzige, was ich ihm wirklich uneingeschränkt glaube...

Verfasst von Gast am 15. April 2010 - 14:11.

Hallo, ja, was soll ich

Hallo, ja, was soll ich sagen. Ich habe auch seit 2 Jahren einen Freund, der...

Hallo, ja, was soll ich sagen. Ich habe auch seit 2 Jahren einen Freund, der mir auch von Anfang an Geschichten erzählt hat, so glaubhaft - aber dann doch wieder, dass man stutzig geworden ist und ich recherchiert habe - und ja, es war alles gelogen. Aber, auch ich bin heute noch mit ihm zusammen - weil ich immer denke, er ist halt so und solange es nicht mit mir zu tun hat - wobei, klar ist Dir und mir - das kann auf Dauer nicht gut gehen ... Wir glauben doch gar nichts, was uns erzählt wird. Und glaubst Du wirklich, dass er Dich liebt. Meiner sagt mir das auch - ich glaube das mal paar Tage, dann sind wieder Sachen, die komisch sind - wo ich merke, er lügt gerade, ich recherchiere und ich habe Recht. Das kann es doch eigentlich nicht sein. Es sind herzensgute Menschen, drum ist man ihnen nicht böse ... Wie gesagt, mache das seit 2 Jahren mit - wenn man wieder was aufgedeckt hat und ihn konfrontiert hat er ne Ausrede parat und bringt es so glaubhaft rüber - das man selbst wieder denkt, man ist der Lügner und der Depp in der Sache ...

Ich denke, dabei kann einem nicht geholfen werden. Diese Menschen werden ihr lebenlang so bleiben. Es ist mal weniger, wenn sie sich gerade richtig wohl fühlen und dann bricht es wieder aus und, ich denke immer für mich - die merken es ja selbst gar nicht, drum sind wir, die Betroffenen ihnen auch nicht wirklich böse .... Es sind alltägliche Dinge, die unser einer nicht verstehen kann, warum man da lügen muss.

Schlimm ist nur, das man beim nächsten, den man kennenlernt, zweifelt und das darf man nicht tun. Wir haben das Pech, an einen Pseudologen geraten zu sein - eines morgens wachen wir auf und wissen - es ist Zeit zu gehen, da wir es seelisch nicht mehr verkraften .... Denke, geholfen werden kann nicht. Schade, sehr schade!!!

Verfasst von Gast am 9. Februar 2010 - 21:44.

was soll ich tun???

hallo, mein problem ist, dass mein mann mich anscheinend schon seit 8 jahren...

hallo,

mein problem ist, dass mein mann mich anscheinend schon seit 8 jahren belügt!!!
habe jetzt herausgefunden, dass er mit meeeega schulden in unsere ehe ging OHNE mir davon zu erzählen....
wir kauften uns ein haus.....
er log dass sich die balken bogen... dann der große schlag(aber nicht der letzte), ich erfuhr dass er schulden auf meinen namen gemacht hat!!! 6 stelliger betrag! schufa stehe ich jetzt logischer weise auch drin.
im september erfuhr ich dann, dass unser haus versteigert wird!!! auszug!!!
sind weg gezogen, weit weg!!
jetzt, erfahre ich dass er MEINER verwandtschaft mehr als 30.000€ schuldet!!!!
wir haben 2 kinder!!!
er lügt und lügt alle an!!!! ich kann nicht mehr!!!
was soll ich nur tun????
inzwischen läuft meine insolvenz weil ich ohne da gar nicht heraus kommen könnte!!

Verfasst von HenrikSchmitz am 9. Februar 2010 - 23:03.
Kommentar auf: was soll ich tun???

Liebe Nutzerin, die Lügen und

Liebe Nutzerin, die Lügen und daraus folgenden Verwicklungen gemeinsam mit...

Liebe Nutzerin,

die Lügen und daraus folgenden Verwicklungen gemeinsam mit einem anderen Menschen durchzusprechen und aufzuarbeiten ist bestimmt eine gute Idee! Und muss auch gar keinen großen Schritt bedeuten - wir können die Telefonseelsorge (anonym, kostenlos, jederzeit erreichbar) empfehlen. Einfach mal die 0800-111 0 111  oder 0800-111 0 222 anrufen. Weitere Infos auch hier: www.evangelisch.de/kompass/rat-und-tat/seelsorge-d...

Verfasst von Gast am 24. Januar 2010 - 18:08.

RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Guten Abend, habe die Beiträge mit großem Interesse gelesen. Habe seit fast...

Guten Abend, habe die Beiträge mit großem Interesse gelesen. Habe seit fast einem Jahr einen Telefonfreund, dem das Schicksal sehr übel, gelinde ausgedrückt, mitgespielt hat. So viel kann ein Mensch nicht erlebt haben. Wir haben fast täglich telefoniert. Einem Treffen ist er ein halbes Jahr ausgewichen. Es kam immer etwas Unvorhergesehenes dazwischen. Unglaubliche Dinge!!! Wenige Male ist mir dann ein Treffen gelungen, eigenartigerweise konnten wir dann aber nicht unsere Telefonate vertiefen, derweil der andere etwas durch den Wind oder alkoholisiert oder sonst was. Die Telefonate haben mich fast ein Jahr lang fasziniert. Er ist unbestritten sehr intelligent, hat immer ein Ohr für Sorgen und kann reden und Ratschläge erteilen, er hat eine Stimme und Einfühlungsvermögen, dass man süchtig wird. Ihn selber ereilt aber weiterhin eine Katastrophe nach der anderen. Ich routiere wie verrückt, um mal irgendeine Bestätigung für die Glaubwürdigkeit zu erhalten. Es ist mir noch nicht gelungen. Bekannte oder Familie von ihm möchte ich nicht hinter dem Rücken kontaktieren. Wenn ich ihn auf Ungereimtheiten aufmerksam mache, reagiert er mitunter etwas agressiv. Im Moment zieht er sich zurück, derweil er mich nicht mit seinen so großen Sorgen belasten will. Ich denke, er passt in die beschriebene Kategorie. Es fällt mir sehr schwer loszulassen, derweil ich ihn sehr lieb gewonnen habe. Er weckt mein Helfersyndrom. Aber anscheinend ist meine Hilfe oder Zuneigung aus seiner Sicht für ihn ausgeschöpft. Es muss einfach so sein, dass da was nicht stimmt - mit ihm. Freundliche Grüße Marla

Verfasst von Gast am 22. Januar 2010 - 12:56.

RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Hallo, ich habe mich seit dem ich meine Beste Freundin und den Vater meines...

Hallo,
ich habe mich seit dem ich meine Beste Freundin und den Vater meines Kindes verloren habe mit mir auseinander gesetzt und ich glaube ich bin krank! Wenn ich das lese merke ich das ich anders bin und auch ziemlich viel gelogen habe!Allerdings muss ich sagen ich habe nicht alle angelogen nur den Vater meines Kindes und zwar richtig extrem und in situationen wo es nicht nötig gewesen wäre! Wie bekomme ich Hilfe oder bin ich nicht krank und es hatte nur mit ihm zutun.Bin total verwirrt vorallem weil ich angst habe was es für unsere Tochter bedeutet usw...

Verfasst von UliPontes am 22. Januar 2010 - 17:41.

RE: RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Liebe Nutzerin, die Lügen und daraus folgenden Verwicklungen gemeinsam mit...

Liebe Nutzerin,

die Lügen und daraus folgenden Verwicklungen gemeinsam mit einem anderen Menschen durchzusprechen und aufzuarbeiten ist bestimmt eine gute Idee! Und muss auch gar keinen großen Schritt bedeuten - wir können die Telefonseelsorge (anonym, kostenlos, jederzeit erreichbar) empfehlen. Einfach mal die 0800-111 0 111  oder 0800-111 0 222 anrufen. Weitere Infos auch hier: www.evangelisch.de/kompass/rat-und-tat/seelsorge-d...

Verfasst von HenrikSchmitz am 22. Januar 2010 - 15:28.

RE: RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Nicht mehr lügen wäre eine Maßnahme :-)

Nicht mehr lügen wäre eine Maßnahme :-)

Verfasst von Gast am 8. Januar 2010 - 10:13.

RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Auf meine beste Freundin, deren Lügen ich seit Jahren kenne und ertrage, trifft...

Auf meine beste Freundin, deren Lügen ich seit Jahren kenne und ertrage, trifft dieser Artikel wohl auch zu. Sie hat alle früheren Freunde mit ihren Lügen von sich weg gestoßen, nur ich bin übrig und viele fragen mich, warum ich mir das antue. Ich denke, ich tue es, weil ich hinter der Lügenmaskarade den Menschen sehe, der Aufmerksamkeit möchte. Dass Mitleid keine gute Basis für eine Freundschaft ist, merke ich nun - sie zieht in meine Region, möchte bei uns wohnen. Angeblich hat sie schon zig Wohnungen besichtigt und keine sei angemessen. Nachforschungen bei den Maklern brauche ich nicht, ich weiß, dass es nicht stimmt. Sie möchte zu mir ziehen, anders hält sie es in der neuen Region, in die sie zwangsweise vesetzt wurde, nicht aus, das steckt dahinter. Nun muss ich mich wohl doch mit dem Thema Pseudologie auseinandersetzen, da ich sie nicht bei uns einziehen lassen werde - ihr zuliebe nicht, weil ich ihre Unselbstständigkeit unterstützen würde und ihr täglicher Nährboden für Ihre Lügen wäre. Ich habe gehofft, hier Anregungen zu finden, wie ich sie auf dem Weg in eine Therapie unterstützen kann. Es scheint jedoch keinen Weg zu geben. Ich werde sie nun das erste Mal seit unserer Jugend mit ihren Lügen konfrontieren müssen - und wie es scheint, werde ich sie verlieren.

Verfasst von HenrikSchmitz am 8. Januar 2010 - 11:23.

RE: RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Was Sie beschreiben ist möglich, aber nicht zwingend. Kennen Sie in Ihrem...

Was Sie beschreiben ist möglich, aber nicht zwingend. Kennen Sie in Ihrem Umfeld jemanden, der sich professionell mit psychischen Störungen auseinandersetzt? Vielleicht suchen Sie dort Rat! Ansonsten bleibt wohl nur der Weg, ihrer Freundin zu vermitteln, dass Sie sie so mögen wie sie ist - ohne das, was erfunden ist. Wenn das nicht reicht, ist es traurig....

Verfasst von Gast am 6. Januar 2010 - 0:59.

RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Hallo, ich habe seit einigen Wochen Probleme mit einer Verwandten. Ich habe...

Hallo,
ich habe seit einigen Wochen Probleme mit einer Verwandten. Ich habe ihre Verhaltensweisen gerade einem Dozenten (Professor und Ausbilder zur Psychotherapie) beschrieben und er gab mir den Hinweis mal unter "Pseudologia Phantastica" nachzuschauen. Ich bin schockiert, wie sehr die Beschreibung dieses Artikels auf sie passt: pathologisches Lügen in Verbindung mit niedrigem Selbstwert und wenig Selbstliebe, bei oberflächlich großem Selbstbewußtsein. Übrigens habe ich erfahren, dass der Vater der Verwandten ebensolche Verhaltensweisen zeigte.

Schade ist, dass der Dozent meinte, dass es kaum Aussicht auf Besserung/Heilung gibt, da wenig Krankheitseinsicht besteht und besagte Personen eher fliehen und sich anderswo eine neue "Scheinwelt" aufzubauen. Eventuell fällt ihnen nach vielen Jahren auf, wie einsam sie sind, weil langfristige Beziehungen und Freundschaften nicht möglich sind.

Eigentich sind diese Personen "arme Würmchen".

Verfasst von HenrikSchmitz am 6. Januar 2010 - 16:04.

RE: RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Ja, leider ist das so. Es handelt sich letztlich um unglückliche Menschen...

Ja, leider ist das so. Es handelt sich letztlich um unglückliche Menschen, sonst hätten sie ja nicht so ein geringes Selbstwertgefühl. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob diese Menschen fehlende langfristige Freundschaften als Mangel empfinden. Ich denke eher nicht. Sie sind gar nicht in der Lage, zu erkennen, wieviel es bedeuten kann, einen sehr weiten Weg des Lebens gemeinsam mit einem anderen Menschen zu gehen.

Der Pseudologe passt auch von daher sehr in diese Welt. Viel ist auf Schein gebaut, es geht um maximale Anerkennung und Aufmerksamkeit. Dann zieht man weiter, wie die Heuschrecke.

Verfasst von Gast am 14. November 2009 - 11:55.

RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Hallo! Ich habe die letzten Jahre mit einem Pseudologen verbracht und stehe nun...

Hallo!

Ich habe die letzten Jahre mit einem Pseudologen verbracht und stehe nun fassungslos neben dem von ihm fabrizierten Trümmerhaufen.
Wie kann man so jemandem helfen? Ich denke, den meisten Pseudologen feht es an der Krankheitseinsicht. Wie kann man trotzdem aktiv werden und den Betroffenen Hilfe zuteil werden lassen?

Viele Grüße
S.K.

Verfasst von Gast am 10. November 2009 - 3:07.

RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Hallo Henrik Schmitz! Danke für diesen wirklich hilfreichen Beitrag zum Thema...

Hallo Henrik Schmitz!

Danke für diesen wirklich hilfreichen Beitrag zum Thema Pseudologie. Ich selbst habe ein anderthalbjähriges Drama mit einer "Studentin der Pseudologie" hinter mir, mich viel mit dem Thema beschäftigt, und dies hier ist sicher der beste Artikel, den ich zu dem Thema bisher gelesen habe.

Eine Frage ist allerdings offen geblieben: Was muß mit einem Menschen passiert sein, daß er wirklich jeden anlügt, selbst die Menschen, die ihm nach eigenen Aussagen viel bedeuten, und das auch dann, wenn er keinen persönlichen Vorteil davon hat?

Viele Grüße und vielen Dank,
HZ

Verfasst von HenrikSchmitz am 10. November 2009 - 10:34.

RE: RE: Gestatten, Münchhausen! Wenn lügen zur Krankheit wird

Hallo!   Ich bin natürlich nur Laie aber würde sagen, der Schl...

Hallo!

 

Ich bin natürlich nur Laie aber würde sagen, der Schlüssel ist in der Tat ein fehlendes Selbstwertgefühl. Dies kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht ein tatsächlicher Mangel (Aussehen, fehlender Erfolg im Beruf etc.), stets verbunden mit dem Problem, nie gelernt zu haben, sich selbst zu akzeptieren. Der Pseudologe macht dann die Erfahrung, dass er Anerkennung findet, wenn er Geschichten erfindet. Dieses dann erlernte Verhalten legt er so schnell nicht wieder ab. Er findet eben auch immer wieder neue Menschen, die ihm Anerkennung zollen, wenn er seine Lügen berichtet. Das ist für ihn leichter, als sich mit seiner Krankheit auseinanderzusetzen oder Lügen zuzugeben, was ja ungeheuer peinlich ist.

 

Ein lieber Gruß

Henrik Schmitz

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