Afghanistan-Debatte: Kritik an Käßmann reißt nicht ab

Margot Käßmann

Verlangt "mehr Fantasie für den Frieden": EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann. Foto: epd-bild / Norbert Neetz

Umstrittene Predigt - Die Debatte über Margot Käßmanns Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz hält an. Neben neuer Kritik gibt es auch Zustimmung: von Kirchenvertretern und einer Soldatenvereinigung.

Die Kritik an der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, wegen ihrer Äußerungen zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan reißt nicht ab. Die Bundesregierung ging auf deutliche Distanz zur Bischöfin. "Es gibt hier eine Meinungsverschiedenheit", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans am Montag in Berlin. "So wie andere Meinungen unseren Respekt haben, sollten auch diejenigen Respekt erfahren, die es sich ja mit einer Entscheidung für den Afghanistan-Einsatz nicht leicht gemacht haben oder nicht leicht machen."

Käßmann hatte in der Dresdner Frauenkirche in ihrer Neujahrspredigt gesagt, in Afghanistan schafften Waffen "offensichtlich auch keinen Frieden". Dies hatte bereits am Wochenende bei Regierung und Opposition zum Teil scharfen Widerspruch ausgelöst.

Der stellvertretende Regierungssprecher sagte nun, die Bundesregierung sei überzeugt, dass für die eigene Sicherheit in Deutschland der Afghanistan-Einsatz nötig sei. "Und jede militärische Situation wirft immer auch ethische Fragen auf." Trotzdem der Differenzen sei die Regierung selbstredend mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) immer im Gespräch.

Bundeswehrverband: Käßmann schafft Frustrationen für Soldaten

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Oberst Ulrich Kirsch, sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Montag): "Es wäre besser gewesen, wenn Käßmann vor ihrer Predigt das Gespräch mit den Soldaten über ihre schwierige Aufgabe gesucht hätte." Ihr Nein zum Afghanistan-Einsatz schaffe nur neue Frustrationen. Käßmann sei von der Position ihres Vorgängers Wolfgang Huber abgerückt. Dieser habe sich immer zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr bekannt.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sagte, er teile Käßmanns Ansichten zum Afghanistan-Einsatz nicht. Der Bundeswehreinsatz sei notwendig. "Frau Käßmann darf eine eigene Meinung haben. Sie sollte ihre Kritik am Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr aber nicht für die evangelischen Kirchenmitglieder äußern", sagte Niebel in Berlin.

"Schockiert, was so aus meiner Predigt gemacht wird"

Unterdessen wehrte sich Käßmann erneut gegen die Vorwürfe. Der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe) sagte sie, es sei ein "perfide Unterstellung", wenn man ihr vorwerfe, sie lasse deutschen Soldaten im Stich. Seelsorger begleiteten die Soldaten in Afghanistan und auch nach ihrer Rückkehr. "Wir sprechen mit Traumatisierten, und wir begraben die Toten, wenn sie nach Deutschland zurückkehren, und stehen ihren Angehörigen bei", sagte sie. "Ich bin schockiert, was so aus meiner Predigt gemacht wird."

Sie habe zudem nie den sofortigen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan verlangt, fügte Käßmann hinzu. Die Kirche fordere aber einen erkennbaren Plan für den Abzug. Nicht in ihrer Neujahrspredigt, aber in einem Interview zu Weihnachten hatte sie allerdings auch gesagt: "Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen." Und: "Möglichst bald sollten die deutschen Soldaten aus Afghanistan abgezogen werden."

Der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte sie nun: "Meine Predigt sagt nicht, dass der Afghanistan-Einsatz schlecht ist, sondern dass wir mehr Fantasie für den Frieden brauchen."

"Gebot der Menschlichkeit, Menschen nicht den Taliban zu überlassen"

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) begrüßte ihre Klarstellung. Er betonte: "Es handelt sich um einen zivilen Aufbau, der militärisch abgesichert werden muss. Für mich ist das ein Gebot der Mitmenschlichkeit, dass wir Menschen nicht den Taliban in Afghanistan überlassen - ihrer Folterung und ihrer Ermordung." Westerwelle will noch vor der Afghanistan-Konferenz Ende Januar das Gespräch mit den Bundestagsfraktionen für eine gemeinsame Haltung suchen. Deutschland ist derzeit mit bis zu 4.500 Soldaten in dem Land am Hindukusch engagiert. Die Entscheidung, bei einer von den USA initiierten großen Truppenaufstockung mitzuziehen, hatte die Bundesregierung im Herbst auf Ende Januar vertagt.

Der frühere Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, Robert Leicht, riet Käßmann dazu, sich vor öffentlichen Äußerungen eingehender mit dem Rat von erfahrenen Historikern, Außenpolitikern und Militärs zu versehen. "Wer ein moralisches Vorbild sein möchte, muss zuvor eines an Urteilskraft sein", heißt es in einem Beitrag des Publizisten und früheren Chefredakteurs der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" im Berliner "Tagesspiegel". Nicht vertretbar sei die "Simplizität", mit der sich Käßmann zum Thema Afghanistan über die Weihnachtszeit geäußert habe.

"Soldaten sehen sich bestärkt in eigenen Sorgen"

Dagegen erhielt Käßmann Unterstützung vom rheinischen Präses Nikolaus Schneider. Es müsse dringend nach "Alternativen beziehungsweise Ergänzungen" zum aktuellen Afghanistan-Einsatz gesucht werden, erklärte Schneider am Montag auf Anfrage in Düsseldorf. Die Friedensdenkschrift der EKD fordere für jeden militärischen Einsatz klare Ziele, ein umfassendes Konzept und eine Ausstiegsstrategie als rechtfertigende Kriterien militärischer Gewaltanwendung. "Deren Fehlen stellt die Legitimität des Einsatzes in Frage", erklärte Schneider, der auch stellvertretender EKD-Ratsvorsitzender ist.

Die Soldatenvereinigung "Darmstädter Signal" begrüßte die Forderung der EKD-Ratsvorsitzenden nach einer Strategie für den Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan. Ein Abzug sei dringend notwendig, sagte Vorstandsmitglied Helmuth Prieß am Montag dem epd. Prieß widersprach dem Vorsitzenden des Bundeswehrverbands, Kirsch. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass nachdenkliche Soldaten eine Missachtung ihres Einsatzes sehen. Sie sehen sich vielmehr bestärkt in ihren eigenen Sorgen."

epd/dpa

 

Kommentare

Verfasst von Christian1980 am 5. Januar 2010 - 14:32.

Zustimmung auch seitens der katholischen Kirche

FOCUS Online berichtet: Der katholische Militärbischof Walter Mixa springt...

FOCUS Online berichtet:

Der katholische Militärbischof Walter Mixa springt der evangelischen Bischöfin Margot Käßmann in ihrer Kritik am Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr bei. Jedes kriegerische Mittel bedeutet für ihn die „Niederlage der Menscheit“. [...] Indirekt forderte Mixa eine konkrete Abzugsperspektive.

http://www.focus.de/politik/deutschland/afghanistan-einsatz-mixa-will-abzugsperspektive_aid_468088.html

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Verfasst von Gast am 5. Januar 2010 - 11:34.

RE: Afghanistan-Debatte: Kritik an Käßmann reißt nicht ab

Seit langer Zeit fühle ich mich als evangelischer Christ mit meinen...

Seit langer Zeit fühle ich mich als evangelischer Christ mit meinen Glaubensüberzeugungen in der Friedensfrage von der EKD-Spitze wieder repräsentiert - vielen örtlichen Friedensinitiativen geht es genauso, und ich wage die These: Frau Käßmanns Stellungnahme entspricht der klaren Mehrheitsmeinung im landeskirchlichen Protestantismus.
Herrn Niebels Versuch, der Ratsvorsitzenden einen Maulkorb umzuhängen, ist eine Kompetenzüberschreitung und Entgleisung, für die er sich umgehend entschuldigen sollte. Ein Entwicklungshilfeminister, der, ehe ihn Parteienproporz auf diesen Sessel spülte,das eigene Ressort noch abschaffen wollte, kann von der Akzeptanz einer Bischöfin Käßmann allerdings nur träumen.

Verfasst von Gast am 4. Januar 2010 - 22:39.

RE: Afghanistan-Debatte: Kritik an Käßmann reißt nicht ab

Politisch die bekannten Positionierungen - eine Besonderheit: Ich habe den...

Politisch die bekannten Positionierungen - eine Besonderheit: Ich habe den Kommentar des Ex-EKD-Synodalen Robert Leicht im Tagesspiegel nachgelesen. Dort wird die Ratsvorsitzende in einer altväterlich-oberlehrerhaften Manier als unbedarft abgekanzelt und ihr verordnet, doch erst mal die Beraterstäbe zu fragen, ehe sie den Mund aufmacht. Leicht hatte in der ZEIT dem EKD-Chef Huber ein ergreifendes Abschiedslied gesungen und ihn als unersetzlich für den deutschen Protestantismus gepriesen. Jetzt scheint er diese Unersetzbarkeit durch Demontage der noch vom Evangelium statt von der political correctness inspirierten Nachfolgerin in die Tat umsetzen zu wollen. Schäbig, Herr Leicht! Hoffen wir dagegen, dass die Ära der Anpasserei um des Status willen, der Gundlachs und anderer KirchenMacKinseys nun doch zuende geht, wenn Ratsvorsitzende und Vize sich einig sind. Dass einen Äußerung aus der EKD-Führungsetage so ein Geheul erzeugte, hatten wir lange nicht mehr. Es ist ein gutes Zeichen. Kirche wird wieder evangelisch.

Verfasst von theolounge.de am 4. Januar 2010 - 22:30.

RE: Afghanistan-Debatte: Kritik an Käßmann reißt nicht ab

Ich denke bei dieser Debatte, die Frau Käßmann in die Ecke drä...

Ich denke bei dieser Debatte, die Frau Käßmann in die Ecke drängen will, an einen Artikel von Norman Solomon, der da heißt: "Herr Präsident, Krieg ist nicht Frieden". Es geht um die Fraglichkeit des Afghanistaneinsatzes.

Ursprünglich war die Bundeswehr für die Verteidigung Deutschlands zuständig. Mittlerweile kämpft sie offensiv in fremden Ländern und wird als Eindringling wahrgenommen. Das scheint mir äußerst gefährlich. Und inwiefern dieses Vorgehen überhaupt durch internationales Recht abgesichert ist, erschließt sich mir auch nicht. 

Verfasst von theolounge.de am 4. Januar 2010 - 22:40.

RE: RE: Afghanistan-Debatte: Kritik an Käßmann reißt nicht ab

 Westerwelle nimmt Käßmann in Schutz Berlin (RPO). EKD-...

 Westerwelle nimmt Käßmann in Schutz

Berlin (RPO). EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann erhält im Streit um den Afghanistan-Einsatz Unterstützung aus den Reihen der Bundesregierung: Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte Verständnis für die Bischöfin und ihre Forderungen zum Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. > mehr.

Verfasst von Gast am 4. Januar 2010 - 20:42.

RE: Afghanistan-Debatte: Kritik an Käßmann reißt nicht ab

Wenn Frau Kässmann schon so klare Forderungen nach einem schnellen Rückzug in...

Wenn Frau Kässmann schon so klare Forderungen nach einem schnellen Rückzug in Interviews von sich gibt, dann sollte sie auch dazu stehen und nicht zurückrudern. Dann muss sie aber auch die Folgen akzeptieren, die mit einem schnellen Rückzug unweigerlich verbunden sind.

Hat sie sich eigentlich mal mit Soldaten getroffen, die dort stationiert sind?

Eigentlich ist das eine perfide Situation für die Soldaten, die in diesem geschundenen Land am liebsten Schulen bauen würden, aber stattdessen in einen Krieg gezogen werden, für den sie sich dann noch entschuldigen müssen vor den Kirchenvertretern in der Heimat.

Hat eigentlich mal jemand die Opferzahlen in Afghanistan in den letzten Jahrzehnten verglichen? Da dürfte es momentan gar nicht so übel aussehen im Gegensatz zu dem, was vorher lief.

Und ob diesem Land mit Visionen von deutschen Kanzeln geholfen ist im Angesicht fundamentalistischer Gotteskrieger, nun ja - vielleicht durch mutige Friedens-Missionare, die unerschrocken das Evangelium als Friedensbotschaft in die Berge dort tragen. Aber das bekommen wir missionsscheuen deutschen Protestanten ja auch nicht mehr auf die Reihe.

Verfasst von Gast am 5. Januar 2010 - 3:21.

RE: RE: Afghanistan-Debatte: Kritik an Käßmann reißt nicht ab

Der Verlauf der bisherigen Diskussion zeigt noch einmal, wie wenig passend es...

Der Verlauf der bisherigen Diskussion zeigt noch einmal, wie wenig passend es ist, theologische Äußerungen in ein ideologisches Korsett zu zwängen. Der Heiland sagt klar: Euer Ja sei ein Ja und euer Nein sei ein Nein. Deshalb ist es gut, vor dem Reden nachzudenken und möglichst alle Aspekte des Themas zuvor in ihrem Zusammenhang zu reflektieren. Gute Theologie erwächst aus einem Leben mit Gottes Wort und der Heiligen Schrift, echter Kirchlichkeit und einem gerüttelten Maß an Glaubenserfahrung, aber eben nicht aus ideologischen Vorstellungen heraus. Wenn ich mich in der Predigt direkt oder indirekt über die Soldaten in Afghanistan äußere, so muß ich wissen, was ich da sage. Die Zuhörer stellen in jedem Fall die Frage nach dem Zusammenhang meiner Äußerungen als Prediger mit meinem Leben.
Die Forderung nach mehr Fantasie für den Frieden an dieser Stelle mutet jedoch eher wie eine Worthülse an. Es wäre also gut, wenn Frau Käßmann nun ausführen würde, was sie konkret meint.

Verfasst von Gast am 5. Januar 2010 - 9:35.

RE: RE: RE: Afghanistan-Debatte

Der Heiland sagt klar: Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen....

Der Heiland sagt klar: Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen. und lehrt in der Bergpredigt die Gewaltlosigkeit. Ich denke, das sind theologische, nicht "ideologische" Sachverhalte. Eine christliche Ethik fragt nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel, fordert die Schonung der Zivilbevölkerung und nicht laufende "Kollateralschäden", fragt nach realistischen Chancen für einen gerechten Frieden. Alles nicht gegeben in Afghanistan.
Die Argumentation, wer politisch ein Ende dieser sinnlosen deutschen Kriegsbeteiligung fordert, falle den Soldaten dort in den Rücken, ist unsinnig. Unüberlegte politische Entscheidungen haben sie vor Jahren unter irrtümlichen Annahmen dorthin gebracht - niemand wird dankbarer dafür sein, dies endlich zu korrigieren, als die dort verheizten Soldaten und ihre Angehörigen. Die Kirche begleitet sie übrigens die ganze Zeit seelsorglich.

Verfasst von Gast am 10. Januar 2010 - 14:52.

RE: RE: RE: RE: Afghanistan-Debatte

Mit der zeitlichen Distanz zu den Schrecken des 2.Weltkriges geht bei immer...

Mit der zeitlichen Distanz zu den Schrecken des 2.Weltkriges geht bei immer mehr Deutschen leider auch die Distanz zu Krieg und dessen Folgen immer häufiger verloren oder ist inzwischen stark unterentwickelt.
Frau Käßmann hat furchtlos die Wirklichkeit beim Namen genannt,während Minster und andere Politiker die Menshen skrupellos belogen haben.
Glückwunsch Frau Bischöfin!

Verfasst von Gast am 11. Januar 2010 - 15:16.

RE: RE: RE: RE: RE: Afghanistan-Debatte

Frau Käßmann ist schlicht und einfach eine Fehlbesetzung . Es ist beschämend...

Frau Käßmann ist schlicht und einfach eine Fehlbesetzung . Es ist beschämend wie diese vor Naivität und und Selbstgefälligkeit strotzende Dame unseren Bundeswehrsoldaten in den Rücken fällt.

Verfasst von baksb am 28. Januar 2010 - 20:52.

: RE: Afghanistan-Debatte, für mich: Käßmann ist ein Lichtblick

Ich finde es schade, dass man mehr auf Bischöfin Käßmann und...

Ich finde es schade, dass man mehr auf Bischöfin Käßmann und den Papst herum hackt als auf diejenigen, welche Bomben, Terror und Krieg als Mittel der Machteroberung benutzen. Frau Käßmann, nein - Bischöfin Käßmann - sagt, was ich auch bei Jesus lerne. Und sie redet differenziert. Wieso nur mag man das nicht hören.

Jesus redete so nicht, wie ich das hier und in der Politik oft hören muss.- Wir Christen sollten hinaus gehen, ohne Gepäck und mit leeren Taschen, wir sollten Frieden in das Haus tragen. Und wenn man uns nicht annimmt, sollen wir nicht von Haus zu Haus gehen sondern dem Haus den Frieden lassen, und unseren Frieden behalten. Wie schön das die Apostel erzählen und die Autoren der Heiligen Schriften. - Wir, die Reformbewegung des jüdischen Rabbis. Wir, die wir nicht nur den Ausgleich zwischen dem Schaden fordern, indem wir im Sinne des Auge um Auge, Zahn um Zahn eine Art Pseudogerechtigkeit herstellen. Ja, die VErhältnismäßigkeit der Mittel ist gefragt. Aber Jesus sagt, wir sollen noch mehr tun: Feinde lieben. Terroristen sind Feinde. Steht für mich jedenfalls fest. Aber lieben wir? Und wie geht das? Frau Käßmann redet sachlich und nicht leichtfertig. Dank dafür.

 Ja, verteidigen dürfen wir uns. Wir müssen nicht einfach alles gefallen lassen. ABer haben wir überhaupt mal in unserer Gesellschaft angefangen, Jesus zu verkünden? Haben wir die Essenz aller alten und neuen SChriften der Testamente wirklich verstehen und erzählen wollen? Nein, schlimmer. Ich erlebe immer öfter, dass man nicht mit der biblischen Essenz lebt sondern mit juristischen und machtpolitischen Gedanken. Nein. Käßmann sagt zu Recht: "Nichts ist gut", wenn man die Kriegs- und Terrorregionen sieht. Nichts ist gut, außer deutlich zu sagen, dass 10 Jahre Krieg nichts, aber auch nichts wirklich grundlegend geändert haben. Viele Schulen sind wieder zerstört, der Terror geht weiter, die Milizen erobern die Dörfer wieder... nichts ist gut. Und doch ist überall ein Funke Gottes zu spüren, wo Hilfe geschieht. Sicher auch bei den Soldaten. Aber nicht weil sie Soldaten sind, sondern weil sie Menschen - und vielleicht einige auch Christen sind.

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