Bundeswehr sucht Experten für Afghanistan

Interkulturelle Kommunikation soll Verständigungsprobleme beseitigen

"Langfristig Frieden schaffen": In den Stellenanzeigen der Bundeswehr werden interkulturelle Experten, die die politischen, ethnischen und religiösen Strukturen am Hindukusch sehr genau kennen, gesucht. Foto: epd-bild / Stefan Trappe

Landeskunde - Innerhalb der eigenen Reihen ist es schwer, genügend landeskundliche Berater für den Afghanistan-Einsatz zu finden. Jetzt sucht die Bundewehr erstmals auf dem freien Arbeitsmarkt nach Experten.

Die Bundeswehr wirbt erstmals auf dem Arbeitsmarkt um interkulturelle Einsatzberater für Afghanistan. Gesucht werden Experten, die die politischen, ethnischen und religiösen Strukturen am Hindukusch sehr genau kennen, heißt es in den Stellenanzeigen der Bundeswehr. In Afghanistan sollen künftig sechs Berater täglich im Einsatz sein, sagte Oberst Cornelius Kliesing dem epd. Er leitet im Zentrum für Operative Information in Mayen (Rheinland-Pfalz) das neu geschaffene Dezernat Interkulturelle Einsatzberater.

Durch die neue Afghanistan-Strategie der Bundesregierung komme interkulturellen Beratern eine ganz neue Bedeutung zu. "Nur wenn uns die Menschen vor Ort verstehen, können wir langfristig Frieden schaffen", sagte Kliesing. "Ein Soldat kann fahren, funken und schießen. Die Afghanen erreicht er damit aber nicht."

"Interkulturelle Berater hat eine Schlüsselfunktion"

Bislang seien landeskundliche Berater nur innerhalb der Bundeswehr rekrutiert worden. Drei seien derzeit in Afghanistan im Einsatz. "Seit Jahren hatten wir aber massive Probleme, geeignetes Personal bei den Streitkräften zu finden", beklagte Kliesing. Nun darf sich die Bundeswehr mit der neuen Bezeichnung des interkulturellen Beraters auch externen Sachverstand holen. "Das können beispielsweise Ingenieure, Entwicklungshelfer oder Journalisten sein, die schon einige Jahre am Hindukusch gelebt haben", erläuterte der Oberst.

Die interkulturellen Berater sollen eng mit dem Kommandeur vor Ort zusammenarbeiten, kulturelle Konflikte verhindern und Missverständnisse ausräumen. Sie tragen eine große Verantwortung, da sich der Kommandeur in schwierigen Situationen auf ihre Beratung verlässt. Daher brauche die Bundeswehr Fachkräfte, die in Afghanistan gut vernetzt seien und die örtlichen Ansprechpartner kennten, sagte Kliesing: "Bei Einsätzen in einem fremden kulturellen Umfeld muss der interkulturelle Berater eine Schlüsselfunktion haben."

epd

Kommentare

Verfasst von Gast am 25. April 2010 - 13:41.

Vom Krieg um die Köpfe

Ein wenig Dokumentation und eine Schlussfolgerung: „Kultusminister Helmut Rau...

Ein wenig Dokumentation und eine Schlussfolgerung:

„Kultusminister Helmut Rau MdL und Generalmajor Gert Wessels, Befehlshaber im Wehrbereich IV, unterzeichneten heute (4.12.2009) in Anwesenheit von Jugendoffizieren eine Kooperationsvereinbarung zwischen Kultusministerium und Bundeswehr. Mit dieser soll die Kooperation zwischen Schulen und Jugendoffizieren gekräftigt werden. (…) Vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt soll die Kooperation Jugendliche an sicherheitspolitische Themen heranführen. (…) Themen können globale Konfliktvermeidung und Krisenbewältigung sein, ebenso wie nationale Interessen, die mit baden-württembergischen Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Kooperation erörtert werden. Jugendoffiziere bieten dazu wie bisher ihre Besuche in Schulen an. Sie werden darüber hinaus in die Aus- und Fortbildung von Referendarinnen und Referendaren und von Lehrkräften eingebunden…“
Aus: http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/menu/1259894/index.html
(Zugang zur Schule hatte die Bundeswehr schon immer, die neue Qualität dieser Vereinbarung ist neben der Intensivierung dieser Einflussnahme der Zugriff auf die Lehrerausbildung. Nur um es konkret zu belegen, ist hier Baden-Württemberg als Beispiel herausgegriffen; andere Bundesländer halten es ähnlich.)

Anfrage der Abg. Renate Rastätter u. a. GRÜNE u. Stellungnahme des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport
"7. inwieweit sie deshalb beabsichtigt, eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit den zivilen Akteuren der Friedenssicherung wie den Kirchen, den Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, sowie Friedensorganisationen abzuschließen?"
Bescheid:
"Es gibt derzeit keine Planungen entsprechende Kooperationsvereinbarungen
mit diesen oder anderen nichtstaatlichen Organisationen zu schließen."
Aus: Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 14 / 5759, 28. 01. 2010

Schlussfolgerung: Beim Afghanistankrieg, der in der Bevölkerung keine Akzeptanz hat, gibt es schon jetzt einen „Krieg um die Köpfe“, bei dem das „Verfassungsorgan“, wie man sieht, die allerbesten Karten hat. Daher irritiert es mich so, dass die außen vor gelassene Kirche auf ihrer Internetplattform auch noch ins gleiche Horn stößt, statt kritischen Positionen Platz einzuräumen und die eigenen friedensethischen Grundlagen darzulegen. Ihre persönliche Meinung, lieber Herr Terbuyken in allen Ehren und gerne gelesen - Evangelisch.de insgesamt fährt unübersehbar einen ganz anderen Kurs.

Verfasst von Gast am 25. April 2010 - 16:17.
Kommentar auf: Vom Krieg um die Köpfe

@ Gast am 25. April 2010: Sie

@ Gast am 25. April 2010: Sie suggerieren einen vermeintlichen Skandal an einer...

@ Gast am 25. April 2010: Sie suggerieren einen vermeintlichen Skandal an einer Stelle-bei der Bundeswehr-,wo er nicht zu finden ist. Vielmehr ist er bei den Grünen zu finden.
1. Waren es GRÜNEN-Politiker, die maßgeblich die Einsätze der Bw im Kosovo und Afghanistan außenpolitisch herbeiverhandelten und im Bundestag auch entsprechend mandatierten.

2. Suggerieren Sie, dass die Bw etwas per se schlechtes, aussätziges wäre. Ich meine, die Bundeswehr darf sehr wohl für sich als Arbeitgeber werben. In unserem Gemeindekreis gibt es immer wieder junge Menschen, die mit dieser Werbung konfrontiert werden. Wir reden mit ihnen dann darüber, besprechen Vor- und Nachteile. Auch sprachen wir schon mit einem Jugendoffizier, Kriegshetze war hier nicht auszumachen, allerdings verschwieg er tatsächlich den ein oder anderen Nachteil. Nur käme man hier mit ideologischen Plattitüden nicht weiter. In unserer Gesellschaft existieren die unterschiedlichsten politischen Ansichten. Ich meine, es ist zielführender, diese mit den jungen Menschen auszudiskutieren, sie ihnen darzustellen, auf Vor- und Nachteile abzuklopfen. Ganz so wie es in einer kritischen protestantischen Kirche üblich sein sollte.

3. Es folgt daraus, dass die Bundeswehr in den Schulen ihre Seite genauso darstellen darf und MUSS wie es wir von der Kirche dürfen und müssen (z.B. im Religionsunterricht). Ihre präferierte Form der Bevormundung halte ich nicht für demokratietauglich, so sehr ich Ihre Intention "Kinder schützen zu wollen" auch verstehen kann.

4. Man muss die gegenüberliegende politische Seite nicht mögen, aber man sollte sie respektieren.
5. Die EKD und andere Kirchen in Deutschland sind Glaubensgemeinschaften, keine politischen Gruppen. Folglich finden sich in ihnen unterschiedlichste politische Strömungen, unterschiedlichste Überzeugungen wie Frieden herzustellen und zu leben sei. Es ist eine Frage des Respekts, die sachlich und ausgewogen mit Glaubensbrüdern und -schwestern ausdiskutieren zu können und zu wollen.

6. Dann müssen wir uns möglicherweise diesen Kurs bzw. das, was im Gesamtbild nach außen dringt, noch einmal dringend anschauen. Ich nehme das mal so mit in die Redaktion, vielleicht müssen wir einfach anders selektieren in dem, was und wie wir beim Thema Afghanistan berichten.

Herr Hanno Terbuyken,
ich finde aus Absatz 5 heraus gut, wie evangelisch.de agiert. Meistens erscheinen zum Thema Afghanistan namentliche Artikel, also durchaus als Meinungsartikel erkennbar, und so unterschiedlich die evangelische Kirche, so unterschiedlich die Artikel. Und das ist lobend zu erwähnen: Vielfalt, Kontroverse, Anregungen. Ich sehe keinen Grund, dieses zu ändern.

7. Es gibt Gründe für diesen Einsatz zu sein, wie es Gründe gibt, diesen abzulehnen. Es gibt aber keinen Grund dieses nicht darzustellen und zu dikutieren.

Verfasst von HannoTerbuyken am 25. April 2010 - 14:58.
Kommentar auf: Vom Krieg um die Köpfe

Anderer Kurs

"Ihre persönliche Meinung, lieber Herr Terbuyken in allen Ehren und...

"Ihre persönliche Meinung, lieber Herr Terbuyken in allen Ehren und gerne gelesen - Evangelisch.de insgesamt fährt unübersehbar einen ganz anderen Kurs."

Dann müssen wir uns möglicherweise diesen Kurs bzw. das, was im Gesamtbild nach außen dringt, noch einmal dringend anschauen. Ich nehme das mal so mit in die Redaktion, vielleicht müssen wir einfach anders selektieren in dem, was und wie wir beim Thema Afghanistan berichten.

/edit @ Gast: Deswegen sagte ich ja "vielleicht". Kann durchaus sein, dass wir als Redaktion zum gleichen Schluss kommen. Kommentar-Debatten regen uns eben auch an, das Thema der Kommentare intern zu bereden und dadurch ein klareres Bild zu gewinnen.

Ich empfehle übrigens gern zum Weiterlesen das Interview mit Jochen Hippler zum Thema im Magazin welt-sichten.

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Hanno Terbuyken
evangelisch.de

Verfasst von Gast am 25. April 2010 - 8:27.

Beide haben recht!

Zur Kontroverse über die Bildinterpretation aus medienwissenschaftlicher Sicht...

Zur Kontroverse über die Bildinterpretation aus medienwissenschaftlicher Sicht: Das Bild zeigt eine Szene am Brunnen, Ursymbol: Wasser = Leben. Es ist bei diesem Bild in seiner Funktion natürlich kein Zufall, dass nicht Erwachsene, sondern Kinder zu sehen sind, die Wasser holen. Kinder lösen beim Betrachter einen Beschützerinstinkt aus. Dieses Ensemble hat "Gast" vermutlich mit "Idylle" gemeint. Propagandaplakate des 2. Weltkriegs zeichneten auch gern solche Idyllen mit Mutter und Kleinkind. Aber sie ist von einem unsichtbar lauernden Feind bedroht. Dagegen steht im Hintergrund wachsam ein Soldat mit Schnellfeuergewehr.
Es handelt sich um ein typisches Propagandabild, dessen Aussage deckungsgleich mit der Rechtfertigung des Afghanistankrieges ist: Wir schützen dort hilflose Menschen, die ohne uns verloren wären. Die Bildunterschrift verstärkt das mit der Rede vom Frieden schaffen.

Verfasst von Gast am 25. April 2010 - 16:24.
Kommentar auf: Beide haben recht!

Ihre "medienwissenschaftliche

Ihre "medienwissenschaftliche Bildinterpretation" ist nichts weiter als Ihre...

Ihre "medienwissenschaftliche Bildinterpretation" ist nichts weiter als Ihre Meinung. Soviel gilt es mal festzuhalten. Es iost ein Bild, wie es hunderte ISAF-Teilnehmer mit ihren Kameras ohne Hintergedanken gemacht haben.

Die Rechtfertigung für den Afghanistaneinsatz ergibt sich aus der UN-Resolution, nichts weiter.

Und ja, wir schützen dort Menschen, denen es ohne unsere Hilfe noch schlechter ginge. Waren Sie dort, dass Sie das Gegenteil behaupten könnten?

Verfasst von Gast am 24. April 2010 - 14:42.

Betr.: Ihre Stellenanzeige

Ich bin Lehrer und habe mit jungen Leuten zu tun, die in interkultureller...

Ich bin Lehrer und habe mit jungen Leuten zu tun, die in interkultureller Kompetenz ausgebildet werden. Meinen Sie von der Evangelischen Kirche das jetzt ernst, dass ich sie auf dieses Jobangebot aufmerksam machen soll, damit sie nach Afghanistan geschickt werden?

Verfasst von Gast am 24. April 2010 - 15:50.

Tun Sie's nicht!

Auch wenn hier die Evangelische Kirche ihren Namen für Bundeswehrwerbung...

Auch wenn hier die Evangelische Kirche ihren Namen für Bundeswehrwerbung hergibt: Tun Sie's nicht. Es ist wirklich skandalös, wie heute die Rekrutierungen ablaufen: das idyllische Bildchen mit den Brunnenbau-Kindern, als ob es in Afghanistan um Babysitterjobs ginge. Informieren Sie sich besser bei einem etwas kritischeren Journalismus:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,690818,00.html

Verfasst von Gast am 24. April 2010 - 18:41.
Kommentar auf: Tun Sie's nicht!

"das idyllische Bildchen mit

"das idyllische Bildchen mit den Brunnenbau-Kindern, als ob es in Afghanistan...

"das idyllische Bildchen mit den Brunnenbau-Kindern, als ob es in Afghanistan um Babysitterjobs ginge."-- Sie finden ein Bild, welches Kinder an einem Brunnen zeigen, der von einem Soldaten mit Waffe bewacht werden muss idyllisch? Ihr Beitrag ist skandalös: Vorschriften machen, wer sich in Deutschland wie und wo artikulieren darf.

Sie suggerieren, dass Meinungsfreiheit gestattet ist, solange Sie der Ihrigen entspricht. Dem ist aber nicht so.

Dazu: Selbst wenn bei evangelisch.de die Bundeswehr werben würde bzw. für sie werben würde, so sind die Menschen ja wohl emanzipiert und verantwortungsbewusst genug, um der Werbung pro oder contra gegenüber zu stehen bzw. sich für oder gegen das Angebot zu entscheiden.

Die Bundeswehr ist ein Verfassungsorgan. Sie stellen sie dar als außerhalb unserer Gesellschaft stehend, als etwas per se schlechtes, anstatt sich adäquat mit dem Themenkomplex auseinanderzusetzen. Ich meine, dass ist nicht zielführend. Selbstverständlich kann man gegen das Engagement der Bundeswehr im Rahmen des ISAF-Mandats sein. Dennoch ist es evangelisch.de sehr wohl gleichzeitig erlaubt über Fähigkeitslücken innerhalb der Bundeswehr zu diskutieren, ja evangelisch.de "dürfte" sogar pro Einsatz sein, ohne dass man ihnen das Wort verbieten könnte.

@Gast am 24. April 2010 - 15:42: Wenn Sie als Lehrer nicht in der Lage sind, die Bundeswehr in unser Verfassungsgefüge einordnen zu können und für und wider "Arbeitsplatz Bundeswehr" zu diskutieren, dann tun Sie mir leid.

@HannoTerbuyken: Eigentlich eine satrke und gute Replik, aber etwas weniger Anbiederung--sorry, empfinde ich einfach so--an Ihre "Kritiker" hätte es auch getan. Meinen Sie nicht?

"Wer den Dienst in einer Armee als ungefährlich betrachtet, hat schon immer nicht begriffen, wofür es Armeen und Soldaten eigentlich existieren."-exakt bemerkt. Und wo und wie sie eingesetzt werden, Sache des Deutschen Bundestags-frei gewählt vom Souverän. Doch anstatt den Soldaten Zeit, Kräfte und Mittel im angemessenen Umfang zur Verfügung zu stellen, damit der Einsatz erfolgreich gestaltet werden kann, unterbleibt dies stattdessen. Ich möchte dies schreiben, damit die Verantwortlichkeiten eben auch einmal genannt werden: Wir ALLE sind verantwortlich, da kommen wir auch rhetorisch nicht raus.

Verfasst von HannoTerbuyken am 25. April 2010 - 9:26.

Lieber Gast, als

Lieber Gast, als "Anbiederung" kann man meine Replik durchaus...

Lieber Gast, als "Anbiederung" kann man meine Replik durchaus verstehen, aber es ist nicht als solche gemeint - es ist meine persönliche Meinung. Und sie haben recht: eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Bundeswehr fällt vielen Menschen schwer. Auf der einen Seite findet sich die Totalablehnung, auf der anderen Seite der Hurra-Patriotismus á la Guttenberg - ein Kompromiss scheint oft ausgeschlossen.

Natürlich ist die Bundeswehr eine Parlamentsarmee und untersteht damit im verfassungsrechtlichen Gefüge nicht der Exekutive. Das Parlament hat damit auch die Verantwortung für die Soldaten der Bundeswehr und kann sich nicht für einen "halben" Einsatz entscheiden.

Wenn der Bundestag die Bundeswehr nach Afghanistan schickt, tut er das mit einem spezifischen Mandat. Zur Zeit ist die Lage in Afghanistan allerdings so, dass es der Bundeswehr offenbar schwer fällt, ihr Mandat auszuüben. Der Bundestag hat die Wahl: Die Armee so auszustatten, dass sie die "kriegsähnlichen Zustände" bewältigen kann, oder klar zu sagen: Wir können den Auftrag, den wir erfüllen möchten, nicht erfüllen, also raus aus Afghanistan.

Ich finde es - gelinde gesagt - absurd, dass die Bundeswehr gerade mal sechs landeskundliche Berater hat. Wenn man einer ganzen Bevölkerung auf die Sprünge helfen will und im Grunde ein bewaffnetes technisches Hilfswerk mit Polizeiaufgaben mimt, braucht man nichts so sehr wie Kenntnisse des Landes und der Sprache. Das eine Ziel der Politik in Afghanistan, nämlich den Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen, erreicht man mit der aktuellen Methode kaum. Das andere Ziel, den Amerikanern politisch nicht auf die Füße zu treten, erreicht man hingegen schon.

Da wir als Souverän ALLE verantwortlich sind, müssen wir auch ALLE unsere Meinung dazu sagen. Es würde mich sehr interessieren, wie eine Volksabstimmung im Vergleich zum Bundestagsvotum ausfiele.

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Hanno Terbuyken
evangelisch.de

Verfasst von HannoTerbuyken am 24. April 2010 - 16:14.
Kommentar auf: Tun Sie's nicht!

Keine Kriegswerbung

"Auch wenn hier die Evangelische Kirche ihren Namen für...

"Auch wenn hier die Evangelische Kirche ihren Namen für Bundeswehrwerbung hergibt" - tut sie das? Nein, das tut sie nicht. Auch nicht hier. Die Nachricht zu veröffentlichen, dass die Bundeswehr nach "interkulturellen Beratern" sucht, ist keineswegs Werbung dafür, doch jetzt mal dringend diesen Traumjob zu ergreifen.

Man mache sich einfach mal klar, dass die Bundeswehr zur Zeit - wie im Text genannt - drei(!) solcher "Berater" in Afghanistan hat - bei gut 4.300 Soldaten in Afghanistan. Gehen wir mal vom wahrscheinlichen Extremfall aus, nämlich dass in der Bundeswehr nur diese Berater die Landessprache sprechen - dann wird jedem klar, wie vergebens der Versuch sein muss, mit sechs Landeskundigen mehr als 4.000 Soldaten durch ein Land zu leiten, das sie nicht verstehen, in dem sie immer weniger sinnvolle Aufgaben erfüllen können und in dem Deutschland entgegen aller Politikeraussagen nicht verteidigt werden kann, vor allem nicht mit militärischen Mitteln.

Da entlarvt sich die Bundeswehr doch selbst, wenn sie es feiert, nun ihre Kapazität auf dem Gebiet zu verdoppeln - von drei auf sechs!

Und was den Hinweis auf die Rekrutierung der Bundeswehr betrifft: Das war schon immer so. Die Bundeswehr wirbt schon seit Jahren mit ihrer ach so angenehmen Jobsituation. Dass jeder Soldat aber vor allem Soldat sein muss und wird, mit allem, was dazu gehört, wird nun mal erst in Kriegszeiten relevant. Ich bin mir sicher, dass es auch in Afghanistan Bundeswehr-Soldaten gibt, die eingetreten sind, als maximal ein Einsatz im Kosovo auf der Liste der möglichen Auslandseinsätze stand - und die nicht glücklich sind darüber, dass ihr sonst so sicherer Job auf einmal todsicher geworden ist. Wer den Dienst in einer Armee als ungefährlich betrachtet, hat schon immer nicht begriffen, wofür es Armeen und Soldaten eigentlich existieren.

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Hanno Terbuyken
evangelisch.de

Verfasst von Gast am 24. April 2010 - 13:51.

Wieder einmal Kriegsunterstützung

auf evangelisch.de! Mit "interkulturellen Beratern" geht's voran beim "...

auf evangelisch.de! Mit "interkulturellen Beratern" geht's voran beim "langfristig Frieden schaffen" wird da suggeriert. Es ist schon zum Heulen: Das von der Evangelischen Kirche geforderte wahre Wort zum Afghanistankrieg bleibt den Kabarettisten überlassen, die auf einmal gar keine Spaßmacher mehr sind, sondern das prophetische Wächteramt wahrnehmen: http://www.youtube.com/watch?v=9YUDvAnoM7I&feature=player_embedded#%21
Wann hört diese Brunnenbohrer-Desinformation endlich auf?

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