Weihnachtsgans - die Queen war nicht dran schuld

Weihnachtsgans, schon etwas kopflos

Ein Blick in den heißen Ofen. Foto: photocase/don limpio

Weihnachts-ABC (17) - Jeden Tag erklären wir in der Adventszeit einen Begriff rund um die besinnlichen Tage. Heute geht es um großes Geflügel und warum Enten und Gänse Wasserlebewesen sind.

Von Georg Klein

Es gibt einige recht beliebte Legenden und Erklärungen, warum zu Weihnachten vielerorts die Weihnachtsgans auf den Tisch kommt. In der englischen Variante beispielsweise erfährt Königin Elisabeth I. im Jahr 1588 vom Sieg über die spanische Armada, während sie zum Festtag eine Gans verspeist. Weil die Gans somit ein gutes Omen für England ist und bleiben soll, wird sie ab nun zum offiziellen Staats-Weihnachtsbraten. Heute isst man aber im Vereinigten Königreich am Heiligen Abend vor allem Truthahn.

Schon etwas näher an die wahren Gründe könnte die Geschichte von den reichen Feinschmeckern herankommen, die keine Lust mehr auf den Weihnachtskarpfen hatten. Im Mittelalter war nämlich auch noch der 24. Dezember ein strenger Fasttag, an dem nur Fisch gegessen werden durfte. Die Feinschmeckerfraktion behauptete dann, dass auch Enten und Gänse Wasserlebewesen seien und somit als Fische zu gelten hätten. Tatsächlich geht der Brauch auf den traditionellen Gänsebraten zu Sankt Martin zurück. Dieser wird am 11. November verspeist, vor Beginn der Adventsfastenzeit, die dann auch wieder mit einem Gänsebraten beendet wird.

Schweinebraten verdrängt

Früher, in einigen christlichen Gegenden auch heute noch, war erst der 25. Dezember der eigentliche Festtag. An diesem Tag verspeiste man das sogenannte Mettenmahl oder die Mettensau. Warum dann der traditionelle Schweinebraten von der Weihnachtsgans verdrängt wurde, ist unbekannt. Generell bedeutete ein Weihnachtsessen die Fortsetzung der festlichen und besonderen Stimmung des hohen Kirchenfeiertages in den eigenen vier Wänden und am (und im!) eigenen Leib.

Das Weihnachts-ABC im Überblick findet Ihr auf der rechten Seite.

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