Mangelnde Brüderlichkeit: Zwist zwischen Marx und Mixa

Bischof Walter Mixa

Bischof Walter Mixa will mit dem Papst sprechen. Foto: dpa/Rolf Haid

Rücktritt - Die katholische Kirche im Bistum Augsburg kommt auch nach dem Rücktritt des umstrittenen Bischofs Walter Mixa nicht zur Ruhe. Mixa erwägt jetzt, die Vorgänge um seinen Rücktritt vom päpstlichen Gerichtshof in Rom untersuchen zu lassen. Außerdem beklagte er sich über mangelnde Brüderlichkeit seiner Kollegen. Das wiederumg hat Erzbischof Reinhard Marx zurückgewiesen.

Zwischen dem früheren Augsburger Bischof Walter Mixa und dem Vorsitzenden der bayerischen Bischofskonferenz Reinhard Marx ist offener Streit ausgebrochen. Marx ließ am Mittwoch Mixas Vorwurf einer Intrige und mangelnder Brüderlichkeit scharf zurückweisen: "Es ist alles rechtmäßig gelaufen, darüber hinaus gibt es nichts zu sagen", sagte der Sprecher des Erzbistums und der bayerischen Bischofskonferenz, Bernhard Kellner, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Rücktrittsgesuch von Ende April

Mixa hatte in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" am gleichen Tag im Zusammenhang mit seinem Rücktritt schwere Vorwürfe gegen Amtsbrüder erhoben. Die Erzbischöfe Reinhard Marx und Robert Zollitsch seien zum Papst geeilt und hätten ihm "als Trumpf den sogenannten Missbrauchsfall vorgetragen", sagte Mixa der Zeitung. Stattdessen hätten sie brüderlicher sein müssen. "Man hätte mir ja auch zu einer Auszeit raten können, bis alle Vorwürfe abschließend untersucht worden wären", sagte Mixa zum Verhalten des Münchner Erzbischofs und des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.

Der Sprecher des Münchner Erzbischofs sagte dazu: "Nicht zuletzt im Interesse von Bischof emeritus Mixa sehen wir davon ab, Einzelheiten öffentlich auszubreiten." Man wünsche Mixa gute Genesung: "Sein Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik war ein wichtiger erster Schritt."

Der 69-jährige Mixa hatte Ende April ein Rücktrittsgesuch an Papst Benedikt XVI. gerichtet, nachdem Prügelvorwürfe und Berichte über finanzielle Unregelmäßigkeiten aus seiner Zeit als Stadtpfarrer in Schrobenhausen öffentlich geworden waren. Der Vatikan entsprach dem Rücktrittsgesuch am 8. Mai, nachdem kurz zuvor noch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen Mixa wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch bekannt wurden. Dieser Vorwurf erwies sich als unbegründet. Der Vatikan macht Mixa allerdings keine Hoffnung auf eine Rücknahme seines Rücktritts. "Papst Benedikt XVI. wird Walter Mixa in den kommenden Wochen empfangen", teilte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Mittwoch in Rom mit, "es ist aber nicht voraussehbar, dass die Annahme seines Rücktritts zur Diskussion gestellt wird".

Fehler im Umgang mit den Vorwürfen

"Es war ein haltloser Vorwurf aufgrund eines vagen Gerüchts", sagte Mixa der "Welt". Der Druck, unter dem er das vorgefertigte Rücktrittsgesuch unterschrieben habe, sei wie ein Fegefeuer für ihn gewesen. "Ich wusste in den Tagen weder ein noch aus", sagte er. Im Juli wolle er nach Rom reisen und mit dem Papst sprechen. "Ich möchte auf jeden Fall in irgendeiner Weise wieder in der Seelsorge tätig sein", sagt Mixa.

Der ehemalige Bischof räumte Fehler im Umgang mit den Prügelvorwürfen ein. Er hätte umgehend sagen sollen, dass er nicht jede körperliche Züchtigung ausschließen könne, "wie sie damals in der Jugendarbeit - erst recht mit sogenannten schwer erziehbaren Kindern - üblich und bis 1980 auch rechtens waren". "Wo und wem ich Unrecht getan habe, das habe ich auch gesagt, da entschuldige ich mich unbedingt", sagte er.

Zum Vorwurf finanzieller Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Geldern einer Waisenhausstiftung verwies Mixa auf Untersuchungen durch Wirtschaftsprüfer, die die finanziellen Angelegenheiten als gewissenhaft eingestuft hätten. "Diese Untersuchungen sind allerdings noch nicht ganz abgeschlossen", sagte er.

epd/dpa

Kommentare

Verfasst von Don Pasquillo am 21. Juni 2010 - 19:44.

Schmutzige Intrige !

Bisher kann festgehalten werden: Ein konservativer Bischof ist mit einer...

Bisher kann festgehalten werden: Ein konservativer Bischof ist mit einer schmutzigen Intrige durch  hohe Kirchenkreise und Laienorganisationen aus dem Amt vertrieben worden.
 

Die  Urheber dieser Intrige mögen sich nicht zu sicher sein ! Die ständig wachsende Zahl der Mixa - Verteidiger in der Diözese Augsburg spricht eine deutliche Sprache ! 

Verfasst von Don Pasquillo am 21. Juni 2010 - 19:43.

Schmutzige Intrige !

Bisher kann festgehalten werden: Ein konservativer Bischof ist mit einer...

Bisher kann festgehalten werden: Ein konservativer Bischof ist mit einer schmutzigen Intrige durch  hohe Kirchenkreise und Laienorganisationen aus dem Amt vertrieben worden.
 

Die  Urheber dieser Intrige mögen sich nicht zu sicher sein ! Die ständig wachsende Zahl der Mixa - Verteidiger in der Diözese Augsburg spricht eine deutliche Sprache ! 

Verfasst von -alex am 17. Juni 2010 - 11:41.

an: ckh

Liebe/r Frau/Herr ???   Dass die Verantwortlichen ihn nicht so unter Druck...

Liebe/r Frau/Herr ???

 

Dass die Verantwortlichen ihn nicht so unter Druck setzten, wie er nun vorgibt,

dürfte allen klar sein. Selbst andre Pfarrer lachen doch nur mehr,  wenn sie was über

ihn wieder hören...

 

Der schaufelt sich sein eigenes Grab!

 

Arroganz war sein Lebenswerk... wer ihn kennt, weiß, wie unchristlich er sein kann!

Was will jemand, der viele Jahre arbeitet (und wirklich arbeitet!), irgendwann muss jeder

in RENTE gehen. Wobei Pfarrer nie wirklich in einem Ruhestand sind! Siehe Adelschlag,

wo der Ruheständler fast alles alleine machen muss weil der junge Pfarrer es vorzieht,

sich nur in den beiden Dörfern nur zu angagieren...

 

Oder bei meinem "tollen" Pfarrer, den hatte Mixa offiziell in Ruhestand geschickt.

Und die Wahrheit? Nur ein paar km weiter weg versetzt, steht er wieder hinterm Altar und

PREDIGT  VON  LIEBE!!!

Schicken Sie da IHRE Kinder hin oder Jugendlichen? 

Ist doch alles nur verlogen gewesen. Wer weiß ob er dort nicht wieder das selbe machen würde.

 

Ja, Frau Käßmann machte es richtig, zog nen Strich wobei es da NUR um Alkohol ging!

Aber sie war-  und ist mir allemale lieber als die kath. mit der ganzen Verlogenheit!!!

Ihr Rücktritt war konsequent aber bei sowas, nicht wirklich nötig!

Sie hat dabei keinen verletzt!!!

 

Aus ziemlich naher Quelle  weiß ich es selbst und Bekannte was Mixa von sich gab ...

Hatte ER es selbst,  alles gestanden und zugegeben! Sein Tun und Handen!!!

Bis auf den sex. Übergriff, der auch nicht ok war von dem, der sowas behauptet!

So wissen in Schrobenhausen, wo es auch stattfand direkt, doch  ALLE, was er dort sagte und zugegeben hatte und das OHNE Druck!!!

 

Dem dortigem Pfarrer und dem Heimleiter ... und diese beiden sind verdammt ehrliche Menschen und Christen,

dürfen nun alles ausbaden, was er nur dort gemacht hat! Die können einem nur leid tun.

 

 

______________________________________________________________________________

Traumatherapie ist nicht gleich Traumatherapie, ja!

 

Eben weil viele gute Therapeuten oft NUR privat arbeiten, so wie ich nun eine kennengelernt habe.

Welche eben nicht kassenärztl. zugelassen ist, an solch eine Therapeutin könnte ich gar hinkommen!

Wenn es nicht von der Kirche, wie es jetzt noch war (oder eben den Tätern) bezahlt werden würde!

Sie ist super gut und die 1. in meinen 20 Jahren Therapieerfahrung auch die einzige, die mich nun

in der 3. Stunde schon so versteht und angeht wie keiner zuvor!

 

NUR 3 Std. brachten mich wieder ein Stück ins Leben zurück... worauf ich 2o Jahre lang verbrachte,

einen guten Therapeuten zu finden, über die Kasse. Was NIE gelang!

Und ohne SO einen Therapeuten ist ein "normales" Leben fast unmöglich!

 

Bei seinem Einkommen um die 8500€ ,hätte er damit kein Problem, einen privaten Therapeuten

zu bezahlen! Mich schickte man in die EU-Rente und muss sehen, wie ich zurecht komme

mit allem, was für normale Menschen leicht ist...

- für mich als "Be-hinderter" ist es da nicht so einfach in allem...

 

Zumindest, wenn sie ehrlicher wären und mehr Unterstützung aus Rom bekommen würden, was da angebracht wäre, hätte die Kirche auch dahingehend keine Probleme, die Therapien zu bezahlen!

Denn bringen sollten sie ja was oder?

 

Diese Missbrauchsbeauftragte klagt ja schon selbst, dass sie nicht mehr kann.

Bekommt aber von "oben" Druck, dass sie es muss... Sie muss sich hinstellen und das sagen was

ihr vorgegeben wird... Ihr mache ich keinen Vorwurf! Denn deren Job möchte ich nicht haben.

Und kündigen, sicher könnte sie, aber wer ernährt ihre Kinder?

Diese sind auf die Diözesen angewiesen wie so viele andre Leute, die nichts dafür können.

Aber auch nicht ausweichen können wirklich.

 

Nicht nur Brüderlichkeit fehlt hier ganz arg sondern verdammt viel

MENSCHLICHKEIT,  NÄCHSTENLIEBE!

 

 

 

Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher! (A.Einstein)

Verfasst von -alex am 17. Juni 2010 - 8:01.

Betroffene bekommen keine Hilfe durch die Kirche...

...Wie mir eine Missbrauchsbeauftragte sagte, haben sie sich gestern darauf...

...Wie mir eine Missbrauchsbeauftragte sagte,

haben sie sich gestern darauf geeinigt, dass Opfer sich ausschließlich

an "kassenzugelassene" Traumatherapeuten wenden sollen/müssten.

 

Klar, somit muss die Kirche wieder nichts zahlen und nur dann,

wenn die Kasse es nicht übernimmt, dann vielleicht. . .

Das ist doch der nächste Hohn an sich schon!

 

Täter sollten ihren Opfern die Therapie zahlen MÜSSEN!

 

Geschweige denn, gibts hier in der näheren Umgebung auch keine

Traumatherapeuten und wenn sind sie privat.

Soll ich nun also 150km einfach fahren?

Wer ersetzt mir da nur die Fahrtkosten? Keiner. Zumal ist man nach einer

richtigen Therapiestunde oft nur k.o. und fertig und 150km ist eine zusätzliche

Hinderung daran.

 

Dass Missbrauchsbeauftragte sich selbst schon auf einer Ebene selber

"missbraucht" vorkommen, kann ich da nur zu gut verstehen.

Die, die diesen Unsinn unter sich ausmachen, geben es an diese weiter.

 

So, wie sie heute einer Gemeinde sagen muss, dass der Fall vor 10J.

verjährt ist und dem pädoph. Pfarrer nichts mehr passieren wird!!!

Der Pfarrer darf  weiter im Dienst bleiben . . . und womöglich wieder

Kinder missbrauchen. . .

 

Dieser Kirche, WER kann an diese noch glauben?

Dass sie "helfen wollen zur Aufklärung usw." ...

WAS ist mit den Opfern???

 

Nichts, wir werden allein gelassen und müssen uns selbst

einen Therapieplatz  suchen...

Na denn danke, Kirche!

 

Frag mich nur, wer Mixa aud der Psychiatrie entlassen hatte. . . .

Alkohol ist da drinnen ja nicht erlaubt... leider!

 

 

 

 

Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher! (A.Einstein)

Verfasst von Wilhelm Drühe am 17. Juni 2010 - 7:40.

Nächstenliebe

Was läuft da alles im kirchlichen Hintergrund und Untergrund, das jetzt...

Was läuft da alles im kirchlichen Hintergrund und Untergrund, das jetzt einmal plötzlich aufbricht? Man sollte es nicht einfach kleinem Fehlverhalten aus ganz persönlich Interessen zuschreiben. Für mich sind es kirchliche Strukturprobleme, die sichtbar werden. Die Kirchen sind in eine furchtbare Schieflage geraten. Müsste nicht ein Martin Luther (wieder) kommen - mit einer wirklichen, radikalen (=bis zu den Wurzeln!) Kirchen-Reform? Und das soll immer noch im Auftrage Gottes geschehen - weil Jesus aus Nazareth dem Apostelsprecher gesagt hat: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen ..." ? (Matthäus 16, 18).

Verfasst von -alex am 16. Juni 2010 - 11:47.

...Fegefeuer für Mixa ...

Vielleicht können Sie mehr an Fehlverhalten finden, wenn Sie Pfarrer, die...

Vielleicht können Sie mehr an Fehlverhalten finden,

wenn Sie Pfarrer, die sex. Missbrauch betrieben ...

einfach nur weiterversetzen ließen!

 

Fegefeuer - wie SIE es sagen ist NICHTS gegen das,

was ein OPFER durch solche PFARRER jeden Tag

erleben muss!

 

Schöne Grüße an den Papst,

wenn Sie bei ihm landen sollten...

Dass er da nicht durchgreift ist traurig genug...

 

Sie und in der Seelsorge tätig sein wollen?

Na denn gute Nacht...

Sie versagten doch schon als Bischof in Eichstätt!!!

 

Gottes Segen, denn den werden Sie brauchen!

Alex Kolb

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Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher! (A.Einstein)

Verfasst von Hibbing am 17. Juni 2010 - 9:44.

Würdevoller Abgang

Bischof Mixa ist immerhon schon 69 Jahre alt und hat 40 Jahre gearbeitet. Da...

Bischof Mixa ist immerhon schon 69 Jahre alt und hat 40 Jahre gearbeitet. Da kann man doch würdevoll abtreten - und einem jüngeren dem Vortritt lassen. Bischof Mixa hat leider nicht die menschliche Größe wie unsere ehemalige Bischöfin Frau Käßmann.

Ich habe langsam den Eindruck, dass Bischof Mixa für dieses Amt einfach menschlich nicht geeignet war. Ich muß als Christ keine Heimkinder prügeln und die Sache mit den Stiftungsgeldern war auch nicht so ganz korrekt.

Auf Bischof Mixa wird noch ein ganz anderes Problem zukommen - was macht er eigentlich im Zwangsruhestand, ihm droht doch die völlige Vereinsamung. Und so viele Freunde oder ein gesundes soziales Umfeld wird er nicht haben.

Gruß HB

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HB

Verfasst von ckh am 17. Juni 2010 - 10:28.
Kommentar auf: Würdevoller Abgang

Würdevoll?

Ich empfinde es als nicht würdevoll wenn die Mitbrüder einen auf...

Ich empfinde es als nicht würdevoll wenn die Mitbrüder einen auf Grund einer medialen Schlammschlacht und falschen Vorwürfen aus dem Amt mobben.

Frau Käßmann ging, weil sie mit 1,54 Promille eine rote Ampel überfuhren und dabei von der Polizei in Flagranti erwischt wurde. Größe erkenn ich da keine. Besonders nicht wenn ich laut über eine Anzeige wegen Geheimnisverrats nachdenkt. Warum? Ganz einfach. Wärs nicht rausgekommen, Frau Käßmann hatte ihren Rausch ausgeschlafen und am nächsten Tag wieder in die Kameras gelächelt - Als EKD Ratsvorsitzende. 

Und wo bleibt die menschliche Größe an der Unschuldsvermutung festzuhalten bis die Schuld bewiesen ist? Bischof Mixa ist gebrandmarkt und verurteilt worden. 

Sein wirklicher Fehler war die falsche Reaktion auf die Vorwürfe. Voss hat ihn absolut falsch beraten. 

 

und an Herrn Kolb: 

was soltle Ihnen die Missbrauchsbeauftragte denn sonst sagen? Bei allem Verständnis für ihr erlittenes Unrecht, gibt es nun mal standartisierte Verfahren. Die Beauftragte kann sicher nicht entscheiden, welche Therapie für sie die beste ist. Da braucht es Spezialisten. Und vielleicht war die Aufforderung, sich an einen Kassenarzt zu wenden, eben so gemeint, dass dieser dann weitere Entscheidungen treffen soll. 

Es gibt für gewisse Gebiete der psychotherapeutischen Behandlung nur wenige Spezialisten. Und an einen solchen sollten sie überwiesen werden, der sich ihres Falles optimal annehmen kann. Denn Trauma ist nicht gleich Trauma.

 

ckh

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