Was haben wir Migranten diesem Mann nur getan?

Thilo Sarrazin

Thilo Sarrazin am Montagabend nach der ARD-Sendung "Beckmann". Foto: dpa / Marcus Brandt

Analyse - Sie wollen nicht integriert werden, sprechen kein Deutsch, hängen am sozialen Tropf, sind letztlich dumm und faul - und das alles auch noch genetisch bedingt. Von den gängigen Klischees über islamische Einwanderer lässt SPD-Politiker und Bundesbanker Thilo Sarrazin kaum eines weg. Wie wirkt sein Buch "Deutschland schafft sich ab" auf hier lebende Muslime? Eindrücke einer persönlich betroffenen Journalistin.

Von Canan Topçu

Seit Tagen grummelt es in meinem Bauch. Ich habe Angst um den inneren Frieden in Deutschland. Der Auslöser: Ein Buch, das rund 460 Seiten umfasst. Autor: Thilo Sarrazin. Nach der Lektüre eines im "Spiegel" vorabgedruckten Kapitels war ich anfangs wie gelähmt, dann fassungslos und später wütend. Und jetzt bin ich einfach nur ratlos. Jetzt, nachdem ich mir, um nicht auf Zusendung per Post warten zu müssen, vom Verlag via E-Mail eine PDF-Datei des Buches schicken ließ und bis in die frühen Morgenstunden vor dem Computer saß und las, was Sarrazin in "Deutschland schafft sich ab" geschrieben hat.

Was soll ich sagen als türkischstämmige Frau, die in Deutschland studiert hat, die hier als Journalistin arbeitet, zu einer solchen Schrift? Wird man, wenn man Kritik übt, gleich als beleidigte Leberwurst abgekanzelt? Was aber, wenn ich mich tatsächlich tief gekränkt fühle - wie so viele aus meinem türkischen Freundes- und Bekanntenkreis? Sarrazin pellt sich ein Ei darauf, was seine Einlassungen bei mir und meinesgleichen bewirken und was wir über ihn denken. Und gerade dann, wenn wir negativ reagieren, wird jede unserer Reaktionen ihn nur in seinem längst gefassten und immer wieder verkündeten Urteil bestärken, dass das natürlich nur einmal mehr den vorhersagbaren Wegen folgt – weil wir Migranten muslimischen Glaubens nun mal nicht ernst zu nehmen sind.

Eine extreme Steilvorlage

Ich kann mir leider kein Ei darauf pellen, was Sarrazin so alles von sich gegeben hat. Denn mit der Veröffentlichung seiner extremen Positionen liefert er vielen in Deutschland geborenen Deutschen mit deutschen Eltern, die wie er denken, eine Steilvorlage. Sie fühlen sich, wie ich aus all den vielen Reaktionen nach der Buchvorstellung feststellen musste, in ihren Ansichten bestätigt. Der Tenor: "Der Mann denkt ja wie ich; er war lange Berliner Finanzsenator, jetzt arbeitet er im Vorstand der Bundesbank, und wenn eine so hochrangige Person das alles Schwarz auf Weiß liefert, dann kann mein Urteil ja nicht falsch sein." Sarrazin widerum weiß exakt um diese Wirkung und beschreibt sich selbst im Buch als eine "Person des öffentlichen Lebens, die elementare Lebenszusammenhänge knapp und klar auf den Punkt bringt".

Den Inhalt des Buches, das schon ausverkauft war, noch bevor es offiziell im Handel war, lese ich so: Er spricht mir und meinesgleichen im Grunde eine Daseinsberechtigung in diesem Land ab. Sarrazins Schrift enthält Aussagen, die mir ganz offen gestanden, Übelkeit verursacht haben. Auch Übelkeit ob der ungeheuerlichen Borniertheit dieses Menschen, der sich anmaßt, muslimische Einwanderer dermaßen abschätzig darzustellen. Akribisch legt er dar, dass wir Muslime dumm und faul sind und dass dies alles irgendwie wohl auch noch etwas mit Genetik zu tun hat.

Der wirtschaftliche Mehrwert

Auch sind wir Sozialschmarotzer, bringen für dieses Land keinen wirtschaftlichen Mehrwert, vermehren uns aber wie die Kanickel und bringen unterm Strich das "kulturelle und zivilisatorische Gleichgewicht" aus dem Lot. Kleine Kostprobe gefällig? "Das westliche Abendland sieht sich durch die muslimische Immigration und den wachsenden Einfluss islamischer Glaubensrichtungen mit autoritären, vormodernen, auch antidemokratischen Tendenzen konfrontiert, die nicht nur das eigene Selbstverständnis herausfordern, sondern auch eine direkte Bedrohung unseres Lebensstils darstellen." (Seite 266)

Meine türkische Nachbarin, eine rechtschaffene Frau, Mutter von zwei Kindern, die das Gymnasium besuchen, praktizierende Muslima mit Kopftuch, die regelmäßig in die Moschee geht und den Koran rezitiert, versteht nicht, wieso sie eine Bedrohung sein soll. Sie kennt Sarrazin nicht. Als sie von mir erfuhr, was dieser Mann für eine Meinung über Muslime hat, sagte sie: "Allah bu adama akil versin – Gott möge diesem Mann Verstand geben." Und dann fragte sie: "Was haben wir diesem Menschen denn angetan?"

Sorge um die "Verdünnung"

Ich weiß es nicht. Ich entnehme seinen Einlassungen lediglich, worum sich der 65-Jährige sorgt, nämlich um die "Verdünnung" (Seite 60) der einheimischen Bevölkerung. "Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden", schreibt Sarrazin (Seite 309). Und er lässt uns wissen, dass er "eine Veränderung unser[er] Kultur, unserer Zivilisation und unseres Volkscharakters" nicht wünsche (Seite 330). Beim Wort Volkscharakter wird mir seltsam zumute. Eine wie ich, die als Tochter türkischer Einwanderer in diesem Land groß geworden ist und Diskriminierungen nicht nur vom Hörensagen kennt, liest solche Sätze anders als manche Herkunftsdeutsche.

"Jawohl, ich möchte auch nicht zum Fremden im eigenen Land werden", denken nicht wenige. Ich hingegen denke: Hallo? Dies ist auch mein Land, und ich möchte auch so manches für mein Land nicht. Vor allem nicht, dass Dummschwätzer hier Oberwasser kriegen. Und ich wundere mich darüber, dass der SPD-Vorstand bis zur Buchvorstellung am Montag in Berlin gewartet hat, um ein Parteiordnungsverfahren gegen Sarrazin einzuleiten. Kurze Randbemerkung: Dass es auch noch Necla Kelek war, die das Buch vorstellte, war das Sahnehäubchen der Provokationen, die mit diesem Buch in Verbindung stehen.

Hallo? Das ist auch mein Land

Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) klare Worte gesprochen hat, ist beruhigend, aber nicht ausreichend. Es ist dringend ein Signal nötig, um diesem Brandstifter Grenzen zu setzen: die Entlassung aus seinem Amt in der Bundesbank. Aber nicht allein, wie jetzt von unterschiedlichen Seiten gefordert wird, um Schaden für den Ruf des Bundesbank durch Sarrazin abzuwenden. Sondern auch aus Solidarität mit all jenen Menschen, die dieser Sozialdemokrat zu Existenzen reduziert, die den Intelligenzquotienten Deutschlands minimieren und dabei auch noch jede Menge Kosten verursachen.

Sarrazin ist vernarrt in Zahlen und Daten, hält sich bei seiner Analyse unserer Gesellschaft akribisch an Statistiken, ohne nach deren Hintergründen zu fragen und stellt in seiner Schrift klar, dass er nichts von Empathie hält. Ich frage mich: Was will er denn machen mit all jenen, die nicht zu denen gehören, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht zum "Mehrwert" beitragen? Und ich denke mir: Wie borniert muss einer sein, um die Menschen auf solche menschenverachtende Weise in "Wir" und "Ihr" aufzuteilen? "Wir" in Deutschland sind nun mal nicht alle exzellent - unabhängig von unserer Herkunft. Und dieses Deutschland ist längst nicht mehr das, was es mal war. Land und Leute sind glücklicherweise nicht mehr so wie vor 70 Jahren, auch nicht mehr wie in den 1950er Jahren. Die ganze Welt verändert sich!

Ein Untergangsszenario

Die Einseitigkeit Sarrazins liegt doch auch darin, dass er Deutschland stets nur als Opfer von außen kommender Einfüsse ansieht. So phantasiert er sich im letzten Kapitel seines Buches ein Untergangsszenario zusammen, wonach im Jahr 2045 in Deutschland nur noch 20 Prozent der Erstklässler Deutsch als Muttersprache haben werden. Tatsächlich aber wirkt Deutschland und wirkt die gesamte Europäische Union heutzutage tief in die muslimische Welt hinein - und bringt dort historische Veränderungen in Gang. Jene, die immer nur zwischen "Wir" und "Ihr" unterscheiden, haben in der Geschichte schon sehr viel Unheil gebracht.

Nicht wenige scheinen das zu vergessen, darunter auch all jene Leser, die auf einen Artikel, in dem ich meine Sorgen ob der Folgen von Sarrazins Schrift geäßert habe, reagiert haben. "Warum nur kommen Sie hier her?????? Bleiben Sie in Ihrer Heimat und verändern dort die Gegebenheiten nach Ihren Vorstellungen. Da hätten Sie genug zu tun." So beispielsweise die Aufforderung eines Herrn aus Niedersachsen.
In der Tat: Ich bleibe hier in meiner Heimat, nämlich hier in Deutschland; denn es gibt hier wirklich noch viel zu tun - damit aus Sarrazins deutschtümeldem "Wir" ein Wir wird, das nicht ausgrenzt.


Canan Topçu. Foto: privat

Canan Topçu ist Redakteurin bei der "Frankfurter Rundschau". Sie lebt in Hanau und arbeitet auch als freiberufliche Journalistin.
 

Kommentare

Verfasst von Ricardo am 26. Oktober 2010 - 20:35.

Mal eine andere Sichtweise

Nun ich entnehme viele Emotionen aus diesen Zeilen. Ich bin ebenso in einer...

Nun ich entnehme viele Emotionen aus diesen Zeilen.
Ich bin ebenso in einer Familie aufgewachsen die nach dem Krieg alles neu aufbauen musste. Meine Großeltern waren Flüchtlinge aus dem jetzigen Polen. Was früher Deutschland war, wurde durch den Krieg verändert. Was für meine Großeltern nicht einfach und leicht war.
Durch viel Arbeit und Fleiß hat sich meine Familie wieder hocharbeiten können. Dadurch haben wir einen recht engen Zusammenhalt in der Familie. In meiner Familie hat auch ein Türke eingeheiratet und dieser sieht die Dinge auch nicht so verbissen!
Jedem Menschen steht es frei in Deutschland seinen Weg zu gehen. Ich habe eine Bekannte die in Russland als Lehrerin gearbeitet hat und die Deutsche Sprache innerhalb von einem Jahr in sich rein geprügelt hat. Sie musste neue Prüfungen in Deutschland ablegen und vieles mehr …
Was ich damit sagen will ist schlicht und einfach wer sich integrieren will der wird das tun. Es hat keiner gesagt dass es einfach ist. Auffällig sind die Zahlen! Es gibt auch interne Polizeiberichte was Kriminalität betrifft. Auch diese Zahlen sind erschreckend.
Ich bin 1976 Geboren und ich halte nichts von Ausgrenzung oder Gewalt. Das sollte aber für alle Mitbürger gelten. Auch ich bin schon als Wehrpflichtiger von Türkischen Mitbürgern als Mörder beschimpft worden. Auch mein Schwager (Türkischer Abstammung) hat Bekannte denen es wichtig ist Streit zu suchen und kennt einige die sich nicht anpassen oder verändern wollen.
Das sind alles Tatsachen. Ich kenne aber auch andere. Aber auch eine Frau Canan Topcu wird solche Menschen kennen.

Ich hätte mir von Frau Canan Topçu als Redakteurin bei der "Frankfurter Rundschau" etwas mehr Weitblick erwartet. Auch bevor so eine Stellungnahme im Internet auftaucht.

Verfasst von ThomasPB1 am 3. September 2010 - 16:47.

Ich habe schon bei einem

Ich habe schon bei einem anderen Artikel auf evangelisch.de auf ein...

Ich habe schon bei einem anderen Artikel auf evangelisch.de auf ein interessantes Interview mit dem Bielefelder Sozialforscher Zick hingewiesen, will dies aber auch hier noch einmal tun:

http://www.fr-online.de/politik/-da-kommt-hass-zum...

Was wir wichtig ist , ist die folgende Aussage:

Nützlichkeit wird immer wichtiger, Solidarität wird immer weniger wichtig.

Ist aber nicht Solidarität eine der wichtigen christlichen Tugenden? Sollten wir Christen uns diesem Trend nicht entgegenstellen?

 

Verfasst von Gast am 2. September 2010 - 9:26.

Tragisch

Das schlimme ist, Deutschland schafft sich wirklich ab. Mit seinem...

Das schlimme ist, Deutschland schafft sich wirklich ab. Mit seinem vorsintflutlichen Bildungssystem (man gehe mal in eine 10.Klasse und lese einen Aufsatz, falls man ihn der vielen Fehler wegen lesen kann...und in dieser Klasse ist kein einziger Migrant), mit seinem kranken Wohlstandsdenken, mit seiner Fresserei, mit seiner Kultur-und Religionslosigkeit, aber all das will keiner wahrhaben und so sucht man die Schuldigen und findet sie mit dem Populisten Sarrazin in den Migranten, "den" Ausländern. Das ist so alt wie gefährlich und es gehört wohl zum Abschaffen von Deutschland, dass man so einen Mann so lange in seinen öffentlichen Ämtern läßt und auch noch Gründe findet, warum man ihn ja eigentlich rechtlich gar nicht absetzen, entlassen, abwählen usw kann. Darin schafft sich Deutschland ab. Auch darin, dass solch ein Buch ein Bestseller wird. Ein Buch wird erst zum Buch, wenn es gelesen wird. Und das liegt nicht an Sarrazin, sondern an diesem Volk. Und das macht mir schon Angst.

Verfasst von m1a1 am 2. September 2010 - 2:07.

in nomine

Verständlich, dass sich Integrierte gegen eine Kritik an Integrationsunwilligen...

Verständlich, dass sich Integrierte gegen eine Kritik an Integrationsunwilligen wehren, da jede so öffentlich wahrgenommene "Wahrheit" die Gefahr der Pauschalisierung in sich trägt.
"Die Juden sind unser Unglück" traf auch WK1-Ausgezeichnete.
Doch und soweit sind die Globalzahlen, die belegen in welche grossem Umfang seit den 70ern eine Migration in die Sozialsysteme stattgefunden hat, ein Indikator dafür, dass sich Nichtteilnahme an der Erwerbstätigengesellschaft und gesellschaftliche Nicht-Integration offenkundig bedingen.
Wir Deutschstämmige in 2010 sind vorurteilsfrei und fernab von Sippenhaftung sind Integrationsunwillige genau wie vorsätzliche Sozialparasiten jedweder (!) Abstammung für uns nicht sakrosant.
Mit Hartz-4 wurde ein notwendieger, schmerzhafter, tiefer Schnitt in unsere Sozialsysteme geführt - es ist folgerichtig nun auch im Detail zu fragen, wer zum Gedeihen dieses Staates und der Gemeinschaft (aller !) beiträgt und beitragen will und wer nicht. Wir sind stark genug Schwache mitzutragen und um uns Bedürftige angemessen zu kümmern, wenn wir aber parasitäres Verhalten nicht benennen und ihm entgegentreten, werden bei sinkenden Ressourcen die Betroffenen zuerst die Schwachen und Bedürftigen sein.
Wer auf Sarrazins Kritik, die zuerst eine politische und erst dann eine individuelle ist, mit pauschaler Loyalität und Solidarisierung antwortet, wird sich Fortsetzung der Problemverdrängung vorwerfen lassen müssen und macht und - wenn als Integrierter wirkend - sich genau mit denen gemein, die diese eigene Lebensleistung nicht zu erbringen bereit sind.

Verfasst von Ismael am 1. September 2010 - 15:42.

Die Ironie in Dosen!

Einer Kritik an diesem Buch möchte ich mich enthalten, weil ich für...

Einer Kritik an diesem Buch möchte ich mich enthalten, weil ich für so etwas weder Zeit noch Geld zu verschwenden habe und jenen Herrn mit letzterem nicht auch noch bereichern möchte.

Nur noch eine Kleinigkeit für die Realsatire-Sammlung:

"Sarrazin" - Heißt das nicht, dass seine Vorfahren Sarazenen waren? ;-]

Verfasst von Werner Schulz am 1. September 2010 - 17:25.
Kommentar auf: Die Ironie in Dosen!

Lieber Ismael. Das hätten Sie

Lieber Ismael. Das hätten Sie auch selbst recherchieren können. Dann wäre Ihre...

Lieber Ismael. Das hätten Sie auch selbst recherchieren können. Dann wäre Ihre "Realsatire" vielleicht gelungen! Thilo Sarrazin ist der Sohn eines Arztes, der aus einer hugenottischen Familie stammt, die aus Burgund über Genf nach Westfalen kam. Die Mutter kam aus einer Familie früherer westpreußischer Gutsbesitzer. Von den Vorfahren her gesehen ist er ein Migrant! Zur Erläuterung: Hugenotten ist die etwa seit 1560 gebräuchliche Bezeichnung für die französischen Protestanten im vorrevolutionären Frankreich. Ihr Glaube war stark von der Lehre Johannes Calvins beeinflusst (siehe Calvinismus).
Ab 1530 wurde die Glaubensausübung der Protestanten durch den katholischen Klerus und den König stark unterdrückt. Mehrere Kirchen und Klöster wurden zerstört oder geplündert, so die Kathedrale von Soissons im Jahr 1567 und das Kloster Cîteaux 1589. Daraufhin begannen noch stärkere Verfolgungen, die unter Ludwig XIV. ab 1685 einen Höhepunkt erreichten und eine Fluchtwelle von einer Viertelmillion Hugenotten in die umliegenden protestantischen Länder auslösten.Um das Jahr 1685 flüchteten 40.000 bis 50.000 Hugenotten nach Deutschland. Die Hälfte – etwa 20.000 – ließ sich in Brandenburg-Preußen nieder, wo Kurfürst Friedrich Wilhelm ihnen mit dem Edikt von Potsdam besondere Privilegien gewährte.

Verfasst von philoktetes am 1. September 2010 - 12:45.

Warum sorgt sich Herr Sarrazin ?

Ganz einfach: 1.) In Deutschland stieg der Anteil der gesamten Sozialausgaben...

Ganz einfach:

1.) In Deutschland stieg der Anteil der gesamten Sozialausgaben am Bundeshaushalt zwischen 1980 und heute von 16 auf über 50 Prozent.

2.) Über 40 Prozent der in Deutschland lebenden Migranten beziehen Sozialleistungen nach Hartz IV.

Daraus folgt ?

3.) ???

Jeder verantwortungsbewußte Bürger sollte sich sehr schnell fragen, welche Folgerungen für das politische Handeln aus 1) und 2.) zu ziehen sind.
Diffamierende Larmoyanz ist da gänzlich unangebracht.

Verfasst von azad am 1. September 2010 - 15:40.

Über 40 Prozent der in

Über 40 Prozent der in Deutschland lebenden Migranten beziehen...

Über 40 Prozent der in Deutschland lebenden Migranten beziehen Sozialleistungen nach Hartz IV.

Die Bild-Zeitung, der Du ganz bestimmt nicht vorwerfen wirst, sie frisiere einschlägige Zahlen in einem von Dir nicht erwünschten Sinne, teilt dazu (www.bild.de/BILD/politik/2010/02/19/hartz-iv-migranten/warum-kriegen-sie-haeufiger-hartz-iv-als-deutsche.html) unter Berufung auf Bundesarbeitsministerium und Statistisches Bundesamt mit:

28% aller Hartz-IV-Empfänger haben ausländische Wurzeln. 8,1% der Migranten beziehen Hartz IV. Die größte Gruppe bilden dabei sog. Spätaussiedler (28%) gefolgt von Türkischstämmigen (19%) und Südeuropäern (12%).

Das nur der guten Ordnung halber.

 

 

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"Kirche ist Medium und nicht Selbstzweck. Kirche hat eine Botschaft. Keine 'milieusensible Kommunikation' ohne die christlichen Essentials."

Tom Noeding

Verfasst von philoktetes am 1. September 2010 - 17:10.
Kommentar auf: Über 40 Prozent der in

Zeit zum Lesen nehmen !

Wenn Sie schon aus der BILD-Zeitung zitieren, dann bitte auch vollständig. Die...

Wenn Sie schon aus der BILD-Zeitung zitieren, dann bitte auch vollständig. Die dort erwähnte Studie der BfA (zitiert aus der ZEIT!) bestätigt meine Aussage: Deutlich mehr als ein Drittel aller Migranten empfangen Sozialtransferleistungen,anteilmäßig doppelt soviel wie gebürtige Deutsche.

Veritas odium parit!

Verfasst von Kathy_Valiant am 1. September 2010 - 12:19.

Schönen Gruß an Ihre

Schönen Gruß an Ihre Nachbarin. Möge ihr Wunsch in Erfü...

Schönen Gruß an Ihre Nachbarin. Möge ihr Wunsch in Erfüllung gehen. Auch ich bete, dass Gott ihm Einsicht gibt und dass sich möglichst wenige von ihm auf die falsche Fährte führen lassen.

Verfasst von diogenes am 1. September 2010 - 20:59.
Kommentar auf: Schönen Gruß an Ihre

Möge Gott ihm Verstand geben?

Die Nachbarin als von diesem Rufmord Betroffene nimmt es mit bemerkenswertem...

Die Nachbarin als von diesem Rufmord Betroffene nimmt es mit bemerkenswertem Langmut. Mir als einem derer, die bei Sarrazin gut wegkommen und der ich mich gerade deswegen seiner besonders schäme, fielen da ganz andere Dinge als Hirn ein, die der Herr vom Himmel regnen lassen könnte über der Adresse einer ganz bestimmten Bank, die Gott dank Google Streetview sicherlich leicht rauskriegen kann.

Denn Verstand, das fürchte ich, hat der Mann sehr wohl. Göttliche Anleitung hat er sicher mehr dabei nötig, ihn zum Wohle anderer einzusetzen.

Verfasst von Christian K. am 2. September 2010 - 2:17.

Vielleicht liegt ihm aber

Vielleicht liegt ihm aber auch einfach mehr an diesem Land und an den Menschen...

Vielleicht liegt ihm aber auch einfach mehr an diesem Land und an den Menschen die übermorgen unverschuldet auf Hilfe des Staates angewiesen sind ...

Verfasst von Kathy_Valiant am 2. September 2010 - 9:22.
Kommentar auf: Vielleicht liegt ihm aber

Wir selbst werden auf Hilfe angewiesen sein

Was meinst Du mit "übermorgen unverschuldet auf Hilfe des Staates...

Was meinst Du mit "übermorgen unverschuldet auf Hilfe des Staates angewiesen sind"? Das sind doch gerade diejenigen, die jetzt keine Kinder haben und übermorgen - verschuldet oder unverschuldet, das lasse ich mal offen - auf jemand angewiesen sind, der das Leben in Deutschland in friedlicher Weise aufrecht erhält.

Und schließlich sie pflegt. Und das werden Menschen mit "Migrationshintergrund" sein. Und zwar können wir nur wählen, ob wir dann dazu (wie jetzt schon von privaten Pflegeverbänden gefordert wird) Leute direkt aus dem Ausland holen, oder ob wir uns jetzt den Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen und Lernen ermöglichen, die schon hier sind. Jede Abgrenzung und Entmutigung ist da kontraproduktiv.

Verfasst von Coriander am 3. September 2010 - 11:34.

Schuldig kinderlos?

diejenigen, die jetzt keine Kinder haben und übermorgen - verschuldet oder...

diejenigen, die jetzt keine Kinder haben und übermorgen - verschuldet oder unverschuldet, das lasse ich mal offen

Darum wollte ich auch sehr gebeten haben

Coriander

- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-

Verfasst von Gast am 1. September 2010 - 16:52.
Kommentar auf: Schönen Gruß an Ihre

Sarrazin

Wir haben uns in Deutschland in den letzten Jahrzehnten einen liberalen und...

Wir haben uns in Deutschland in den letzten Jahrzehnten einen liberalen und freiheitlichen Staat aufgebaut. Jeder, der zu diesen freiheitlichen Werten steht, ist hier willkommen. Ich möchte nicht, dass eine Frau, die sich flott kleidet, von moslemischen Jugendlichen als "deutsche Hure" beschimpft wird. Ich möchte nicht, dass schwule Männer und lesbische Frauen von arabischen und türkischen Jugendlichen aufgelauert und angegriffen werden. Ich möchte nicht, dass Stück für Stück Teile der Scharia und des islamischen Rechts in Deutschland eingeführt werden.
Wer nach Deutschland kommt, muss sich anpassen, die Sprache lernen und eigene Sitten (Kopftuch, Ehrenmorde!) ablegen. Wer dies nicht will, muss dahin zurück gehen, wo er her gekommen ist.
Ich bin Herrn Dr. Sarrazin dankbar, dass er viele Menschen mit seinem Buch wach rüttelt. Dieses Buch war überfällig. Bei Umfragen im Internet zeigt es sich, dass bis zu 90 % der Deutschen mit ihm einer Meinung sind.

Verfasst von Gast am 3. September 2010 - 12:41.
Kommentar auf: Sarrazin

Sarrazin

Auch ich möchte nicht,dass schwule Männer und lesbische Frauen von Neonazis und...

Auch ich möchte nicht,dass schwule Männer und lesbische Frauen von Neonazis und arabischen und türkischen Jugendlichen beleidigt und angegriffen werden.
Ich möchte ebensowenig, dass Frauen, die wegen Ihrer Kleidung von jugendlichen Moslems als "deutsche Hure" und andere, die in Begleitung eines dunkelhäutigen Freundes gesehen werden, von jungen Neonazis als "Ausländerhure" beschimpft werden.
Sehr bedauerlich ist, dass die Problematik in dieser Gesellschaft von Herrn
Sarrazin (dieser Familienname stammt lt. Wikipedida aus dem moslemischen Kulturkreis)in einer dermaßen beleidigenden Art und Weise alle Türken und Araber über einen Kamm schert, statt konstruktiv zu analysieren und sich (als Politiker mit Einflussmöglichkeiten) und alle Bewohner Deutschlands selbstkritisch zu fragen, wobei wir versagt haben. Menschen ins Land zu holen, von denen man erwartete, dass sie zu unserem Wohlstand beitragen, sich dabei verschleißen (und danach hoffentlich wieder heimwärts ziehen) aber bildungsmäßig weder gefördert noch gefordert wurden, war ein großer Fehler. Um diese Versäumnisse zu beheben, muss aufgehört werden mit der "Vogel-Strauß-Politik" und vor Ort die Ärmel hochgekrempelt werden mit Maßnahmen in vielen Bereichen. Vorrangig dabei ist, dass wir die zunehmende Rechtsradikalisierung und Gewaltbereitschaft nicht außer Acht lassen. Dass für die Durchsetzung deutscher Gesetze in ghettoartigen westdeutschen (Groß)stadtteilen und ostdeutschen Kleinstädten gesorgt wird, muss selbstverständlich sein.
Weder die Vorstellungen der Scharia noch die von "Mein Kampf" dürfen
toleriert werden!

Verfasst von Gast am 3. September 2010 - 21:34.
Kommentar auf: Sarrazin

Über einen Kamm geschoren ?

Nein über einen Kamm geschoren hat Thilo Sarrazin die hier lebenden Migranten...

Nein über einen Kamm geschoren hat Thilo Sarrazin die hier lebenden Migranten keineswegs, wenn er bestimmten Gruppen eine erheblich über dem Durchschnitt liegende Integrationsresistenz und Demokratiedistanz bescheinigt.

In vielen Gesprächen der letzten Tage habe ich erfahren dürfen, dass sich mit Erfolg Integrierte in meinem Büroumfeld in Anbetracht der gegenwärtigen Integrationsdebatten wirklich unwohl fühlen. Aber nicht etwa deshalb, weil Thilo Sarrazin unrecht hätte - sondern weil ihr eigener mit viel Fleiß und Bemühen erreichter Integrationserfolg durch Unwillige und Unfähige "heruntergezogen" (O-Ton) wird.

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