Religion - Ein holländischer Pfarrer predigt offen, es gebe keinen Gott. Seine Kirche hat beschlossen, ihn trotzdem nicht rauszuwerfen. Auch in Deutschland gibt es Geistliche, deren Glaube sich nicht mit den Grundsätzen der Kirche deckt. Im Zweifelsfall haben sie Schlimmeres zu befürchten als der Pastor aus Holland.
Etwas fast Unglaubliches geschieht zurzeit in der Protestantischen Kirche der Niederlande (PKN). Klaas Hendrikse, Pfarrer des Hafenstädtchens Zierikzee, verkündet von der Kanzel herab, Gott gebe es nicht. Und zwar schon seit geraumer Zeit. Mittlerweile hat er auch ein Buch über seine Ansichten geschrieben. Es trägt den Titel "Glauben an einen Gott, den es nicht gibt." Klar, dass viele seiner Gemeindemitglieder sich beschwert haben.
Irgendwie auch klar, dass die PKN sich mit dem Fall beschäftigt und darüber nachdenkt, ob ein Pfarrer, der so offen gegen die Grundsätze seiner Kirche spricht, weiter in ihren Diensten stehen kann. Überraschend allerdings ist das Urteil, zu dem sich die Kirche nun durchgerungen hat: Pfarrer Hendrikse kann. Es taste die Fundamente der Kirche nicht an, wenn einer ihrer Pfarrer die Existenz Gottes leugne. Das stellt vor die Frage: Was muss ein Pfarrer eigentlich glauben?
Mose hält den Lauf der Sonne an
"An die Bibel", könnte eine spontane Reaktion lauten, doch das ist schwierig. An ein Buch kann man schlecht glauben. Eher schon glaubt man dem, was darin steht. Aber dass die Welt in sieben Tagen erschaffen wurde? Mose mit seinen Armen den Lauf der Sonne anhielt? Die Mauern von Jericho von Posaunen zum Einsturz gebracht wurden? Die wenigsten Pfarrer glauben das in einem wörtlich-wissenschaftlichen Sinne, auch nicht hierzulande. Und das ist auch gut so. Schließlich sollten sich Glaube und Wissenschaft im besten Fall nicht gegenseitig ausschließen.
Die Bibel als Ganzes eignet sich jedenfalls nicht besonders, um Gegenstand unverbrüchlichen Glaubens zu sein. Dann vielleicht die Glaubensbekenntnisse? So, wie es im Apostolischen Bekenntnis heißt: "Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde…". In diesem Text, der in jedem evangelischen Gottesdienst gesprochen wird, konzentrieren sich die Kerninhalte des Glaubens. Aber selbst die sind nicht unproblematisch. Schließlich heißt es dort auch: "Geboren von der Jungfrau Maria …" – und wer kann das schon heute noch glauben, das mit der Jungfrauengeburt.
Der Fall Paul Schulz
In den deutschen evangelischen Landeskirchen ist man sich jedenfalls einig: Es gibt einen Mindeststandard des Glaubens. Und der zeigt sich dort, wo jemand dagegen verstößt. Anders als in Holland wurden hierzulande durchaus schon Pfarrer von ihrer Kirche belangt, wenn sie Dinge vertraten, die mit den kirchlichen Grundsätzen nicht vereinbar waren. Der bekannteste Fall ist wahrscheinlich der von Paul Schulz Ende der 1970er Jahre. Er wurde nach einem mehrjährigen Lehrbeanstandungsverfahren vom kirchlichen Dienst suspendiert, weil er unter anderem behauptet hatte, Gott gebe es nicht.
In einem ähnlichen Fall wurde Gerd Lüdemann, der als Professor für Neues Testament in Göttingen lehrte, Jesus sei nicht auferstanden, die Lehrerlaubnis entzogen. Die Folge war, dass sein Lehrstuhl anschließend nicht mehr an der theologischen Fakultät angesiedelt war und in "Geschichte und Literatur des frühen Christentums" umbenannt wurde. Als Pfarrer ordiniert war Lüdemann ohnehin nie, so dass ihm dieses Recht auch nicht entzogen werden konnte. Die Pfarrerin Jutta Voss, die in ihrem Buch "Das Schwarzmond-Tabu" Parallelen zwischen dem Abendmahl und einem mystischen Menstruations-Kultus zieht, kam nach innerkirchlicher Kritik einer Verurteilung zuvor, indem sie 1993 freiwillig alle Ordinationsrechte niederlegte.
Persönlicher Glaube interessiert nicht
Wer bei den Verfahren Parallelen zur katholischen Inquisition sieht, der irrt. Denn für den persönlichen Glauben ihrer Geistlichen interessiert sich die Kirche in Wirklichkeit gar nicht. Sie legt aber Wert darauf, dass die Verkündigung mit der kirchlichen Grundbotschaft übereinstimmt. So gesehen könnte man als Pfarrer also problemlos Atheist sein, solange man den Atheismus nicht von der Kanzel herab predigt. Nicht auszuschließen, dass es tatsächlich viele Pastoren gibt, die schon lange nicht mehr an Gott glauben, sich aber nicht offenbaren. Und das aus gutem Grund.
In den drei genannten Fällen ist die wirtschaftliche Grundlage der Personen weiterhin gut gesichert. Schulz arbeitet als Referent, Lüdemann war weiter als Professor tätig, Voss ist mittlerweile zugelassene Psychoanalytikerin. Wirtschaftlich abgesichert zu sein, hilft einem nicht-gläubigen Pfarrer unter Umständen sogar, sich zu offenbaren. Denn was passiert eigentlich mit einem "ganz normalen" vom Glauben abgefallener Pfarrer, einer "ganz normalen" zur Atheistin gewordene Pfarrerin? Personen im Kirchendienst zahlen als Beamte in keinerlei staatliche Sozialversicherung ein. Arbeitslosengeld würden sie also nicht erhalten. Scheiden sie aus dem Kirchendienst aus, verlieren sie auch jegliche Ansprüche auf Renten und Unterhalt seitens der Kirche.Sie stünden mit leeren Händen da.
Die Fundamente der Kirche
Wie groß mag die Dunkelziffer derer sein, die von der Kanzel herab das Evangelium verkünden, obwohl sie in Wirklichkeit schon längst nicht mehr an Gott glauben? Wie viele Geistliche würden sich in Deutschland, wenn sie es sich nur leisten können, genau wie Pfarrer Hendrikse aus Zierikzee outen? Das Argument der PKN, ihren Gott leugnenden Pfarrer nicht seines Amtes zu entheben, ist übrigens schlicht und bestechend zugleich: Eine Kirche müsse eine solche Meinung auch aus ihren Reihen ertragen; dies sei ein Teil der theologischen Debatte und taste die Fundamente der Kirche nicht an.
Über diese Haltung zeigt sich selbst Hendrikse verwundert – was sonst könnte denn die Fundamente der Kirche antasten als die Behauptung, Gott gebe es nicht? Andererseits spricht aus dieser Gelassenheit vielleicht auch ein unglaubliches Vertrauen der Kirche in ihren eigenen Grund. "Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus", schreibt Paulus in 1. Korinther 3,11 jeder Kirche ins Stammbuch. Und dieser Christus bleibt wohl als Grund auch bestehen, wenn mal einer nicht an ihn und seinen Vater glaubt.
Ingo Schütz ist Diplom-Theologe und Vikar der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Er absolviert ein Spezialpraktikum bei chrismon und evangelisch.de. Mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter Helene wohnt er in einem kleinen Ort im Taunus.







Kommentare
Verfall der Kirche
Alle diejenigen Pfarrer, die nicht glauben, sollten aus Ehrlichkeit die Kirche verlassen und die Kirche sollte nicht so tun, als könne ein Ungläubiger das Evangelium verkündigen. Alles das ist Schmarozzertum und Verführung.
Deshalb steht auch die Evangelische Kirche überall so schlecht da, und sie wird immer weiter in die Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Wer wirklich im Glauben wachsen möchte, sollte diesen blog abonnieren: Glaube und Erkenntnis.
Pfarrer und ihr Glaube
Dass sich ein Pfarrer so klar und offen zu Glaubensfragen und damit verbundenen Problemen des Zweifelns äußert, finde ich bemerkenswert. Solche Ehrlichkeit vermisse ich bei uns Katholiken. Mehr noch: Wenn man als Christ entsprechend kritische Bemerkungen anbringt, wird man fast immer umgehend angegriffen und oft ausgegrenzt.
Seit nunmehr zehn Jahren befasse ich mich als interessierter Rentner intensiver mit kirchengeschichtlichen Fragen, insbesondere mit der Bibel. Dieses Buch kann ich nicht uneingeschränkt als das Wort Gottes anerkennen. Aufgeschlossenen Geistlichen muss beim heutigen Stand der Wissenschaft doch auch erlaubt sein, schwierige Fragen zu stellen und eine klare Meinung zu äußern. Ansonsten zwingt man (mit)denkende PfarrerInnen zu Scheinheiligkeit und Lüge.
Ja, die Kirche könnte hier in Großzügigkeit und Toleranz größtes Vertrauen in ihren eigenen Grund legen.
Gerade solche Größe vermisse ich, immer wieder.
Empfehlung
Sehr geehrter Herr Loker,
als nativen Katholiken und Suchenden darf ich Ihnen zum Thema einen jüdischen Autor benennen: Friedrich Weinreb. Die Kenntnis seiner Gedanken hat meine Bewertung der auf uns gekommenen Bibel - inklusive des NT - vollkommen auf den Kopf gestellt. Fazit für mich: Die Glaubensgrundlagen sind für mich nur noch durch Kenntnis der Aussagen dieses Mannes zugänglich.
Sollte Ihnen Friedrich Weinreb bekannt sein, bitte ich um Nachsicht.
Mit freundlichem Gruß
Gottlieb Schmidt-Holzportz
was müssen geistliche glauben
Die Quintessenz dieses Artikels/Kommentars "was müssen Geistliche glauben", heißt nicht, dass der Glaube mit der Kirche, sondern mit dem Wort Gottes -der Bibel konform gehen muss. Alles andere ist Menschenlehre und Abfall von Christi Worten.Diesen Kräften sei gesagt, dass sie unter dem Fluch Gottes stehen und zur Hölle fahren, weil sie den Menschen einen fatalen Weg lehrt.Teeren und federn war damals ein probates Mittel,um gegen diese Widersacher und Antichristen vorzugehen.Sie werden ihren verdienten Lohn empfangen und allen schriftunkundigen Kanzelakrobaten sei dringends anzuraten, sich einen neuen Job zu suchen.Wenn ein "normaler" Arbeitnehmer nicht von dem überzeugt wäre, wofür er bezahlt wird, dann wird er gefeuert.Freuen wir uns also auf eine Kirche ohne Mitte, indem der Mensch im Vordergrung steht –ihm sein Tun schöngeredet wird nach dem Vorbild der Fünf-Minuten-Terrine. Sie liefert jeden gewünschten Geschmack, schnell und heiß. Sie sättigt nicht, fordert nicht, verlässt das Hier und Jetzt nicht um einen Nanometer. Das Haus im Haus hat kein Fundament.Und Frau Ex-Bischöfin, die sich unlängst so äusserte:
Der Geist einer Kollegin Käßmann., getreu ihrem klar herausgestellten Vermächnis: »Kirche und Theater haben viel gemeinsam«.— und »Auch die kirchliche Liturgie könne man eine Inszenierung nennen. … Hier könnten die Pastoren von den Schauspielern manches lernen. … Ich kann nicht vom Glauben reden, wenn ich nichts ausstrahle. … Ahh ja.Nein, was die Menschen brauchen, wollen sie schon selbst festlegen, unbeeinflußt von Botschaften aus dem Buch, in das niemand mehr schauen will. Ich kann nur raten die Institution einer Körperschaft des öfftl. Rechts postum zu verlassen
Gottes Götzen? Ein Nachtrag.
In den Predigten und sonstigen Äußerungen vieler evangelischer Pfarrer hört man oft als Grundton die Überzeugung mitschwingen, dass Gott gar nicht anders kann als alles zu vergeben, weil er ohne uns Menschen nicht mehr sein wolle. Das wird natürlich von Hobby-Christen sehr dankbar aufgegriffen und als Freipass auch für die ausgefallensten moralischen und intellektuellen Irrwege benutzt. Dass von jedem Irrweg eine Umkehr nötig ist, um gerettet zu werden, das wird kaum noch gepredigt und wenn, dann wird es nicht mehr angenommen. Gebotsübertretung ohne Reue, Sündenvergebung ohne Sündenbekenntnis und der Glaube, dass auch der breite Weg in den Himmel führt, das sind heute feste Bestandteile protestantischer Glaubenslehre und auch -praxis.
Sollte das wirklich stimmen oder unterliegen wir da einer riesengroßen Täuschung? Können wir als Christen ohne Moral und Vernunft auskommen? Sicher ist der Glaube an Jesus Christus mehr als Moral und Vernunft, so wie auch die Medizin mehr ist als Hygiene und Pharmazie, aber so wie es um die Gesundheit der Menschen bestellt ist, wenn hygienische und pharmazeutische Regeln missachtet werden, so steht es auch um ihr Seelenheil, wenn sie unmoralisch und unvernünftig leben.
Sicher vergibt Gott Sünden und Übertretungen, aber jede Vergebung ist wie ein chirurgischer Eingriff: man wird wieder gesund, der Organismus wird wieder funktionstüchtig, aber es ist nicht mehr die alte Gesundheit, es bleiben Narben und Einschränkungen zurück. Wieviel Operationen verträgt der Körper, ehe der Mensch in Frührente geschickt wird? Wieviel Sündenvergebung verträgt die Seele, ehe der Mensch den Willen zur Besserung verliert?
Viele von uns verhalten sich Gott und sich selbst gegenüber so wie späte Einzelkinder wohlhabender Eltern, denen alles zusteht und alles erlaubt wird: Ist was da, wollen sie es. Ist was kaputt, soll es jemand reparieren oder es soll was anderes her. Machen sie Schmutz, wäscht Mama und schafft Ordnung. Bauen sie Mist, kriegt Papa das geregelt. Geht es noch unmündiger und verantwortungsloser, als es derzeit in der evangelischen Kirche zugeht?
Glaube lässt sich nicht verordnen
"Dass von jedem Irrweg eine Umkehr nötig ist, um gerettet zu werden, das wird kaum noch gepredigt und wenn, dann wird es nicht mehr angenommen. Gebotsübertretung ohne Reue, Sündenvergebung ohne Sündenbekenntnis..."
Meine feste Meinung dazu:
Ein wahrer Christ glaubt an die Liebe Gottes. Wenn dieser Glaube ehrlich und echt ist, will ein Irrender per se umkehren und ein Sünder freiwillig und bereitwillig seine Sünden bekennen, ohne Aufforderung, ohne Zwang.
Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles.
Zweifel ist ein Produkt des Misstrauens und fast immer ein Symptom einer kranken oder verstümmelten Seele. Wer zweifelt, der kann nicht glauben und kann auch nicht lieben. Gott liebt uns bis zur völligen Selbstaufgabe, und er erwartet von uns mit derselben Intensität wiedergeliebt zu werden. Zweifel ist für den Glauben und die Liebe wie ein Loch im Reifen für das Auto, wie ein Dachschaden für das Haus. Wer setzt sich in ein Fahrzeug mit plattem Reifen, wer nimmt Wohnung unter einem triefenden Dach? Gott aber will Wohnung nehmen in uns, wir sind dazu bestimmt, Tempel des Hl. Geistes zu sein. Darum ist es wichtig, Zweifel, wenn sie auftreten, sofort energisch auszuräumen statt sie zu hegen und zu pflegen.
Ich wage eine Behauptung: Wer Zweifel an der geliebten Person (sei es Gott oder ein Mensch) länger als eine Woche mit sich herumträgt, der ist nicht mehr restlos von ihrer Unbegründetheit zu überzeugen, dessen Liebesbeziehung trägt dauernden Schaden davon. Einen zweifelnden Menschen zu lieben, ist unendlich schwierig, weil man ihm nichts recht machen kann, weil er selbst in Momenten schönster Harmonie immer noch eine zusätzliche Liebesbezeugung erwartet; er will immer ein wenig mehr, als man gerade bereit ist, zu geben. Gott ist zwar geduldiger mit uns als wir es untereinander sind, aber Freude bereitet ihm ein zweifelnder Liebhaber bestimmt nicht.
Ich wage die Behauptung, dass
Ich wage die Behauptung, dass der Zweifel im Glauben das Symptom einer brennenden Gottesliebe sein kann - weil der Zweifelnde nicht zweifelt um zu verwerfen, sondern um sich zu vergewissern. Außerdem weiß ich, dass Gott mich derart bedingungslos liebt, dass er meinen Zweifel und mein Misstrauen aushält und gerade das ist für mich der größte Vertrauensbeweis, den ich ihm aussprechen kann. Vielmehr bin ich der MEinung: Wer es nicht wagt, zu zweifeln, aus Angst vor möglichen Strafen oder Liebesentzug, der hat von Gottes Liebe noch nichts begriffen.Natürlich zweifelt niemand, weil es ihm grad Spaß macht. Aber wenn einem die Gewissheiten weg rutschen, wenn ich nicht mehr sicher bin, ob mich eigentlich irgendjemand hört, wenn ich bete, weiß ich trotzdem: Der Gott, an den ich glaube, ist größer als alles und mit Sicherheit auch größer als meine Zweifel. Ich jedenfalls weiß felsenfest: Selbst falls mir morgen früh und für die nächsten 50 Jahre sämtlicher Glaube abhanden kommen sollte - Gott liebt mich weiter. Weil seine Liebe nicht von meinen Launen und meinen Glaubensschwankungen abhängt. Gott ist größer als mein Herz. Und er weiß alle Dinge. Also auch, dass ich ihn liebe, auch wenn ich das manchmal selber nicht weiß. Siehe Dialog Petrus/Jesus am Ende des Johannesevangeliums.
Verbum Dei manet in aeternum!
Sind wir denn Gottes Götzen?
Bevor wir den Zweifel zu einer positiven Regung erklären und ihn als erstrebenswert preisen, wollen wir uns daran erinnern, dass sein Ursprung die teuflische Frage ist: "Sollte Gott gesagt haben ...?" und sein Ende ein verzweifeltes Suchen nach dem verlorenen Paradies. Erlösung davon gibt es nur in Jesus Christus, und der verlangt "eitel gläubig Herzen".
So heißt es im Jakobusbrief (1,5-7): "Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und bewegt wird. Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas vom Herrn empfangen werde. Ein Zeifler ist unbeständig auf allen seinen Wegen."
Und weil hier auch von Buddhismus die Rede ist; ein Auszug aus der Lehrrede "Geistesverhärtung" (Cetokhila - Sutta) des Erhabenen: "... Da hegt, ihr Mönche, ein Mönch dem Lehrer gegenüber Schwanken und Zweifel; er kommt nicht zum Vertrauen, kommt nicht zur Sicherheit. Welcher Mönch da, ihr Mönche, dem Lehrer gegenüber schwankt und zweifelt, nicht zum Vertrauen, nicht zur Sicherheit kommt, dessen Geist ist nicht geneigt zur Anstrengung, zur Hingabe, zur Ausdauer, zum Kämpfen. Wessen Geist nicht geneigt ist zur Anstrengung, zur Hingabe, zur Ausdauer, zum Kämpfen, der hat die erste Geistesverhärtung nicht aufgegeben. ..."
Auch die Tao - Anhänger lehren die Schädlichkeit des Zweifels: "Kleine Zweifel verändern die Gewohnheiten des Menschen, große Zweifel verändern seinen Charakter."
Dagegen nimmt sich das aufklärerische "Ich zweifle, also bin ich." aus, wie der rebellische Aufschrei eines Pubertierenden. Sollen wir im Stadium der immerfort Suchenden stehen bleiben und nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen?
Glaube kann schwanken- auch bei Pfarrern und Pfarrerinnen
Als Pfarrerin weiß ich: Auch mein Glaube unterlieg Schwankungen. Ich halte das nicht für tragisch, sondern es gehört zu jeder Glaubensbiografie dazu, auch zu meiner. Und ja, auch ich hatte Phasen, in denen ich (beinah) Atheistin war. Und werde vermutlich solche Phasen auch immer wieder durchlaufen. Glaube ist ein Geschenk, das man sich nicht verdienen kann, über das ich auch nciht verfüge nach dem Motto "Glaub halt mal gescheit!" oder "Hättest du besser aufgepasst, hättest du deinen Glauben nicht verloren!". Und ich kann mich auch nicht vom Leben abschotten, nur aus Angst, ich könnte meinen Glauben verlieren. Ich finde es wichtig, dass wir als Kirche und auch als Einzelne, ja auch als Pfarrerinnen und Pfarrern, offen und offensiv mit Glaube und Zweifel umgehen und dass man auch als Pfarrerin öffentlich sagen kann: Mit diesem oder jenem Glaubensinhalt, ja vielleicht sogar mit bestimmten Aspekten des Gottesbildes tu ich mich persönlich und theologisch schwer, ohne dass gleich irgendjemand ein Disziplinarverfahren einleitet. Wenn das nicht möglich ist, dann belüge ich letztlcih mich selbst und meine Gemeinde, und das kann nicht Sinn des Pfarrberufes sein.
Verbum Dei manet in aeternum!
Kirche ohne Gott?
So neu ist die Frage nach der Existenz Gottes nicht.
Auf der Suche fand ich einige bereits vergessene Meldungen bei Google:
Man kann auf seinen Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen. -Kästner
Wie sagte ein Mann-Würde Gott inRom erscheinen niemand würde ihm glauben! Walter Wasilewski
Gott ist aus der Kirche ausgetreten
Da hilft kein Zorn, da hilft kein Spott!
Da hilft kein Fluchen und kein Beten!
Die Nachricht stimmt:
Der Liebe Gott
ist aus der Kirche ausgetreten!!!
Erich Kästner
+
Als die Nachricht um die Erde lief, Gott sei aus der Kirche ausgetreten,
Wollten viele das nicht glauben. Lügenpropaganda und Legende, sagten sie.
Bis die Oberen und Mächtigen der Kirche sich erklärten
Und in einem sogenannten Hirtenbrief folgendes erzählten:
Wir, die Kirche, haben Gott, dem Herrn, in aller Freundschaft nahegelegt,
Doch das Weite zu suchen, aus der Kirche auszutreten
Und gleich alles mitzunehmen, was die Kirche immer schon gestört:
Seine Leichtigkeit, und vor allem Liebe, Hoffnung und Geduld.
Seine alte Krankheit, alle Menschen gleich zu lieben.
Seine gottverdammte Art und Weise, alles zu verzeihn und zu helfen,
Sogar denen, die ihn stets verspottet. Großzügig bis zur Selbstaufgabe...
Darum haben wir, die Kirche, ihn und seine große Güte unter Hausarrest gestellt.
Möglichst weit entlegen, das er keinen Unsinn macht
Und kaum zu finden ist.
Viele Menschen, als sie davon hörten, sagten, ist doch gar nicht möglich:
Kirche ohne Gott. Gott ist doch die Kirche, Gott ist doch die Liebe.
Und die Kirche ist die Macht - und es heißt die Macht der Liebe.
Andere sprachen: Auch nicht schlecht. Kirche ohne Gott, warum nicht?
Kirche ohne Gott ist doch gar nichts Neues. Gott kann sowieso nichts machen...
Doch den größten Teil der Menschen sah man hin und her
Durch alle Kontinente ziehn. Und die Menschen sagten: Gott sei Dank.
Endlich ist ER frei. Kommt, wir suchen ihn!!
Hans Dieter Hüsch
Pfarrer ohne Gott
Ich kann auch nicht an Gott glauben .. konnte es noch nie. Ich fühle mich aber unter Christen wohl, feiere gerne Abendmahl mit ihnen und ehre das handelnde Vorbild Jesu Christi. Irgendwie ist mir Wiedergeburt in unserem abgeschlossenen System Kosmos auch einsichtig - nach meinem Tod bin ich ja nicht weg, sondern bleibe hier.
Wenn nun aber Mitchristen allzu dogmatisch auf der Existenz eines ausserhalb von ihnen und mir befindlichen G - O - T - T 'es beharren und Menschen, die das nicht glauben können, als "fehl am Platze" innerhalb der christlichen Kirche betrachten - nun, dann würde ich bald nicht mehr zu dieser Gemeinschaft gehören wollen und mich anderweitig orientieren. Menschen sind Mitmenschen auf diesem schönen Planeten - überall gibt es geistliche Gemeinschaft, egal, wie sich das jeweilige Glaubensgebäude nennt.
Buddhismus steht mir da sehr nahe. Da gibt es nicht solche Intoleranz.
Klaas Hendrikse würde ich sehr gerne einmal in Zierikzee erleben.
Sogar auf evangelisch.de gibt es einen Atheisten-Kreis - und das finde ich super !
OnkelTom
NeuerWeg
gut dass Sie da sind
Also in meiner Gemeinde und bei mir persönlich wären Sie herzlich willkommen. Leseempfehlung: Tilmann Haberer, Marion und Tiki Küstenmacher: Gott 9.0- Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird.
Dort heißt es sinngemäß: Wenn Sie am Glauben zweifeln, dann beglückwünschen Sie sich. Sie sind im Begriff, sich spirituell weiter zu entwickeln. Das Buch sei Ihnen wärmstens empfohlen, Sie werden sich darin mit Sicherheit wiederfinden.
Verbum Dei manet in aeternum!
Wenn nicht durch Glauben, dann durch Erkenntnis.
Der Glaube ist nicht jedermanns Ding, so wie Prophetie, Wunderheilung oder Zungenrede auch nicht jedem zugänglich sind. Es sind Gaben Gottes, die man hat oder nicht hat, erhält oder nicht erhält. Damit steht und fällt aber nicht unsere Beziehung zu Gott. Der Jünger und spätere Apostel Thomas konnte nämlich auch nicht glauben, und da hat sich ihm der auferstandene Herr gezeigt. Diese Möglichkeit gibt es auch heute noch: Gott zu erkennen, wenn man nicht blind glauben kann.
Der schnellste Weg der Gotterkenntnis ist das Gebet, denn der himmlische Vater gibt den Hl. Geist denen, die ihn darum bitten. Wie soll man aber den bitten, dessen Sein man nicht akzeptiert? Durch die vor allem bei Atheisten so beliebte Tugend der Toleranz: Lassen Sie Gott sein, der er ist: Vater, Sohn und Hl. Geist, ohne Anfang, ohne Ende, außerhalb meiner und außerhalb Ihrer, allgegenwärtig, barmherzig, gnädig und gütig. Und dann bitten Sie ihn um den Beistand des Geistes, etwa mit den Worten: Ich will glauben, Herr! Hilf meinem Unglauben und sende mir deinen Geist.
Ein anderer, rationalerer Weg der Gotterkenntnis ist das Halten seiner Gebote: Beginnen Sie mit den Zehn Geboten. Man wird Gott ähnlich, wenn man seine Gedanken denkt und seine Wege geht. So wie bei zwei parallel laufenden Drähten, von denen einer Strom hat und der andere nicht, durch Induktion der Strom auch in diesem auftritt, so kommt die Erkenntnis Gottes zu dem Menschen, der Gott gehorsam ist.
Gebet
Gott erfährt der Mensch im Gebet.
Wer diese Erfahrung machen durfte kommt nicht auf die Idee, dass es gleich ist, ob man Buddhuist, Atheist,evangelisch oder katholisch ist.
Es gibt nur eine Wahrheit, ein Licht und einen Weg.Wer an die Wiedergeburt glaubt kann kein Christ sein, da es für Christen ein ewiges Leben gibt, aber nicht auf Erden.Wie kann jemand Christ sein, wenn er nicht an Gott glaubt?
Mit Gott.
Es gibt nichts Schöneres, als ein Leben mit Gott, mit unserem Gott, der sich all seiner himmlischen Herrlichkeit entäußert und Knechtsgestalt angenommen hat, d.h. meine, des Menschen Gestalt, der ich ein Knecht bin meines Willens und meiner Bedürfnisse, meines Unvermögens und meiner Endlichkeit. Es gibt nichts Schöneres, als meine kreatürliche Unvollkommenheit von der Gnade Christi beflügelt zu sehen und meine vernunftbedingte Unzufriedenheit mit mir und der Welt durch die Verheißung der himmlischen Herrlichkeit bestätigt zu finden. Es gibt nichts Schöneres, als sich hineingenommen zu wissen in das Geheimnis der göttlichen Liebe und zu erkennen, was wichtig ist und was nicht. Es gibt nichts Schöneres, als die eigene Erfahrung Gottes; und dann andere zu ermutigen, selber Gott zu suchen. Nie ist der Mensch Gott näher, als wenn er Gott bezeugt.
Ohne Gott?
Die Welt hat viele Götter. Die Religionsfreihei lässt jedem seinen Gott.
Wir hadern mit unserem Gott. Jeder hat "seinen Gott"
Siehe auch Goethe einen kleinen Auszug.
Prometheus
Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst
Und übe, dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn;
Musst mir meine Erde
Doch lassen stehn
Und meine Hütte, die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.
Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn als euch, Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.
Da ich ein Kind war,
Nicht wusste, wo aus noch ein,
.......
Walter Wasilewski
Gotteslästerung
Ein Pfarrer, der nicht an Gott glaubt, aber predigt?
Eine größere Gotteslästeung kann ich mir kaum vorstellen.Da klatscht sich der Teufel vor Freude auf die Schenkel.
Ist in der ev. Kirche schlicht alles möglich?Wessen Spiel wird da gespielt?
Eine Führung, die da nicht einschreitet versündigt sich schwer.Arme Gemeinde!
Das Problem ist doch
Das Problem ist doch vielmehr, dass man den persönlichen Glauben schon garnicht überprüfen könnte. Ich denke die Wenigsten würden es aushalten jeden Sonntag von der Kanzel gegen ihre Überzeugungen zu reden, von daher schätze ich auch das Problem als eher gering ein.
Ich jedenfalls könnte nichts predigen das ich nicht auch vertreten kann.
nene
Ist ja wie ein Gitarrist der keine Gitarre spielt...
Das ist doch hoffentlich ein
Das ist doch hoffentlich ein Aprilscherz oder???
Lieber Gast, der Artikel ist
Lieber Gast,
der Artikel ist vom 9. Februar 2010 - es handelt sich keineswegs um einen Aprilscherz.
****************************
Hanno Terbuyken
evangelisch.de
Religion: Fluch oder Segen?
http://www.evangelisch.de/community/blog/mi-lo/rel...
Pfarrer ohne Gott
Endlich mal die Wahrheit. Es geht auch ohne Gott. Der hat sich 2000 Jahre nicht sehen oder hören lassen und in den Medien wird er niemals erwähnt, sollte er einmal etwas Gutes getan haben. Und bislang war es immer so, immer wenn man ihn dringend brauchte, war er niemals da.
Warum?
Warum machen wir Menschen für alles Schlechte verantwortlich?
Sind es nicht wir Menschen, die gegen seine Gebote ständig verstoßen?
Sollten wir nicht Gott im Gebet danken und loben, statt auf den Spuren des Bösen zu wandeln und dem Teufel eine Freude zu machen.
Ein guter Anfang ist das Rosenkranzgebet und die Heilige Messe.
Wenn es Gott nicht gibt, dann existiert die Welt auch nicht.
Da mein Sohn (acht Jahre) mich vorhin ganz erschrocken anschaute als er das mit dem Pfarrer der nicht an Gott glaubt las, denke ich schon, dass ein Mensch der nicht an Gott glaubt auch nicht in eine Kirche gehört.
Was die Bibel betrifft, so bin ich mir doch sehr sicher, das vieles metaphorisch gemeint ist. Aber man sieht schon alleine an so einem einfachen Beispiel wie der Erschaffung der Welt in sieben Tagen, welche Weisheit hinter den Textpassagen steckt. Die Zahl sieben ist nämlich wirklich eine sehr häufig auftauchende Zahl im Leben, gerade bei den Wachstumphasen des Menschen, die nachweislich hauptsächlich im sieben-Jahres-Rhytmus ablaufen,
Ein Pfarrer, der seine
Ein Pfarrer, der seine Position nutzt, um gegen Gott zu predigen, sollte seines Amtes enthoben werden. Die Kirche hat als Kirche, aber auch als Arbeitgeber natürlich immer noch eine gewisse Verantwortungspflicht gegenüber einen solchen Menschen, aber als Pfarrer ist so jemand nicht tragbar. Vielleicht kann man ihn ja in einer anderen Position einsetzen, oder sonst irgendwie beim Übergang in das Leben außerhalb der Kirche helfen, aber als Pfarrer ist so jemand untragbar.
"Die Ausschaltung der Schwachen ist der Tod der Gemeinschaft."
-Dietrich Bonhoeffer-
Pfarrer ohne Gott
Walter Wasilewski hat nach meinem Dafürhalten völlig recht:
"Eine Gemeinschaft der Heiligen ist die Kirche nicht. Kirche im Neuen Testament sieht völlig anders aus.
Gott vergibt. Die Kirche trägt immer nach! Kirche Gottes? "
Da waren wohl Tillich und Bonhöffer schon weiter.
Und der mosaische Jahve ist ja für Christen sowieso schwer verdaulich. Dann lieber noch den Allah.
Aber wozu überhaupt ? Wer der "Schöpfer" des Universums - Auslöser des Urknalls oder was auch immer sein mag, wir "Geschöpfe" werden dies ohnehin nie erkennen können.
Lasst uns also - im Sinne Poppers, Wittgensteins und vieler Anderer einfach mit dem nicht weiterführenden Geschwafel aufhören.
Jeder Mensch, auch ein
Jeder Mensch, auch ein Pfarrer, der nicht an Gott glaubt, kommt in seinem Leben einmal an den Punkt, wo er sich tiefergehende Fragen stellen muß, spätestens auf dem Sterbebett.
Aber bis dahin...kann ein atheistischer Pfarrer Menschen Trost und Hoffnung geben, die diese im Glauben suchen?
Steht solchen Suchenden, um die sich die Kirche immer bemüht hat, ein atheistischer Pfarrer nicht selbst ratlos gegenüber?
Ein Pfarrer steht nicht nur im Dienst der Kirche, sondern auch im Dienst von Gott.
Insofern ist die Entscheidung der PKN sehr problematisch.
keine Hilfe, kein Dienst
Ein atheistischer Pfarrer kann das Licht der Welt, die Wahrheit und das Leben nicht vermitteln.Was soll das also?
Kann es übrigens einen größeren Erfolg des Teufels geben?
Kirchen wenden sich ebenso von der Wahrheit ab, wie Theologen und viele Medien.Der Antichrist feiert Etappensiege, mehr aber auch nicht.
Es ist halt der breite bequeme Weg, der ins Verderben führt.
Nun ja, problematisch schon,
Nun ja, problematisch schon, aber in diesem Einzelfall hat es viele Menschen zum Weiterdenken gebracht- mich eingeschlossen, liebe(r) M.W. am 21. Januar 2011.
Dieses Thema wird in evangelisch.de nun seit einem Jahr an dieser Stelle diskutiert. Es besteht in der Tat ein sehr großes Bedürfnis der Menschen, sich in dieser Frage mit anderen auszutauschen.
Man kann daraus zumindest schließen, dass Gott den Menschen nicht gleichgültig ist……und das gilt logischerweise auch für sog. „Atheisten“.
Dann gibt es noch die große Gruppe der Menschen, die mit ihm hadern, weil er dies und das hat „geschehen“ lassen.
Wir wollten Erkenntnis? Bitte, jetzt haben wir sie. Jetzt müssen wir diese auch anwenden, erweitern und Dinge selbst angehen, die im Paradies Gott für uns „regeln“ wollte.
Jetzt müssen wir selbst Dämme bauen, um uns vor Naturgewalten zu schützen. Wenn diese brechen weil WIR sie falsch berechnet haben, können wir doch nicht Gott anklagen: warum hast du uns nicht richtig rechnen lassen…..absurd.
Wenn wir seinen Sohn umgebracht haben, können wir doch nicht IHN dafür anklagen.
So gehen wir Menschen auch mit uns selbst um: wenn irgendetwas schief läuft, werden zuerst Schuldige gesucht…immer - sei es Bürgermeister, Minister, Ärzte, Ingenieure, Polizisten und, und, und…
Natürlich sehnen wir uns nach charismatischen „Heilsverkündern“, die mit feurigen Worten unsere eigenen Zweifel beseitigen sollen, weil sie scheinbar alles wissen.
Und wenn diese sich dann selbst als kleingeistig und verzagt herausstellen, wie wir selbst auch, sind wir enttäuscht - tief enttäuscht sogar, wenn es sich um einen „Amtsgläubigen“ handelt, wo wir doch so sehr darauf vertraut haben, dass dieser für uns glaubt.
“ Mach mal Herr Pfarrer, dass ich glaube, schließlich zahle ich dafür Kirchensteuern“ – der Pfarrer als Dienstleister?
Tja, wir können leider mit Gott keinen Arbeitsvertrag abschließen….nur mit unvollkommenen Menschen.
Es fällt verdammt schwer, kindlich und „einfach so“ Gott anzunehmen.
In Lebenskrisen, Krankheit und Alter, wenn wir selbst schwach, gebrechlich und verzweifelt sind, - wenn wir Trost, Hoffnung und Liebe brauchen?
M.W. hat mit seinem nachdenklichen Beitrag durchaus recht….dann kann uns ein „atheistischer Pfarrer“ kaum helfen.
Der Pfarrer ist eben KEIN Dienstleister.
J.R.
Kleiner Versuch: Mittelstürmer ohne Glaube ans Torschießen
Welcher Fußblallclub würde sich das leisten? Und wer ginge noch zur EM?
Das leistet sich nur die Kirche: gut bezahlte Mannschaftsspieler, die nicht an das Spiel und nicht an den Sieg glauben - außer an den Sieg der Gegenseite. Bezahlt für die Stärkung des Glaubens - hohe Leistung in der Leugnung. Hier liegt das Problem evident nicht beim Spieler sondern bei der Spielleitung.
"ungläubiger" Pfarrer
Um es vorweg zu nehmen: jeder glaubt. Sei es an einen Gott oder daran, dass es ihn nicht gibt.
Einige lassen sich unnötigerweise von – aus heutiger Sicht- Unstimmigkeiten in uralten Überlieferungen irritieren. Bitte, liebe „Atheisten“, sollte man vor Jahrtausenden den Menschen etwas über Quantenphysik und extrakorporaler Befruchtung erzählen?
Einige „Wunder“ können wir heute selbst vollbringen oder zumindest erklären, und dann zweifelt ihr daran, dass diese „Kleinigkeiten“ ein allmächtiger Gott vollbringen konnte? Das ist doch absurd.
Und wenn wir dann das eine oder andere erklären können, erkennen wir nur eins: dahinter warten immer mehr Dinge, die unserer Erkenntnis harren. Und das wird ewig so weiter gehen. Wir haben diesen Apfel nun einmal gegessen.
Z.B. auch:
http://www.evangelisch.de/themen/wissen/physiker-hawking-kein-gott-n%C3%...
Etwas ändert sich meiner Meinung nach im Verhältnis zu unserem Schöpfer: mit zunehmendem Wissenstand tragen wir immer mehr Verantwortung – für uns selbst und für seine Schöpfung, die er uns geschenkt hat.
Schon jetzt können wir immer weniger hadern:…..“Herr, warum hast du das und jenes zugelassen?“ Wir können nicht ernsthaft „erbeten“, was wir inzwischen selbst richten können.
Hunger, Krankheiten und, viel diskutiert, auch Erbkrankheiten können bzw. könnten wir im Rahmen unserer erweiterten Möglichkeiten selbst angehen. Wir dürfen uns nicht bequem zurücklehnen und beten:“ …..Herr, mach mal“.
Er hat uns unseren freien Willen gegeben. Und hoffen wir, dass es heißt: „…..und er sah, dass es gut war“.
Dinge, die wir selbst richten können, wird vielleicht Gott nicht für uns richten! Gottes Existenz tritt dadurch immer weniger in Erscheinung, woraus dann (manchmal) der selbstherrliche Schluss von uns Menschen resultiert, es gäbe keinen Gott….ein fataler Trugschluss!!
Wenn wir beispielsweise das Potential haben, den Hunger in der Welt selbst zu beseitigen, es aber nicht tun, ist es eigentlich eine Frechheit, Gott darum zu bitten. Noch dreister ist es, ihm dafür auch noch die Schuld zu geben oder zu behaupten es gebe ihn nicht.
Nebenbei:
Schon lange sind wir Menschen in der Lage, uns selbst auszurotten, und der Möglichkeiten werden immer mehr - inzwischen nicht nur durch (Un)Taten, sondern auch durch Nichtstun.
Gott muss keine Sintflut mehr schicken, wenn wir uns nicht richtig benehmen. Wir wandeln auf hauchdünnem Eis! Wir sind wie Kinder, die eine Schachtel Streichhölzer finden und mal herausfinden möchten, was man damit alles so anstellen kann.
Z.B. auch:
http://www.evangelisch.de/themen/wissen/verfassungsgericht-erde-versinkt...
Ich vertraue sehr darauf, dass unser Herr zumindest schützen seine Hand über uns hält, wenn wir immer gefährlicher für uns selbst werden und mal wieder nicht wissen, was wir tun. Und er hat uns bisher beschützt, sonst wären wir schon längst im selbstentfachten Atomfeuer umgekommen (z.B. Kubakrise).
Eigenverantwortung heißt, meiner Meinung nach, zwar „weniger Gott“ aber bestimmt nicht - „kein Gott“.
Auch wenn wir alle Fakten der Erdentstehung und die Klippen der Evolution zusammenfassen, ist unsere Existenz unendlich hoch unwahrscheinlich…..ohne Gott.
Und wenn Christus uns die Liebe Gottes predigt, ist das denn eigentlich so schlimm?
J.R.
P.S.: eigentlich ging es ja um einen angeblich „ungläubigen Pfarrer“. Allein, wenn man die ganzen interessanten Beiträge in evangelisch.de liest, hat er doch etwas bewirkt (?) Besonders „andere Meinungen“ sind wichtig! Wir müssen sie besprechen aber nie diffamieren wie z.B. hier als Negativbeispiel:
http://www.evangelisch.de/themen/religion/schorlemmer-fordert-meisner-zu...
Also: ohne diesen Pfarrer hätten einige Menschen einige Gedanken nicht gedacht. Danken wir ihm dafür.
Kirche ohne Gott
Walter Wasilewski.
Gibt es einen Gott? Ich sage- Nein.
Die Sonne dreht sich nicht um die Erde und auferstanden und gen Himmel gefahren ist auch niemand. Gott Vater- würde von jedem Gericht wegen Kindesmisshandlung verurteilt werden. Ich bin bereit als Kläger aufzutreten. Nicht nur wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. Er lässt nicht zu beschreibende Grausamkeiten zu……Die Menschen sind schuld.
Gelegentlich glaube ich an Gott den Vater. „Ich blicke gen Himmel“ und sage, vergib mir, er kennt mich und sagt ja. Ohne Beichte ohne Beichtvater.
Ich bin evangelisch und könnte nie katholisch sein. Wird aber eine Religion angegriffen, werde ich zum Verteidiger der Religion.
Höre ich Orgel oder Liturgie oder betrete eine Kirche, dann bin ich Gläubiger. Oh Gott was ist mit mir los?
Ich bin 83 und habe keine Angst vor dem Tod, denn Gott gibt es nicht, meine Asche soll verstreut werden.
Nachtrag –
Eine Gemeinschaft der Heiligen ist die Kirche nicht.
Kirche im Neuen Testament sieht völlig anders aus.
Gott vergibt. Die Kirche trägt immer nach! Kirche Gottes?
www.walter-wasilewski.wg.am/
Walter Wasilewski
Noch mal intensiv nachdenken
Ihre im hohen Alter vertretene Auffassung ist zu respektieren, aber nicht zu teilen.
Nichts von dem, was sie schreiben steht geschrieben.Es ist uns alles offenbart und wird ohne Abstriche geschehen.Wer daran zweifelt stellt Gottes Wort in Frage und wer das macht ist ein Irrlehrer.
Die Frage ist wohl eher: Was
Die Frage ist wohl eher: Was ist GOTT?
Wer einen Krieg durchlebt und in jungen Jahren Unmengen von toten, verstümmelten und stinkendem Fleisch gesehen und gerochen hat, wird die Bilder und Gerüche nie wieder los. Und da fragt sich dann wohl auch ein jeder: Wenn es einen Gott gibt- warum läßt er das zu!?
Aber hier liegt doch schon die Antwort! Sie liegt im Tod und in der Auferstehung- ein ewiger Kreislauf- ein phastastisches Regelwerk, das Menschen so nicht gestalten können. Noch nicht! Vielleicht irgendwann einmal! Geschaffen nach seinem Vorbild! Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub! Und es wird irgendwann einmal einer geboren werden, der sieht aus, wie der Verstorbene. Die Auferstehung und das LEBEN. Der Phönix aus der Asche, das neue botanische Leben nach dem Waldbrand! Das Leben im EI....was war zuerst da?....die Henne oder das Ei? Die Versenkung im Inneren, die Gemeinde, die Schöpfung, u.s.w.....nicht nur eines, alles zusammen ist GOTT! Und wenn er nun heute einmal der Schiedsrichter auf dem Fußballplatz ist, nun...dann haben die Kicker eben ihren ganz persönlichen Gott, der schaut, das die Regeln eingehalten werden! Jeder braucht etwas, an das er glauben kann....und erlöse uns von dem Bösen !
Nur,... wenn man dann sieht, wie man hierzulande die Rechtssprechung stellenweise betreibt und die Steuergesetzgebung, dann fragt man sich schon, warum Gott lieber auf dem Fußballplatz steht!?
Vergäät nie, wo de herrkümmest- dann kannste ümmer wedder derüche kummen!
Die wirkliche Frage lautet,
Die wirkliche Frage lautet, lieber Herr Wasilewski: MÖCHTEN sie denn, dass Gott existiert?
Ich schätze, Ihre Antwort lautet: JA.
Sie meinen vielleicht, sie spüren ihn nicht. Überdenken sie einmal ihr langes Leben. Ich bin sicher, wenn sie genau zurückschauen, werden sie sich an Situationen oder Ereignisse erinnern, die nur durch Gottes Handeln gut ausgegangen sein können. Sie werden sich an wichtige Gebete aus ehrlichem Herzen erinnern, die erfüllt wurden. Sie haben es nur vergessen.
Ich selbst hatte mindestens ein Schlüsselereignis, dass ich mit 99,99% ohne Gottes Tun nicht überlebt haben konnte.
Außerdem: als Kind einer nicht besonders gottesgläubigen Familie hörte ich eine weinende Nachbarin berichten, dass ihre Mutter im Sterben läge. In der folgenden Nacht betete ich um ihr Leben.
Sie wurde gesund, ich selbst kannte die Mutter gar nicht; aber das Gebet war kindlich, in brünstig und sehr ehrlich. Ähnliches erlebte ich im Kindesalter noch einmal.
Ich kann mich an weitere „erfüllte Gebete“ erinnern. Die Details sind mir sehr persönlich, aber ich meine eine Gemeinsamkeit gefunden zu haben: es handelte sich immer um Begebenheiten, die man absolut nicht selbst beeinflussen konnte. Und es handelte sich um Gebete in absoluter hilfloser Hingabe und Vertrauen.
Aber ich habe auch folgendes erlebt: im Rahmen einer – sagen wir mal spitzfindig gesehenen Halbwahrheit, letztlich aber Lüge, wollte ich beim Leben meiner Kinder schwören. Eine innere Stimme sagte mir: tu das nicht! Ich schwor also „nur“ falsch beim Leben eines geliebten Haustieres …..wenige Monate später starb das Tier unerwartet an einem Krebs.
„Deine Rede sei Ja, Ja und Nein, Nein“. Du sollst nicht schwören…und schon gar nicht falsch.
Sollte ich nun mit Gott hadern, weil er das Tier genommen hat? Nein, nur mit mir selbst. Aber ich bin dankbar, sehr dankbar für die innere Stimme und froh über mich, dass ich im letzten Moment auf sie gehört habe.
Herr Wasilewski, überschauen sie retrospektiv ihr Leben, das Gute und das Schlechte. Gott war da und ist da, sie müssen nur richtig hinschauen.
Sie hadern damit, was Gott zugelassen hat? Was Millionen Menschen das Leben gekostet hat weil er ihnen ihren freien Willen gelassen hat, im Handeln wie in Nichthandeln?
Danken wir ihm dafür, was er verhindert hat.
Nur zwei Worte: „Hitler“ und „Atombombe“.
Jetzt gerade schaut Gott zu, ob wir endlich dazugelernt haben. ……Haben wir?
J.R.
P.S.: Die Sonne dreht sich übrigens doch um die Erde; der gemeinsame Drehpunkt liegt meiner schulischen Erinnerung nach allerdings in der Sonne selbst.
aufschlussreich oder kurzschlussreich?
Walter Wasilewski sagt uns: Gott vergibt.
Walter Wasilewski fragt uns: Gibt es Gott?
Walter Wasilewski sagt uns: Nein.
Alles klar?
Das erinnert mich an den Aberwitz:
"Gott ist tot!" Nietzsche
"Nietzsche ist tot!" Gott
Walter Wasilewski leugnet Gott
Will sich Walter Wasilewski damit als der Gott Gottes qualifizieren?
Gott macht sich Sorgen um Walter Wasilewski.
>>Gott Vater- würde von jedem
>>Gott Vater- würde von jedem Gericht wegen Kindesmisshandlung verurteilt werden. Ich bin bereit als Kläger aufzutreten. <<
An einen Gott den Du vor Gericht stellen könntest und wo Du als Kläger auftreten könntest würde ich auch nicht glauben wollen.
Nachtrag: Natürlich könnte in meinem Beitrag auch Ich anstatt Du stehen.
“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer
Was sagt uns Erich Kästner?
Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag
Zweitausend Jahre sind es fast,
seit du die Welt verlassen hast,
du Opferlamm des Lebens!
Du gabst den Armen ihren Gott.
Du littest durch der Reichen Spott.
Du tatest es vergebens!
Du sahst Gewalt und Polizei.
Du wolltest alle Menschen frei
und Frieden auf der Erde.
Du wußtest, wie das Elend tut
und wolltest alle Menschen gut,
damit es schöner werde!
Du warst ein Revolutionär
und machtest dir das Leben schwer
mit Schiebern und Gelehrten.
Du hast die Freiheit stets beschützt
und doch den Menschen nichts genützt.
Du kamst an die Verkehrten!
Du kämpftest tapfer gegen sie
und gegen Staat und Industrie
und die gesamte Meute.
Bis man an dir, weil nichts verfing,
Justizmord, kurzerhand, beging.
Es war genau wie heute.
Die Menschen werden nicht gescheit.
Am wenigsten die Christenheit,
trotz allem Händefalten.
Du hattest sie vergeblich lieb.
Du starbst umsonst.
Und alles blieb beim alten.
Erich Kästner
Kirche ohne Gott?
Ja.Der Gott des NT sieht anders aus.Die Kirche-unsere Kirche- entspricht nicht der Botschaft des NT.
Hier fehlt der für uns gekreuzigte und auferstandene Jesus Christus. Hier wird gepredigt.Angepredigt und nicht gelebt.
Walter wasilewski
ohne Jesus keine Gnade
Alles darf bezweifelt werden, auch Gott, egal ob man Pastor oder Klempner ist.
Gott wird den Zweifel oder den Unglauben von Menschen an seiner Person lächelnd ertragen. Denn er weiss ja, dass kein Mensch ihn je gesehen hat.
Aber nach meinem Schriftverständnis kennt er keinerlei Toleranz, wenn wir seinen Sohn ablehnen. In Jesus ist er uns ja wohl weit genug entgegen gekommen.
"Jesus Christus, gestern, heute und in Ewigkeit!"(Hebräer 13,8)
Hier darf es in der Kirche und bei den Christen keine Kompromisse geben! An Jesus muss man glauben. Ohne ihn gibt´s keine Gnade. Mit ihm gibt es alles.
"Wer Gott nicht glaubt (das Jesus sein Sohn ist), der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott zeugt von seinem Sohn." 1.Johannes 5,10
Zweifel am unsichtbaren Gott sind menschlich und verständlich. Umso mehr sollten wir uns dann an den sichtbaren, manifestierten Gott, an Jesus, klammern. Er wird unseren schwachen Glauben heilen.
"Lasst uns aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens...! " Hebräer 12,2
Atheismus leben, Gott
Atheismus leben, Gott predigen. Wasser und Wein. Unglaubwürdig. Denn die Organisation Kirche lebt vom Glauben, nicht umgekehrt. Nix gegen persönliche Glaubenskrisen von Pastoren. Schickt sie in die Kur und wenn sie dann noch immer Atheisten sind, dann gebt ihnen Arbeit in der Diakonie oder bei internationalen Hilfswerken. Wir echten Christen brauchen auch echte Hirten. Glauben heisst eben "nicht wissen müssen" und ist deshalb nicht mit Wissenschaft zu verwechseln. Die Existenz Gottes und der Rest des apostolischen Glaubensbekenntnisses sollten das absolute Minimum dessen sein, worauf sich ALLE in der Kirche einigen sollten. Wenn nicht: gründet doch einen Sozialverein ! Sonst laufen auch noch die letzten Gläubigen in die Freikirchen davon und kommen nicht einmal "CEO", christmas and easter only, zurück.
Persönlicher Glaube ist irrelevant ...
... so könnte man pointiert sagen: Was Herr Hendriksen äußert und "glaubt" oder nicht, ist für die Kirche irrelevant. Seine Meinungsäußerung führt dazu, daß man sich über das "Reden über Gott" (= Theologie) mal wieder Gedanken machen muß. Welche Worte/Gedanken sind heute verständlich und sinnvoll? - Das von Hendriksen abgelehnte Gottesbild ist das Entscheidende!! Daran kann man nicht vorübergehen! Das sollte besprochen werden, also die Frage: "Wie meint er das denn?" Die Logik kennt allein 51 gängige Arten von "sein" - also, welche dieser 51 Vorgaben der logischen Tradition impliziert denn die Äußerung Hendriksens? - die reißerische Pressemeldung: "Pfarrer verkündigt, es gibt keinen Gott" ist doch eher langweilig und im Grunde töricht, denn sie verführt den gottgläubigen Leser dazu, sich mit seiner eigenen Meinung "pro Gott" absolut zu setzen, polarisiert und verhindert die Nachfrage/Aufklärung über sich selbst. - Wer Hendriksen dabei nur an seinem Amt/Dienst/Auftrag mißt und für seine Entfernung aus dem Verkündigungsdienst votiert, greift zu kurz. Er tut so, als könne die Meinung eines Pfarrers den Glauben der Gemeindeglieder an Gott beeinflussen - eine Selbsteinschätzung, die typisch protestantisch, aber nichtsdestoweniger falsch ist und von einer gewissen Selbsteingenommenheit von "PredigerInnen" zeugt, die wenig Ahnung von Kommunikationstheorie haben, von Hören und Verstehen, und wohl annehmen, ihr Gerede würde Einfluß auf den von Gott geschenkten Glauben der Gemeindeglieder haben. So kann nur jemand denken, der protestantisch hierarchisch von der völligen Überschätzung der Predigt/des Wortes = Geredes her denkt und (sich selbst und) den Menschen (im Allgemeinen) veraltet und aufklärerisch für ein Vernunft- oder Verstandeswesen hält, was wohl nachweislich nicht der Fall ist, wie ein kleiner Blick in unsere heutige Gesellschaft leicht lehren könnte.
Wirs sind nicht Herren Eures Glaubens, sondern Diener Eurer Freude. 2.Kor 1,24
auf das WIE kommt es an
Dass Herr Hendrikse gar nicht an Gott glaubt, ist schon heftiger Tobak. Der Glaube an Gott (wobei ich jetzt offen lasse, was immer darunter zu verstehen sei) ist m.E. schon eine Grundlage der Kirche, und deshalb sollte Herr Hendrikse, soziale Absicherung hin oder her, nicht mehr im Dienst dieser Kirche stehen. Es geht hier um die Glaubenswürdigkeit von Herrn Hendrikse und um die der Kirche.
Etwas ganz anderes ist für mich, dass auch Pfarrerinnen und Pfarrer Zweifel haben und sie äußern dürfen. Allerdings besteht ein großer Unterschied, WIE das passiert. Sich hinzustellen und die Bauptung aufzustellen, dass es Gott nicht gebe, halte ich für dumm und arrogant. Dagegen finde ich es legitim, wenn persönliche Zweifel benannt werden und dabei klar ist, dass es sich um eine subjektive Sache handelt. Auch wer sich nicht immer und ständig selbst getröstet fühlt, darf und soll den Trost des Evangeliums verkünden.
Der Fehler vom "Glauben" zu reden ...
Ja haben denn alle die Philosophie des 20. Jh. verschlafen?
Dauernd wird "Glauben/glauben" so verstanden, als sei es ein Individuum, das glaube. Als wäre "Glauben/glauben" das, worum es im Christsein überhaupt ginge. Was für ein Wirrsinn ist das denn? Dabei ist es widerchristlich angeblich "persönlichen Glauben" zum Maßstab zu machen und zur Bewertung zu benutzten. "Persönlicher Glauben" ist stets Häresie, es kann gar nicht anders sein, weil er nur ein Individuum repräsentiert, nicht die Tradition von 2000 Jahren Christ-sein. "Persönlicher Glaube" ist per definitionem defektiv und ihn zum Maßstab zu machen, Dummheit. "Persönlicher Glauben" ist unfaßbar, unbewertbar, stets im Wandel, allein Gottes unverfügbares Geschenk, ein gewagtes Hasardeurstück, und in keiner wortwörtlichen Wiederholung eines Satzes und 1000 Jahre Theologiestudium erfaßt. Wer auf Glauben die Kirche und das Christentum baut, ist verloren oder ein Demagoge. Da trägt auch der Unterschied von "fides qua/quae" nichts aus. Dasselbe gilt übrigens für "Wissen" und alle anderen psychischen Tätigkeiten des Menschen. Darin dass "persönlicher Glaube" der Beurteilungsmaßstab sei, spiegelt sich nur die Ursünde Adams und Evas, die aus "Halbwissen/Häresie" das Paradies verscherzten. Dabei ist "Glauben" das gemeinsame Wagnis einer Gemeinschaft. Darum hieß das Credo Nizänum einst: "Der Glauben". Was der/die Einzelne mit ihrem kleinen Verstand meint zu erfassen und wie sie es verstehen - meine Güte ... wer darüber spräche, spiegelte bloß die Zersplitterung der protestantischen Kirche zum angeblich "glaubenden" in Wahrheit aber narzistischen Atom-Ich.
Der Fall "Lüdemann" offenbarte es doch genauso, wie jetzt der des Pfarrers Hendriksen: sie verwechseln ihre Wissensfähigkeit und Durchdringung ihrer individuellen Vernunft mit der allgemeinen Vernunft, setzen sich also selbst an die Stelle der Kirche; sie kommen zu Fall an ihrem Stand, und - was Zeichen der größten Sünde ist: sie machen ihre eigene Vernunft zum Maßstab der Vernunft und des Glaubens aller anderen. So ist die Auffassung Lüdemanns von dem, was "Historwissenschaft" ist und leisten kann, schlicht im 19. Jh. hängengeblieben. Dass "historische Fakten" sozialpolitisch verzweckte Selbstrechtfertigungen der entsprechenden Gesellschaft sind, in der sie konstruiert werden, lernt jeder Student der Historwissenschaft im 1. Semester. Tatsachen und Fakten werden immer konstruiert. Lüdemann scheitert also an einem Mißverständnis seiner eigenen Erkenntnistheorie, die längst widerlegt ist. - Haben wir unseren "Feuerbach" immer noch nicht begriffen? Jede/r muß "projezieren", da führt kein Weg vorbei, nur sich dann nur mit den eigenen Projektionen zu verlassen, - ist sträfliche Dummheit. Weshalb Gott in Christus kein "persönlich glaubendes Individuum" geschaffen hat, sondern die weltweite eine Kirche gegründet hat, in der der Glauben des Einzelnen in seiner notwendigen Defektivität aufgehoben und eingewoben ist. Wie Paulus schon im Bild vom lebendigen Leib Christi sagt: Wie sollte das Ohr Maßstab sein für das, was das Auge tut? Welch Wahnsinn ist das?
Hendriksen wehrt sich selbstverständlich gegen ein GOTTESBILD. Welches das ist, erfahren wir vom Autor des Artikels leider nicht, denn hier liegt natürlich die Lösung: Ablösung von seinen eigenen Projektionen. Wahrscheinlich täten einige Gespräch ihm gut und würden seinem Defizit aufhelfen. - Sprich: Kirche ist ein "Ideologie"-Betrieb, aber einer Ideologie des "sich-kümmerns-um" und nicht einer ideologischen Partei. Ihre "Ideologie" verpflichtet sie zur Treue, Beharrlichkeit, Barmherzigkeit und anderen sozial fassbaren Tugenden, und ihre Fürsorgepflicht endet nicht in der Art eines kommunistischen Parteisekretärs, der "glasnost" verkündigt und nun ausgeschlossen ist. Wenn Mutter Theresa in ihren Memoiren schreibt, sie hätte 26 Jahre nicht an Gott glauben können, - sich aber weiter sozial betätigte - warum sollte das nicht einem Pfarrer gestattet sein, der - man muß doch über diesen Not-Ruf schmunzeln - meint, nicht an Gott glauben zu können?
Und: natürlich "gibt" es Gott nicht, weil "geben" ein existieren voraussetzt. Doch, so lehrt die Tradition, dass der unendliche qualitative Unterschied zwischen Gott und seiner Schöpfung verhindere von Gott zu sagen, dass er existiere. Darüber klärt schon P. Tillich auf. Insofern ist die Behauptung Hendriksens eher zum gähnen langweilig und ihr ist nur zuzustimmen und der nächste Gottesdienst mit Heiligem Abendmahl vorzubereiten und die Vereinigung mit Gott, die Vereinigung von Himmel und Erde vorwegnehmend und ermutigend zu feiern mit allen Mitteln vernünftiger Überzeugung, die Menschen je gefunden und entwickelt haben.
Wirs sind nicht Herren Eures Glaubens, sondern Diener Eurer Freude. 2.Kor 1,24
"Persönlicher Glauben" ist
"Persönlicher Glauben" ist stets Häresie
Wenn du mal eben so gut sein willst, mir das aus der Heiligen Schrift zu erläutern.
Wer auf Glauben die Kirche und das Christentum baut, ist verloren oder ein Demagoge.
Meine Güte. Ein Glück, dass Paulus das noch nicht wusste.
Aber ich nehme einfach mal an, es stört dich, dass es Luther war, der das sola fide wiederentdeckte.
Cor.
- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-
Bißchen mehr Gelassenheit!
Das mindeste, was ein Pfarrer glauben muß, ist, daß man am 31.10. einen Uwe Barschel nicht durch Hokuspokus zum Leben erweckt.
Und zwar aus Respekt vor dem Termin. Alles andere würde ich anheimstellen.
Hm
Wir wissen ja aus Muter Theresas Aufzeichnungen, wie sehr diese Frau mit der Suche nach Gott beschäftigt war und wie sehr sie zweifelte. Das alles ist also nichts neues.
Ein Pfarrer soll, wie meine anderen Gemeindemitglieder auch, mich bei der Suche nach Gott begleiten, ob er das kann, wenn er selbst nicht an ihn glaubt? Ich weiß es einfach nicht, unseren Pfarrer haben wir gefragt und er sagte, er glaube an ihn.
Ich glaube auch an ihn und alle, die nicht an ihn glauben tun mir leid. Aber nur in dem Sinne, dass sie das als von mir sehr schön empfundende nicht selbst erleben und fühlen dürfen und ganz bestimmt nicht als Häme.