Jesaja - der Prophet, der den Messias ankündigte

Der Prophet als Klapperstorch: Jesaja kündigte die Geburt des Messias an. Foto: photocase

Der Prophet als Klapperstorch: Jesaja kündigte die Geburt des Messias an. Foto: photocase/joexx

Weihnachts-ABC (8) - Jeden Tag erklären wir in der Adventszeit einen Begriff rund um die besinnlichen Tage. Heute geht es um den Propheten Jesaja, der in der Weihnachtsgeschichte eine wichtige Rolle spielt. Seine Messiasverheißungen wurden von den Evangelisten auf Jesus bezogen.

Von Georg Klein

"Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären ..." - Der Prophet Jesaja hat im Neuen Testament und vor allem in der Weihnachtsgeschichte eine besondere Bedeutung. Denn er kündigt den Messias an. Sowohl die vier Evangelisten als auch frühe Theologen sahen im Buch Jeasaja die Bestätigung, dass Jesus der verheißene Erlöser ist. Die neutestamentlichen Schriften zitieren wiederholt die Verheißung des Messiaskindes in Jes 9,5, die Beschreibung der Herrschaft des Messias und seines Friedensreiches in Jes 11,1-10 sowie die Vorhersage des Vorläufers Johannes in 40,3-5. Vor allem der Hinweis in 11,1, dass der Verheißene aus dem Hause Davids stammen wird, wurde von den Evangelisten als eindeutig auf Jesus bezogen gedeutet.

Jesaja selbst lebte im achten vorchristlichen Jahrhundert, er wirkte zwischen 740 und 701 vor Christi im damaligen Südreich Juda, als dieses durch die antike Großmacht Assyrien bedroht wurde. Seit dem 19. Jahrhundert werden einige Teile des Jesajabuches verschiedenen unbekannten Autoren zugeschrieben. So geht man von einer direkten Autorschaft Jesajas - mit Einschränkungen - nur für die Kapitel 1 bis 39 aus. Die Kapitel 40 bis 55 und 56 bis 66 werden hingegen, aufgrund eindeutiger zeitbedingter Anzeichen, dem sogenannten zweiten und dritten Jesaja (Deuterojesaja und Tritojesaja) zugeschrieben. Hinweise und Kenntnisse, die erst aus dem Babylonischen Exil im 6. vorchristlichen Jahrhundert bekannt sein können, lassen diese Theorie am glaubhaftesten erscheinen.

Übersetzungsfehler

Die auf Jesaja zurückgehende Vorstellung von der Jungfräulichkeit Marias beruht auf einem Übersetzungsfehler. Der im hebräischen Originaltext verwendete Begriff "alma" meint lediglich eine junge Frau; der Prophet vermeidet das Wort "betulla", das eine Jungfrau im biologischen Sinne meint. In der griechischen Übersetzung des Alten Testamtents, der sogenannten Septuaginta, wird "alma" falsch als "parthenon" wiedergegeben, also als biologische Jungfrau. Auf die Septuaginta wiederum griffen die neutestamtentlichen Autoren zurück und gaben den Irrtum weiter.

In der katholischen Kirche ist die Jungfrauengeburt bis heute ein Dogma. Theologen wie Adolf Holl oder Uta Ranke-Heinemann wurde unter anderem wegen Zweifeln in dieser Frage die Lehrbefugnis entzogen. Die evangelischen Bekenntnissschriften erwähnen ebenfalls die Jungfrauengeburt, nur wird sie im Protesantismus nicht zwangsläufig biologisch verstanden.

Das Weihnachts-ABC im Überblick findet Ihr auf der rechten Seite.

© 2009 - 2012 evangelisch.de  |  Tel: 069 58 098 - 189  |  Fax: 069 58 098 - 418  |  Kontakt  |  Impressum  |  Presse  |  Datenschutz  |  AGB