Kirchentag weist Herta Müllers Vorwürfe zurück

Herta Müller. Foto: dpa

Herta Müller. Foto: dpa

Nobelpreisträgerin - Die Schriftstellerin Herta Müller hat mit ihrem scharfen Angriff gegen die evangelischen Kirche für Verwirrung und Ratlosigkeit gesorgt. Die Vorwürfe sind bereits 20 Jahre alt. Hintergrund ist eine angebliche Ausladung beim Kirchentag 1989 im damaligen Westberlin. Personen, die mit den damaligen Vorgängen vertraut sind, bezeichnen die Vorwürfe als "ungeheuerlich", Kirchentagssprecher Rüdiger Runge nannte Müllers Darstellung "sehr unwahrscheinlich".

Von Bernd Buchner

Die deutsch-rumänische Schriftstellerin hatte am Sonntagabend bei der Verleihung des Franz-Werfel-Menschenrechtspreises der Stiftung "Zentrum gegen Vertreibungen" in Frankfurt beklagt, sie sei im Jahr 1989 auf Verlangen Rumäniens vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) in Westberlin ausgeladen worden. Dies belege der Tonbandmitschnitt eines Telefonats, den ihr Unbekannte vor einigen Tagen in Abschrift zugespielt hatten. Nun wirft Müller den Kirchentagsverantwortlichen vor, dem Druck des Ceausescu-Regimes nachgegeben zu haben. Vorauseilender Gehorsam gegenüber einer kommunistischen Diktatur?

Noch vor kurzem schien zwischen Müller und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) alles in Ordnung: Als die aus dem westrumänischen Banat stammende Katholikin vor einigen Wochen den Literatur-Nobelpreis zugesprochen bekam, gratulierte ihr die Kirche herzlich: Eine "unermüdliche Mahnerin gegen Diktatur und Unterdrückung" erhalte die Auszeichnung, schrieb der damalige EKD-Ratschef Bischof Wolfgang Huber. Doch nun muss sich das Kirchenamt in Hannover um Klärung in einem verworrenen Fall bemühen. Man prüfe die Vorwürfe, hieß es knapp. Allerdings ist die EKD für den Fall gar nicht zuständig - der Kirchentag wird eigenständig organisiert.

Ein politischer Kirchentag

Beim DEKT vom 7. bis 11. Juni 1989 ging es politisch hoch her. In der DDR gärte es, die Zahl der Ausreisewilligen nahm täglich zu. Das Massaker auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens lag nur wenige Tage zurück - viele Besucher des Christentreffens solidarisierten sich mit den chinesischen Studenten und trugen deren weiße Stirnbänder. Zudem sah sich die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Berlin wegen ihrer Unterstützung des Apartheidregimes in Südafrika massiver Kritik ausgesetzt.

Überdies sorgte das Kirchentagsforum "Die rumänische Wohnung im europäischen Haus" für Zündstoff. Ob Herta Müller und der Schriftsteller Richard Wagner, damals ein Ehepaar, zu der Veranstaltung eingeladen waren, ist unklar. Im Programmheft, das bereits Monate vor dem DEKT gedruckt wurde, tauchen sie jedenfalls nicht auf. Eine Ausladung habe es "definitiv" nicht gegeben, heißt es heute aus dem Umfeld der Veranstalter. Die Autorin behauptet, sie und ihr Mann seien mit der "merkwürdigen Begründung" ausgeladen worden, sie seien nicht evangelisch, sondern katholisch.

Klar scheint, dass es vor dem Kirchentag Gespräche über die Besetzung des Podiums gegeben hatte. Die rumänischen Behörden samt dem berüchtigten Geheimdienst Securitate waren offensichtlich wegen der Teilnahme von Dissidenten um den Ruf des Landes besorgt, auch das Auswärtige Amt in Bonn intervenierte - man fürchtete Nachteile für die nicht-orthodoxen Christen in Rumänien. Staatsminister Helmut Schäfer (FDP) erhielt den Rat, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen. Er saß dennoch auf dem Podium und nahm die im Saal anwesenden Securitate-Mitarbeiter direkt aufs Korn.

Vorwurf des Opportunismus greift nicht

Das war ein couragierter Akt - die damals Anwesenden haben die aufgeheizte Stimmung bei der Diskussionsrunde noch lebhaft in Erinnerung. Opportunismus lässt sich dem Kirchentag nicht so ohne weiteres vorwerfen. Aus der heutigen Perspektive, zwei Jahrzehnte nach dem Fall des Kommunismus, werden die damaligen staats- und kirchenpolitischen Überlegungen leicht ausgeblendet. Der Umgang mit osteuropäischen Oppositionellen, zu denen die 1987 in die Bundesrepublik übergesiedelte Schriftstellerin gehörte, war eine Gratwanderung, die Fingerspitzengefühl und viel diplomatisches Geschick verlangte.

Der damalige DEKT-Generalsekretär Christian Krause, nachmalig Bischof in Braunschweig und Präsident des Lutherischen Weltbundes, hat nach eigenem Bekunden keine Erinnerung an den Vorfall. Sein damaliger Referent, der heutige Kirchentagssprecher Rüdiger Runge, verweist darauf, dass es sich bereits damals um einen öffentlichen Vorgang gehandelt habe. Der Diskussion von 1989 sei heute nichts hinzuzufügen. Auch der damalige Kirchentagspräsident, der ehemalige Verfassungsrichter Helmut Simon, hält eine Ausladung für "sehr unwahrscheinlich". Der DEKT habe sich stets gegen Einmischungen von außen gewehrt.

Ähnlich äußerte sich Runge am Dienstag gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eine Ausladung von Müller und Wagner sei nach derzeitigem Kenntnisstand "sehr unwahrscheinlich". Es sei allerdings tatsächlich so gewesen, dass etliche Seiten Druck auf diese Veranstaltung ausüben oder Einfluss nehmen wollten. So gebe es Berichte darüber, dass der damalige rumänische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland auf den damaligen Staatsminister im Auswärtigen Amt vergeblich eingewirkt habe, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen. Dies alles sei aber rückblickend aus den Erinnerungen der Beteiligten nicht verlässlich zu rekonstruieren, so der DEKT-Sprecher.

Ein Gespräch unter Bischöfen

Das Tonband, das Herta Müller zugespielt wurde, zeichnet nach Medienangaben ein Gespräch zwischen dem damaligen evangelischen Bischof in Rumänien, Albert Klein (1910-1990), und dem schaumburg-lippischen Bischof Joachim Heubach auf. Darin wurde der Eindruck erweckt, die rumänische Kirche habe Bedenken gegen eine Einladung der katholischen Schriftstellerin zum Kirchentag geäußert. Der im Jahr 2000 verstorbene Ostkirchenexperte Heubach allerdings, so ist zu hören, habe mit dem DEKT so gut wie nichts zu tun gehabt - und konnte schon gar über dessen Einladungspolitik entscheiden.

Pikant an dem Vorgang ist, dass der Mitschnitt mit großer Wahrscheinlichkeit von der Securitate stammt. Herta Müller schöpft für ihre Vorwürfe also aus Quellen, von denen sie über Jahrzehnte selbst abgeschöpft wurde. Die Schriftstellerin hat immer wieder auf den langen Arm des rumänischen Geheimdienstes in Deutschland hingewiesen. Dass sie nun, bei der Entgegennahme eines Preises des Bundes der Vertriebenen, auf die prekäre Rolle der Protestanten im kommunistischen Rumänien hinweist, scheint hingegen folgerichtig. Die Evangelische Kirche A.B. (Augsburgischen Bekenntnisses) - so die Bezeichnung für die Lutheraner im Land - hat ihre Vergangenheitsbewältigung noch vor sich. 


  

Bernd Buchner ist Redakteur bei evangelisch.de, zuständig für die Ressorts Religion und Umwelt

 

Kommentare

Verfasst von Gast am 12. November 2009 - 14:26.

RE: Kirchentag weist Herta Müllers Vorwürfe zurück

Kein Einfluss genommen sieht anders aus... Siehe: Landeskonsistorium nimmt...

Kein Einfluss genommen sieht anders aus... Siehe:

Landeskonsistorium nimmt Stellung zu Herta Müllers Kritik

http://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/rumaenien/9425-landeskonsist...

Zu der von Herta Müller bei der Verleihung des Franz-Werfel-Menschrechtspreises am 1. November 2009 in der Frankfurter Paulskirche formulierten Kritik an der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien (diese Zeitung berichtete) nimmt die Kanzlei des Landeskonsistoriums in Hermannstadt wie folgt Stellung.

Anfang März 1989 erreichten uns Nachrichten über ein geplantes Podium „Forum Rumänien“ am West-Berliner Kirchentag im Juni; ferner dass zur Podiumsdiskussion u. a. das Schriftstellerehepaar Herta Müller und Richard Wagner eingeladen sei. Diese angesagte Podiumsdiskussion hat zu der Befürchtung Anlass gegeben, dass es zu (berechtigten) Anfeindungen gegen die rumänische Staatsführung komme werde. Man vergegenwärtige sich den Zeitpunkt: 1989! Es war die Zeit des Ceauşescu-Regimes, wo im Land blanke Not herrschte und Zensur und Repressalien unerträgliche Formen angenommen hatten. Aus der jahrzehntelangen Erfahrung mit der kommunistischen Diktatur war abzusehen, dass es durch diese Veranstaltung zu noch restriktiveren Maßnahmen staatlicherseits kommen würde und der Evangelischen Kirche in Rumänien (EKR) nicht wieder gutzumachender Schaden erwachsen werde. Nach eingehender Beratung des Präsidiums des Landeskonsistoriums, seiner Kanzlei und des Theologischen Instituts am 16. März 1989 wurde an Landesbischof D. Joachim Heubach, Beauftragter der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) für die Zusammenarbeit mit unserer Kirche, die Bitte ausgesprochen, dahingehend zu wirken, dass der Kirchentag den Beschluss zur Abhaltung eines Forums Rumänien überprüfen möge und – wenn dieses nicht rückgängig gemacht werden kann – die Vertreter der EKD und der EKR an diesem Forum nicht teilnehmen sollten. Daraufhin haben die Vertreter der EKD im Verständnis für die Gefährdungen unserer Kirche von der Teilnahme am „Forum Rumänien“ tatsächlich abgesehen. Unseren Delegierten ist die Auslandsreise zum Kirchentag staatlicherseits nicht genehmigt worden.

In dem Bericht zum gesamten Vorgang im Zusammenhang mit dem Kirchentag, den Bischof D. Albert Klein in der Sitzung des Landeskonsistoriums vom 11. Juli 1989 vorgelegt hat, heißt es wörtlich: „Dazu kann ich nur sagen, dass wir uns hier im Haus aufgrund der uns zugekommenen Berichte völlig unbeeinflusst von irgendeiner anderen Stelle zu der Durchsage entschlossen haben, um einen vorhersehbaren Schaden für unsere Kirche abzuwenden.“ Dieses Handeln in eigener Verantwortung galt auch, um die Risiken in der partnerschaftlichen Beziehung zur Ev. Kirche in Deutschland gering zu halten. Ob Herta Müller und Richard Wagner nachträglich ausgeladen worden sind, ist uns nicht bekannt, ebenso nicht, ob Herta Müller ihre Teilnahme am Kirchentag abgesagt hat. Bekannt allerdings ist, dass Herta Müller damals in der Berliner Tageszeitung und im „Menschenrechtskomitee für Rumänien“ ihre Beschwerden und Anklagen – auch unsere Kirche betreffend – öffentlich gemacht hat, einschließlich auch unserer am 16. März telefonisch geäußerten Bitte an den Beauftragten der EKD. Dabei handelt es sich um das Umschreiben unserer telefonischen Durchsage an Landesbischof D. Joachim Heubach, der daraufhin den Vertreter der EKD und den 23. Ev. Kirchentag in Kenntnis gesetzt hat. Schon kurz nach dem Kirchentag war demzufolge unsere telefonische Durchgabe allgemein bekannt. Darum ist die „neuliche Zuspielung eines Tonbandmitschnitts“, von der Müller in ihrer Rede am 1. November spricht, irrelevant und irreführend.

Das vornehmste Gebot unserer Kirche zur Zeit der 45 Jahre kommunistischer Diktatur und ihr vordringlicher Auftrag war, die ihr anvertrauten Gläubigen heil an Leib und Seele durch die Zeit von Willkür und Gottlosigkeit zu geleiten. Die „Aufarbeitung der Vergangenheit“ der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien hat in der ersten Stunde begonnen, als in Hermannstadt Ende Dezember noch geschossen wurde und ein Schuldbekenntnis veröffentlicht worden ist. Sie ist in unterschiedlicher Weise fortgesetzt worden. Unsere Kirche steht einer Weiterführung dieser Aufgabe offen gegenüber.

D.Dr. Christoph Klein, Bischof Friedrich Gunesch, Hauptanwalt

Verfasst von Gast am 10. November 2009 - 9:47.

RE: Kirchentag weist Herta Müllers Vorwürfe zurück

Tja, kann es denn sein, die Frau Müller vermisst die Aufmerksamkeit der Presse...

Tja, kann es denn sein, die Frau Müller vermisst die Aufmerksamkeit der Presse nach der Nobel-Preis-Verleihung? Wer spricht denn noch von ihr? Da musste doch noch eine frische Nachricht her. Und die sollte schon sehr schmutzig sein, damit Frau Müller wieder im besten Lichte erscheint.
Wenn man nichts mehr zu sagen hat, dann kaut man halt am bereits gekauten wieder.

Verfasst von BRoetzel am 3. November 2009 - 17:42.

RE: Kirchentag weist Herta Müllers Vorwürfe zurück

Herta Müller und alle Beteiligten sollten die bekannten Zeilen aus dem...

Herta Müller und alle Beteiligten sollten die bekannten Zeilen aus dem Brief des Jakobus beherzigen: "Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn." Und auch ein weiteres Wort daraus bedenken: "So ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an."

Verfasst von Gast am 3. November 2009 - 18:38.

RE: RE: Kirchentag weist Herta Müllers Vorwürfe zurück

Solche frommen Belehrungen sollte man gerechterweise und vor allem auch an die...

Solche frommen Belehrungen sollte man gerechterweise und vor allem auch an die verantwortlichen Funktionäre des Kirchentages und der EKD richten, deren seinerzeitge Leisetreterei und klammheimliche Sozialismus-Verehrung in ihrem mittlerweile erwiesenen Zusammenhang zu sehen sind.

Verfasst von BRoetzel am 4. November 2009 - 7:55.

RE: RE: RE: Kirchentag weist Herta Müllers Vorwürfe zurück

 Alle Beteiligten sollten sich angesprochen fühlen.

 Alle Beteiligten sollten sich angesprochen fühlen.

Verfasst von Gast am 3. November 2009 - 16:48.

RE: Kirchentag weist Herta Müllers Vorwürfe zurück

Eine solche Leisetreterei in den 80er Jahren war nicht nur für bundesdeutsche...

Eine solche Leisetreterei in den 80er Jahren war nicht nur für bundesdeutsche Politiker sondern gerade auch für die EKD ziemlich typisch. Insofern ist die Geschichte keineswegs "unwahrscheinlich" - vielmehr sehr wahrscheinlich !

Verfasst von Embonpoint am 2. November 2009 - 22:18.

RE: Verwirrung um Herta Müllers Kirchenkritik

Auf jeden Fall der detailreichste Artikel zum Thema - wie man es von einer...

Auf jeden Fall der detailreichste Artikel zum Thema - wie man es von einer derartigen Nachrichtenseite erwarten kann.  Aber diese Art von "Erinnerungslücken" und die etwas unbeholfenen Versuche der damals Involvierten, nachträgliche Diskussionen abzubügeln, kommen mir irgendwie sehr bekannt vor.

Verfasst von Gast am 2. November 2009 - 21:52.

RE: Verwirrung um Herta Müllers Kirchenkritik

"Aus der heutigen Perspektive, zwei Jahrzehnte nach dem Fall des Kommunismus,...

"Aus der heutigen Perspektive, zwei Jahrzehnte nach dem Fall des Kommunismus, werden die damaligen staats- und kirchenpolitischen Überlegungen leicht ausgeblendet"

Wäre es nur schon früher geschehen, staats- und kirchenpolitische Überlegungen auszublenden. Überlegungen wen lieber nicht zu reizen, wo einen weiteren Schritt zurückzugehen, wann zu schweigen - diese Dinge führen dazu, dass sich Diktaturen über Jahrzehnte halten.

Verfasst von Gast am 3. November 2009 - 16:54.

RE: RE: Verwirrung um Herta Müllers Kirchenkritik

Die politische Leisetreterei in den 80er Jahren war gerade auch für die EKD...

Die politische Leisetreterei in den 80er Jahren war gerade auch für die EKD typisch. Insofern ist die Geschichte keineswegs "unwahrscheinlich" sondern vielmehr sehr wahrscheinlich.

Verfasst von Gast am 2. November 2009 - 18:59.

RE: Verwirrung um Herta Müllers Kirchenkritik

Lieber Bernd Buchner, warum muss sich denn die Evangelische Kirche in...

Lieber Bernd Buchner, warum muss sich denn die Evangelische Kirche in Deutschland um Klärung bemühen und nicht der Deutsche Evangelische Kirchentag? Kennt man bei evangelisch.de den Unterschied zwischen beiden nicht?

Verfasst von HenrikSchmitz am 2. November 2009 - 19:14.

RE: RE: Verwirrung um Herta Müllers Kirchenkritik

Doch, kennen wir! Es könnte ja aber durchaus sein, dass beide Stellen...

Doch, kennen wir! Es könnte ja aber durchaus sein, dass beide Stellen damals involviert waren, oder?

Verfasst von Gast am 3. November 2009 - 15:22.

RE: RE: RE: Verwirrung um Herta Müllers Kirchenkritik

Außerdem ist dieser Unterschied  - wie all die anderen feinen...

Außerdem ist dieser Unterschied  - wie all die anderen feinen Unterschiede zwischen verschiedenen Institutionen im Raum der evangelischen Kirchen - der Öffentlichkeit nicht bewusst. Und es spielt auch keine Rolle, wenn so ein Vorwurf im Raum steht, dann haben alle ein Interesse an der Aufklärung, zu Recht.

Verfasst von Gast am 3. November 2009 - 21:20.

RE: RE: RE: RE: Verwirrung um Herta Müllers Kirchenkritik

Mit dieser Logik kann man auch das Verbrennen dänischer Fahnen im...

Mit dieser Logik kann man auch das Verbrennen dänischer Fahnen im Karikaturenstreit rechtfertigen. Sind ja wie der Karikaturist auch irgendwie Dänen... Der Öffentlichkeit in diversen Gegenden der muslimischen ist ja der Unterschied auch nicht geläufig zu machen. Aber gut, ihr seid ja Internet, da muss es schnell gehen . . .
Aber noch mal: Wer den Deutschen Evangelischen Kirchentag mit der EKD gleichsetzt hat das Wesen der Kirchentagsbewegung nicht begriffen. Schon gar nicht der von 1989, als man sich, anders als heute, beim Kirchentag noch sehr viel mehr von der "Amtskirche" absetzte. Aber egal, nicht differenzieren zwischen Kirchentag und EKD tat ja damals anscheinend auch schon die securitate. Da befindet man sich in mittelguter Gesellschaft . . .

Verfasst von avanti am 5. November 2009 - 15:16.

RE: RE: RE: RE: RE: Verwirrung um Herta Müllers Kirchenkritik

 Was bitte, lieber Gast, haben Sie an der Antwort von Herrn Henrik Schmitz...

 Was bitte, lieber Gast, haben Sie an der Antwort von Herrn Henrik Schmitz "Doch, kennen wir! Es könnte ja aber durchaus sein, dass beide Stellen damals involviert waren, oder?" auf die Frage, ob man bei evangelisch den Unterschied nicht kenne,  nicht verstanden? 

Die mehrfache Wiederholung von "Unterstellungen" macht diese weder wahrer, noch berechtigter. Auch eine Generalisierung der Argumentation, weg von EKD und kirchentag, hin zu Islam und Dänemark und damit in die Welt der Außenpolitik, macht sie nicht besser.

Manche Argumente, die hier aufgeführt wurden, klingen eher nach Politthriller und Verschwörungstheorie, wobei Frau Müller anscheinend nur ein willkommener Anlass ist, gegen EKD und kirchentag zu wettern und deren, wiederum anscheinend, unliebsame Arbeit und unterstellte politische Ausrichtung (heimliche Sympathie für kommunistische Diktaturen), zu diskreditieren.

Das hier im Artikel gezeigte Bemühen um eine ehrliche und breite Aufklärung, müsste schon zeigen, dass Verschwörungstheorien fehl am Platz sind. Der EKD Sympathien für die kommunistischen Diktaturen dabei noch unterjubeln zu wollen, lässt mich allerdings staunen!

Zu urteilen und zu verurteilen, weil es einem gerade in den Kram passt und vielleicht die eigene Meinung bestärkt, bevor überhaupt bekannt ist, wie sich die Sache tatsächlich zugetragen hat, finde ich allerdings unter Christen (kleiner Verweis auf die Bibel) auch sehr traurig! 
 

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