Fernsehen - Er habe sich inzwischen an den Sendetermin am Mittwoch gewöhnt, äußerte Moderator Frank Plasberg kürzlich sinngemäß in einem Interview. Zumindest in dieser Woche war der Termin auch ein echter Glücksfall. Während Anne Will nicht mehr auf das Aufregerthema der Woche reagieren konnte und in ihrer Talkrunde am Sonntag über Bildung diskutierte, widmete sich Plasberg am Mittwoch dem Volksbegehren in der Schweiz. Wie hätten die Deutschen beim Thema Minarette entschieden, lautete letztlich die Kernfrage der Sendung. Und: Wie tief sitzt bei uns die Angst vor dem Islam?
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Politische Talkshows bieten selten neue Erkenntnisse, das war auch dieser Ausgabe von "hart aber fair" der Fall. Wer die Diskussion zum Thema Minarette in den vergangenen Tagen verfolgt hat, kennt die wesentlichen Argumente beider Seiten. Bei Sendungen wie "hart aber fair" kommt es daher zumindest für den informierten Zuschauer eher darauf an, wer seine Argumente besser vorträgt und vielleicht auch, wer unterhaltsamer ist. So gesehen könnte die ARD durchaus noch einmal erwägen, ihre politischen Talksendungen in der Unterhaltung anzusiedeln.
Wenn es um gute Unterhaltung zu politischen Themen geht, ist es immer gut, wenn Michel Friedman in der Sendung sitzt. So auch diesmal. Nicht nur, dass Friedman rhetorisch brillant ist. Er ist auch ein intelligenter Entertainer. "Der Islam darf nicht mehr als das Christentum, aber mit Sicherheit auch nicht weniger", machte er gleich zu Beginn der Sendung seinen Standpunkt klar und erwähnte – fast wie nebenbei -, dass in Deutschland auch immer die Trennung von Staat und Religion/Kirche gelte, was auch ein Fingerzeig Richtung Islam war.
Köppel stimmte für Minarett-Verbot
Etwas allein auf weiter Flur war in der Runde Roger Köppel, Chefredakteur der Schweizer "Weltwoche". Er bekannte freimütig, bei der Volksabstimmung für das Verbot von Minaretten gestimmt zu haben und echauffierte sich über "die Arroganz der Aussagen in der deutschen Presse". Warum diese sich in eine demokratische Entscheidung in der Schweiz einmische, fragte Köppel und bekam gleich Contra von Friedman: "Weil wir in einer globalisierten Welt leben und es um eine Frage geht, die alle angeht: die Religionsfreiheit."
Doch nicht nur Friedman argumentierte weitgehend gegen Köppel. Auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn, und der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland und FDP-Mitglied Aiman Mazyek kritisierten die Minarett-Entscheidung scharf. Einzig Wolfgang Bosbach (CDU) verwies im Laufe der Diskussion immer wieder darauf, dass auch die Ängste der Menschen vor dem Islam ernst genommen werden müsste; wobei er selbst bei der Volksabstimmung mit Nein gestimmt hätte, wenn er denn Schweizer wäre, sagte Bosbach.
Aber auch der CDU-Politiker wurde von seinem "Parteifreund" Friedman ausgebremst. Als Bosbach erklärte, er würde sich für Christen in islamischen Ländern die Religionsfreiheit wünschen, die Moslems in Deutschland hätten, erklärte Friedman, man müsse eben mit gutem Beispiel voran gehen. "Ich orientiere mich doch nicht an dem, der sich falsch verhält, und begründe damit mein eigenes falsches Verhalten."
Volksabstimmung ein Menschenrecht?
Sind nun Volksabstimmungen zum Thema Minarette erlaubt? Oder ist das Thema Minarett eines, das in einer Volksabstimmung nichts zu suchen hat, wie auch die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Katrin Göring-Eckardt argumentierte? Zunächst einmal sei eine Volksabstimmung ein Menschenrecht, erklärte dazu Roger Köppel. Ein Minarett hingegen sei kein Menschenrecht, da es nichts mir der direkten Religionsausübung zutun habe. Ganz anders sah dies Aiman Mazyek: "Es geht darum, dass eine Religionsgemeinschaft selbst bestimmen darf, wie ihre Gebetshäuser aussehen. Wenn das nicht erlaubt ist, ist die die Religionsfreiheit eingeschränkt. Und die Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht."
Angenehm zurückhaltend präsentierte sich Moderator Plasberg, der lediglich eingriff, als Friedman und Höhn Köppel ständig ins Wort fielen. Und auch die klassischen Einspieler, die in einigen Ausgaben zuletzt eher nervten und ebenfalls wenig Erhellendes lieferten, waren diesmal wohldosiert und fügten sich gut in die Sendung. Wie etwa eine Straßenumfrage, in der die Mehrheit der befragten Deutschen die Entscheidung der Schweizer unterstützte.
Dies deckte sich mit einer Beobachtung, die Roger Köppel in den Nutzerforen deutscher Medienseiten (u.a. Spiegel Online) gemacht haben will. Dort, so Köppel, hätten die meisten Menschen die Minarett-Entscheidung begrüßt, ganz im Gegensatz zu den in den Leitmedien veröffentlichten Kommentaren der Journalisten. "Es gibt eine Kluft zwischen der Elite und den Bürgern. Die Bürger haben ihr Menschenrecht in Anspruch genommen, anders abzustimmen, als 'die da oben'", konstatierte Köppel.
Soziale Probleme
Aiman Mazyek war es schließlich, der einen vielleicht noch zu wenig beachteten Aspekt in die Debatte einbrachte. CDU-Mann Bosbach erwähnte mehrfach auf "vorhandene Probleme" mit dem Islam. Unter anderen verwies er darauf, dass viele muslimische Eltern ihre Kinder – vor allem Töchter – nicht am staatlichen Schulunterricht teilnehmen lassen würden. (Köppel nannte an anderer Stelle noch Genitalverstümmelungen in islamischen Ländern.) Diese Beispiele, so Mazyek, hätten aber nichts mit dem Islam zu tun. Es seien vielmehr soziale oder kulturelle Probleme, vielleicht auch Probleme mangelnder Bildung. "Sie islamisieren, wo es mit dem Islam nichts zu tun hat", warf Mazyek Bosbach vor. "Natürlich gibt es ein paar Durchgeknallte, die die Religion instrumentalisieren wollen. Aber man soll doch nicht so tun, als würden alle vier Millionen Muslime in Deutschland ihre Kinder vom Sportunterricht fernhalten."
Leider versäumte es Mazyek ein wenig, wie von Friedman gefordert, Integrationsprobleme klarer zu benennen und Lösungsansätze zu bieten. Stattdessen berichtete er vor allem von den Problemen, mit denen Muslime in Deutschland konfrontiert sind. Unter anderem erwähnte Mazyek kopftuchtragende Frauen, die in Deutschland täglich angepöbelt und damit diskriminiert werden.
So zurückhaltend und klug Friedman zu Beginn der Sendung argumentierte, so sehr überdrehte er doch am Ende der Sendung ein wenig. "Wir brauchen Integration. Wir müssen Millionen Nazis integrieren, Millionen Punks. Millionen Deutsche, die unseren Werten nicht nachgehen, müssen integriert werden", schleuderte Friedman Wolfgang Bosbach entgegen, der ob dieses "rhetorischen Feuerwerks" etwas konsterniert wirkte. Als Friedman die langsame Sprechweise der Schweizer nachäffte, wurde es für einen kurzen Moment sogar ein wenig peinlich. Zuvor hatte Plasberg Friedman gebeten, er möge Köppel nicht immer ins Wort fallen, Schweizer redeten nunmal langsamer.
Was bleibt? Zum einen die Erkenntnis, dass wohl auch die meisten Zuschauer von "hart aber fair" durchaus Verständnis für die Minarett-Entscheidung haben – das jedenfalls legen die vorgetragenen Zuschauerreaktionen nahe. Zum anderen die Erkenntnis, das Aufregerthemen wie die Volksabstimmung in der Schweiz für politische Talkshows bestens geeignet sind. Nicht, weil dort besonders sachlich und differenziert diskutiert würde. Aber unterhaltsam war die Sendung sehr wohl.
Henrik Schmitz ist Redakteur bei evangelisch.de für die Ressorts Medien und Kultur




Kommentare
RE: Fernsehkritik: "Hart aber fair" zur Minarett-Entscheidung
In dem Bericht oben ist dem Verfasser ein Fehler unterlaufen. Da heißt es: „Angenehm zurückhaltend präsentierte sich Moderator Plasberg, der lediglich eingriff, als Friedman und Höhn Köppel ständig ins Wort fielen.“
Richtig formuliert müsste der Satz lauten: „Angenehm zurückhaltend präsentierte sich Moderator Plasberg, der lediglich eingriff, als Friedman Höhn Köppel ständig ins Wort fiel.
Wenn Multikulti einem aufgezwungen wird, dann ist Integration und gutes Miteinanderauskommen unmöglich, und Globalisierung wird zur Pein!
Die Menschenrechte werden auf diese Weise früher oder später zwangsläufig verletzt!
Bosbach hat gute Argumente geliefert im Gegensatz zu seinem türkischen Gegenspieler sowie der schamlos gutmenschelnden Bärbel Höhn.
Bosbach spricht aus, was viele deutsche Bürger denken, sich aber nicht auszusprechen trauen, weil sie bereits eingeschüchtert worden sind.
RE: Fernsehkritik: "Hart aber fair" zur Minarett-Entscheidung
Seine "brillante Rhetorik" hindert Herrn Friedman leider nicht daran, manchmal groben Unfug zu reden. So geschah es auch in dieser Sendung, z.B. als Friedman die Integration von "Millionen Nazis" anmahnte. Schade, dass es Herrn Plasberg nicht gelungen ist, den Redeschwall des arroganten und selbstgefälligen Michel Friedmann zu stoppen.
Ärgerlich waren auch die Äußerungen des Herrn Mazyek. Alles, was befremdlich und negativ ist, hat angeblich mit dem Islam nichts zu tun und wird deshalb pauschal zurückgewiesen. Die mangelnde Religionsfreiheit in der Türkei und in anderen muslimischen Ländern ist angeblich kein Problem, das die deutschen Staatsbürger mit muslimischer Religionszugehörigkeit etwas angeht. Der Islam ist tolerant, tolerant, tolerant ... und wer dieses Mantra nicht nachbeten will, der wird als Ausländerfeind, Rassist, Neonazi usw. diffamiert.
Zu dem hier abgedruckten Kommentar: Ein bisschen mehr Mut hätte ich mir von einem christlichen Kommentator schon erwartet.
RE: Fernsehkritik: "Hart aber fair" zur Minarett-Entscheidung
Sehr geehrter Herr Plasberg,
Zu Ihrer Sedung vom 2.12.möchte ich Folgendes anmerken:
Interessant für Deutsch-Deutsches Verhalten, oder was sich als solches gibt, ist, daß Sie in gut-altdeutscher Manier sich bei Herr Friedman für etwas entschuldigt haben, was Ihnen-gewollt oder ungewollt- als Ihre Meinung entglitten ist.Herr Friedman hat sich in dieser Sendung einmal mehr als Derjenige gezeigt,als der er erscheinen möchte:
Der selbstgerechte,notorisch über alle Wirklichkeit erhabene Dauergrinser der nicht nur über die ABC- Psychologie des Opfer-Täters verfügt, sondern auch über die des Täter-Opfers. Wenn es ihm dann paßt, wechselt er von der Rolle des advocatus diaboli zum criticus illuminatus, der natürlich das Christentum gegen den Islam in Schutzhaft nimmt. Aber kein einziges Wort in Ihrer Sendung zur Rolle Israels zum Islam, gerade nicht aus dem prophetisch-lächelndem Munde Herrn Friedmans. Und dann noch Friedmans politisch- alttestamentarisches Apercu: legem obei, et fac quod vis. Grauenhaft!
Gerade nach dieser faschistoiden Maxime wurde, und wird weiterhin ganz "legal" gemordet!!
Das wird in Ihrer Sendung, Herr Plasberg, kritiklos von allen Anderen einfach angehört und hingenommen,und in journalistischer Manier darüber hinweggeschritten. Mit Verlaub: haben Sie Ihre Hosen an,oder handle`n Sie noch ?
Mit freundlichem Gruß
Thomas Wenninger
Fernsehkritik: "Hart aber fair" zur Minarett-Entscheidung
Ich glaube, es gehört inzwischen mehr Mut dazu, Herrn Friedman gut zu finden als umgekehrt.
RE: Fernsehkritik: "Hart aber fair" zur Minarett-Entscheidung
Es kommt mir sehr wohl darauf, was jemand sagt. Nur wenn einem die Argumente schon bekannt sind und man ohnehin bereits eine gefestigte Meinung hat, liegt der Reiz in einer Talkshow oft darin, zu sehen, wie jemand die eigene Meinung bzw. seine Argumente verkauft.
Religionsfreiheit, Menschenrecht !? Wo !???
Demokratie ist, (auch) die Rechte von Minderheiten vor der Mehrheit zu schützen.Grundrechte können nicht durch Mehrheitentscheide außer Kraft gesetzt werden.
Es gibt aber sehr viele nichtmuslimische Bürger, welche meinen sich das Recht, zu recht biegen zu dürfen.
Diese Art des denkens war es, welche die Nazis an die Macht brachte und die Ermordung von Millionen Menschen ermöglichte.
Ja, die Mehrheit war für Hitler ! Wie heute die Mehrheit gegen die Religionsfreiheit ist.
Wenn wir andere Länder als Beweis für die Richtigkeit der Entscheidung in der Schweiz nehmen in dem Argumentiert wird:- Wir dürfen in diesen Ländern auch keine Kirchen bauen. Ist es so als würde ich den Völkermord in Ruanda als Beispiel nehmen und anfangen die Muslime zu ermorden.
Wir in der EU ( in der sogenannten freien Welt) haben die Verpflichtung die Würde des Menschen zu schützen und Ihm seine Religionsfreiheit zu garantieren.
Fragen an Herrn Bosbach:
1. Was ist die Abendländische Leitkultur ?
Keltisch, Heidnisch ? Jüdisch ? Christlich ? Islamisch (400 Jahre Osmanen)?
2.Was ist Integration ?
3.Wie muss ich sein um als integriert zu gelten ?
Muss ich ein Akademiker sein um integriert zu sein ?
Muss ich ein Nazi sein um integriert zu sein ?
(ca.15 % der BRD-Bürger)
Muss ich ein Kinderschänder sein um integriert zu sein ?
(ca. 200.000 Kinderschändungen jährlich in BRD)
Muss ich ein Punker sein ?
Muss ich ein Homosexueller sein ?
Muss ich ein Polizist sein ?
Die deutsche Gesellschaft ist so vielschichtig es gibt Boshafte Kreaturen und gute Kreaturen. Es gibt etliche Charakteren Angefangen von Atheisten bis hin zum Taoisten.
Und Sie denken wirklich irgendjemand hätte Ihnen das Recht gegeben sich anmaßen zu dürfen was richtig oder falsch ist ?
Meine Antwort ist die gleiche wie die von Herrn Friedmann:
Ich muss die Gesetze achten genauso wie jeder andere BRD-Bürger und die Sprache sollte ich lernen um mich zu verständigen und um meine Rechte in Anspruch nehmen zu können.
Wie ich in einer Demokratie lebe geht niemandem etwas an.
Noch was zu Kirchen und Moschehen:
Kirchen wären damals so gebaut und heute wäre es anders.
Dann schauen Sie sich mal die Kirchen an, die neuen.Geht ganz einfach einfachmal in Google auf Bildsuche gehen.
Die Bürger der BRD mit muslimischen Glauben haben die gleichen Rechte wie der Rest der Bevölkerung und Sie bestehen auf Ihre Grundrechte.
Zu dem beinahe Kulturleugner ( dem Türken/Deutschen) möchte ich schreiben:
Höre doch auf zu kuschen immer wenn man es verlangt und stehe auf und fordere deine Rechte.Die Rechte welche dir zustehen oder fühlst Du dich nicht als Mensch. Denn diese Rechte stehen jedem Menschen zu.
Zum Schluss noch was zu Gheto Bildung:
Ich habe keine Wohnung dort mieten können wo ich es wollte, ich habe nicht einmal eine beliebige Haftpflichtversicherung für meinen Auto abschließen können als Türke.
Es ist doch selbstverständlich das die Türken sich dann u.a. deswegen sich in Standteile Konzentriert haben wo Sie auch Wohnungen mieten konnten.Natürlich ist es für die Türken heute besser unter sich zu sein als sich immer wieder beschimpfen zu lassen.
Wem würde es den Spaß machen Tag täglich wegen seiner Herkunft beleidigt zu werden.
So lange die Türken nicht als gleichberechtigte Bürger dieses Landes angesehen und angenommen werden, so lange wird ein Teil dieser Bevölkerungsgruppe eine Last für die Gesellschaft bleiben.
Nehmt Einander an so wie Ihr seid und versucht einander nicht zu Assimilieren, es sei den der Mensch entscheidet aus freiem Willen und der Türke möchte ein Bayer mit Lederhose sein und benennt sich um in Franzl.Oder der Franzl möchte halt ein Türke sein und benennt sich Mustafa.
Alles was aus freiem Willen geschieht ist in Ordnung.
Turademhan
RE: Fernsehkritik: "Hart aber fair" zur Minarett-Entscheidung
Ich bin regelrecht entsetzt über diese Diskussion in der Schweiz, in Deutschland und anderswo. Vor allem über den Stand der Abstimmung in Welt-Online zu diesem Thema. 87% sind für ein Minarett-Verbot!
Es scheint eine traurige Wahrheit zu sein, dass politische Diskussionen im Rahmen einer Unterhaltungssendung wohl eher die breite Öffentlichkeit erreichen.
Offenbar ist die Meinung weit verbreitet, dass Islam und Islamismus ein und dasselbe sei - sofern diese Meinung überhaupt bewusst gebildet wurde. An diesem Thema wird mehr als deutlich, in welcher Misere die Bildung eines großen Teils unserer Bürger steckt. Nacktes Überschriften-Wissen, erzeugt durch populistische Medien und allein getrieben vom (ansonsten berechtigten) Gewinnstreben eben dieser Medien, sorgen nicht gerade für differenzierte Informationen. Dazu kommt ein Bildungssystem, in dem Allgemeinbildung zunehmend zum Nebenfach degradiert wird und fast nur noch abfragbares Wissen vermittelt wird. Und selbst dies gelingt nur mit mäßigem Erfolg, wie Pisa zeigt.
Wann nehmen Bund und Länder endlich ihren Auftrag wahr, die Weichen für ein breites Bildungssystem zu stellen, damit Bildungstätten von Kindertagesstätten bis zu den Gymnasien viele Menschen in die Lage versetzen können, sich eine eigene, differenzierte Meinung zu bilden. Menschen, die ihre Selbstverantwortung wahrnehmen können, Meinungen hinterfragen, Fakten sammeln, unterschiedliche Meinungen verstehen und sich selbst eine Meinung bilden, die sie darlegen, begründen und vertreten können.
Nur dann können Menschen begreifen, dass Menschenrechte und Religionsfreiheit nicht nur für ihren Kultur- und Lebensbereich gelten.
Welche Partei hat dazu nicht nur leere Worte sondern ein Programm, das sie auch wirklich umsetzen will und kann?
Stephan Folgnand
An der Leimenkaut 2
61352 Bad Homburg
RE: Fernsehkritik: "Hart aber fair" zur Minarett-Entscheidung
Ebenfalls: Kompliment für die gelungene Zusammenfassung dieser Fernsehdiskussion! Nach meiner Wertung war sie deutlich mehr als nur "unterhaltsam"; vielmehr wurden unterschiedliche Sichtweisen mit ihren nachvollziehbaren Argumenten deutlich - das ist ein wichtiger Schritt weg vom Stammtisch, der uns vor Plebisziten zurückschrecken lässt, hin zur Diskurskultur, mit der Demokratie steht und fällt.
RE: Fernsehkritik: "Hart aber fair" zur Minarett-Entscheidung
Liebe ev.de's! Ein prima text. schaut öfter fernsehen. ich hab gerade keinen angeshclossne, weil meine kinder sonst unser familienleben dominieren. wie gut, wenn ihr wichtiges schaut und uns tags drauf darbietet! Danke!