Kirchen setzen auf erneuerbare Energien statt Atom

Sonnenenergie

Durch Solarzellen auf dem Dach wird dieses Haus mit Sonnenenergie versorgt. Diese und andere erneuerbare Energiequellen sollen nach dem Willen mehrerer evangelischer Landeskirchen genutzt werden, um den Ausstieg aus der Atomkraft auszugleichen. Foto: iStockphoto

Laufzeiten - Mehrere evangelische Landeskirchen in Deutschland haben anlässlich des ersten bundesweiten Tages der Schöpfung an diesem Freitag ein Festhalten am Atomausstieg gefordert. Sie wollen einen raschen Umstieg auf erneuerbare Energien.

"Längere Laufzeiten von Atomkraftwerken führen in eine gefährliche Sackgasse", heißt es einer gemeinsamen Erklärung der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau lehnte am Donnerstag längere Laufzeiten für die 17 deutschen Kernkraftwerke ab.

Der ökumenische Tag der Schöpfung wurde von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen ins Leben gerufen. Er soll künftig jedes Jahr am ersten Freitag im September an wechselnden Orten begangen werden und ein sichtbares Zeichen für einen sorgsamen Umgang mit der Schöpfung setzen.

Umgang mit Atommüll offen

Der westfälische Präses Alfred Buß und VEM-Vorstand Jochen Motte erklärten, es sei unverantwortlich, weiter auf Atomkraft zu setzen - sowohl wegen möglicher unumkehrbarer Schäden durch die Atomkraft als auch wegen des ungeklärten Umgangs mit Atommüll. Atomkraftwerke taugten auch nicht dazu, den Umstieg auf erneuerbare Energien zu überbrücken, weil sie sich nicht flexibel steuern ließen: "Sie behindern den Aufbau eines Stromnetzes, das auf dezentrale und regenerative Energiegewinnung ausgerichtet ist."

Buß und Motte fordern ein Energiekonzept, "das einen schnellen und konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien verfolgt". Ein kompletter Umstieg sei nach heutigem Stand der Technik bis zum Jahr 2050 möglich. "Wir fordern die Bundesregierung auf, umgehend aus der Kernenergie auszusteigen, zumindest jedoch am Atomkonsens aus dem Jahre 2000 und an den Laufzeitregelungen des Atomgesetzes von 2002 festhalten", heißt es in der Erklärung.

Sonne, Wind, Wasser, Biomasse

Auch der hessen-nassauische Umweltpfarrer Hubert Meisinger verlangte, konsequent auf erneuerbare Energien wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse zu setzen. Christen trügen Verantwortung vor Gott für den Menschen und die gesamte Natur. Diese Verantwortung erfordere einen nachhaltigen Klimaschutz, der nur mit einem schnellen und konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien zu erreichen sei.

epd

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