Mitarbeitervertreter wollen Käßmann als Bischöfin zurück

Margot Käßmann

Margot Käßmann. Foto: dpa / Marcus Brandt

Landeskirche - Mitarbeitervertreter in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers haben eine zweite Amtszeit von Margot Käßmann als evangelischer Landesbischöfin gefordert.

Käßmann erreiche mit ihrer Botschaft Menschen in allen Kirchen und darüber hinaus, teilte Werner Massow als Vorsitzender eines Mitarbeitervertretungsverbandes am Donnerstag in Hannover mit. In einem offenen Brief forderte der Verband den Kirchensenat auf, Käßmann bei der Bischofswahl im Herbst erneut als Kandidatin vorzuschlagen. Käßmann habe die Mitarbeiter stets wertgeschätzt und zudem die Bedeutung der Kindertagesstätten gestärkt, erklärte Massow.

Der niedersachsenweit organisierte Verband, der 2005 gegründet wurde, vertritt nach eigenen Angaben rund 1.000 Beschäftigte aus der hannoverschen Landeskirche, vor allem Erzieherinnen und Erzieher. Die hannoversche Landeskirche hat rund 25.000 Mitarbeiter einschließlich der Pastorinnen und Pastoren.

Wegen Alkoholfahrt zurückgetreten

Käßmann war Ende Februar nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss von allen kirchlichen Leitungsämtern zurückgetreten. Sie stand von 1999 bis 2010 als Bischöfin an der Spitze der mit knapp drei Millionen Mitgliedern größten deutschen Landeskirche. Von Oktober vergangenen Jahres bis zu ihrem Ausscheiden war sie auch Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Am 2. Juni wird Käßmann vor der Landessynode, dem Kirchenparlament, offiziell aus ihrem Bischofsamt verabschiedet.

epd

Kommentare

Verfasst von johannes am 25. Mai 2010 - 16:40.

Zunächst einmal bleibt es ein

Zunächst einmal bleibt es ein Wunsch der Mitarbeitervertretung und ist...

Zunächst einmal bleibt es ein Wunsch der Mitarbeitervertretung und ist keine Äußerung von Frau Käßmann. Sie hat diesen Wunsch nicht zu vertreten und kann dafür deshalb nicht kritisiert werden.

Frau Käßmann ist mit den Worten:

"Und mein Herz sagt mir ganz klar: Ich kann nicht mit der notwendigen Autorität im Amt bleiben. So manches, was ich lese, ist mit der Würde dieses Amtes nicht vereinbar. Aber mir geht es neben dem Amt auch um Respekt und Achtung vor mir selbst und um meine Gradlinigkeit, die mir viel bedeutet"

Quelle: Evangelische Landeskirche Hannovers -- Presseerklärung

zurück getreten. Stellt sie sich jetzt zur Wahl kann ich nicht erkennen wie sie dadurch ihre "notwendige Autorität"  zurück bekommen kann. An dem Grund für ihren Rücktritt hat sich nichts geändert und wenn sie sich jetzt sofort einer Neuwahl stellt, wirkt der Rücktritt wie ein taktisches Manöver und nicht wie ein Ausdruck der Reue (siehe oben verlinkte Presseerklärung).

Auf mich, und nicht nur auf mich, wirkt der Kult der um die Person Käßmanns getrieben wird, unheimlich. Er erinnert mich nur allzu sehr an Personenkult. 

"Unbestritten ist sie der Star des Ökumenischen Kirchentages (ÖKT). Sie prägt das Christentreffen mit ihrer Kleidung, ihrem Charme und mit Provokationen. Nach dem Rücktritt von ihren kirchlichen Ämtern gefällt sich Margot Käßmann in der neuen Rolle einer Prophetin, die auf den Wellen des Zeitgeistes surft. Fast trotzig steht sie zu ihrer Afghanistan-Kritik und meint: „Weltverbesserer wollen wir sein.“ Ihre Attraktivität scheint ungebrochen. Bilder von grauhaarigen Kirchentagsbesuchern, die jubelnd die Arme hochreißen und ihr stehende Ovationen bereiten, gehen durch die Medien.

An den ersten beiden Tagen muss die Messehalle für ihre „Bibelarbeit“ vorzeitig geschlossen werden, da nicht mehr als 6 000 Besucher hineinpassen"

Quelle: Die Tagespost -- Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur

 

 

Verfasst von Pascal am 22. Mai 2010 - 9:29.

Falsche Botschaften.

Forderungen kann natürlich jeder stellen. Was Herr Massow als Begrü...

Forderungen kann natürlich jeder stellen. Was Herr Massow als Begründung anführt, ehrt Frau Käßmann in der Tat, aber es bezieht sich nur auf ihr gesellschaftliches Wirken. Ein Bischofsamt ist aber hauptsächlich geistlicher Art, und da hat sie versagt. Lassen wir die Frage beiseite, ob sie als Frau ein Amt, welches das Wort Gottes ausdrücklich Männern vorbehält, überhaupt bekleiden durfte, so bleiben ihre Ehescheidung, ihr Alkoholgenuß, kurz nachdem sie den ihr anvertrauten und ihr vertrauenden Kirchengliedern Enthaltsamkeit in der Passionszeit empfohlen hatte, sowie ihre Mißachtung der roten Ampel (sehr bezeichnend: ampellos = griech. Weinstock, = Selbstbezeichnung Jesu) als lauter negative Botschaften. Damit wird die Kirche Christi nicht erbaut.

Ich glaube, Gott selbst hat sie in noch barmherziger Weise beiseite gestellt. Sie sollte auch da bleiben. Denn ihre neueste Botschaft ist genau so negativ: die Pille sei ein Geschenk Gottes. Üblicherweise behaupten wir, Kinder seien Geschenk Gottes. Wie läßt sich beides vereinen? Ist denn bei Gott Ja und Nein zugleich? Ist in ihm nicht eindeutig das Ja? Frau Käßmann war oder ist eine starke Droge für Viele, aber eine, aus deren Rausch man mit Unbehagen erwacht. Die EKD wird noch lange brauchen, bis sie den Käßmann-Touch überwindet.

Verfasst von nutrimentum spiritus am 22. Mai 2010 - 8:00.

Der Anfang des Evangeliums

Am Anfang des Evangeliums steht die Aufforderung des HERRN, Buße zu tun und zu...

Am Anfang des Evangeliums steht die Aufforderung des HERRN, Buße zu tun und zu Gott umzukehren. Luther hat in seinen 95 Thesen zum Ablaß völlig zu Recht darauf hingewiesen, daß das ganze Leben eines Christenmenschen eine tägliche Buße sein soll. Dabei ging es nicht um irgendeine Aktion für den guten Schein, sondern um echte und aufrichtige Buße, und dazu gehört auch, daß wir Gottes Wort und seine Ordnungen anerkennen. Und hier ist es wichtig, daß Jesus als Gottes Sohn nichts anderes lehrt als das, was auch sein himmlischer Vater sagt: Vater und Sohn sind eins. Folglich ist es nicht statthaft, einen Gegensatz zwischen Altem und Neuem Testament zu konstruieren, und ebenso wenig ist das im Blick auf das ganze Neue Testament möglich. Die heiligen Apostel gründen auf dem Wort ihres und unseres HERRN Jesus Christus und sprechen mit apostolischer Autorität. Es ist deshalb auch nicht statthaft, ihre Aussagen mit dem Hinweis auf andere Zeiten und eine andere Kultur außer Kraft setzen zu wollen. Die Synode von Barmen verwarf "die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen."
Und so ist es wahr, daß wir Sünder sind, und daß wir als solche Sünder aufrichtig Buße tun und zu Gott umzukehren gerufen sind, aber niemals und unter keinen Umständen Gottes Wort verdrehen, außer Kraft setzen und verfälschen dürfen. Die Rechtfertigung des Sünders bedeutet nicht, daß Gott damit zugleich die Sünde rechtfertigt.
Vergebung für die Sünde zu finden, bedeutet nun freilich nicht und unter keinen Umständen die Qualifikation für ein hohes kirchliches Amt. Was persönlich und sachlich dafür qualifiziert, steht klar und eindeutig in den entsprechenden Passagen des Neuen Testaments. Wir haben nicht die Vollmacht, diese Kriterien zu verändern, ebenso wenig wie wir eine Vollmacht hätten, das Wort Gottes und seiner Apostel zu verdrehen oder zu verändern.
Vielmehr ist es an uns, eben bei unserm allmächtigen und barmherzigen HERRN Zuflucht zu suchen und IHM als dem HERRN des Lebens Recht zu geben. Der heilige Apostel Paulus schreibt: "Schaffet, daß ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern." (Philipper 2, 12)

D.A.

Verfasst von Jettchen am 21. Mai 2010 - 9:50.

Wer macht den Vorschlag

Erst einmal kann man Frau Käßmann doch hier gar ncihts vorwerfen....

Erst einmal kann man Frau Käßmann doch hier gar ncihts vorwerfen. Die MAV macht den Vorschlag, wünscht sich, Frau Käßmann wieder im Amt zu sehen. Das zeigt doch nur, wie geschätzt Frau Käßmanns Arbeit war und ist!

Ich kann die Menschen gut verstehen, dass sie sie Frau Käßmann im Amt wieder wünschen. Da ist nichts verwerfliches dran.

Verfasst von hedi1 am 21. Mai 2010 - 7:40.

Bitte nicht .....

Das darf doch nicht wahr sein.... Sicher, Frau Käßmann hat sich nach...

Das darf doch nicht wahr sein.... Sicher, Frau Käßmann hat sich nach der Autofahrt unter erheblichem Alkoholeinfluss absolut korrekt mit ihrem Rücktritt verhalten. Eine völlig angemessene jedoch selbstverständliche Reaktion. Hier mit einem Empfang wie "Standing Ovations" zu reagieren - wie beim Kirchentag berichtet, bzw. jetzt der Vorschlag einer erneuten Kandidatur ist wirklich völlig daneben. Wie würden diese Menschen reagieren, wenn diese Autofahrt nicht so glimpflich abgegangen wäre, sondern einen anderen Menschen das Leben gekostet hätte .....
Traurig, wenn wir schon so weit sind - jemanden wegen einer logischen, richtigen Konsequenz hochzuloben!

Verfasst von maxmuskat am 21. Mai 2010 - 8:12.
Kommentar auf: Bitte nicht .....

Bitte doch...

Frau Käßmann ist nicht wegen ihrer "richtigen Konsequenz"...

Frau Käßmann ist nicht wegen ihrer "richtigen Konsequenz" hochgelobt worden, und schon gar nicht wegen ihrer Alkoholfahrt. Sondern sie ist hochgelobt worden für ihre Person, ihre Errungenschaften in der evangelischen Kirche, in der Ökumene und noch weit darüber hinaus. Jeder Mensch kann fehler machen, und sie muss dafür geradestehen - das tut sie auch in genau der Weise, wie es jeder andere erwische Alkoholfahrer tun muss. Was nun  wichtig ist, ist die Frage ob sie in der Lage ist, als Bischöfin effektiv zu sein... und das sie das ist, hat sie bewiesen.

Verfasst von nutrimentum spiritus am 22. Mai 2010 - 8:16.
Kommentar auf: Bitte doch...

Errungenschaften von Frau Käßmann in der Evangelischen Kirche?

Die Rede von Verdiensten und Errungenschaften in der Römisch-Katholischen...

Die Rede von Verdiensten und Errungenschaften in der Römisch-Katholischen Kirche zur Zeit Luthers hat die Reformation ausgelöst. Das Evangelium sollte damals von solchen "menschlichen Erfindungen", die keinen Anhalt im Wort Gottes haben, befreit werden. Dass man sich damals Ablass für Sündenstrafen kaufen konnte, welche jede aufrichtige Reue und Buße ad absurdum führten, das war damals der Skandal. Und es war eine Befreiung für die Kirche, dass Luther das heilige und unveränderliche Wort Gottes wiederentdeckte. Genau hier entspringen die drei reformatorischen Prinzipien: solus Christus, sola gratia, sola scriptura! Wir heute aber wissen offenbar gar nicht mehr, was echte Buße und Reue bedeutet. Wir verändern und verfälschen munter Gottes heiliges und unveränderliches Wort und führen bedenkenlos Sein Volk in die Irre. Wirkliche Erneuerung kann es nur durch echte und aufrichtige Rückkehr zum Wort Gottes und dem lebendigen HERRN geben, der lebt, allmächtig und barmherzig ist.
Das jedenfalls ist unsere Erfahrung.

D.A.

Verfasst von hedi1 am 21. Mai 2010 - 9:16.
Kommentar auf: Bitte doch...

Ich würde mir einen anderen Kandidaten wünschen ....

@ maxmuskat Das ist genau die Frage, ob sie als Bischöfin effektiv sein...

@ maxmuskat

Das ist genau die Frage, ob sie als Bischöfin effektiv sein kann ..... - zumindest gibt es Vermutungen, dass sie dem Druck dieses Amtes evtl. nicht statt gehalten hat. Sicher reine Spekulation - ich halte Frau Käßmann bestimmt für einen sehr wertvollen Menschen, eine gute Theologin und vor allem eine Frau mit Rückrat.

Für die Ökumene finde ich sie eher kontraproduktiv. Für die orthodoxen Christen war ihre Wahl (als Frau überhaupt und auch noch geschieden) wohl eher eine Zumutung (siehe damaligen Rückzug). Persönlich finde ich sie sehr sozial eingestellt, mir aber in ihrer liberalen, feministisch angehauchten Theologie zu wenig ausgeprägt für dieses Amt. Bischof Huber hat mich da sehr viel mehr überzeugt.

 

 

Verfasst von Jettchen am 21. Mai 2010 - 9:52.

@Hedi

Es geht hier, wenn ich richtig gelesen habe, nicht um das Amt der EKD-...

Es geht hier, wenn ich richtig gelesen habe, nicht um das Amt der EKD-Ratsvorsitzenden sondern der Landesbischöfin.

Verfasst von Julianebobo am 21. Mai 2010 - 13:03.
Kommentar auf: @Hedi

Das hätte ja mancher der so

Das hätte ja mancher der so Vermutenden gern gehabt, dass sie nicht...

Das hätte ja mancher der so Vermutenden gern gehabt, dass sie nicht standgehalten hätte, aber bitteschön.. ich kan die Vernutenden verstehen, dass sie die Rückkehr einer Frau, die sich als nicht erpressbar herausgestellt hat, ins jedwedes Amt fürchten.. nicht nur in das einer evangelischen Bischöfin..

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