Margot Käßmann tritt zurück. Foto: epd-bild / Harald Koch.
Kirche -
"Bleibe bei dem, was Dein Herz Dir geraten hat". Mit diesen Worten leitete Bischöfin Margot Käßmann ihre Rücktrittserklärung von ihren Ämtern als EKD-Vorsitzende und Landesbischöfin ein. Die 51-Jährige zieht damit die Konsequenz aus Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Alkohols am Steuer. Sie war am Samstagabend mit 1,54 Promille Alkohol im Blut am Steuer ihres Dienstwagens in Hannover angehalten worden.
Auf einer Pressekonferenz hat Margot Käßmann den Rücktritt von ihren Ämtern als EKD-Ratsvorsitzende und hannoversche Landesbischöfin verkündet. Käßmann sagte, dass sie einen schweren Fehler begangen habe, den sie sehr bereue. Alle Vorwürfe, die zu machen seien, habe sie sich gemacht, so die 51-Jährige. Letztlich sei sie aber zu dem Schluss gekommen, dass Amt und Autorität beschädigt worden seien. Respekt und Achtung auch vor ihrer eigenen Person hätten sie zu dem Schritt gebracht. Wäre sie im Amt geblieben, hätte sie in Zukunft nicht mehr die Freiheit gehabt, ethische und politische Herausforderungen zu benennen und zu beurteilen, erklärte sie. Ihre persönliche Überzeugungskraft wäre nicht mehr anerkannt worden. Käßmann nimmt Abschied von ihren Ämtern, die sie mit "Leib und Seele" gern ausgefüllt hatte. Für die Zukunft will sie Pastorin in der Landeskirche bleiben. "Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand", mit diesen Worten und dieser Überzeugung schloss Käßmann ihre Erklärung.
Die Erklärung im Wortlaut:
"Am vergangenen Samstag habe ich einen schweren Fehler gemacht, den ich zutiefst bereue. Auch wenn ich ihn bereue, aber, und mir alle Vorwürfe, die in dieser Situation berechtigter Weise zu machen sind, gemacht habe, mir selbst, kann und will ich nicht darüber hinwegsehen, dass das Amt und meine Autorität als Landesbischöfin sowie als Ratsvorsitzende beschädigt sind.
Die Freiheit, ethische und politische Herausforderungen zu benennen und zu beurteilen, hätte ich in Zukunft nicht mehr so wie ich sie hatte. Und die harsche Kritik, etwa an einem Predigtzitat wie "Nichts ist gut in Afghanistan", ist nur durchzuhalten, wenn persönliche Überzeugungskraft uneingeschränkt anerkannt wird.
Einer meiner Ratgeber hat mir gestern ein Wort von Jesus Sirach mit auf den Weg gegeben: "Bleibe bei dem, was Dir dein Herz rät". Und mein Herz sagt mir ganz klar: Ich kann nicht mit der notwendigen Autorität im Amt bleiben. So manches, was ich lese in den letzten Tagen, ist mit der Würde des Amtes nicht vereinbar. Aber mir geht es neben dem Amt auch um Respekt und um Achtung vor mir selbst, und um meine eigene Geradlinigkeit, die mir viel bedeutet.
Margot Käßmann im Portrait
© www.aer-media/Evangelischer Kirchenfunk Niedersachsen
Hiermit erkläre ich, dass ich mit sofortiger Wirkung von allen meinen kirchlichen Ämtern zurücktrete. Ich war mehr als zehn Jahre mit Leib und Seele und sehr gerne Bischöfin, und habe auch all meine Kraft in dieses Amt gegeben. Ich bleibe Pastorin der hannoverschen Landeskirche. Ich habe 25 Jahre nach meiner Ordination vielfältige Erfahrungen gesammelt, die ich gerne auch in Zukunft an anderer Stelle einbringen werde.
Es tut mir leid, dass ich viele enttäusche, die mich dringend gebeten haben, im Amt zu bleiben. Und die mich auch vertrauensvoll in meine Ämter gewählt haben. Ich danke allen Menschen, die mich so wunderbar getragen haben in diesen letzten Tagen mit Grüßen, E-Mails, SMS und auch Blumen, die alle meiner Seele sehr, sehr gut getan haben. Dem Rat der EKD danke ich besonders, dass er mir gestern Abend ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen hat.
Die Wahl des Rates der EKD auf der Synode 2009
Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der hannoverschen Landeskirche und der EKD, die mich haupt- und ehrenamtlich unterstützt haben. Insbesondere danke ich meinem allerengsten Team, das mir in so manchem Sturm die Treue gehalten hat. Ich danke allen Freundinnen und Freunden, allen guten Ratgebern, auch in diesen Tagen, und ich danke meinen vier Töchtern, dass sie diese Entscheidung so klar und deutlich mittragen und heute auch hier mit anwesend sind, was nicht selbstverständlich ist.
Zuallerletzt: Ich weiß aus vorangegangenen Krisen: Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand, und für diese Glaubensüberzeugung bin ich auch heute dankbar.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit."
Gradlinigkeit und Klarheit werden fehlen
Die EKD hat mit tiefem Bedauern auf den Rücktritt reagiert. "Die Gradlinigkeit und Klarheit in ihren theologischen, soziopolitischen und gesellschaftlichen Positionen werden der Evangelischen Kirche in Deutschland fehlen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der EKD-Synodenpräsidentin, Katrin Göring-Eckardt sowie des stellvertretenden EKD-Vorsitzenden, Nikolaus Schneider. "Ihr Rücktritt ist ein schwerer Verlust für den deutschen Protestantismus." Käßmanns Spitzenamt bei der EKD werde bis zu einer Neuwahl im November ihr Stellvertreter Nikolaus Schneider, der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, übernehmen, erklärte die Kirche. Eine Neuwahl werde voraussichtlich bei der nächsten Synodentagung vom 5. bis 10. November in Hannover erfolgen.
Der Vizepräses der EKD-Synode, Günther Beckstein, hat mit Bedauern auf den Rücktritt der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann reagiert. "Es ist ihre Entscheidung, die ich respektiere", sagte Beckstein am Mittwoch dem epd. "Von mir aus hätte sie bleiben können", sagte der ehemalige bayerische Ministerpräsident und CSU-Politiker. Nach evangelischem Amtsverständnis sei ein Bischof oder eine Bischöfin auch nur ein fehlbarer Mensch.
Beckstein erinnerte daran, dass Käßmann im Unterschied zu ihrem Vorgänger Wolfgang Huber, der ein disziplinierter Intellektueller gewesen sei, stets eine "tiefe Menschlichkeit" habe durchblicken lassen. "Käßmann hat ergreifende Predigten gehalten", so Beckstein. Nach Einschätzung Becksteins wird der Rat der evangelischen Kirche demnächst eine andere Persönlichkeit in den Ratsvorsitz wählen. Eine Alternative wäre, bis Oktober abzuwarten, wenn die nächste Synode tagt.
Käßmann war im Oktober vergangenen Jahres als erste Frau an die Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt worden und repräsentierte in dem Amt 25 Millionen Protestanten. Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte sie zum Jahreswechsel mit Kritik am militärischen Engagement Deutschlands in Afghanistan.
1999 war Käßmann als Bischöfin der hannoverschen Landeskirche eingeführt worden, mit knapp drei Millionen Mitgliedern die größte in Deutschland. Die Theologin war zuvor Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags und hatte sich in den 80er Jahren im Ökumenischen Rat der Kirchen profiliert.
Die Bischöfin war 26 Jahre lang mit dem Pfarrer Eckhard Käßmann verheiratet, von dem sie sich im August 2007 scheiden ließ. Die beiden haben vier Töchter. Im Sommer 2006 erkrankte Margot Käßmann an Brustkrebs und nahm ihren Dienst zwei Monate nach ihrer Operation wieder auf.
evangelisch.de/epd
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Kommentare
geradlinigkeit?
was ist geradlinigkeit? wenn man unbeirrt einen weg geht, den man sich selbst vorher bestimmt hat?
ich bin nicht gläubig und habe doch mit interesse die entwicklungen gerade in der evangelischen kirche in deutschland und gerade in den letzten monaten verfolgt. es schien, als würde das oftmals angestaubte image der glaubensgemeinschaft, oder besser, der institution der kirche explosionsartig aus den multimedialen köpfen der nation gewischt werden. und irgendwo nahm man der ersten frau an der spitze der ekd die von ihr selbst ins spiel gebrachte geradlinigkeit ab.
nun, so scheint es nach ihrem "sündenfall", gerät die vermittlung dieser geradlinigkeit in eine glaubenskrise. niemand ist unfehlbar! und es ist ein gravierendes vergehen, sich durch alkohol in seiner wahrnehmungs- und reaktionsfähigkeit stark beeinträchtigt hinter das Steuer eines kraftfahrzeugs zu setzen und in diesem zustand am straßenverkehr teilzunehmen. es ist am wenigsten das verdienst von frau käßmann, dass während dieser trunkenheitsfahrt niemand zu schaden gekommen ist. welch maß an selbstüberschätzung muß ihren vom alkohol benebelten geist überkommen haben, als sie sich gegen die gesundheit oder gar das leben anderer entschied. das war keine lappalie! es war ein gravierender aber auch ein menschlicher fehler. dass jemand einen fehler macht, ist zu ahnden. und auch der geradlinige muss wissen, dass seine fehler geahndet werden. und dass frau käßmann in einer ersten erklärung genau dies zum ausdruck brachte, war geradlinig.
ihr rücktritt von allen kirchlichen ämtern ist nicht geradlinig. und die erklärung, dass sie diese ämter nun nicht mehr mit der nötigen autorität ausüben kann, ist überdies scheinheilig. ihre heutige presseerklärung macht sie unglaubwürdig, nicht ihre straftat und nicht ihre erste erklärung dazu.
aber genau die art und weise, in der frau käßmann heute zurückgetreten ist, macht ihren schritt zu einem richtigen schritt. es wäre glaubwürdiger und vor allem geradliniger gewesen, trotz dieses fehlers im amt zu bleiben, persönlich die strafrechtlichen konsequenzen mit der gebotenen einsicht und reue zu tragen und somit allen anderen zu zeigen, dass sich fehler vielleicht nicht immer verhindern lassen, aber dass man dann auch die konsequenzen tragen muss. dieser verantwortung entzieht sich frau käßmann leider...
dies ist meine höchst persönliche meinung. ich respektiere jeden, der eine andere vertritt.
christian götschel (sachsen-anhalt)
Warum muss man Menschen wie
Warum muss man Menschen wie ihr so etwas antun. Jeder Mensch macht Fehler-warum reicht es nicht, dass sie selber sich am meisten Ins Gericht nimmt.
Warum kommt so ein Fehltritt in der Tagesschau und in sämtlichen anderen Medien.
Ich bin erschüttert- was passiert in dieser Welt?
Was zählt in dieser Welt?
Ich habe großen Respekt und
Ich habe großen Respekt und Verständnis für die Entscheidung von Frau Käßmann. Ich denke, jeder muss eine solche Entscheidung selber treffen. Und sie wird sich das so schnell nicht verzeihen können.
Ich bedauere ihren Rücktritt zutiefst und bin etwas traurig, dass mal wieder ein engagierter und wichtiger Mensch für unsere Gesellschaft so aus der Mitte tritt.
Der Hoffnung, Margot Käßmann an anderer Stelle mit wichtigen Aussagen zu Politik, Gesellschaft und Glauben in unserer Gesellschaft wiederzufinden vertraue ich.
An moralischer Kompetenz gewonnen
Liebe geschätzte Frau Käßmann,
Sie haben mich nicht enttäuscht. Enttäuscht haben mich seit Ihrer Trunkenheitsfahrt andere. Ich werfe nicht den ersten Stein. Warum auch? Sind wir nicht alle in irgend einer Weise schon mal zu Tätern geworden? Jeder prüfe sich selbst!
Enttäuscht hat mich eine Vielzahl von Medienvertreten, die nichts unterließen, Sie der Öffentlichkeit als gefallene Heilige vorzuführen. Sie wurden nach meiner Meinung in einigen Zeitungen regelrecht verbrannt, ja zur moralisch Gefallenen erklärt. Diese Meinungsmache ist überzogen und skandalös.
Ihr Rücktritt kam für mich völlig unerwartet, da aus meiner Sicht dieser nicht notwendig war.
Sie haben dennoch durch Ihren Schritt nicht nur Ihre Glaubwürdigkeit erhalten sondern an moralischer Kompetenz gewonnen. Ich hoffe, dass Sie den Menschen in unserem Land auch künftig mit Ihren kritischen Worten erhalten bleiben. Gibt es doch immer mehr unter uns, die schweigen obwohl ihr Verstand und Gewissen laut schreit.
Käßmann
Schade, jeder Mensch macht Fehler. Deshalb gleich der Rücktritt?? NEIN!!! - zumindest aus meiner Sicht. Aber jeder muss selbst damit klar kommen und muss selbst die Entscheidung treffen. Ich ziehe dennoch den Hut vor ihr, denn sie hat mehr auf sich genommen, als es notwendig war. Wer das anders sieht und der Frau Vorwürfe macht, der solle daran denken: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!
Unter Alkohol ist mancher schon gefahren, und mancher auch auch nicht nur einmal... Und andere politische "Größen" sind deshalb nicht zurück getreten, sondern sind noch im Amt. Die sollten sich ein Beispiel nehmen. Ich wünsche der Frau alles Gute, möge sie diese Entscheidung nie bereuen.
Authentisch
Ich halte Frau Käßmanns Rücktritt insbesondere vor dem Hintergrund der Begründung ihrer Entscheidung für gut und vorbildlich. In ihrer Position als öffentliche Person muss sie als verantwortlicher Mensch einer Vorbildfunktion nachkommen - und das hat sie getan, indem sie nach einer menschlichen Schwäche heute Stärke gezeigt hat.
Für die Evangelische Kirche ist ihr Rücktritt in meinen Augen ein Verlust. Ich hoffe, ihre Stimme verstummt in der Öffentlichkeit nicht.
Persönlich wünsche ich Frau Käßmann viel Kraft, Rückhalt und Gottes Segen. Der Evangelischen Kirche wünsche ich, dass ein würdiger Nachfolger für sie gefunden wird - die Kirche hat es verdient.
Respekt
Ja, Frau Käßmann, Ihr Rücktritt IST ein Verlust für die Evangelische Kirche! Ich denke, Sie haben - so wie mir (m) - vielen Menschen gezeigt, wie eine MENSCHLICHE Kirche sein kann! Vor Ihrer Entscheidung habe ich großen Respekt und hoffe, dass Sie Ihre Stimme auch weiterhin in die Kirche einbringen - wir brauchen Sie nämlich, wenn Kirche Zukunft haben soll.
Alles Gute für Sie!
Zweiter Fehler
> Nach dem Fehler der Alkoholfahrt finde ich, dass der überstürzte Rücktritt ein zweiter Fehler ist.
Ja, da schließe ich mich an. Entweder sind wir Gerechtfertigte oder nicht.
Wenn man das ernst nimmt, steht man zu seinen Fehlern. Wir müssen alle mit unseren Schwächen leben.
Und wer kommt jetzt? Jetzt werden sie sich um einen starken, machtbewussten Mann scharen. Der ihnen Sicherheit bietet und Ruhe die nächsten Jahre.
Sehr betroffen und enttäuscht.
Glaub - Würdigkeit
Nicht zu der Verfehlung gestanden zu haben, hätte die Glaubwürdigkeit der Theologin und Kichenvorsteherin zerstört. Damit wäre sie auch für die Institution Kirche untragbar geworden. Aus christlicher Sicht ist diese verantwortliche und persönliche Gewissensentscheidung nicht weiter zu kommentieren. Hämische Bemerkungen wie etwa: ... nun möge die Kirche wieder auf den (einzigen??) evangelikalen Weg zurückkehren... werden durch eine solche Haltung als kleinlich entlarvt. Der Rücktritt offenbart eine Haltung, die vollen Respekt verdient.
Margot Käßmann
Niemand ist perfekt, auch eine Bischöfin nicht und gerade das macht den
Menschen aus.
Ich bedauere zutiefst, dass Frau Käßmann von ihrem Amt als Vorsitzende der EKD zurückgetreten ist, aber für sie ist es sicher der bessere Weg, denn man
hätte ihr das Leben sehr schwer gemacht. Vor allem in den Medien wurde ja gestern schon alles reißerisch aufgemacht. Es ist nicht richtig, alkoholisiert über eine rote Ampel zu fahren, aber es gibt wahrlich schlimmeres.
Vor der persönlichen Entscheidung von Frau Käßmann habe ich Respekt, obwohl
ich sehr sehr traurig darüber bin. Ihr Rücktritt ist ein Rückschritt für die Evangelische Kirche, denn sie war eine Leitfigur und eine Hoffnungs- und Sympathieträgerin. Sie hat mit ihrem Charisma, ihrer menschlichen Art und ihrer glaubwürdigen Ausstrahlung viel für die evangelischen Christen in Deutschland getan und hätte das Potential, noch mehr zu bewirken.
Ich wünsche Frau Käßmann viel Kraft für die vor ihr liegende Zeit. Aber sie ist eine starke Frau und so hoffe ich, dass sie irgendwann wieder die Zuversicht findet, ein verantwortungsvolles Amt in der Evanglischen Kirche
zu übernehmen.
Renate Link
Schweinfurt
Rücktritt
Als mit einer Katholikin verheirateter Mann kann ich nur schreiben:
Frau Käßmann: Ich bitte um Vergebung, ich gebe Vergebung!
Sie sagten heute in der Pressekonferenz, dass man nie tiefer fallen könne, als in Gottes Hand. Sie sind nicht gefallen-Sie haben sich hingelegt. Bei Ihrer Biographie nur zu verständlich, doch jetzt stehen Sie bitte wieder auf.
Jetzt da wir Protestanten beweisen können, nah am Jesus Wort zu sein, jetzt müssen wir es bewesien. Frau Bischöfin, Sie sind auch nicht in der irdischen Welt alleine-niemals!
Ich erbitte für Sie Gottes Segen und ich bete für Sie, dass Sie a)an die richtige Tür klopfen, um Hilfe zu erhalten und b)die Stärke besitzen diese Hilfe zu erbitten und zu nutzen.
Und Gott braucht Sie, wir Christen brauchen Sie: Sie müssen sein Wort verkünden. Ich kann das nicht. Sie aber können das. Sogar sehr gut!
Zwei schwere Fehler
Nach dem Fehler der Alkoholfahrt finde ich, dass der überstürzte Rücktritt ein zweiter Fehler ist.
Sehr gute Entscheidung von Frau Doktor!
Respekt für diese Entscheidung!
Nun ist endlich der Weg frei, für eine neue, Bekenntnis- und Bibeltreue "Führungsspitze" in der EKD!
Damit endlich diese (und andere) "Im Kreis stehen und sich an den Händenfassen"-Eskapaden beim Heiligen Abendmahl ein für allemal ein Ende haben.
Von hier aus, alles Gute für Frl. Käßmann, möge der HERR ihr in dieser schweren zeit beistehen, das ist mein Gebet für sie!
Thomas
@ Thomas
Ihr Beitrag leidet an einer hermeneutischen, nicht unbedeutenden, Fehler:
In der Überschrift schreiben Sie "Frau Doktor", in der Schlussformel "Frl."-was für Fräulein stehen dürfte- Käßmann. Jetzt da wir Ihr intellektuell und human offensichtlich sehr tief liegendes Niveau beleuchtet haben, zum "Inhalt".
Frau BISCHÖFIN (für Sie kenntlich gemacht) Käßmann ist mitunter eigene Wege gegangen: ja; aber sie ist gewählt worden, somit liegt der Schluss nahe, dass sie viele Menschen zu überzeugen gewusst hat. Mich nicht, aber das ist irrellevant. Ebenso wie Sie, ohne sich mit konkreten Gegenvorstellungen zur Wahl zu stellen, Ihre Ansichten in den Rang der Unwichtigkeit degradieren.
Ihre Unterstellung fehlender Bekenntnis- und Bibeltreue lässt mich an das Mt-Evangelium, also an Gott und auch die drei Dörfler erinnern, die jeder von Gott Talente erhalten und einer es mehrt, einer etwas Pech hat aber fleißig ist und der dritte diese vergräbt-wobei der letzte zum Schluss von Gott hinausgeworfen wird. Sollte Ihr Talent sein, Kübel voller Häme über Brüder und Schwestern, die sich in Not (ganz gleich ob hier nun unverschuldet oder verschuldet) befinden, auszukippen? Nein, ein solch "göttliches" Talent gibt es wohl nicht.
Also denken Sie bitte mal über folgenden Passus aus dem Vater Unser nach: ...und führe uns nicht in Versuchung..., aber in einem können Sie sicher sein: Gott wird Frau Käßmann beistehen. Und Gott wird sie und Sie richten, zu seiner rechten Seite wird Jesus Christus sitzen: Es ist Ihre Entscheidung, was Sie aus Ihren Talenten machen, Ihre allein.
In unserer Kirche ist Platz für alle-sie ist groß mit viel Platz und bunt, bunt wie Gott die Menschen gemacht hat. Es ist eine Kirche Gottes, aber von Menschen gemacht.
Und jetzt: Viel Glück und Gottes Segen Frau Käßmann!
Infam
Man muss es schon infam nennen, wenn Sie dem Rat der EKD mangelnde oder gar fehlende "Bekenntnis- und Bibeltreue" unterstellen. Von Pinchas Lapide stammt der bemerkenswerte Satz: "Es gibt zwei Arten des Umgangs mit der Bibel: Entweder man nimmt sie wörtlich oder man nimmst sie ernst."
Ich bin froh zu wissen, dass Nikolaus Schneider die Bibel ebenso ernst nimmt und in diesem Sinne "bekenntnis- und bibeltreu" ist wie Margot Käßmann!
Schade, das wäre nicht
Schade, das wäre nicht notwendig gewesen, aber den Schritt muss man natürlich akzeptieren. Sie hat mit der Alkoholfahrt einen Fehler begangen und wird als Bürgerin dieses Landes die entsprechenden juristischen Konsequenzen zu tragen haben, aber die Rücktrittsforderungen im Hinblick auf ihr Amt waren fehl am Platz. Wenn die gleichen Maßstäbe auf alle Bürger dieses Landes angwandt würden, würden morgen in Deutschland wohl alle Räder still stehen oder gibt es hier nur Unfehlbare?
Ja
Ich kann Ihren Beitrag nur Satz für Satz unterschreiben. Ich hatte gehofft, dass sie nur eine Pause macht, um dann gestärkt und gefestigt zurück zu kommen.
Trotz ihres "Fehlers" bleibt
Trotz ihres "Fehlers" bleibt Frau Käßmann für mich einer der wenigen Gründe, nicht aus der evangelischen Kirche auszutreten.
Eigenartige Begründung
Ich kann Ihre Gründe nicht nachvollziehen, die das Verbleiben oder Nichtverbleiben in der evangelischen Kirche darstellen sollen. Ist Ihre Mitgliedschaft in der Kirche davon abhängig, wie sich andere (Einzelpersonen wie Frau Käßmann) in der Kirche verhalten? Schon allein der Gedanke daran ist mir äußerst fremd. Ich bin nicht nicht in der Kirche, um darauf zu achten, dass andere mindestens so leben wie ich mir es einbilde, sondern, weil ich vielleicht dort eine Gemeinschaft finden kann, die mir zum Leben hilft und dass diese Gemeinschaft bei allen Fehlleistungen in der Geschichte auch vielen anderen Menschen hilfreich war und ist.
Hut ab!
Ich finde das sehr schade. Frau Käßmann ist aber durch diesen Rücktritt noch mehr in meiner Achtung gestiegen.
Ich hätte diesen Rücktritt nicht gefordert, habe aber schon befürchtet, dass nun jede ihrer Äußerungen in den Schmutz gezogen worden wäre. Ich bewundere ihren Mut und ihre Integrität. Hut ab vor Frau Käßmann!
Und vor allen Dingen: Gottes Segen für ihren weiteren Weg.
Rücktritt der Ratsvorsitzenden
Der Rücktritt war unausweichlich. Sie hat keinen Fehler begangen, sondern eine verantwortungslose Straftat. Ihre Ämter und ihre Glaubwürdigkeit in diesen sind damit schwer beschädigt.
Besoffen Auto zu fahren, ist nicht etwas, was jedem so passieren kann, sondern ein verantwortetes Handeln, das Leib- und Lebensgefahr für andere billigend in Kauf nimmt.
Ich finde das auch fast tragisch und sie tut mir leid; ich wünsche ihr, dass sie wieder einen guten Weg für sich findet. Ich ärgere mich auch sehr, dass niemand in ihrem Umfeld, sie in dieser Situation beschützt hat, denn sie war ja offensichtlich nicht allein.
Aber die persönliche Sympathie und Betroffenheit kann nicht den Blick für die notwendigen Konsequenzen verstellen.
Zum Kommentar: Der Vergleich mit Paulus ist ja völlig daneben ! Nicht dass, sondern warum Paulus im Gefängnis gesessen hat, wäre das tertium comparationis.
G.
Rücktritt war ohne Alternative
Wer sich mit dem Alkoholgehalt einer Flasche Wein noch hinters Steuer setzt, riskiert bewusst den Tod unschuldiger Verkehrsteilnehmer. Ihre Autorität in ethisch-moralischen Fragen ist nicht mehr im fürs Amt notwendigen Maß vorhanden.
Aus meiner Sicht blieb ihr nur der Rücktritt.
(So sehr ich sie auch persönlich schätze und es mir leid tut: Ihrer Kirche hätte sie mit dem Verbleiben im Amt massiv geschadet.)
Für führende Repräsentanten einer werteorientierten Organisation ist die persönliche Glaubwürdigkeit unverzichtbar.
Unabhängig von Selbstverständlichkeiten, dass kein Mensch fehlerlos ist, jeder die Chance zum Darauslernen erhalten sollte, etc. :
Sehr bemerkenswert, dass offensichtlich der EKD die Vorbildfunktion ihrer Spitzenvertreter ohne Bedeutung scheint. Dies können kritische Beobachter als Wertelosigkeit der Funktionäre bewerten. Die evangelische Kirche, der auch ich angehöre, scheint von vielen Berufschristen als Quasi-Partei mit ähnlichen Mechanismen missverstanden zu werden.
Notwendige Konsequenz
Was soll dies übertriebene Gejammere? Frau Käßmann hat richtigerweise die Konsequenzen ihres Verhaltens gezogen. Das sollte jeder respektieren. Natürlich gibt es keinen Menschen, der von Irrtümern und Fehlern frei ist. Darin sind alle Menschen vor Gott gleich. Aber es sind nicht alle Menschen gleich im Blick auf die Ausübung von menschlichen Rollen bzw. Ämtern. Eine Frau, die mit einem hohen moralischen Anspruch in der Öffentlichkeit auftritt, sollten diesem Anspruch auch genügen, wenn sie selbst grobe Fehler macht. Das gilt sowieso für jeden kirchlichen Mitarbeiter - umso mehr für jemanden wie für Frau Käßmann in heraus gehobener Position. Enttäuschend war ihre "Begründung" für ihren Rücktritt. Der Stimme des "Herzens" gefolgt zu sein, reicht eben nicht aus, wenn es um eine Straftat geht. Sie hat eben Glück gehabt, dass sie die Polizei angehalten hat und sie nicht nur eine rote Ampel auch noch einen Menschen überfahren hat.
Wer sich mit 1,5 Promille hinter das Steuer eines Autos setzt, zeigt, dass dies nicht das erste Mal geschehen ist, sondern wohl eher schon eine Selbstverständlichkeit geworden ist. Das erste Mal fährt wohl kaum jemand mit dieser Promillezahl!
Schade
Schade, Sie hat zwar einen gravierenden Fehler gemacht, dennoch denke ich auch das der Rücktritt überstürzt war. Erst kurz zuvor habe ich ein sehr sympathisches Interview in der Family über/mit Frau Käßmann gelesen...
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