Ökumene - Bei einer möglichen Vereinigung von evangelischer und katholischer Kirche könnte der Papst den Ehrenprimat erhalten. Dafür spricht sich der badische Bischof Ulrich Fischer aus. Das Papstamt ist einer der wichtigsten Streitpunkte im ökumenischen Gespräch.
Die Anerkennung eines Ehrenvorrangs für das katholische Kirchenoberhaupt sei ein "bis heute höchst anstößiger, aber für die weitere ökumenische Debatte fruchtbarer Gedanke", sagte Fischer bei einem Gottesdienst am Sonntag in Wittenberg. Der verstorbene Papst Johannes Paul II. (1978-2005) habe ihn in seiner Amtszeit selbst vorgebracht. Es handele sich um einen Vorschlag, "der zu Unrecht auf evangelischer Seite kaum positive Reaktionen ausgelöst hat".
Fischer äußerte sich bei einem Festgottesdienst zum 450. Todestag von Philipp Melanchthon (1497-1560) in der Wittenberger Stadtkirche. Er würdigte den Reformator als "Vorbild des Ausgleichs und der Versöhnung" sowie als "Vorläufer der modernen Ökumene". Melanchthons Bereitschaft, den Papstprimat anzuerkennen, wenn dadurch die Kircheneinheit gerettet werden könne, habe ihm viel Ärger eingebracht, unterstrich der badische Bischof. Das Wirken des Wegbegleiters Luther stehe aber "jeder konfessionellen Selbstgenügsamkeit" entgegen.
Wichtiger ökumenischer Streitpunkt
Das katholische Papstamt mit seinem Anspruch auf ein Primat in Rechtsfragen ist neben dem Abendmahl und der Ämterfrage einer der großen ökumenischen Streitpunkte. Die aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen sowie die Orthodoxie lehnen den Papstprimat als nicht hinreichend biblisch begründet ab. Über einen möglichen Ehrenvorrang, wie ihn etwa der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel in der Orthodoxie hat, wird bereits seit vielen Jahrzehnten immer wieder diskutiert.
Als leitender Geistlicher der Union Evangelischer Kirchen (UEK) ist Fischer der ranghöchste Vertreter der unierten Landeskirchen in Deutschland. In diesen sind sowohl lutherische als auch reformierte Gemeinden vertreten. Der Gedanke eines Ehrenprimats für den Papst im Fall einer Vereinigung der Kirchen war bisher lediglich von Spitzenvertretern der Lutheraner aufgegriffen worden, etwa vom bayerischen Landesbischof Johannes Friedrich, der auch leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist. UEK und VELKD sind sogenannte gliedkirchliche Zusammenschlüsse innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)







Kommentare
Ehrenprimat des Papstes
Einer der Gründe für die Reformation war das Amt des Papstes.
Ich möchte kein Ehrenprimat des Papstes, wenn sich das Amt und Ämterverständnis nicht grundlegend in der kath. Kirche verändert.
Da muss sich zuerst in der kath.Kirche viel verändern, bevor man überhaupt über ein Ehrenprimat des Papstes spricht.
Um es überspitzt zu sagen: ich kann es mit vorstellen, wenn das Papstamt von einer verheirateten farbigen Frau übernommen wird, die Kinder hat.
Bernd Buchner - Gehässig.
Was ist denn nun boshaft und gehässig an dem Hinweis, dass es jedem Menschen freigestellt ist, sich die Organisationsform der christlichen Kirchen aussuchen zu können, die seinen Überzeugungen entspricht. Er kann sein Heil auch außerhalb, in anderen Religionen suchen.
Der Geist weht, wo er will.
Im Glauben geht es immer um persönliche Überzeugungen. Luther hat jeden Protestanten zu seinem „eigenen Papst“ gemacht. Dafür danke ich ihm jeden Tag. Einen Primat, was zu glauben ist, ohne in der Hölle zu landen, brauche ich nicht.
Der Bischof sollte es unterlassen, aus Überlegungen eines weltweiten „Machtanspruches“, die Freiheit des glaubenden Christen gegenüber dem Schöpfer-Gott binden zu wollen.
Vor diesem Gott sind alle Menschen gleich!
@Gastantwort an B.B.
Man kann Ihnen nur ganz und gar Recht geben, wenn Sie Buchers Zensurattacke mit "boshaft und gehässig" zurückweisen. Bischof Fischers Fusionsträume sind so inakzeptabel, dass man automatisch auf die Frage kommt, ob er sie nicht besser auf der anderen Seite ausleben sollte. Das Neue Testament weiß von solchen und solchen Hirten zu sagen.
Bischof Fischer sollte zum Katholizismus konvertieren
Wenn Bischof Fischer gerne den Papst als seinen Primas sehen möchte, steht es ihm jederzeit frei, aus der evangelischen Kirche auszutreten und zum katholischen Glauben zu konvertieren.
Ach, soweit reicht die Liebe dann doch nicht? Dachte ich mir.
Aber wer einen solchen Vorschlag macht, der Millionen Gläubige tangieren würde, ob sie es denn wollen oder nicht, muss sich schon die Frage gefallen lassen, ob er nicht vielleicht erst einmal persönliche Konsequenzen ziehen und Taten sprechen lassen, also selbst so handeln sollte, dass sein Wunsch in Erfüllung gehen kann.
Die Katholiken würde es bestimmt freuen. Und in Augsburg wird ja vielleicht auch bald eine entsprechende Position frei...
Gehässig
Sehr geehrter Gast,
boshafter und gehässiger geht es nun wirklich nicht mehr. Sie sollten sich schämen.
Viele Grüße
Bernd Buchner - evangelisch.de
Kein Vorschlag aus den Lutherischen Bekenntnisschriften
Wie sollte denn ein solches "Ehrenprimat" praktisch ausgestaltet sein?
Der evangelische Papst (h.c.) spricht "ex cathedra" und die Glieder der evangelischen kirchenähnlichen Gemeinschaften nicken liturgisch beifällig, kümmern sich aber ansonsten nicht weiter darum, weil das Gesagte ja nur vom "Ehrenvorsitzenden" kommt und somit keinerlei Auswirkungen auf kirchenähnliche Rechtsfragen hat? Gehorsam gegenüber einem "Ehrenvorsitzenden"? Wo kämen wir denn da hin? Er ist ja kein "richtiger" Vorsitzender!
"Primat" beinhaltet ja schon als Wort, dass das, was der Inhaber des "Petrusamts" sagt, auch für diejenigen verbindlich erste und oberste Gültigkeit haben muss, die diesen Primat anerkennen. Einen "Ehren"-Primat kann es eigentlich nicht geben. Entweder Primat oder gar kein Papst!
Was hätte ein "Ehrenprimat" für die evangelischen Kirchen für eine Auswirkung? Würde es nicht bedeuten müssen, dass sich diejenigen Menschen, die wir als Landesbischöfe, Kirchenpräsidenten, Regionalbischöfe, Pröpste, Landessuperintendenten, Landesbischöfinnen, Kirchenpräsidentinnen, Regionalbischöfinnen, Pröpstinnen und Landessuperintendentinnen bezeichnen, demnächst in Rom Schlange stehen, um sich die apostolische Sukzession verpassen zu lassen? Stünden dann nicht plötzlich all unsere Pfarrerinnen, Pfarrer, Pfarrdiakoninnen, Pfarrdiakone, Pastorinnen, Pastoren, Pfarrvikarinnen, Pfarrvikare, Prädikantinnen und Prädikanten in der Notwendigkeit, für die "Gültigkeit" der evangelischen Messfeiern eine Priesterweihe im Sinne des Inhabers unseres "Ehrenprimats" zu benötigen? Würde sich denn die römisch-katholische Kirche auf einen solchen Vorschlag überhaupt einlassen? Müsste dann nicht konsequenterweise nachträglich die Exkommunikation Luthers zurückgenommen werden? Müssten wir nicht alle Frauen in einem priesterähnlichen Amt wieder entlassen?
Die unterschiedlichen Amtsverständnisse von römisch-katholischer Kirche und den evangelischen Kirchen stehen m.E. einer Anerkennung eines "PetrusAMTES" (h.c.) entgegen. Eine Anerkennung des "PetrusAMTES" hätte konsequenterweise für alle anderen Amtsträger und Amtsträgerinnen ein verändertes Amtsverständnis zur Folge. Ein solches Amtsverständnis von evangelischer Seite anzuerkennen ist für mich unvorstellbar.
Welche Auswirkungen hätte ein "Ehrenprimat" des Papstes auf die Verhältnisse der Evangelischen Kirchen zu den vielen anderen Kirchen, die auch ohne das "Ehrenprimat" des Papstes derzeit sehr gut sind? Diese Kirchen sind selbst ohne Papst trotzdem vollwertige Kirchen! Die Baptisten, die Refomierten, die Orthodoxen, die Selbständig Evangelisch-Lutherischen, die Altkatholiken, die Anglikaner! Würden wir diese Kirchen nicht in ihrer scheinbaren konfessionellen Selbstgenügsamkeit alleine stehen lassen? Wären diese Kirchen dann auch für uns nur noch "kirchenähnliche Gemeinschaften", selbst dann, wenn sie nur "das Evangelium zulassen wollten"? Ist es denn nicht genug, nur "das Evangelium zuzulassen", braucht es dazu obendrauf noch einen Ober-Über-Bischof ehrenhalber?
Bemerkung nebenher: Der Vorbehalt Melanchthons: "Ich, Philippus Melanchthon, halte diese oben aufgestellten Artikel auch für recht und christlich; vom Papst aber halte ich, falls er das Evangelium zulassen wollte, dass ihm um des Friedens und gemeinsamer Einigkeit willen mit denjenigen Christen, die auch unter ihm sind und künftig sein möchten, seine Superiorität über die Bischöfe, die er iure humano hat, auch von uns zuzulassen sei." ist kein Bestandteil der Schmalkaldischen Artikel. Er steht am Ende bei den 43 Unterschriften als persönlicher Vorbehalt Melanchthons.
Wenn Herr Fischer soviel Wert auf einen wie auch immer ausgestalteten Primat aus Rom legt, dann gäbe es für ihn einen sehr einfachen Weg, für ihn persönlich sogar zum vollen Primat zu gelangen – der Weg zum nächsten römisch-katholischen Pfarramt ist sicher auch in Baden nicht weit! Herrn Fischer diesen Vorschlag zu unterbreiten, wird mir sicher übel ausgelegt werden, denn konsequent so weit zu gehen wollen wir uns als überzeugte Evangelische nun doch zu trauen wagen, oder?
Kein Jurisdiktionsprimat
Lieber Gast,
ob der gehässige Unterton, mit dem Sie auf Bischof Fischer und seinen Vorschlag antworten, dem Dialog unter Christen gerecht wird, mögen andere entscheiden. Zur Sache nur so viel: Mit einem Ehrenprimat wäre eine Art Sprecherstellung gegenüber der weltlichen Öffentlichkeit, aber eben kein Primat in lehramtlichen und kirchenrechtlichen Fragen verbunden. Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich rief schon im Jahr 2001 dazu auf, über eine Rolle des Papstes als "ökumenisch akzeptierten Sprecher der Weltchristenheit im Dienste der Einheit" nachzudenken. Vergleichbares gibt es in der orthodoxen Kirche, die der Ökumenische Patriarch von Konstatinopel traditionell als ganzes nach außen vertritt; gleichwohl sind die Landeskirchen wie etwa das Moskauer Patriarchat rechtlich vollkommen eigenständig.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Buchner - evangelisch.de
Messerscharf: Kein Primat!
Das ist ja wunderbar! Der Papst müsste also nur darauf achten, wenn er gegenüber der "weltlichen Öffentlichkeit" (wen meinen Sie damit eigentlich?) artig spricht, nur ja kein Sterbenswörtchen über lehramtliche oder kirchenrechtliche Fragen zu sagen. Wenn es sich dennoch nicht vermeiden lassen sollte, müsste der Papst halt ein Schild hochheben, auf dem steht, dass er jetzt gerade nicht in seiner Nebenrolle als evangelischer Ehrenprimat spricht. Der Papst tut mir jetzt schon leid! Wie kann sich jemand darauf einlassen, ökumenisch akzeptiert werden zu wollen, wenn seine eigene, alleine selig machende Kirche noch nicht einmal Mitglied im ökumenischen Rat der Kirchen ist?
Vergleichbares gibt es übrigens auch IN der Evangelischen Kirche von Deutschland, es handelt sich um die bzw. den Ratsvorsitzenden der EKD. Erstaunlicherweise sind die evangelischen Landeskirchen rechtlich vollkommen eigenständig. Oder sollten besser die orthodoxen Kirchen, die dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel die Rolle IHRES Sprechers zuerkennen, nicht auch endlich das Ehrenprimat des Papstes anerkennen? Dann wäre ja alles in Butter aufm Kirchenkutter.
Mit erleuchteten Grüßen
nur ein "Gast" auf Erden
"Den neuen Menschen anziehen"
Danke, lieber Herr Buchner, für Ihre freundliche Intervention zu Gunsten von Magister Philipp Melanchthon, Bischof Johannes Friedrich und Bischof Ulrich Fischer.
Dem Gast vom 20.04. 2010 16:08 Uhr soll aber auch ein Dankeswort zuteil werden, weil sein Beitrag auf eine Wahrheit hinweist, die in dieser Diskussion tatsächlich berücksichtigt werden muss und auf die BXVI auch schon hingewiesen hat, nämlich die Tatsache, daß die Einheit eben wirklich von Gott kommen muß und nicht von Menschen gemacht sein darf, damit sie Bestand haben kann. Das bedeutet in diesem Fall, daß wir eben wirklich den alten Adam, und das heißt unsere Eigeninteressen ablegen und tatsächlich Christus als unserm HERRN und Heiland nachfolgen müssen. Und da kann es dann eben wirklich keine andere Grundlage geben als das heilige und unveränderliche Wort Gottes, zu welchem wir uns vorbehaltlos bekennen wollen. Alle menschlichen Erfindungen und sog. "Errungenschaften" des Zeitgeistes müssen wir dann eben ablegen und den "neuen Menschen" anziehen, wie sich der heilige Apostel Paulus ausgedrückt hat. Wenn ich mich nicht irre, haben ja Dr. Martin Luther und Magister Philipp Melanchthon gerade diesen Apostel - ganz mit Recht - ausdrücklich sehr geschätzt. Mein Vorschlag wäre, daß wir uns zu Herzen nehmen und einfach befolgen, was der Apostel sagt.
ein Vorschlag aus den Lutherische Bekenntnisschriften
Es sei hier darauf hingewiesen, daß Herr Bischof Fischer lediglich aufgegriffen und wiederholt hat, was in den Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche (sic!) schon längst festgehalten ist. Am Schluß der Schmalkaldischen Artikel z.B. findet sich folgende Anmerkung Philipp Melanchthons, welchen die EKD in Wittenberg ja gerade als einen der wichtigsten Freunde und Mitstreiter Dr. Martin Luthers geehrt hat:
"Ich, Philippus Melanchthon, halte die obengenannten Artikel auch für richtig und christlich; vom Papst aber meine ich, wenn er das Evangelium zulassen wollte, daß ihm -um des Friedens und der allgemeinen Einheit willen mit denjenigen Christen, die schon unter ihm sind und in Zukunft sein werden - seine Superiorität (Oberhoheit) über die Bischöfe, die er jure humano (aus menschlichem Recht) hat, auch von uns zuzugestehen ist."
Ganz sicher wäre dem europäischen Kontinent und seinen Bewohnern viel Leid erspart worden, wenn wir auf diesen Vorschlag gehört hätten. Das Kriterium, das Melanchthon dabei nennt, halte ich auch heute für richtig: "wenn er nur das Evangelium zulassen wollte". Denn das genau ist auch heute ein sehr wichtiges Kriterium für den Gehorsam gegenüber jedem Bischof einer christlichen Kirche, nämlich daß sie nichts lehren, was dem heiligen und unveränderlichen Wort und den Geboten Gottes widerspricht.
Machtmissbrauch.
In einem Gespräch der „Zeit“ mit dem Leiter des Canisius-Kollegs, Klaus Mertes, in dem es um Missbrauch von Macht der Kirche (vor dem Hintergrund der 10 Gebote) geht sagt er, Zitat: Es steht keinem Menschen zu, einem anderen Menschen in der Autorität Gottes zu sagen, was er zu tun und zu lassen hat.
Frage: auch keinem Priester?
Antwort: auch keinem Priester
Frage: auch keinem Papst?
Antwort: auch keinem Papst.
Frage: Fängt da der Missbrauch an? (Zitat Ende)
Als Protestant sage ich. Ja, da fängt der Missbrauch an, der zu all den immer wieder vorgetragenen Ungeheuerlichkeiten geführt hat, die der kath. Kirchen geschichtlich angelastet werden.
Kirche erlangt Wirkung dadurch, dass Botschaft und private Haltung in Einklang zueinanderstehen. Nehmen sie Frau Käßmann zum Beispiel.
Ich kann nicht verstehen, was einen lutherischen Bischof veranlassen kann, all die Zöpfe zurückzuholen, die Luther so erfolgreich abgeschnitten hat. Er verwechselt offensichtlich die Botschaft Christi mit der (Macht)Organisation Kirche.
Für den Fall, dass dieser Weg weiterverfolgt wird, werde ich aus der evangelischen Kirche austreten.
Gast vom 20. April 2010 11:59
Genau das haben die Pharisäer und Schriftgelehrten Jesus auch schon angelastet, daß er in der Autorität Gottes aufgetreten und Sünden vergeben hat. Die Geschichte wiederholt sich. Nicht dadurch, daß wir in der Kirche auch Sünder haben, nicht dadurch, daß wir immer auch Sünder geblieben sind, wird das Evangelium und das heilige Wort Gottes außer Kraft gesetzt, das den Sünder selig macht, der an das Evangelium glaubt, der also umkehrt und Buße tut.
Die Lehre der Kirche wird nicht dadurch außer Kraft gesetzt, daß es einige oder sogar viele gibt, die sich nicht daran halten. Jesus hat seine Jünger und Apostel berufen und vollmächtig beauftragt. Jesus selbst sagt zu ihnen: "Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich Euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist! WElchen ihr die Sünden erlaßt, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten." So hat es dem allmächtigen und barmherzigen Gott gefallen, durch Menschen zu arbeiten und durch diese das Evangelium weiterzugeben. Dieses geschieht im Auftrag und in der Vollmacht Gottes, weil Gott den Sünder liebt und nicht die Sünde. Unsere Aufgabe angesichts des Evangeliums ist es, Buße zu tun und zu Gott und seinem Wort umzukehren. Allein solche aufrichtige Reue, Buße und Umkehr gibt einem Christenmenschen echte Autorität, indem sie einen Freiraum schafft für Gottes Handeln in und durch uns. Echte Autorität entsteht jedoch nicht dadurch, daß man Gottes Wort verachtet, verdreht und verfälscht.
Wie das deutsche metereologische Institut soeben meldet,
ist die Gegend um Wittenberg von einem Erdbeben mittlerer Stärke heimgesucht worden. Das Epizentrum des Bebens liegt offenbar in der Schlosskirche nahe der Kanzel.
Ökumene
Ich verstehe Bischof Fischer schon lange nicht mehr.
Was ist denn das für ein Vorschlag?
Für mich kommt das überhaupt nicht in Frage. Ich habe Jahre gebraucht, um mich aus der röm.-katholischen Kirche zu befreien. Da werde ich auf keinen Fall mich wieder einverleiben lassen.
Ehrenprimat des Papstes
Was hat den lieben Landesbischof geritten? Da legt die UEK bei der letzten Vollkonferenz in Ulm ein richtig gegen den Strich gebürstetes, urevangelisches Dokument zur Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre vor, die 1999 eine letzte Zuckung der unfruchtbaren Konsensökumene war und jetzt das...? Naja, da wollte ermal nett sein zu den Katholiken, die haben es ja echt nicht leicht - also ein feiner Zug. Aber diesen Papst als Ehrenprimas. Gute Nacht, Christenheit . . .
@ Gast vom 18 April
Kann es sein, dass Landesbischof Fischer zusehr von Bill Hyebels beeindruckt ist? Nun weiß ich aber nicht, ob das Eine mit dem Anderen etwas zu tun hat!? (Wüsste es aber gern!)
Christi Gebet fuer die Einheit
Die Gemeinsame Erklaerung ist eines der wichtigsten theologischen Dokumente der Gegenwart und ich finde es zutiefst beleidigend, wie hier mit denen umgegangen wird, die - voellig zu Recht - diesen Konsens in der Rechtfertigungslehre festgestellt haben. Der Verfasser des Kommentars vom 18. April 2010 - 23:00 Uhr - scheint bislang noch nicht viel vom Gebet Jesu um die Einheit - Johannes, cap. XVII - gehoert oder gelesen zu haben. Tatsache ist jedenfalls, dass wir mit den Katholiken seit der GE wissen duerfen, dass uns der Artikel, mit welchem nach Luther die Kirche steht oder faellt, der sog. articulus stantis et cadentis ecclesiae, nicht mehr von ihnen trennt, und das ist ein gewaltiger Schritt nach vorne. Ich wuerde anstelle dieser masslosen Polemik empfehlen, endlich einmal aufeinander zu hoeren und vor allem dem allmaechtigen und barmherzigen HERRN selber Raum in unserm Denken, Reden und Tun zu geben. Luther selbst hat an die erste Stelle seiner Thesen vom 31. Oktober 1517 die Aufforderung gesetzt, dass das ganze Leben eines Christenmenschen eine taegliche Busse sein soll. Wir sollten aufhoeren, mit dem Finger aufeinander zu zeigen und zuerst dieses Wort Luthers, welches ja tatsaechlich auch und zuerst ein Wort unseres HERRN und Heilands Jesus Christus ist, beherzigen. HERR, hilf!
genau ins Schwarze getroffen!
Sehr guter Vorschlag von Herrn Fischer!
bloß nicht
Wenn das passiert, was dieser Bischof Fischer gepredigt hat, trete ich aus der evangelischen Kirche aus. Dann braucht's die Evangelischen nicht mehr!
Es kommt hoffentlich nie zu einer Vereinigung
der katholischen mit der evangelischen Kirche. Gerade die Pluralität macht die Christenheit aus.
Außerdem kann jeder absehen, dass es keine Annäherung in der Abendmahlsfrage geben wird, weil man ja dann eingestünde, dass die bisherigen Positionen falsch waren.
was für ein hanebüchender
was für ein hanebüchender unsinn! gerade sowas in der krise des mittelalterlichen Papsttums zu verbreiten halte ich für unglaublich uneinsichtig. wir protestanten brauchen den papst nicht, wir haben ihn nie gebraucht. Ihn für seine jahrtausende jahre von dummheiten auch noch zum ehrenvorsitrzenden zu machen wär eein völlig falsches signal. Ökumene darf doch nichts mit einer versuchten Wiedervereinigung der Krichen zu tn haben! Ich würde mir wünschen von unseren bischöfen nicht mehr ein solches gequatsche hören zu müssen!
Ach........!!??
....in der krise des mittelalterlichen Papsttums
Wieso sollten wir uns, in Zusammenhang des Kommentars/"Berichtes", mit historischen Krisen beschäftigen? Es wäre doch viel interessanter sich mit dem Papstamt der Gegenwart sachlich und informiert auseinander zu setzen.
wir protestanten brauchen ...... nicht, wir haben......nie gebraucht.
Eine protestantische Einheit, bein der das "Wir" zurecht benutzt werden könnte sehe ich -im Moment- nicht unbedingt!
Ich habe das Gefühl, dass der Begriff "Protestantismus" in vielfältiger und unterschiedlicher Form ge-/benutzt wird.
....für seine jahrtausende jahre von dummheiten....
Von jemand, der nicht nur Bücherwurm, sondern sogar Bücherlindwurm "ist" (also wohl noch mehr gelesen hat, als der "gemeine Bücherwurm") eine ziemlich unsachliche polemische Behauptung.
Zum gesamten Kommentar:
Wenn der evangelische Bischof Fischer über etwas nachdenkt, was nicht zum dem evangelischen Forderungskatalog gehört, der am häufigsten kommuniziert wird, muss er als "uneinsichtig" angesehen werden? Ich will nun nicht behaupten, dass ich mir das Papstamt -in umfassender Form- als ledigliches Repräsentations-Ehrenamt vorstellen kann aber grundsätzlich begrüße ich, dass Gedanken über das Petrusamt geäußert werden. Nur so können ggf. Einigungen gefunden werden, die letztlich nicht nur das als "annehmbare" Ökumene bezeichnen, was letztlich ein "evangelisch Werden" der Katholischen Kirche bedeuten würde.
Heinrich
Ein sehr guter Vorschlag von
Ein sehr guter Vorschlag von Herrn Fischer! Chapeau!
Apostolische Autorität
Nanu? Hat mein derzeitiger landeskirchlicher Oberhirte meinen Kommentar
http://www.evangelisch.de/themen/religion/pfarrer-schorlemmer-und-der-muenchner-etikettenschwindel15440#comment-22480
gelesen (*schulterklopf*)? – Aber im Ernst: Die Einheit der Kirche würde m. E. in greifbare Nähe rücken, wenn die röm.-kath. Kirche ihre apostolische Autorität wiederentdeckte, sich also wieder bewusst würde, dass sie durchaus dazu berechtigt ist, theologische Grundsatzfragen neu zu stellen und neu zu beantworten – nicht anders also, als es die Konzilsväter zur Zeit des Nizänischen Bekenntnisses taten. Denn so sehr es auch auf den ersten Blick als der Widerspruch schlechthin erscheint: Gerade das Postulat der apostolischen Autorität gibt der Kirche die Freiheit, traditionelle Positionen neu zu bedenken und ggf. zu verwerfen. Einzig diese Autorität machte es den Konzilsvätern der alten Kirche möglich, das Nizänische Glaubensbekenntnis zu verfassen – womit wir auch schon den zentralen Punkt hätten, der in der Einen christlichen, apostolischen Kirche nicht verhandelbar oder relativierbar ist, nämlich das Bekenntnis zu Jesus Christus als dem wahrhaftigen Gott und dem ganzen, wahren Menschen. Hier müsste das Melanchthon-Wort "Christus erkennen, heißt seine Wohltaten erkennen, nicht seine Naturen und die Weisen seiner Inkarnation betrachten" dahingehend "richtiggestellt", in die richtige Reihenfolge gebracht werden, dass es ja gerade, ja, letztendlich einzig seine "Naturen" sind, die "Weisen seiner Inkarnation", die dem Menschen zur "Wohltat schlechthin" gereichen.
Was aber alle weiteren Lehren betrifft: Das starre Festhalten an einem selbst für Theologen kaum noch überschaubaren Dogmenwust ist alles andere als Ausdruck apostolischer Autorität; wer, sagen wir, "Sekundärdogmen", und sei es unter Verweis auf die Bibel, zuvörderst konservieren will, ist nicht Hirte, sondern Knecht. Wenn aber der Kern des Evangeliums so fest und unverrückbar steht wie das apostolische Selbstverständnis, dann sind zu allen anderen Fragen viele Positionen unter dem Dach der Einen Kirche möglich; dann wäre ein römischer Katholik in vielen Fragen zwar noch lange kein Lutheraner und der Lutheraner noch lange kein römischer Katholik, aber doch wären alle beide endlich wieder Glieder am Einen Leib. Wer dann was von wem zu lernen hat, das würde sich schon finden; es wäre wohl auf beiden Seiten nicht wenig...
"You can fool some of the people all of the time, and all of the people some of the time, but you can not fool all of the people all of the time." (A. Lincoln zugesprochen)