Käßmann ist über ihre menschliche Schwäche gestolpert

Margot Käßmann

Margot Käßmann ist zurückgetreten. Seit heute ist sie weder EKD-Ratsvorsitzende noch hannoversche Landesbischöfin mehr, nur noch einfache Pastorin. Foto: dpa/ Markus C. Hurek

Rücktritt - Ein Fehlverhalten, das wohl manchem passieren kann, führte zum Ende der kurzen Karriere von Margot Käßmann (51) als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Zu schwer wog nach reiflicher Abwägung bei der Bischöfin und ihren Ratgebern die Sorge, dass durch ihre Autofahrt unter Alkoholeinfluss ihr Ansehen und ihre Glaubwürdigkeit schaden nehmen würden.

Von Rainer Clos

Nach gut drei Monaten gibt Margot Käßmann das Spitzenamt der 25 Millionen deutschen Protestanten und auch den Posten als Bischöfin der hannoverschen Landeskirche zurück, den sie seit mehr als zehn Jahren innehatte. Noch am Mittwochmorgen hatte der Rat der EKD nach einer nächtlichen Telefonkonferenz seiner Vorsitzenden einmütig das Vertrauen ausgesprochen. Wie es weitergeht nach Käßmanns Rücktritt dürfte das Treffen der Ratsmitglieder im bayerischen Tutzing bestimmen, das ohnehin für Freitag und Samstag angesetzt ist.

Margot Käßmann erklärt ihren Rücktritt

Auf einer Pressekonferenz in Hannover hat Margot Käßmann den Rückzug von ihren Ämtern erklärt und begründet. © www.aer-media/Evangelischer Kirchenfunk Niedersachsen

Führungslos ist die evangelische Kirche allerdings nicht: Bei einem vorzeitigen Ausscheiden eines Ratsvorsitzenden, so ist es geregelt, übernimmt der Stellvertreter den Vorsitz bis zu einer Neuwahl. Damit rückt der rheinische Präses Nikolaus Schneider (61) zunächst an die EKD-Spitze. Eine Nachwahl erfolgt durch die Synode, das Kirchenparlament, und die Vertretung der Landeskirchen. Deren nächste reguläre Tagung ist für November in Hannover angesetzt. Aber auch eine vorgezogene außerordentliche Sitzung ist denkbar.

Käßmann hielt alle auf Trab

Erst Ende Oktober war die 51jährige Bischöfin, die schon zehn Jahre an der Spitze der hannoverschen Landeskirche stand, als erste Frau zur Ratsvorsitzenden der EKD gewählt worden. In dem Spitzenamt löste sie den Berliner Bischof Wolfgang Huber (67) ab, der aus Altersgründen ausschied. Das Gespann von zwei Frauen - Käßmann und Katrin Göring-Eckardt als Präses der EKD-Synode - versprach frischen Wind und neuen Stil.

In ihrer kurzen Amtszeit hielt Käßmann alle auf Trab. Und nicht nur die eigene Kirche, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Empfang für die neue EKD-Spitze vorausgesagt hatte. 83 Interviews, so notierten Beobachter, habe Käßmann in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit gegeben. Babyklappen, Pflege, Armut, Sterbehilfe, Hartz-IV - gerade in diesen sehr lebenspraktischen Themen bezog die profilierte Protestantin Position.

Die politische Debatte mischte die temperamentvolle Theologin durch zugespitzte Wortmeldungen auf. "Nichts ist gut in Afghanistan", sagte Käßmann an Neujahr in der Dresdner Frauenkirche und stieß damit eine Debatte über den Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch an. Mit ihrem Einspruch gegen ein "Weiter so" in Afghanistan erfuhr sie heftigen Widerspruch aus unterschiedlichen politischen Lagern. Doch die evangelischen Bischofskollegen scharten sich um die attackierte Käßmann und gaben ihr Rückendeckung.

Authentisches Autreten galt als Käßmanns Stärke

Für die Forderung, dem zivilen Engagement Vorrang vor militärischer Gewalt einzuräumen, gab es viel Zuspruch beim Kirchenvolk, aber auch von Kirchenfernen für die Bischöfin. Denn Käßmann ist populär. Ihren unverblümten und mitunter politisch nicht ausgewogenen Wortmeldungen finden große Wertschätzung an der Kirchenbasis. Ihr jüngstes Buch "In der Mitte des Lebens", in dem Käßmann sehr viel von sich selbst preisgibt, kletterte rasch in die Bestseller-Listen.

Margot Käßmann im Portrait

© www.aer-media/Evangelischer Kirchenfunk Niedersachsen

Persönliche Integrität, authentisches Auftreten, Emotionalität und Spiritualität gelten als ihre Stärken, mit ihren Beiträgen und Ratschlägen findet die Theologin und Seelsorgerin Gehör in Kreisen, denen die Wortmeldungen Vorgängers Wolfgang Huber zu akademisch geprägt erschienen. Ein Beispiel ist Käßmanns Predigt in der ökumenischen Andacht nach der Selbsttötung des Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke in Hannover.

Es gab auch manche kirchendiplomatische Aufreger in der kurzen Amtszeit. Enttäuschung rief die Ratsvorsitzende in Rom hervor mit ihrer Aussage, sie erwarte von Papst Benedikt XVI. ökumenisch nichts. Das Urteil wird zwar von vielen Ökumene-Kennern geteilt. Dass sie es aber ausgerechnet im Talk mit Gregor Gysi von der Linkspartei äußerte, erschien in Kirchenkreisen als nicht besonders geschickt. Der vatikanische Ökumene-Minister Walter Kasper reagierte prompt verärgert. Die Papst-Kritik sei "unfair", "ungerecht" und "zutiefst unökumenisch", rügte der Kurienkardinal. Käßmann sah sich gehalten, weiterer ökumenischer Verstimmung vorzubeugen. Ihr sei nicht an einem Streit mit der katholischen Kirche gelegen, versicherte sie. Sie hatte ganz bewusst bei Robert Zollitsch, dem Vorsitzenden der katholischen Bischöfe, ihren ersten Antrittsbesuch, gemacht.

Durch und durch menschliche Schwäche

Zuvor hatte die Russische Orthodoxe Kirche der Spitzenfrau des deutschen Protestantismus die kalte Schulter gezeigt. Das Moskauer Patriarchat setzte den offiziellen Dialog mit der EKD aus. Die orthodoxe Kirche lehne eine Frau an der Spitze der EKD als Gesprächspartnerin ab, hieß es zur Begründung. Patriarch Kyrill I. legte vor wenigen Tag nach und hielt der evangelischen Kirche Mitschuld am Werteverfall vor.

Margot Käßmann ist nun nicht über politische Kontroversen oder ökumenische Verwicklungen gestolpert. Eine durch und durch menschliche Schwäche setzte ihrer steilen Karriere einen Schlusspunkt. Vorläufig zumindest - denn ob sie sich nach dem Doppelrücktritt ganz aus der Öffentlichkeit zurückzieht, wird abzuwarten sein.

epd

Kommentare

Verfasst von Gast am 7. März 2010 - 23:32.

Margot Käßmann

Es geschehen Katastrophen, wenn der schlimmste aller möglichen Fälle eintrifft...

Es geschehen Katastrophen, wenn der schlimmste aller möglichen Fälle eintrifft: "Christ trifft Leben". Endlich einmal war an der Spitze meiner, der blutleersten der Kirchen, ein richtiger, weiblicher Mensch; eine authentische Persönlichkeit. Was ihr passierte, ist rechtlich zu bewerten, kann aber fast jedem Mensch (der leben und feiern kann) einmal passieren. Durch ihren Rückritt hat sie meiner Kirche eine endlich menschliche Person geraubt.
Wenn ich sehe, wie in meiner Gemeinde in Taucha (Sachsen) der Pfarrer auf einer Konfirmandenfreizeit plötzlich über Nacht verschwunden ist, erst am nächsten Tag nachmittags wieder erscheint (um nur ein Beispiel zu nennen), ohne dass darüber auch nur ein Wort verloren wird, so sehe ich umso schmerzlicher, dass Frau Käßmann überreagiert hat. Sie fehlt jetzt!

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 9:51.

Fastenzeit

Frau Pfr. M. Käßmann hat die Fastenzeit nun auch begonnen. Für Sie gilt seit...

Frau Pfr. M. Käßmann hat die Fastenzeit nun auch begonnen.
Für Sie gilt seit letztem Samstag nun auch das Motto der evangelischen Kirche "7 Wochen ohne ..." ... Führerschein.

Verfasst von miriam1998 am 25. Februar 2010 - 0:05.

Kässmann

Schade. Ob man das wirklich so bezeichnen kann, wie allgemein dargestellt, wenn...

Schade. Ob man das wirklich so bezeichnen kann, wie allgemein dargestellt, wenn auch mit guten Absichten und Willen?  -   Scham und Stolz sind schlechte Ratgeber.

Sie hat etwas bewirken wollen und sollen und lässt sich vom ersten "Steinchen", das ihr in den Weg gelegt wird, aus der Bahn werfen. Streckt die Waffen vor Satan. Wir alle sind fehlbar. Aber Christus holt nicht die vor Seinen Karren, die flecklos sind.  Sorry, schroff zu wirken. Es ist sehr oft der einzige Weg, die beiden schlechten Ratgeber aus dem Feld zu schlagen.

Es wird gesagt, dass vorangegangene Situationen Schicksalschläge waren. Was die Gesundheit angeht, so kann man das vielleicht so sagen. Ehescheidung ist kein Schicksalschlag im Sinne dessen, wie Gott das sieht. Dennoch wird auch das vergeben, nachdem wir vor 2000 Jahren das neue Zeitalter betraten. Es wird denen vergeben, die verstehen.

 

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 21:31.

Bischofsamt

1. Timotheus 3,1-7 „Das Wort ist glaubwürdig: Wer das Amt eines Bischofs...

1. Timotheus 3,1-7

„Das Wort ist glaubwürdig: Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer großen Aufgabe. Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren; er sei kein Trinker und kein gewalttätiger Mensch, sondern rücksichtsvoll; er sei nicht streitsüchtig und nicht geldgierig. Er soll ein guter Familienvater sein und seine Kinder zu Gehorsam und allem Anstand erziehen. Wer seinem eigenen Hauswesen nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen? Er darf kein Neubekehrter sein, sonst könnte er hochmütig werden und dem Gericht des Teufels verfallen. Er muss auch bei den Außenstehenden einen guten Ruf haben, damit er nicht in üble Nachrede kommt und in die Falle des Teufels gerät.“

Verfasst von michi1957 am 24. Februar 2010 - 19:39.

Rücktritt von Frau Käßmann

Ich stehe voll hinter Frau Käßmann, für dass was ich verboxe...

Ich stehe voll hinter Frau Käßmann, für dass was ich verboxe was Gesetzeswiddrig ist, muß ich gerade stehenn und volle Verantwortung übernehmen. Ich wünschte, viele leitenden Verantwortlichen, ob Politik oder nicht, würden das auch tun, sie wären da viel Glaubwürdiger und Ehrlicher.
Nur eines bitte ich uns allen, dass wir nicht Frau Käßmann in den "Dreck" ziehen und sie als Mensch zweiter Klasse abstempeln.
Denn:
"Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein, Dir sind alle Schuld vergeben. Sündige hinfort nicht mehr!" In diesem Sinne Jesu sollten wir Christen jeden ein Vorbild sein... Und das können wir mit Jesus auch tun! Ich jedenfalls bete für Pastorin Käßmann und ihre Familie!
Michael Agotz

Shalom! = Friede sei mit dir und deinem Haus!
Michael Agotz
michael-a@jesus.de

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 19:26.

geradlinigkeit?

was ist geradlinigkeit? wenn man unbeirrt einen weg geht, den man sich selbst...

was ist geradlinigkeit? wenn man unbeirrt einen weg geht, den man sich selbst vorher bestimmt hat?

ich bin nicht gläubig und habe doch mit interesse die entwicklungen gerade in der evangelischen kirche in deutschland und gerade in den letzten monaten verfolgt. es schien, als würde das oftmals angestaubte image der glaubensgemeinschaft, oder besser, der institution der kirche explosionsartig aus den multimedialen köpfen der nation gewischt werden. und irgendwo nahm man der ersten frau an der spitze der ekd die von ihr selbst ins spiel gebrachte geradlinigkeit ab.

nun, so scheint es nach ihrem "sündenfall", gerät die vermittlung dieser geradlinigkeit in eine glaubenskrise. niemand ist unfehlbar! und es ist ein gravierendes vergehen, sich durch alkohol in seiner wahrnehmungs- und reaktionsfähigkeit stark beeinträchtigt hinter das Steuer eines kraftfahrzeugs zu setzen und in diesem zustand am straßenverkehr teilzunehmen. es ist am wenigsten das verdienst von frau käßmann, dass während dieser trunkenheitsfahrt niemand zu schaden gekommen ist. welch maß an selbstüberschätzung muß ihren vom alkohol benebelten geist überkommen haben, als sie sich gegen die gesundheit oder gar das leben anderer entschied. das war keine lappalie! es war ein gravierender aber auch ein menschlicher fehler. dass jemand einen fehler macht, ist zu ahnden. und auch der geradlinige muss wissen, dass seine fehler geahndet werden. und dass frau käßmann in einer ersten erklärung genau dies zum ausdruck brachte, war geradlinig.

ihr rücktritt von allen kirchlichen ämtern ist nicht geradlinig. und die erklärung, dass sie diese ämter nun nicht mehr mit der nötigen autorität ausüben kann, ist überdies scheinheilig. ihre heutige presseerklärung macht sie unglaubwürdig, nicht ihre straftat und nicht ihre erste erklärung dazu.

aber genau die art und weise, in der frau käßmann heute zurückgetreten ist, macht ihren schritt zu einem richtigen schritt. es wäre glaubwürdiger und vor allem geradliniger gewesen, trotz dieses fehlers im amt zu bleiben, persönlich die strafrechtlichen konsequenzen mit der gebotenen einsicht und reue zu tragen und somit allen anderen zu zeigen, dass sich fehler vielleicht nicht immer verhindern lassen, aber dass man dann auch die konsequenzen tragen muss. dieser verantwortung entzieht sich frau käßmann leider...

dies ist meine höchst persönliche meinung. ich respektiere jeden, der eine andere vertritt.

christian götschel (sachsen-anhalt)

Verfasst von Buteo am 24. Februar 2010 - 18:34.

 Also ich habe in den Medien

 Also ich habe in den Medien seit gestern allenthalben Zurückhaltung...

 Also ich habe in den Medien seit gestern allenthalben Zurückhaltung gelesen, kein Vorverurteilung, keine Urteile. Hingegen habe ich allenthalben, in etlichen Foren, in etlichen Medien das Zitat 'Wer ohne Sünde ist, der werfe den usw..." gelesen. Ich meine eines der schädlichsten Bibelzitate überhaupt. Aber natürlich sehr praktisch um jegliche Kritik am eigenen Glauben, an der eigenen Kirche etc. abzuwürgen. Dieses Zitat beinhaltet ein moralisches Kritikverbot, und das ist überall schädlich. Und vor allem lässt es sich auf alle Grade von Verfehlungen, meinetwegen Sünden, Straftaten etc. anwenden. Betrunken Autofahren? Fremdgehen? Ladendiebstahl? Leichte Körperverletzung? Wer ohne Sünde ist.... Oder gleich auf Verbrechen anwenden? Schüler missbraucht? Wer ohne Sünde ist...

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 19:54.

eine frage dazu...

ist das angebrachte zitat tatsächlich mit einem moralischen kritikverbot...

ist das angebrachte zitat tatsächlich mit einem moralischen kritikverbot gleichzusetzen? meint es nicht eher, dass nur der verurteilen (eigentlich die strafe vollstrecken) darf, der von sich ehrlich sagen kann, er habe keine verfehlung begangen? ist es nicht vielmehr so, dass dieses zitat von einigen (vielen) an der falschen stelle angebracht wird? es dient einigen anwendern wohl dazu, eine straftat einfach so im raum stehen zu lassen, so zu tun, als dürfe niemand frau käßmann für ihr verhalten angreifen.

natürlich darf, ja muss man ihr verhalten kritisieren. aber sie zu verurteilen ist aufgaber derer, die dazu berufen sind. und das ist nicht der mob...

das zitat lässt sich aber nicht auf alles grade von verfehlungen etc. anwenden. fremdgehen ist die ureigenste sache derer, die unmittelbar davon betroffen sind. aber trunkenheitsfahrten, ladendiebstahl, körperverletzung sind zu strafrechtlich zu verfolgen und zu ahnden. erst recht, wer die sexuelle integrität anderer, egal welchen alters, missachtet und verletzt!

wer im hinblick auf die ahndung dieser straftaten mit obigem zitat argumentiert, stellt sich ins moralische abseits.

das ist meine höchst persönliche meinung und stellt nicht zwingend nur kritik an obigem kommentar dar. eher respekt vor der meinung des verfassers...

christian götschel

Verfasst von Buteo am 24. Februar 2010 - 20:56.
Kommentar auf: eine frage dazu...

 Es, das Zitat, ist nicht mit

 Es, das Zitat, ist nicht mit einem moralischen Kritikverbot...

 Es, das Zitat, ist nicht mit einem moralischen Kritikverbot gleichzusetzen, aber es läuft auf eines hinaus. Es impliziert: a) Nur wer keine Verfehlung begangen hat, darf verurteilen b) niemand ist verfehlungsfrei c) ergo: niemand darf verurteilen. Klar, eigentlich geht's um Strafe vollstrecken, und eigentlich geht's ursprünglich in der Bibelstelle um Ehebruch, für den Gott früher ja mal die Todesstrafe durch Steinigung vorsah (3. Mose). Im NT ist Jesus dann anderer Meinung. Also eigentlich: Richter darf nur sein, wer verfehlungsfrei ist. Gibt's aber nicht. Also darf eigentlich niemand richten, das argumentiert Jesus aber nicht zu Ende.

Das bedeutet, dass Jesu Argumentation komplett unbrauchbar ist, weil sie nicht erklärt, wer denn dann überhaupt noch Urteile sprechen kann. Und es bedeutet, dass es im Fall Käßmann vollkommen unbrauchbar ist, weil ja, außer dem Gericht, sowieso niemand eine Strafe ausspricht.

Die einzige Wirkung, die das Zitat erzielen soll, ist der Versuch, Kritikern das Recht zu kritisieren abzusprechen, weil der Kritiker ja auch mal einen Fehler gemacht hat...

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 18:26.

härte gegen sich selbst...

....schade, dass frau kässmann zurückgetreten ist, aber der mediendruck wäre...

....schade, dass frau kässmann zurückgetreten ist, aber der mediendruck wäre bestimmt zu gross geworden, ..... jetzt hoffe ich menschlich, dass sie ihr weiteres leben mit gottes hilfe weiter gestalten wird ...und der kirche und dem glauben dienen kann und wird....

Verfasst von Doc Arnold am 24. Februar 2010 - 18:04.

Medien "Attentat"verurteilt Käßman zu Karriere-Ende

Frau Käßmann ist über ihre menschliche Schwäche gestolpert und die Nachrichten...

Frau Käßmann ist über ihre menschliche Schwäche gestolpert und die Nachrichten haben sie verurteilt - ein unnötiges Attentat auf ihre Karriere. Würde so gern wissen wer die erste Nachricht gebracht hat. Von "der den ersten Stein wirft" hat noch keiner in unseren Medien gehört. Der Rest folgt - was völlig normal ist. Wer hat die Schuld? die Medienleuten sind nur auf Sensation und explosiven Themen aus. Schade das man Geld verdient mit der Ruinierung von ehrlichen Menschen.

Verfasst von franke7 am 24. Februar 2010 - 17:50.

Respekt

Wir sind alle furchtbar traurig. Aber wir haben auch Respekt vor diesem Schritt...

Wir sind alle furchtbar traurig. Aber wir haben auch Respekt vor diesem Schritt. Und manchem ihrer "lieben Kollegen" wird ein Riesenstein vom Herzen fallen. Eine Kirchenführerin, die sehr unbequem war, ist nicht mehr da. Und keiner musste nachhelfen. Zumindest nicht öffentlich. Inoffiziell haben natürlich die mitgeholfen, die gar nicht erst versucht haben, sie von diesem Schritt abzuhalten. Aber eines ist heute schon sicher. Viele Protestanten, die sich wegen Frau Käßmann ihrer Kirche wieder genähert haben, werden diesen Prozess stoppen. Ihr Nachfolger - und ich gehe davon aus, dass es keine Frau sein wird - wird es sehr schwer haben. Jedenfalls wünschen wir uns, dass die Stimme von Frau Käßmann nicht leiser wird und sie sich weiter einmischt. Wenn man das alles so verfolgt, könnte man annehmen, man hat es mit einer Mörderin zu tun. Leute, sie hatte zuviel getrunken und man hat sie trotzdem Auto fahren lassen. Wenn ein Gast offensichtlich zuviel getrunken hat, nimmt man ihm den Autoschlüssel ab. Das ist Pflicht des Gastgebers. Hoffentlich ist ihm oder ihr das auch bewusst.

Die Sonne scheint auch über den Wolken
Gunther

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 17:07.

Werteverfall

Der Rücktritt von Bischöfin Käßmann war wohl das Mindeste, was man erwarten...

Der Rücktritt von Bischöfin Käßmann war wohl das Mindeste, was man erwarten durfte.

Wie weit dagegen der von der orthodoxen Kirche richtigerweise konstatierte Werteverfall im deutschen Protestantismus vorangeschritten ist, konnte man in den letzten Tagen an den vielen Kommentaren auf dieser Seite ablesen.
Nach der Lektüre der unzähligen Kommentare, die Frau Käßmanns Trunkenheitsfahrt als "Lappalie" oder als "Fehler, der halt jedem passieren kann" kleinredeten, werde ich künftig in Deutschland wesentlich vorsichtiger bei Grün über eine Kreuzung fahren als ich es hier in Neapel tue.Besonders wenn eine protestantische Kirche in der Nähe ist ...

Peter Rietze, Neapel

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 18:53.
Kommentar auf: Werteverfall

Der Balken im Auge des Anderen

Toll, Herr Rietze, und was sagt die Bibel "Wer steht sehe zu, dass er nicht...

Toll, Herr Rietze, und was sagt die Bibel "Wer steht sehe zu, dass er nicht falle." Damit sind auch Sie gemeint.

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 20:05.

Veritas odium parit !

In unserer evangelischen Kirche ist offenbar nicht nur das elementare...

In unserer evangelischen Kirche ist offenbar nicht nur das elementare bürgerliche Rechtsempfinden verlorengegangen; auch das Wissen um biblische und profane Metaphern scheint abhanden gekommen zu sein.
Der Pharisäer wirft normalerweise seine Steine aus dem eigenen Glashaus und nicht auf das der Anderen; der sprichwörtliche Balken befindet sich dagegen im eigenen Auge.

Aber nun ja: Non licet omnibus adire Corinthum.

P.R.

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 18:20.
Kommentar auf: Werteverfall

hallo hausmeister peter.....

...ich nehme an, dass du als antialkoholiker kein bischof bist !? also da...

...ich nehme an, dass du als antialkoholiker kein bischof bist !?
also da brauchst du dann auch keine angst vor deutschen ampeln haben, auch wenn sie beim rüberfahren grade dunkelgelb bis hellrosa gewesen sind....

Verfasst von franke7 am 24. Februar 2010 - 17:55.
Kommentar auf: Werteverfall

Leute gibt es!

Welch ein Pharisäertum! Das sind die Leute, die einen großen Vorrat an...

Welch ein Pharisäertum!
Das sind die Leute, die einen großen Vorrat an imaginären Steinen haben, mit denen sie auf die Glashäuser anderer werfen.
Viel Spaß weiterhin.

Die Sonne scheint auch über den Wolken
Gunther

Verfasst von Gast am 24. Februar 2010 - 19:00.
Kommentar auf: Leute gibt es!

bin sehr traurig

ich hoffe, dass sie mit ihrer Entscheidung gut leben kann. Sie war eine große...

ich hoffe, dass sie mit ihrer Entscheidung gut leben kann. Sie war eine große Hoffnung für alle, ihre Menschlichkeit hat sie nun zu Fall gebracht.

Verfasst von Nick am 24. Februar 2010 - 20:59.
Kommentar auf: bin sehr traurig

Gott befohlen, Frau Kaessmann

Ein neuer Aufgabenbereich wartet auf Pfarrerin Kaessmann. Hoffnungen auf eine...

Ein neuer Aufgabenbereich wartet auf Pfarrerin Kaessmann.

Hoffnungen auf eine lebendige, offene Kirche wurden geweckt - andere werden diesen Vertrauensscheck einlösen müssen - ein Zurück gibt es nicht. - Schade ist es, wir hatten uns in den vergangenen vier Monaten auf diese ganz neue Art Ratsvorsitz eingestellen können, und nicht wenige bedauern diesen Rücktritt. Es war imho die bestmögliche Entscheidung.

Gott befohlen! auf dem neuen Weg - das ist mein Wunsch.

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt / der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt./ Der Wolken, Luft und Winden / gibt Wege, Lauf und Bahn. / Der wird auch Wege finden, / da dein Fuß gehen kann.

Nick.

 

 

 

Verfasst von Gast am 25. Februar 2010 - 8:22.

Reformprozeß

Mir war wichtig, dass Frau Käßmann nicht nur einmal vom Reformprozeß der...

Mir war wichtig, dass Frau Käßmann nicht nur einmal vom Reformprozeß der Evangelischen Kirche gesprochen hat. Und egal, wer sie jetzt wie beurteilt, ich hoffe, dass diese Reform losgelöst von Ihrer Person zustande kommt. Das haben wir bitter nötig.
Dass sie nicht im Amt bleibt, mag sie selbst aus ihrer Sicht erklären. Ich denke aber, sie hätte keine Chance mehr gehabt. Die Fotografen hätten sich bei jedem Empfang auf jedes Glas Sekt gestürzt, die Verdächtigungen, dass sie alkoholkrank sei, hätten nie mehr aufgehört. Es gehörte viel Größe und Liebe zu einer Gesellschaft, wenn sie einen Gestrauchelten Menschen dort läßt, wo er bisher war. Das ist in D und auch in der Kirche in Deutschland derzeit nicht in Sicht.
Und die Geschichte mit dem ersten Stein, die mancher nicht mehr hören oder lesen kann, meint ja wohl dies: Die Frau in der Geschichte war verurteilt und schuldig gesprochen, niemand, auch Jesus nicht, hat das in Frage gestellt. Den ersten Stein zu werfen hieß, die Urteilsvollstreckung zu beginnen. Und wer sich in diesen Tagen mit frommen Worten auf Frau Käßmann stürzt, der sollte schauen, ob er nicht an anderer Stelle "sündig" ist. Ich bin schon erstaunt, wie viel auf einmal über den bösen bösen Alkohol geredet wird, rein statistisch kann es so viele gar nicht geben, die ihn nicht trinken. Welche Heuchelei, auch dann noch mit der Fastenzeit zu kommen, die ja ursächlich mit Alkohol überhaupt nichts zu tun hat. Es ist schon ein gutes Zitat, das überhaupt nicht dazu dient, Kritiker abzuwürgen. Aber es soll selbstgerechte Steinewerfer dazu bringen, schweigend inne zu halten (auch das ist Fasten) und bei sich nachzuschauen, ob man nicht den Stein in die falsche Richtung wirft. Und es scheint, als hätten die Ankläger der Frau das kapiert. Sie gingen davon und ließen sie leben. Jesus spricht noch mal die Sünde aus und gibt der Frau ne Chance. Wo ist da was abgewürgt?
Ansonsten, wie damals zig-Mal passiert, wäre die Frau tot. Wie viele Menschen werden heute kaputt gemacht, weil die Sündlosen (und das sind die, die gerade diese Sünde nicht getan haben) an der Kante stehen und es ordentlich poltern lassen.

Verfasst von Buteo am 25. Februar 2010 - 12:29.
Kommentar auf: Reformprozeß

  Naja, natürlich wirkt das

  Naja, natürlich wirkt das Zitat im aktuellen Diskurs als Versuch...

 

Naja, natürlich wirkt das Zitat im aktuellen Diskurs als Versuch des Kritikverbots. Es versucht nämlich eine unaufgeregte sachliche Diskussion zu unterbinden ob das, was Frau Käßmann getan hat verzeihbar ist oder nicht, indem es suggeriert, dass nur derjenige argumentieren dürfe, dass das was Frau Käßmann getan hat, unverzeihbar sei, der selber sündlos sei. Und natürlich impliziert es im aktuellen Diskurs immer mit, dass der Adressat selbstverständlich, wie jeder Mensch, Dinge getan hat, die sich, mit welchem Wertesystem auch immer, nicht vereinbaren lassen.

Dass die Frau nach Jesu Ansprache am Leben blieb ist in der Tat richtig. Gott allerdings fordert an anderer Stelle (3. Mose) den Tod von Ehebrecherinnen und Ehebrechern. Die Ehebrecherinnen damals starben also zigmal, weil die Menschen Gottes Wort ernst nahmen. 

Das mit der Fastenzeit hat Frau Käßmann selber aufgebracht, als sie letztes Jahr in einem Spiegel-Online-Interview sagte, dass sie in der Fastenzeit auf Alkohol verzichten würde.

Und nur nebenbei: Wegen mir hätte Frau Käßmann nicht zurücktreten brauchen, zumindest nicht aus moralischen Gründen, dass es möglicherweise unvermeidlich sein würde, weil ihre Kritiker das immer wieder hervorholen würden hat sie glaube ich klug vorausgeahnt.

Verfasst von Gast am 26. Februar 2010 - 11:26.

Fastenzeit

Nur zu Frau Käßmanns Fastenzeit Zitat vom letzten Jahr: Ich habe zwar nicht...

Nur zu Frau Käßmanns Fastenzeit Zitat vom letzten Jahr: Ich habe zwar nicht annähernd ihr Format und ihre Prominenz, trotzdem bestehe ich als kleiner Dorfpfarrer darauf, nicht auf vergangene Äußerungen festgelegt zu werden. Gerade zum Fasten habe ich regelmäßig etwas gesagt und habe mich z.B. in manchem Jahr für einen anderen "Fastenstoff" beschlossen als im Jahr davor. Das würde ich auch Frau Käßmann und jedem anderen zubilligen wollen. Dass sich nun viele drauf gestürzt haben, dass sie im letzten Jahr dieses gesagt hat und ein Jahr später diesen Vorsatz verlassen hat, hat mich schon geärgert. Wenn wir in Staat und Kirche alle an vorhergehenden Äußerungen messen würden..... ("Die Rente ist sicher"... ehemaliger Arbeitsminister Norbert Blühm), allein die Afghanistan-Debatte (Krieg oder kein Krieg) zeigt, wie schnell Meinungen über Bord geworfen werden, manchmal auch wirklich aus realistischen Gründen. Auch in der Kirche sind oft genug Konzepte aufgestellt worden, die nach kurzer Zeit Makulatur waren. Manchmal verändert der Lauf der Geschichte, auch der persönlichen, ganz schnell die eigene Ansicht.

Verfasst von Buteo am 26. Februar 2010 - 16:17.
Kommentar auf: Fastenzeit

 "Was interessiert mich mein

 "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?" Als...

 "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?" Als logische Konsequenz daraus darf deine Gemeinde schließen, dass deine Äußerungen von heute nicht ernst zu nehmen sind, richtig? Denn deine Äußerungen von heute sind morgen deine Äußerungen von gestern. Vielleicht solltest du dann praktischerweise deiner Gemeinde raten, dass sie deine Gottesdienste erst gar nicht mehr aufsucht, da sie sich am Montag ja nicht mehr darauf verlassen kann, dass du noch hinter der Predigt vom Sonntag stehst? Was nicht heißen soll, dass man seine Meinung nicht mal ändern darf... Aber den Grundsatz 'Heute so morgen so, gerade so wie's passt' zeichnet ja auch schon die Bibel mit ihren unzähligen selbstwidersprüchlichen Aussagen aus...

Ich möchte mich auch hiermit gleichzeitig für meine Polemik entschuldigen... :-)

Verfasst von Horst5722 am 26. Februar 2010 - 23:41.

Wo wird Frau Käßmann in

Wo wird Frau Käßmann in diesem Jahr den Ostergottesdienst abhalten?...

Wo wird Frau Käßmann in diesem Jahr den Ostergottesdienst abhalten? Obwohl ich nicht unbedingt in der Nachbarschaft Hannovers lebe, sondern ca. 2000 km entfernt, würde ich dieses Jahr die Auferstehung Jesu gerne mit ihr zusammen feiern. In diesem Jahr, so denke ich, wird sie die Kreuzigung Jesu besonders intensiv nachfühlen, aber gerade darum würde ich sie gerne bei der Auferstehung erleben. Als echte Christin wird sie wissen: Auf die Kreuzigung erfolgt die Auferstehung. "Unsere Margot" weiss das, und darum bin ich heute schon auf ihre Osterpredigt gespannt. Aus ihren eigenen Erfahrungen könnte sie zum Beispiel eine tolle Predigt schreiben mit dem Thema: Jeder kann fallen, aber der Christ steht anschliessend wieder auf. Damit könnte sie, wie schon so oft in der Vergangenheit, vielen Menschen helfen und Mut zum Aufstehen geben.

DAS ist ihre Berufung, Gott hat ihr DAFÜR ihr Charisma gegeben. Bischof ist für sie kein "Job", den man an den Nagel hängt.

Sie IST einfach Bischöfin.

Vielen Menschen kann noch durch sie geholfen werden, und viele Menschen noch können durch sie dem wahren Christentum (nicht dem Heuchel-Christentum!) nähergebracht werden.

Es gibt natürlich jemanden, der das nicht will. Aber er darf nicht gewinnen. Er weiss natürlich, daß er, wenn er Frau Käßmann besiegt, vermittels der Hebelwirkung Hunderte und Tausende in ihrem Glauben erschüttern könnte. Darum ist das Ziel seines Angriffes auch Frau Käßmann und kein einfacher Dorfpastor. Im Krieg versucht man auch immer, den Feldherrn des Gegners zu treffen, weil man damit die Moral der ganze Truppe am effektivsten schwächen kann.

Ich sehe die augenblickliche Episode als eine kurze Pause in ihrem Schaffen und habe ausreichend Vertrauen in die Pläne Gottes, der in der Regel keine Fehler macht, auch wenn wir es manchmal nicht leicht verstehen.

Horst Bronowski, Athen

Verfasst von Horst5722 am 27. Februar 2010 - 13:20.
Kommentar auf: Wo wird Frau Käßmann in

Ich glaube, wir sollten uns

Ich glaube, wir sollten uns mal über unsere Negativität schämen...

Ich glaube, wir sollten uns mal über unsere Negativität schämen.

Frau Käßmann ist eine fantastische Frau, die mehr als die meisten von uns, mich natürlich eingeschlossen, vielen Menschen hilft, ihnen eine Stütze ist und viele von uns dem wahren Christentum, d.h. den Werten Liebe, Hoffnung und Vergebung, nähergebracht hat.

Damit leistet sie Großartiges.

Nun macht sie einen Fehltritt, und wir beschäftigen uns nur noch mit dem Fehltritt und vergessen gleich ihr großartiges Werk.

Ich hoffe, daß Gott mit uns am Tage des jüngsten Gerichts barmherziger umgeht als wir im Augenblick mit Frau Käßmann. Sonst wird's ganz schön heiß werden um uns zu.....

Als Christen sollten wir Eines nicht vergessen:

Wir, die wir uns heute zu Richtern über unsere Mitmenschen, einschließlich unserer Mitmenschin Käßmann machen, werden morgen die Gerichteten sein.

Wenn ER dann genau so gerecht sein wird wie wir jetzt, dann wird es wie folgt aussehen:

Es wird zwei Waagschalen geben:

Die eine für unsere positiven Taten, Worte, Gedanken und Gefühle.

Die andere für unsere negativen Taten, Worte, Gedanken und Gefühle.

Hoffentlich können wir dann die erste Waagschale mehr anfüllen als die zweite......

 

Horst Bronowski,  Athen

 

Verfasst von Horst5722 am 27. Februar 2010 - 22:31.

Sie IST einfach Bischöfin

Vielleicht gibt die Aussage "Sie IST einfach Bischöfin"  in...

Vielleicht gibt die Aussage "Sie IST einfach Bischöfin"  in meinem Beitrag von gestern Abend Anlass zu Mißverständnissen. Deshalb möchte ich erklären, wie diese Aussage von mir gemeint war.

Natürlich akzeptiere ich Frau Dr. Käßmanns Entscheidung, von dem Amt der Bischöfin zurückzutreten.

Wissen wir eigentlich, was das Wort "Bischof" bedeutet?

Ich hatte das Glück, daß Gott meine Schritte vor 30 Jahren, damals noch als Student, nach Griechenland gelenkt hat.

Dort konnte ich viel lernen.

Ausser der griechischen Sprache übrigens auch die Tatsache, daß sich viele Dinge bei genauerem Hinsehen als ganz anders erweisen, als es der erste Eindruck uns glauben läßt. Aber das würde uns bei der augenblicklichen, leider auf sehr niedrigem Niveau ablaufenden Medien-Kampagne gegen Hellas (siehe Titelblatt von "FOCUS"), auf ein ganz anderes Thema führen.

Zurück also:

Das Wort "Bischof" kommt vom griechischen Επίσκοπος (Episkopos).

Dieses Wort besteht aus der Vorsilbe Επί (Epi) = auf, an, über

und  Σκοπός  (Skopos) .      Σκοπός hat viele Bedeutungen: Unter anderem Ziel, Zweck, Weise und Wache. Der Skopos ist beim Militär der Wachsoldat, der darüber zu wachen hat, daß das Lager sicher ist. Also ist Episkopos = Bischof derjenige, der über etwas wacht, der aufpasst, der behütet.

Obwohl es etwas zutiefst Positives ist, daß jemand aufpasst und behütet, gefällt es uns nicht immer. Schliesslich sind wir schon groß, erwachsen, reif, und können tun und lassen, was wir wollen. Uns gefällt der erhobene Zeigefinger nicht.

Darum haben wir ja auch den, der uns gegenüber vor 2000 Jahren den Zeigefinger erhoben hat, ans Kreuz genagelt.

Ich hoffe, daß sich jetzt Widerspruch regt, daß viele rufen:"Nein, wir nicht! Ich nicht! Ich würde ihn niemals ans Kreuz nageln, auch nicht im übertragenen Sinne!"

Das würde nämlich zeigen, daß wir als Menschheit in den letzten 2000 Jahren etwas dazugelernt haben, daß wir voranschreiten.

Um auf den Anfang zurückzukommen:

Mit meinem Satz: " Sie IST einfach Bischöfin" möchte ich mir wünschen, daß Frau Dr. Käßmann weiterhin auf uns aufpasst und uns weiterhin behütet. Ob sie das im Amt einer Bischöfin oder einer Pastorin tut, spielt dabei keine Rolle.

Wer weiss, vielleicht wollte Gott, daß sie die Gabe, mit der ER Frau Dr. Käßmann ausgestattet hat, nicht für Verwaltungsaufgaben "verschwendet", sondern den Menschen direkt hilft, von Angesicht zu Angesicht.

Zu den vielen Angeboten, welche Frau Dr. Käßmann in diesen Tagen erhält, könnte ich noch eines dazufügen:

Die evangelische Gemeinde Athens sucht gerade einen neuen Pfarrer / eine neue Pfarrerin. Frau Dr. Käßmann weiss das natürlich, da die Bewerbungsgespräche für die Vorauswahl am 17. - 19.Februar in Hannover stattgefunden haben.

Wie wär's, Frau Dr. Käßmann, mit einem " Platz an der Sonne" ?

Ich würde mich schon sehr freuen und verspreche Ihnen einen Riesenblumenstrauss zur Begrüßung.

Ich wünsche mir, daß Sie Gottes Hand, in die sie "gefallen" sind, noch zu Ostern, dem größten Fest der Christenheit, nach Athen trägt.

Horst Bronowski, Athen

P.S.: Falls Sie ausschliessen können, daß Sie Ostern nach Athen kommen, lassen Sie es mich bitte baldmöglichst wissen, damit ich noch rechtzeitig ein Flugticket nach Hannover besorgen kann. Um Ostern wird es immer knapp. Vielen Dank!

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