Reformationstag - Die neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Margot Käßmann, hat zu mehr Engagement für Frieden und Gerechtigkeit aufgerufen.
Am Reformationstag wünsche sie sich, dass sich die Christen in Deutschland nicht in eine Nische zurückzögen, sagte die Bischöfin am Samstag in einem NDR-Fernsehgottesdienst. Sie sollten sich vielmehr mutig mit den Problemen der Zeit auseinandersetzen.
Ihre Aufgabe sei es, "von den unbändigen Hoffnungen" zu sprechen, die der Glaube immer wieder gebe, sagte die Bischöfin in dem Gottesdienst, den sie gemeinsam mit der Leipziger Popband die "Prinzen" gestaltete. Die Gruppe eröffnete die Liveübertragung aus der Stiftskirche in Wunstorf bei Hannover mit ihrem Hit "Du musst ein Schwein sein in dieser Welt".
Die Bischöfin widersprach im Gespräch mit Fernsehpastor Jan Diekmann der These, dass nur gewinne, wer seine eigenen Interessen durchsetze. Eine Kernlehre des Reformators Martin Luther besage vielmehr, dass der Mensch sich seinen Lebenssinn nicht selbst schaffen könne. "Wenn du geboren bist, dann hat Gott dein Lebenskonto schon aufgefüllt", sagte die evangelische Theologin.







Kommentare
Käßmann: "Von unbändigen Hoffnungen sprechen"
Frau Dr. Käßmann, Landesbischöfin von Hannover und gerade neu gewählte EKD.-Vorsitzende, hat ganz recht: Jede erfolgreiche Predigt muss die Hoffnung, ja die feste Zuversicht vermitteln, dass unser Leben insgesamt schließlich gelingen wird! Daß die Welt nicht von allen guten Geistern verlassen ist. Im Gegenteil! Nur nebenbei: Obama hat bei seinem Wahlkampf ums amerikanische Präsidentenamt die gleiche, erfolgversprechende Methode angewandt: Yes, we can! sagte er. Zuversicht statt konkreter Analyse und Therapievorschlag.
Am Schluss findet sich im Bericht noch der Satz, das Lebenskonto sei schon bei der Geburt von oben aufgefüllt. Hier hätte ich gerne etwas mehr gehört. Ich nehme an, auch dieser Satz unterstreicht, Gott und seine Leute, sie haben alles im Griff. Wenn Unglück passiert, dann gibt es dafür einen Grund, der uns allerdings verborgen ist und bleibt.
RE: Kässmann: "Von unbändigen Hoffnungen sprechen"
"Gott und seine Leute, sie haben alles im Griff."
Äh, Hallo?! Jemand zuhause? Gott und seine Leute ...
Ich finde das nur peinlich, was sich so als "Leute Gottes" auf diesem Planeten bewegt bzw. in den Kirchen dafür ausgibt.
Ganz ehrlich.
"Obama hat bei seinem Wahlkampf ums amerikanische Präsidentenamt die gleiche, erfolgversprechende Methode angewandt" Wow! Für was brauche ich dann noch die Kirche? Jeder Groschenroman hat 'nen happy-end und fast jeder Hollywood-Streifen. Was ist denn an der "coolen message" von der Kässmann vor dem Bild des armen Luther so einzigartig?
Jede Predigt sollte einzigartig sein. Allerweltsparolen kann ich mir aus 2000 jahren Geschichte genug aussuchen.
Und noch eines: Ne Frau, die mehrere tausend Euro Parrbeamtengehalt einstreicht, die kann so reden - "alles wird gut" - das gilt übrigens für jeden Pfarrer.
Wem's gut geht, wer sein "Schäfchen"(!) im Trockenen hat, der kann so predigen - schnurstracks vorbei an der Lebenswirklichkeit zahlreicher Menschen auf diesem Planeten.
Schon mal drüber nachgedacht?
Kässmann: "Von unbändigen Hoffnungen sprechen"
Lieber Gast, Deine Skepsis ist ja riesengroß. Natürlich gibt es bezahlte Redner, die nicht meinen, was sie sagen. Überzeugen kann nur der, der bekennt, was er glaubt. Dazu ist es aber eher hinderlich, die Kette von Fakten, von Erfahrungen aufzuführen, die zu diesem Glauben führen. Aber, da gebe ich Dir recht, das muß im Hintergrund vorhanden sein. Gruß! Lorenz
RE: Käßmann: "Von unbändigen Hoffnungen sprechen"
Wer braucht denn so was ?!
Der arme Luther im Hintergrund!!
Der Martin würde der Kässmann nicht mal die Hand geben.
Wenn ich nicht schon ausgetreten wär, dann tät ich's am Montag ...
RE: RE: Käßmann: "Von unbändigen Hoffnungen sprechen"
Mir hat's sehr gut gefallen. Frau Käßmann kann Dinge in 5 Minuten rüberbringen, die so mancher auf der Kanzel nicht in einer halben Stunde schafft. Für mich war es die beste Predigt über die Bergpredigt, die ich je gehört habe. Insgesamt ein zeitgemäßer sehenswerter Gottesdienst.
Käßmann: "Von unbändigen Hoffnungen sprechen"
Ich glaube, das viele Menschen das brauchen.
Ich brauche es auch.