Weihnachts-ABC (7) - Jeden Tag erklären wir in der Adventszeit einen Begriff rund um die besinnlichen Tage. Diesmal geht es um alles, was läutet, schlägt oder bimmelt.
Bereits in vorchristlicher Zeit standen Glocken für die Kommunikation mit überirdischen Wesen oder Göttern. Der physisch fühlbare Glockenton, der weit ins Land und in den Himmel ausschwingt, stellte anschaulich den Übergang von einer Welt in die andere dar. Auch Schutzfunktionen wurden der Glocke, in vielen Religionen ebenso wie im Christentum, zugebilligt. Im Hörbereich, “unter dem Mantel“ einer Glocke war man geschützt, auf sicherem Gebiet. Der Klang sollte Dämonen, Krankheiten und Unwetter vertreiben. Viele auf alten Glocken eingravierte Sprüche belegen das: “LAVDO DEVM VERVM. PLEBEM VOCO. CONGREGO CLERVM. DEFVNCTOS PLORO. PESTVM FVGO. FESTA DECORO“ (Den wahren Gott lobe ich. Ich rufe das Volk. Ich versammle den Klerus. Ich beweine die Toten. Die Seuche verjage ich. Die Feste ziere ich!)
Gefahrenabwehr
Kleine Glocken werden deshalb bis heute oft von Kindern getragen, um Gefahren von ihnen abzuwehren. Auch in zahlreichen Bräuchen spielen sie eine ähnliche Rolle, wie beim Almabtrieb, oder dem Schellenlaufen, mit dem die Wintergeister vertrieben werden sollen. Ab dem 8. Jahrhundert sind Glocken im christlichen Zusammenhängen verbreitet und waren, wie erwähnt, für vieles zuständig: Glocken riefen zum Gebet, verrieten die Tageszeit, warnten vor Unwetter, oder schlugen Verurteilten "das letzte Stündlein". Große Glocken und kleinere Handschellen waren von Anfang an Ausdruck kirchlicher Würde und Festlichkeit. Im Gottesdienst nahm ihre Bedeutung über die Jahrhunderte eher zu als ab. Dieser Symbolgehalt bescherte Glocken und Glockengeläut ihren Einzug in zahlreiche Weihnachtsbräuche – Glöckchen hängen am Weihnachtsbaum und ihr Klang darf auf keinem Weihnachtsmarkt fehlen.
Das Weihnachts-ABC im Überblick findet Ihr auf der rechten Seite.