Fritz Pleitgen ist "Sprachpanscher" des Jahres

Fritz Pleitgen

Zweifelhafte Auszeichnung für Fritz Pleitgen - er ist der "Sprachpanscher" des Jahres. Foto: dpa/Bernd Thissen

Wahl - Sprachlicher Negativpreis für einen Ex-Intendanten: Fritz Pleitger ist der "Sprachpanscher" des Jahres 2010. Weil die vom ihm geführte Gesellschaft sich besonders im "Denglisch" hervortut.

Der Verein Deutsche Sprache (VDS) hat den Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, Fritz Pleitgen, zum "Sprachpanscher 2010" erklärt. Ex-WDR-Intendant Pleitgen habe nicht verhindern können, dass der öffentliche Auftritt der von ihm geführten Gesellschaft "voller denglischer Imponiervokabeln steckt", begründete der Verein seine Wahl am Freitag in Dortmund. Er vergibt seit 1998 jährlich den "Sprachpanscher" an Einzelpersonen oder Firmen, die sich in besonderem Maße bei der Vermischung des Deutschen mit dem Englischen zu "Denglisch" hervorgetan haben.

Der VDS kritisierte unter anderem die Bezeichnung freiwilliger Helfer als "Volunteers". "Hier hätte Pleitgen seine Autorität mehr in den Dienst der deutschen Sprache stellen können", hieß es. Auf den zweiten Platz kam bei der Negativ-Auszeichnung die Potsdamer "Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg". Sie hatte Preußenkönigin Luise auf Werbeplakaten für eine Ausstellung "It Girl", "Fashion Victim" und "Working Mom" genannt.

Der Verein Deutsche Sprache hat nach eigenen Angaben mehr als 32.000 Mitglieder und will mit der Wahl des "Sprachpanschers" mehr Bewusstsein für eine gepflegte Ausdrucksweise schaffen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Ex-Postchef Klaus Zumwinkel und die ehemaligen Bahn-Chefs Johannes Ludewig und Hartmut Mehdorn.

epd

Kommentare

Verfasst von Barnabas am 27. August 2010 - 15:49.

Denglisch

Natürlich gibt es ärgerliches "Denglisch" - zum Beispiel,...

Natürlich gibt es ärgerliches "Denglisch" - zum Beispiel, wenn die Bahn die Auskunft "Servicepoint" nennt, obwohl es dieses englische Wort gar nicht gibt (ebensowenig wie Handy und Beamer ...) Aber manchmal finde ich die "Denglisch-Kritik" auch übertrieben. Die deutsche Sprache geht nicht durch englische Wörter kaputt, sowenig wie sie durch französische Worte, die auch mal Mode waren (meine Oma sprach imemr vom "Chaiselongue" und dem "Trottoir") oder lateinische zerstört wurde. Es ist im Gegenteil erstaunlich, wie stark wir englische Wörter in die deutsche Grammatik zwängen, selbst da, wo das nicht passt  - wir sagen z.B. "das Girl", weil wir in Wirklichkeit imemr noch and as deutsche Wort "Mädchen" denken. Sowohl grammatisch logisch als auch sachlich richtig müssten wir "die Girl" sagen ... Die wahre Bedrohung der deutschen Sprache kommt nicht von Fremdwörtern, sondern von einem Zerfall der grammatischen Strukturen - wenn wir zum Beispiel Nebensätze wie Hauptsätze konstruieren - "nur weil das ist in anderen Sprachen auch so" (richtig: nur weil das in anderen Sprachen auch so ist).

Mehr dazu siehe unter http://kraftwort.wordpress.com/2009/06/17/der-show...
Schöne Grüße

Barnabas

Verfasst von Gast am 29. August 2010 - 3:02.
Kommentar auf: Denglisch

Der VDS stellt sich selbst

Der VDS stellt sich selbst ein Bein übrigens. In der Begründung steht, statt...

Der VDS stellt sich selbst ein Bein übrigens. In der Begründung steht, statt Volunteers hätte man "Praktikanten" als Wort nehmen können. Nur: "Volunteers" sind einfach "Freiwillige". :-) Vielleicht mal erst gucken, dann lamentieren?

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