Käßmann-Rücktritt: Sie wird fehlen. Sehr!

Kommentar

Rücktritt - Margot Käßmann ist zurückgetreten, weil sie einen schweren Fehler gemacht hat. Dies ändert nichts daran, dass sie eine gute Bischöfin war. Eine Frau, die die Kirche auch in Zukunft braucht.

Von Ursula Ott

Es ist aus. Das Ringen um ihr Amt hat Margot Käßmann verloren. Jetzt gebührt ihr als erstes ­Respekt. Die Würde des Amtes und ihre persönliche Würde hat sie damit gewahrt, sie hat einen schweren Fehler nicht nur zugegeben und öffentlich bedauert, sondern sie hat die Konsequenz gezogen: Sie tritt von allen Ämtern zurück. Und damit hat sie viel Sympathie gewonnen. Die Frau will glaubwürdig und wahrhaftig bleiben, das hat sie immer wieder gezeigt. Bleib bei dem, was dein Herz dir rät - der Abschiedssatz aus ihrer Rede heute könnte die Überschrift über ihr Leben sein.

Die Rücktrittserklärung von Margot Käßmann im Wortlaut

© www.aer-media/Evangelischer Kirchenfunk Niedersachsen

Aber was für ein Jammer. Eine tödliche Krankheit hat sie überlebt, eine schmerzhafte Scheidung überstanden, eine der heftigsten Debatten in diesem Land über Krieg und Frieden hat sie ausgelöst. Große Themen, und immer ging sie gestärkt daraus hervor. Und mit ihr durften sich all jene stark fühlen, die Brüche im Leben zu verschmerzen hatten. Sieh an, es geht! Man kann wieder auf stehen, wenn man am Boden liegt. Und jetzt stolpert sie ausgerechnet über ein banales zweites Glas Wein oder Sekt. Oder was auch immer es gewesen sein mag, das haben die Erbsenzähler unter den Medienkollegen ja schon genau ausgerechnet. Für Journalisten ist die ganze Geschichte ein gefundenes Fressen, sie finden im Zeitalter von Google jedes noch so kleine Interview, jedes noch so banale Zitat. Und Käßmann hat viele Zitate hinter lassen, sehr viele.

Eine, die das Maul aufmacht

Wir haben sie dafür geliebt ­- endlich eine, die das Maul aufmacht! So dass wir sie auch verstehen! Eine die nicht ­ - wie die meisten Politiker ­- jedes herzhafte Zitat beim Autorisieren wieder heraus streicht. Endlich eine, die nicht einerseits und andererseits sagt, sondern eine, die Klartext redet. Nicht nur zu armen Kindern und pflegebedürftigen Alten. Sondern auch zum Krieg in Afghanistan ­ - hoppla, da sind aber ein paar Uniformierte erschrocken. Was will die denn, kleine zierliche Frau mit Teekerze. Sich jetzt in die großen Jungsspiele einmischen?

Damit ist es jetzt vorbei, tragischerweise wegen eines weiteren Rollenbruchs: Betrunken Auto fahren, das ist unter Männern schon mal eine Mutprobe. Und so gab es heute in den Medien auch noch sachtes Mitleid von den einschlägigen Trinkernaturen unter den Kolumnisten. Das wird ihr womöglich den Rest gegeben haben. Armes Mädchen, verträgt nix, und dann noch der ganze Stress! Ist doch nichts für schwache Frauen, der Job als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche. So konnte man zwischen manchen Zeilen lesen, und diese bigotte Art der Fürsorge ist das Schlimmste, was Frauen in öffentlichen Ämtern passieren kann.

Sie hat einen Fehler gemacht

Drum, noch mal zum Mitschreiben: sie hat einen Fehler gemacht. Das ändert aber nichts daran, dass sie bis zu jener Samstag nacht eine hervorragende Bischöfin war. Eine Hoffnungsträgerin für die evangelische Kirche in diesem Land. Sie wird fehlen. Sehr.

Und es ändert nichts an der Person Käßmann. Christen wissen, dass der Mensch mehr ist als seine Taten. Und dass kein Mensch vollkommen ist. Wer seine Schuld bekennt ­ - und das hat sie so massiv getan wie nur möglich - ­ dem wird verziehen. Sie wird wieder auf die Beine kommen, das hat sie schon mehrfach gezeigt. Und hoffentlich wird sie ihre Stimme wieder finden. Wir brauchen sie dringend.


Ursula Ott, 45, ist stellvertretende Chefredakteurin von chrismon und Chefredakteurin von evangelisch.de.

Kommentare

Verfasst von Dieter Krogmann am 24. September 2010 - 18:50.

Sie wird fehlen................

 zum Kommentar von Professor "Gast" na, Herr Professor, das ist...

 zum Kommentar von Professor "Gast"

na, Herr Professor, das ist ja ein Kommentar, der doch Einiges offenbart.
Dünkelhaft und aufgeblasen, wie mir scheint und wenig vertrauenerweckend
für die Gemeinde der Gläubigen. Gott bewahre die Kirchen vor Typen Ihrer Art.

Dieter Krogmann

Verfasst von Gast am 28. September 2010 - 10:33.

Lieber Professor, als

Lieber Professor, als unternehmerisch handelnde Person weiß ich aus dem Alltag...

Lieber Professor,

als unternehmerisch handelnde Person weiß ich aus dem Alltag, dass mit Beginn der "Selbstbeschäftigung" der Rückschritt quasi besiegelt ist. Bürokratien mit ihren Auswüchsen sind dabei die Spitze des Eisbergs. Mit ihren Äußerungen neigen sie sich gefährlich nahe am Grat.

Warum ist es denn so, dass es in der Wahrnehmung keine Intellektuellen mehr gibt? Dies allein den Medien anzulasten, wäre zu einfach.

Schon klar: In einem inzestiösen Teich zu fischen indem nur zwei kleine Fische rumschwimmen, macht die Herausforderung natürlich größer. Bloß macht dies satt?

Lesen Sie einfach mal die Grundzüge der Kommunikation durch.

Gott ich preise deine Herrlichkeit und danke für die Aufklärung. Gott sei Dank verbietet mir heute keiner zu denken und anderer Meinung zu sein, als der professoriale Gutsherr.

Verfasst von Gast am 28. Februar 2010 - 22:52.

Sie wird fehlen ...

mir nicht ein Professor der Evangelischen Theologie, für den die Reformatoren...

mir nicht
ein Professor der Evangelischen Theologie, für den die Reformatoren die Gesichter des Protestantismus bilden und sonst niemand!

Hoffentlich darf jetzt endlich wieder akademisch seriös theologisiert werden... ohne oberflächliches Geschwätz, für das für mich die Käßmann'isierung der Kirche steht... hohle Phrasen ohne theologischen Inhalt... Haupttsache in den Medien!

Verfasst von Gast am 27. Februar 2010 - 8:44.

...Verharmlosung

Sehr geehrte Frau Ott! Eine Autofahrt mit über 1.5 Promille mit einem...

Sehr geehrte Frau Ott! Eine Autofahrt mit über 1.5 Promille mit einem Stolpern über ein zweites Glas Wein zu vergleichen, ist eine grobe Verharmlosung und es ist daher skurril, dass Sie anderen Bigotterie vorwerfen, wo Sie doch selbst Frau Käßmann in jesuitischer Art von jeder Verantwortung für eine Straftat freisprechen - offenbar nur deshalb, weil sie zufällig eine ähnliche Strömung innerhalb der Kirche vertritt und/oder eine Frau ist. Jedenfalls sorgen Kommentare wie der Ihre (Tenor: Promillemessen ist was für Erbsenzähler) dafür, dass Trunkenheit am Steuer weiterhin in weiten Kreisen als Kavaliersdelikt gilt und leider zu sehr viel vermeidbarem Unglück führt. Meine Schwester verbrannte hilflos bei einem Autounfall im Alter von 12 Jahren, als ein Betrunkener (er hatte "nur" 1.3 Promille) ungebremst das Auto meiner Familie rammte und es daraufhin in Flammen aufging. Meine Mutter (vordem eine Schönheit) erlitt beim Rettungsversuch schwerste Verbrennungen, wurde schrecklich entstellt und muss auch noch 20 Jahre später täglich Schmerzmittel zu sich nehmen. Die seelischen Schmerzen, die unsere ganze Familie zu verkraften hatte, können Sie nicht erahnen. Ich wage zu behaupten, dass sie jene Frau Käßmanns anlässlich ihrer Scheidung durchlittenen Qualen zumindest ebenbürtig sind. Ist Ihnen schon der Gedanke gekommen, dass Bischöfin Käßmann nur deshalb zurücktrat, weil Ihr "Fehlverhalten" (eigentlich wohl eher eine schwere Straftat) publik wurde? Sie hätte wohl einfach still und leise eine Geldstrafe bezahlt und anschließend putzmunter weiter moralisiert, wäre das Ganze nicht in die Schlagzeilen geraten. Der wahre Skandal in dieser Affäre fand sich aber bei den Kollegen und Kolleginnen der Bischöfin, die sie zum Verbleib im Amt drängen wollten, wo dies doch schlicht undenkbar war. Dass die eigentlich alternativlose Entscheidung zum Rücktritt noch dazu als Heldentat stilisiert wird, finde ich schrecklich verlogen und typisch für unser PR-Zeitalter. Dadurch hat die EKD bei mir jedwede Glaubwürdigkeit verspielt und ich werde bei nächstmöglicher Gelegenheit aus dieser offenbar durch und durch scheinheiligen Gemeinschaft austreten. PS: der Mörder meiner Schwester hat sich nach Verbüßung einer halbjährigen Gefängnisstrafe das Leben genommen. Offenbar nahm er seine Schuld nicht ganz so auf die leichte Schulter, wie Sie das wahrschl. an seiner Stelle getan hätten

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 14:34.

Schade

Das ist leider ein schlechter Artikel. Von meinem Philosophielehrer habe ich...

Das ist leider ein schlechter Artikel. Von meinem Philosophielehrer habe ich gelernt, man soll seinen Gegner erst stark machen und dann widerlegen. Das tut der Artikel nicht, im Gegenteil, er macht die Kritik an Frau Käßmanns Verhalten schwach und zieht sie ins Lächerliche: Frau Käßmann habe zurücktreten müssen wegen eines zweiten Glases Wein und weil sie eine Frau ist. Das ist so wenig hilfreich wie Schorlemmers onkelhafte Auslassungen, dass einer Frau im Bischofsstress so was schon mal passieren kann.

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 11:10.

Trübe Mischung

Sehr geehrte Frau Ott, ich bin selber Journalist und unter professionellen...

Sehr geehrte Frau Ott,

ich bin selber Journalist und unter professionellen Gesichtspunkten ist diese Philippika das Schlechteste, das ich zu diesem Thema gelesen habe. Wie die Vorkommentatoren schon schrieben, ist es eine Mischung aus Halbwahrheiten, Verharmlosungen und Unterstellungen. Der Artikel ist skandalös und dazu noch dumm, weil er Fakten nicht zur Kenntnis nimmt. Die zum großen Teil gegenüber Frau Käßmann wohlwollende und durch Zurückhaltung geprägte Berichterstattung in den Medien wird hier sogar in eine Kampagne umgedeutet. Mit jedem Politiker wäre bei einem identischen Sachverhalt ganz anders umgesprungen worden, da sollte sich niemand täuschen. Frau Ott hätte dann auch sicherlich bei einem Promillewert von 1,5 nicht verständnisvoll vom zweiten Glas Wein fabuliert, sondern die ethische und moralische Verantwortung des Delinquenten herausgestellt. Was einem am meisten stört, ist diese Verlogenheit, die ungewollt solche Freundinnen der Bischöfin zum Ausdruck bringen. Frau Käßmann hat mit ihrem Rücktritt ihre persönliche Integrität gerettet, nicht mehr und nicht weniger. Mit solchen Verteidigern wie Frau Ott braucht Frau Käßmann keine Gegner mehr, weil ihre Verteidiger sie selbst demontieren, indem sie ein persönliches Drama politisieren. Allerdings verstehe ich jetzt - als nur selten aktiver evangelischer Protestant - warum Frau Käßmann in diese Lage geraten sein könnte. Wenn Frau Ott repräsentativ für die Umgebung der Bischöfin sein sollte, das kann ich nicht beurteilen, war sie offenkundig von einem ideologisch bornierten Fanclub umgeben, der jedes Verantwortungsgefühl durch unkritische Gefolgschaft ersetzt haben muss. Wenn zudem Frau Ott repräsentativ für die evangelische Kirche sein sollte, dann würde ich noch morgen früh aus der Kirche austreten. Und um das klarzustellen: Eine kurze Recherche wird wohl deutlich machen, dass es sich bei mir keineswegs um einen konservativen Menschen handelt.

Mit unfreundlichen, aber christlichen Grüßen

Frank Lübberding

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 4:31.

Frauen? Männer? Alles Kinder Gottes!

Werte Frau Ott, Sie schreiben: "Und jetzt stolpert sie ausgerechnet über ein...

Werte Frau Ott,

Sie schreiben: "Und jetzt stolpert sie ausgerechnet über ein banales zweites Glas Wein oder Sekt." Ich antworte: Derart eine Trunkenheitsfahrt von 1,54 Promille relativieren zu wollen, ist kontraproduktiv. Zum Glück hatte das Frau Käßmann selbst nicht getan.

Sie schreiben: "Wir haben sie dafür geliebt ­- endlich eine, die das Maul aufmacht!", ich antworte: Ja, aber sie hat es auch nicht verstanden Glaube, Liebe, Hoffnung in den Mittelpunkt ihrer Diskurse zu stellen. Ich möchte Frau Käßmann die theologischen Fähigkeiten nicht absprechen. Aber nach Hubers Anwanzversuchen an die evangelikale Mischpoke-die ja auch hier schon kräftig ihren Paulus und Brief Timotheus herauskramten und zum neuen Feldzug ansetzen-fand auch sie keine theologische Antwort. Das gilt es auch festzuhalten, ob mit oder ohne Erbsenzählerei.

Sie schreiben: "Was will die denn, kleine zierliche Frau mit Teekerze. Sich jetzt in die großen Jungsspiele einmischen?", ich antworte: Ihren erbärmlichen Feminismus der 70er Jahre können Sie für sich behalten. Das von Ihnen kolportierte hat niemand, aber auch wirklich niemand suggeriert oder gar geäußert. Kleine zierliche Frau mit Teekerze-wo haben Sie denn solche stumpfsinnigen Formulierungen her? Wir Protestanten haben ihr vergeben nach der Scheidung, wir vergeben jetzt auch hier. Sie will als Pastorin weiterarbeiten: Die Gemeinden werden sich drum reißen sie zu bekommen, sicher zu Recht. Und ihr wird die mit dem Amt zwangsläufig einhergehende Nähe zu Gott und den Menschen gut tun. Da bin ich mir sicher.

Sie schrieben: "Damit ist es jetzt vorbei, tragischerweise wegen eines weiteren Rollenbruchs: Betrunken Auto fahren, das ist unter Männern schon mal eine Mutprobe.", ich antworte: Wo haben Sie denn solch einen Unsinn her? Eine Alkoholfahrt unter 1,58 Promille ist eine Straftat und keine "Mutprobe" unter Jungs, und wenn dann unter ganz dummen Jungs!

Sie schrieben: "Und so gab es heute in den Medien auch noch sachtes Mitleid von den einschlägigen Trinkernaturen unter den Kolummnisten. [...] Armes Mädchen, verträgt nix, und dann noch der ganze Stress!", ich antworte: Diese Ansicht haben Sie exklusiv. Derlei Duktus stand nirgends, weshalb Sie auch nur diffus daherschwafeln konnten und keine Quelle benannt haben. Und von gesellschaftlich relevanten Meinungsträgern/-innen -um hier mal die Pole zu benennen: von Zollitsch bis Schwarzer- kamen auch alle ohne diesen Frauen/ Männer Duktus aus, außer Frau Schwarzer auf Spiegel-online, einen Artikel, den Sie auch gelesen zu haben scheinen.

Sie schrieben: "Ist doch nichts für schwache Frauen, der Job als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche.", ich antworte: Alkoholfahrten sind auch nur was für schwache Männer, bzw. der EKD-Vorsitz ist auch nichts für schwache Männer! Ich weiß nicht warum Frau Bischöfin Käßmann das tat, wie die Umstände waren, usw., usw.-es geht mich auch nichts an, und zu richten habe ich sie auch nicht. Aber ganz ehrlich: Es ist egal ob eine Mann oder eine Frau, eine Mutter oder ein Vater eine Trunkenheitsfahrt unternehmen. Es ist und bleibt etwas unverantwortlich Dummes. Für mich musste sie nicht zurücktreten, aber sie hat sich dafür entschieden. Dafür zolle ich ihr Respekt, Ihrem, Frau Käßmanns Rede heute auf der Pressekonferenz konterkarrierenden, Artikel nicht. Ebenfalls hat kein relevanter Kommentator geäußert, dass Frau Käßmann eine schwache Frau sei, zu schwache Frau für den EKD Vorsitz-im Gegenteil.

Sie schrieben: "...und diese bigotte Art der Fürsorge ist das Schlimmste, was Frauen in öffentlichen Ämtern passieren kann.", ich antworte: Ja, sicher. Aber Ihre bigotte Mann/ Frau - Aufrechnung, ihr 70er Jahre Feminismus ist das schlimmste, was uns Frauen in der evangelischen Kirche passieren kann. Ihr feministischer Abgesang ist demzufolge nicht weniger schlimm für Frau Käßmann.

Ihr Resumee geht ja dann wieder halbwegs. Aber insgesamt haben Sie mit diesem Artikel weder der Sache, noch Frau Käßmann, geschweige denn uns Frauen in der Kirche einen Gefallen getan. Ihr Feminismusgeplerre ist der mit weitem Abstand schlechteste Kommentar in der heutigen deutschen Presselandschaft. Das war wegen Frau Schwarzers Kommentar auf spiegel-online zwar schwer, ist Ihnen aber dennoch gelungen. Es ist einfach nur traurig.

Gott segne Frau Käßmann und die Stellung der Frau in unserer Kirche, die es nun wird gelten auch ohne Frau Käßmann zu verteidigen. Die Evangelikalen wetzen bereits ihre alttestamentarischen Paulusmesser (für Besserwisser: ich weiß, dass Paulus nicht im AT auftaucht). Es wird nicht einfach. Aber wir schaffen das. Wir sind da! Sie Frau Ott brauchen wir mit solchen Statements aber nicht dazu. Aber etwas ist an Ihrem Artikel ganz klar geworden: Gleichstellung und Emanzipation ist etwas für Starke: starke Frauen und starke Männer.

Ihren Artikel, Ihre antik-feministischen Aussagen den 70ern entlehnt, beantworte ich in meinem Resumee mit einem Zitat Bischof Tutus, erschienen in dem Magazin chrismon, das Sie als stv. Chefredakteurin beschäftigt: "[...] Wir sind im Netzwerk der wechselseitigen Abhängigkeit gefangen. Wir können nur gemeinsam frei sein. Wir können nur gemeinsam sicher sein. Wir können nur gemeinsam wohlhabend sein. Wir können nur gemeinsam menschlich sein.[...]" von: http://www.chrismon.de/1737.php

Ihre Stephanie Berler-Rosch!
P.S.: Müssen wir uns um Arnd Brummer Sorgen machen, oder geht es noch?

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 22:54.

Rücktritt der Landesbischöfin

Sehr geehrte Frau Ott, ich mag das verharmlosende Geschreibe nicht mehr lesen:...

Sehr geehrte Frau Ott,

ich mag das verharmlosende Geschreibe nicht mehr lesen: Fehler, ein zweites Glas, ...
Es war kein Fehler, betrunken Auto zu fahren, sondern eine verantwortungslose Straftat.
Sie ist mir unerklärlich und ich mag mich an den Spekulationen über die Gründe nicht beteiligen; ich bedaure den Verlust für die EKD und die hannoversche Landeskirche, aber die Entscheidung zum Rücktritt war unumgänglich, Frau Käßmann hat die Gründe teilweise selbst genannt.
Und es ist auch kein Genderthema, Saufen und die Konsequenzen sind geschlechtsneutral, sich dafür zu entscheiden fahruntüchtig ans Steuer zu gehen ist auch erst einmal eine Frage der Haltung und der Selbstdisziplin.

Mit freundlichem Gruß
G.

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 20:48.

Käßmann Rücktritt

Der Rücktritt ist die einzig logische Konsequenz aus dem Fehlverhalten. Er...

Der Rücktritt ist die einzig logische Konsequenz aus dem Fehlverhalten. Er steht für die bisherige Authentizität, Konsequenz und Gradlinigkeit der Bischöfin a.D. So sind mir auch alle Erklärungsversuche suspekt, die gerne gesehen hätten, daß sie im Amt bleibt. Bleibt zu hoffen, daß Frau Käßmann Ihr offensichtliches Alkoholproblem in den Griff bekommt und die Rechtsprechung objektiv von Amt, Ansehen und VIP-Status greift: wer mit 1,54 Promille grob fahrlässig fährt ist nicht geeignet, ohne weitergehende Test (MPU) bzw. einer Therapie wieder die Fahrerlaubnis zu bekommen! Stellt sich abschließend die Frage, ob ein absolutes Alkoholverbot (0-Promillegrenze) nicht doch endlich angebracht wäre?!?

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 19:29.

Ich frage mich, ob Ihr

Ich frage mich, ob Ihr Kommentar nicht die schlimmste "bigotte Art der Fürsorge...

Ich frage mich, ob Ihr Kommentar nicht die schlimmste "bigotte Art der Fürsorge" ist, die ich in diesem Zusammenhang gelesen habe. Sie täten gut daran den Schritt von Frau Käßmann auch innerlich zu akzeptieren - das kann sie mit Recht von Ihnen beanspruchen.

Nur zwei Beispiele: Es war kein "Stolpern über ein banales zweites Glas". Wenn sie sich auskennen, wissen Sie vielloeicht auch, wieviel Gläser ein Gelegenheitstrinker (resp. trinkerin) zu sich nehmen muss, um auf mehr als 1,5 Promille zu kommen. Aber auch die 10 Gläser seien ihr gegönnt - das ist nicht das Problem. Das Problem ist die Trunkenheitsfahrt. Und ich weiß nicht, ob sie auch noch einem "banalen zweiten Glas" reden würden, wenn - was Gott verhüten möge - einer Ihrer Lieben Opfer einer solchen Trunkenheitsfahrt wird - wie es leider immer wieder noch viel zu oft vorkommt.

Und ein "Rollenbruch" - diese Vokabel soll wohl suggerieren, dass sie irgenwie auch ein Opfer der angeblichen männlichen Sauf-Mutprobenkultur geworden ist (was für ein billiges Klischee!) ist das auch nicht. Einem männlichen Kollegen in ihrer Position wäre wohl auch kaum etwas anderes übrig geblieben.

Ansonsten: so viel Häme kann ich in der öffentlichen Berichterstattung nicht finden. Im Gegenteil: Gemessen an der Tragweite ihres Fehltritts hat sie sehr viel Sympathie bekommen und öffentliche Rücktrittsforderungen hielten sich doch arg in Grenzen. Wenn sie sich gleichwohl für Rücktritt entscheidet, sollten Sie das auch respektieren.

Verfasst von theolounge.de am 24. Februar 2010 - 18:42.

Keine Kraft für die Häme, die nun kommen würde

 Keine Kraft für die Häme, den Spott, der nun kommen würde...

 Keine Kraft für die Häme, den Spott, der nun kommen würde, hatte Frau Käßmann offenbar.

Betrunken Auto gefahren, erwischt. Angekratzte Vorbildfunktion. Einsehen der Schuld, Sühe. – Eigentlich hätte Frau Käßmann auch weiterhin an der EKD – Spitze bleiben können – und vielleicht auch sollen. Dass sie es nicht tut, könnte die evangelische Kirche wohl schmerzlich spüren. Sie war und ist eine Frau, die den Medien nicht nach dem Mund redet(e), eine, die kontrovers zu argumentieren wagt. Hoffen wir, dass ihr Nachfolger ebenfalls eine deutlich hörbare Stimme in der Medienlandschaft werden wird, eine charismatische, die die Menschen erreichen kann. Denn darum geht es, wenn Kirche den Menschen etwas zu sagen haben will. Und das muss man Frau Käßmann erst einmal nachmachen.

> Originalartikel

 

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 18:24.

Die Zitate erfindet nicht Google

Liebe Frau Ott, sie beklagen, dass heute mit Google zu jeder Nichtigkeit ein...

Liebe Frau Ott,

sie beklagen, dass heute mit Google zu jeder Nichtigkeit ein Zitat gefunden werden könne. An anderer Stelle wird hier als Leistung von Frau Käßmann angegeben, sie habe in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit 86 Interviews gegeben. Wahrhaftigkeit und Autorität gewinnt man aber nicht allein durch mediale Präsenz.

Ich bin da dezidiert anderer Meinung als Sie: wenn man prominent ist, dann ist es heute eine Leistung, nicht in jedes Mikrofon zu sprechen, dass einem hingehalten wird. Das war - vorsichtig formuliert - nicht gerade eine Stärke der Bischöfin. Es ist schlichtweg unnötig zu jedem noch so abwegigem Thema (so auch Alkohol am Steuer - welcher normale Mensch ist da dafür? Man muss nicht jede banale Aussage auch selbst einmal in den Medien ventiliert haben) ein Statement abzugeben. Das ist nur töricht und eitel. Und führt dazu, dass sich jeder am Ende bei Google heraussuchen kann, was ihm gerade passt. Reflektierter Umgang mit Medien sieht anders aus. Weniger ist da mehr. Huber war da besser - weniger aufgeregt und mit mehr Substanz.

Ich wünschte mir, dass der Nachfolger von Frau Käßmann sich genauer überlegt, wo er wann und wozu Stellung nimmt. Die Zeit des ubiquitären Geredes sollte jetzt erst einmal vorüber sein. Und vielleicht gehört ihr Nachfolger auch zu den Zeitgenossen, die zwischen der Welt des Sollens und der des Seins unterscheiden können. Da wäre schon einiges gewonnen.

MfG
Jan Behrends

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 18:06.

Sie wird wieder auf die Beine kommen, das hat sie schon mehrfach

Frau Ott, ich bin voll Ihrer Meinung. Schade ist insbesondere, dass wieder eine...

Frau Ott, ich bin voll Ihrer Meinung. Schade ist insbesondere, dass wieder eine starke Frau, die in diesem Lande etwas bewegen will und kann, gestoppt ist. Aufgrund des Weges, den sie jetzt wählt, hoffentlich nur vorübergehend!
Wer sich jetzt darüber auslässt, ob man nach zwei oder mehr Glas Wein wie viel Promille hat, dem fehlt offensichtlich das Gefühl für das Wesentliche.

Verfasst von Christian1980 am 24. Februar 2010 - 17:00.

Eine Frage des Geschlechts?

Was will die denn, kleine zierliche Frau mit Teekerze. Sich jetzt in die gro...

Was will die denn, kleine zierliche Frau mit Teekerze. Sich jetzt in die großen Jungsspiele einmischen? [...] Damit ist es jetzt vorbei, tragischerweise wegen eines weiteren Rollenbruchs: Betrunken Auto fahren, das ist unter Männern schon mal eine Mutprobe.

So bedauerlich die Ereignisse der letzten Tage auch gewesen sind, halte ich es doch für verkehrt, daraus nun eine Geschlechterfrage zu machen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein ähnlicher Vorfall beispielsweise für Bischof Huber keine Konsequenzen gehabt hätte. Der zentrale Grund für ihren Rücktritt - die Tatsache, dass man höchstwahrscheinlich bei jeder zukünftigen Kritik an gesellschaftlichen Zuständen ihrerseits stets auf ihr Fehlverhalten hingewiesen hätte - ist ja keineswegs an ein bestimmtes Geschlecht gebunden...

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Verfasst von nebya am 24. Februar 2010 - 16:56.

Weder Heiligsprechen noch Verteufeln

 Schade, dass Sie, liebe Frau Ott, banalisierend von einem "zweiten...

 Schade, dass Sie, liebe Frau Ott, banalisierend von einem "zweiten Glas Sekt" schreiben. Frau Käßmann wurde erwischt, weil sie volltrunken sich ins Auto gesetzt hat und sich und einen Begleiter und viele Verkehrsteilnehmer gefährdet hat. Sie hat die Tötung von Leben in Kauf genommen, wie so viele, die sich in einer solchen Situation nicht im Griff haben. Es wären schon noch Fragen zu stellen, ob dies die erste Fahrt im angetrunkenen Zustand oder im volltrunkenen Zustand war. Was zeigt sich da vom Wesen eines Menschen, der so handelt?

Der Rücktritt ist die einzige logische Schlussfolgerung aus dieser Situation. Frau Käßmann hat privat Probleme, die sie oftmals in den Griff bekommen hat. Ihr Verhältnis zum Alkohol hat sie nicht im Griff. Wer hier von Ausrutscher spricht, sollte sich kundig machen in der einschlägigen Sucht-Literatur.

All das kann nicht überdecken, wieviel Mut Frau Käßmann ihren MItchristen und Menschen weit über die Kirche hinaus gemacht hat. Wie Priester, denen man sexuellen Missbrauch von Kindern nachweisen konnte und die man aus dem Amt entfernt hat: Sie haben zu ihren aktiven Zeiten vielen wirklich geholfen und waren oftmals begeisternde Prediger. Wie gut, dass sich das Wort Gottes sündiger Menschen bedient, und seinen Weg geht, auch wenn Menschen darunter versagen.

Ich wünsche evangelischen wie katholischen Amtsträgern eine offene Debatte auf allen Ebene zum Thema "Sucht" und "Missbrauch von Alkohol und anderen Drogen". Dann hätte die Offenbarung über Frau Käßmanns Inneres und ihr Rücktritt tatsächlich auch noch eine heilsame Wirkung.

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 17:38.

Alkoholprobleme?

Da würde ich mir doch sehr wünschen, dies zu belegen. Es gibt Leute, die...

Da würde ich mir doch sehr wünschen, dies zu belegen. Es gibt Leute, die trinken genauso viel wie Frau Käßmann und sind noch lange nicht abhängig. Oder haben Sie Belege? Dann sollten Sie die benennen, um nicht dieser üblen Nachrede auch noch ein Wörtchen hinzuzufügen. Es ist schon heftig zu behaupten, ihr Verhältnis zum Alkohol habe sie nicht im Griff. Da muß man schon sehr hinter die Kulissen geschaut haben - haben Sie das? Ansonsten: einfach mal nichts sagen. Das wäre jetzt dran.

Verfasst von Christian1980 am 24. Februar 2010 - 17:06.

Unpassender Vergleich

Die Kontextualisierung des Fahrens unter Alkohol mit sexuellem Mißbrauch...

Die Kontextualisierung des Fahrens unter Alkohol mit sexuellem Mißbrauch ist allerdings noch unangebrachter als die von Frau Ott gebrauchte Formulierung vom "zweiten Glas Sekt"...

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Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 11:20.
Kommentar auf: Unpassender Vergleich

Ja, ein Alkoholproblem

Endlich spricht hier jemand das aus, was in den letzten Tagen keiner getan hat...

Endlich spricht hier jemand das aus, was in den letzten Tagen keiner getan hat. Wenn sich jemand volltrunken in ein Auto setzt hat er sich nicht unter Kontrolle. Es ist ein deutliches Zeichen der Sucht. Hier in Deutschland schautt man gerne weg, da der Alkohol ein Teil der Gesellschaft ist.

Ich wünsche Fr. Käßmann alles erdenklich Gute und werde für sie beten. Ein Amt ist nur ein Amt. Ihre Familie wird es ihr danken, dass sie sich nun um sich kümmert. Menschen schaffen nicht immer alles. Dies einzusehen ist oft ein erster Schritt.

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