Talkshow - bollmann[et]basic ist das evangelisch.de-Talkformat. Jörg Bollmann, evangelischer Christ und Publizist, und Robert Basic, Internetjunkie und Atheist, verstehen sich gut, sind aber selten einer Meinung. Vor allem dann, wenn es um Fragen des Glaubens geht. In dieser Ausgabe geht es um das Thema Weihnachten: Grenzenlose Freude über die Frohe Botschaft Jesu Christi oder zur Konsumhölle verkommenes Horrorfest?
Wenn Sie Interesse haben, Fragen an bollmann[et]basic zu stellen oder wissen wollen, was es Neues zu dem Format gibt, schauen Sie einfach in unsere Community.
Jörg Bollmann ist Direktor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP), des bundesweiten Mediendienstleistungsunternehmens der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Unter dem Dach des GEP und seiner Tochterfirma Hansisches Druck- und Verlagshaus (HDV) sind Medienmarken wie evangelisch.de, das evangelische Magazin "chrismon" und der epd versammelt.
Jörg Bollmann war zuvor u.a. Wellenchef des Radiosenders NDR 2 und Nachrichtenchef des NDR-Hörfunks. Er war lange Jahre als politischer Korrespondent und Sportreporter in Hörfunk tätig und hat auch Erfahrungen im Fernsehen gesammelt.
Robert Basic ist einer der bekanntesten deutschen Blogger. Er ist selbstständig, Internetbegeisterter und interessiert sich für alles rund um die Auswirkungen des Webs auf die Gesellschaft. Der Diplom-Kaufmann war bis 2002 bei der Deutschen Bank im Bereich IT tätig. 2003 startete er sein "Basic Thinking"-Blog, das sich schnell zu einem der meistverlinkten Blogs im deutschsprachigen Internet entwickelte und lange Zeit die deutschen Blogcharts anführte. Im gleichen Jahr lancierte er für die Wirtschaftsjunioren Frankfurt das "MEX Blog" und betrieb es erfolgreich bis 2005. Im Januar 2009 verkaufte Robert Basic unter großem Medienrummel sein Blog "Basic Thinking" per eBay. Seitdem widmet er sich seinem neuen Projekt "Buzzriders.com", einem Onlineangebot für Lokales, das sich zurzeit in der Konzeptions- und Entwicklungsphase befindet.















Kommentare
RE: bollmann[et]basic: Was bedeutet Weihnachten?
Nicht traurig sein, Robert und Jörg. Kann ja mal passieren, das man nicht so gut drauf ist oder sich verhaspelt. Ich finde die Kritik nicht so gut, auch wenn ich es auch nicht so dolle fand, irgendwie langweilig halt. Macht aber nix, nächste Mal wird bestimmt besser. Jule
Höchststrafe - Basic beschenkt Bollmann
Ein neues Talkformat – online zudem. Evangelisch.de, das News- und Communityportal, setzt auf Innovation. Und lässt den eigenen Direktor vor die Kamera. Was würde man erwarten? Nur das Beste. Denn Jörg Bollmann, Medienprofi, gestählt in der Fussballberichterstattung, langjähriger Leiter der Dudelwelle NDR 2 und seit einiger Zeit Direktor des EKD-Medienhauses, müsste wissen, wie es geht.
Leider floppt die erste Sendung total. Es soll um Weihnachten gehen. Es soll einen interessanten Talk geben zwischen einem evangelischen Christen – Bollmann und einem Atheisten – Robert Basic. Basic und Bollmann scheinen sich sympatisch zu sein. Das ist prima. Aber es ist nicht wirklich originell. Dass Bollmann tatsächlich einen Atheisten getroffen hat, der sich traut, mit ihm zu sprechen. Kaum beeindruckend. Dass er das aber selbst für eine Höchststrafe hält, ist irgendwie prophetisch. Bollmann antizipiert, was der Zuschauer erst noch ertragen muss.
Jetzt könnte ein Talk zwischen einem Atheisten und einem Christen durchaus spannend verlaufen. Aber: Basic ist nur nett und findet Weihnachten schön, „klitzklein viel sogar“. Dann ist Bollmann dran. Man merkt es ihm richtig an, wie er ansetzt zum Sprung, um sein Bekenntnis abzulegen. Aber Bollmann bemüht sich gar nicht darum Basic den Sinn von Weihnachten zu erklären. Er lässt zwei vorbereitete floskelbeladene Sätze vom Stapel und das war’s. „Weihnachten, das bedeutet die Geburt Jesu Christi und das ist für uns einfach Hoffnung, das ist für uns Liebe.“ Okay. Und Basic stellt klar, dass auch Atheisten eine Seele haben und Wärme zeigen und empfangen können. Okay. Dann geht es ein bisschen ums Schenken und mehr und mehr wird aus dem Talk ein Interview. Bollmann fragt, Basic antwortet. Bollmann bittet um Absolution und freut sich über Basic’ Bestätigung. Vollends abstrus wird es, als Bollmann nachfragt, wie man denen helfen könne, die zu alleine sind, um etwas verschenken zu können. Wie die vielleicht Freude finden können. (Überhaupt ist vielleicht das vielleicht häufigste Wort in den 9 Minuten Video.) Basic hat die Idee, dann könnten diese Menschen ja bei anderen klingeln, bei Nachbarn eben oder mal im Internet nachschauen, wo es Leute gibt, die gerne besucht werden wollen. Weil ja nicht jeder von einem Bettler beschenkt werden will. Und Bollmann sagt nur Ja. Und vor allem die vor Trauer zittern, die könnten ja vielleicht mal anrufen bei Nachbarn, meint Basic – „hey wir sind zwar eine Familie, aber wenn jemand Lust hat...“ Und Bollmann pflichtet bei, dass da doch gar nichts dagegen spreche. Und hat selbst noch eine Idee: „Wer sich Weihnachten auf unserer Plattform einfinden möchte oder so, der soll das gerne tun“. Sehr einladend. Wer wirklich arm ist oder in Trauer, der muss sich von diesen beiden verhonepipelt vorkommen. Zum Schluss hat Atheist Basic sogar noch ein besonderes Geschenk für Bollmann: Er ist der Meinung, dass evangelisch.de nicht schaden kann. Da strahlt der GEP-Direktor und findet es „wirklich spannend“, dass Basic dermaßen Werbung für Bollmanns Internetseite macht.
Man darf ihm nicht böse sein. Bollmann ist zwar evangelischer Christ und trägt 365 Tage im Jahr Weihnachten im Herzen, aber seine Berufung ist ganz offensichtlich nicht der Platz vor der Kamera, schon gar nicht, wenn er den christlichen Glauben vertreten will. Theologischen Tiefgang darf man vom ihm nicht erwarten, vermutlich hat seine Frau, eine Religionslehrerin, noch einen Crashkurs mit ihm gemacht. Nachdem Christof Vetter, Leiter des evangelischen Medienhauses in Hannover, auch mit einem Talkformat grandios gescheitert ist („12 Tage 12 Orte“), er versucht seine Landesbischöfin ins rechte Licht zu setzen, was die aber nun gar nicht mehr brauchte, begibt sich ein weiterer Medienmacher aufs Glatteis und floppt. Müsste man dem Journalisten Bollmann für’s nächste Mal den Unterschied zwischen einem Talk und einem Interview erklären? Müsste er das nächste Mal besser vorbereitet sein? Müsste er nicht kontroverser sein, interveniert bei absurden Antworten, statt immer wieder um Hilfe und Bestätigung bei Basic zu suchen? Besser als Bollmann kommt Basic weg. Er formuliert vorsichtig Konsumkritik, wünscht sich mehr Nächstenliebe zum Fest und bringt den klugen Gedanken ein, dass es doch erst mal im Herzen Weihnachten werden müsse.
Sollte man nachsichtiger, ja barmherziger sein mit diesem Talkformat und seinen Protagonisten? Sollte man geduldiger sein? Wahrscheinlich. Aber doch ist dieser Flop symptomatisch für manche der Medienprojekte der evangelischen Kirche. Von einer PR-getriebenen fragwürdigen Twitterbibel über die schlecht gemachten Comicvideos e-wie-evangelisch, in denen Schmalspurreligion verkauft wird, bis hin zu bollmann et basic zieht sich eine Spur. Muss in einem 9-Minuten-Parcoursritt alles, was so landläufig zu Weihnachten gehört, oberflächlich erörtert werden? Nein, auch das erwartet niemand von der evangelischen Kirche und ihrer Publizistik. Manchmal möchte man da einfach nur verzweifeln. Es ist fast zum Katholischwerden.
Der Appell muss lauten: Schuster bleib bei deinen Leisten. Das gilt für Bollmann, der nach allem, was man hört, in Managemententscheidungen bisher eine glückliche Hand gehabt hat. Muss ein GEP-Direktor auch noch Internet-Talker sein? Nein. Es gilt auch für die evangelische Publizistik – wir müssen wieder weg vom seichten und sinnlosen Infotainment hin zu glaubwürdigen und seriösen Angeboten. Man muss nicht überall mitmachen, man muss nicht zu allem etwas sagen, man muss nicht alles machen. Dabeisein ist nicht alles. Vor allem dann nicht, wenn man es nicht gut macht.
Zum Schluss noch ein (gut gemeinter) Hinweis: Wer noch nicht weiß, wohin an Heiligabend, der kann sich von Bollmann und Basic einladen lassen. Die sind sich nämlich einig: „Hey wir sind zwar eine Familie aber wenn jemand Lust hat, ruft doch vorher an und lasst uns miteinander reden und vielleicht kannst du dann vorbeikommen an Heiligabend, warum denn nicht?“ Bollmann wohnt in Bad Homburg und Basic in Usingen.
RE: Höchststrafe - Basic beschenkt Bollmann
Evangelisch.de lädt alle Nutzer ein, Kritik offen und ehrlich zu äußern. Wir tun das, weil wir als evangelische Christen stets auch eine demokratische Haltung haben. Verschiedene Meinungen sollen bei uns eine Plattform haben. Wir sehen uns nicht als publizistisches Format einer Kirche von oben, sondern einer Kirche von unten. Voraussetzung dafür, dass unser Modell einer offenen Plattform funktioniert, ist, dass nicht nur bestimmte demokratische, sondern auch ethische Grundsätze eingehalten werden. Dieser Kommentar tut dies meiner Meinung nach nicht. Er ist weder offen noch ehrlich.
Er ist nicht offen, weil der Nutzer sich in der Anonymität versteckt. Anders als Herr Bollmann, der mit seinem Gesicht vor der Kamera für seine Meinung und seinen Glauben einsteht. Selbst wenn einem das Format bollmann [et] basic inhaltlich nicht gefällt, so finde ich persönlich doch die Offenheit, in der die beiden über Fragen reden, die sehr persönliche Bereiche tangieren, bewundernswert. Umso bewundernswerter, weil beide sich in das Schaufenster der Öffentlichkeit gestellt haben, obwohl sie sich bewusst waren, dass sie scharf kritisiert würden. Als Redakteur von evangelisch.de möchte ich dazu noch anmerken, dass wir Herrn Bollmann überreden mussten, sich für das Format zur Verfügung zu stellen. Ich finde gut, dass er das getan hat.
Noch unangenehmer an dem Kommentar ist die fehlende Ehrlichkeit. Es geht dem Kritiker offensichtlich nicht wirklich um die Sendung bollmann[et]basic. Diese wird nur als Anlass dazu missbraucht, mit der evangelischen Medienarbeit generell abzurechnen. Welche Motive dahinterstehen, kann der Leser bestenfalls erahnen. Fehlende Offenheit ist auch hier das Problem.
Dass der Kritiker Herrn Bollmann persönlich kennt, wird aus dem Kommentar deutlich, schließlich werden Details aus dem persönlichen Leben erwähnt (Wohnort, Beruf der Ehefrau). Allein dies disqualifiziert den Kommentar. Schlechter Stil ist noch eine milde Formulierung dafür, dass jemand auf den Ehepartner dessen zielt, den er eigentlich treffen will. Auch die Kritik an Christof Vetter ist hier deplatziert.
Dennoch will evangelisch.de sich einer Diskussion nicht verschließen. Aber was wirft der Kritiker bollmann[et]basic eigentlich vor? Fehlenden theologischen Tiefgang? Vielleicht hat der Kritiker das Format nicht verstanden. Es geht eben nicht um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit theologischen Fragen. Es geht um die Auseinandersetzung zwischen einem Christen und einem Atheisten, eine Begegnung also, wie sie in unserer Gesellschaft alltäglich ist.
Das Format regt dazu an, sich mit Fragen des Glaubens und des gesellschaftlichen Miteinanders auseinanderzusetzen. Dazu werden die Nutzer von evangelisch.de, die in der Regel auch kein Theologiestudium absolviert haben, dort abgeholt, wo sie selbst stehen. Gerade das macht das Format glaubwürdig und seriös. Es gibt keine Diskussion im Elfenbeinturm. Es gibt eine Diskussion, die die Mehrheit der rund 25 Millionen Protestanten in Deutschland nachvollziehen kann. Bollmann und Basic haben einen Standpunkt und einen ethischen Kompass, den ich persönlich – selbst bei dem Atheisten Basic – als gelebten Protestantismus wahrnehme.
Natürlich gibt es bei einem neuen Format hier und da noch Stellschrauben, an denen gedreht werden muss und kann. Es könnte hier und da noch kontroverser zugehen, und vielleicht können beide ihr Profil noch schärfen. Eine faire und sachliche Medienkritik gibt Formaten allerdings auch Zeit, sich zu entwickeln. Dass Bollmann und Basic TV-Laien sind, mag dabei auch in Zukunft Anlass zur Kritik sein. Eine seriöse und sachliche Medienkritik übersieht aber nicht, dass dies dem Format auch Authentizität verleiht.
In einem hat der Schreiber des Kommentars recht: Man muss nicht zu allem etwas sagen. Man kann auch schweigen, sich seinen Teil denken und akzeptieren, dass andere Menschen sich von Formaten angesprochen fühlen, die einem selbst nicht zusagen. Wenn man aber redet, muss man sich an Spielregeln halten. Offenheit und Ehrlichkeit gehören dazu. Und, dass man in der Lage ist, Meinungen und Standpunkte eines anderen zu akzeptieren, ohne die Person – oder gar dessen Angehörige! – abzuqualifizieren.
Man muss nicht alles machen, aber bei bestimmten Entwicklungen in unserer Gesellschaft, unter anderem auch was den Umgang der Menschen miteinander angeht, ist Nichtstun keine Option.
RE: bollmann[et]basic: Was bedeutet Weihnachten?
Vielen Dank, lieber Daniel. Es hat Spaß gemacht, mit Robert zu diskutieren. Und - soviel darf ich schon verraten - in den kommenden Folgen werden wir uns ein wenig mehr streiten.
Eine gesegnete Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr wünsche ich Dir und natürlich auch allen Anderen, die uns auf evangelisch.de besuchen.
Jörg Bollmann
RE: RE: bollmann[et]basic: Was bedeutet Weihnachten?
Ein bisschen mehr Streiten tut den kommenden Folgen auch sicher gut - ansonsten denken manche noch, Christ = Atheist ;) Spaß beiseite: So lange "Streit" auf einer lockeren, sachlichen und vielleicht auch humorvollen - aber vor allem respektvollen - Ebene geschieht, ist er ja prinzipiell auch vorteilhaft, hilf- und lehrreich.
Auch Ihnen, Herr Bollmann, wünsche ich eine gesegnete Weihnachtszeit ebenso wie Robert Basic und allen anderen Lesern, Zuschauern und "Kommentatoren" hier :)
Die "Langform" findet ihr im AUGEN|blick-Blog: http://www.evangelisch.de/themen/blogs/augenblick/2009/12/24/frohe-weihnachten-und-noch-viel-mehr
Daniel
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RE: bollmann[et]basic: Was bedeutet Weihnachten?
Sehr cool, war richtig unterhaltsam anzuschauen. Vor allem finde ich es schön, wie friedlich die Diskussion ablief und dass deutlich zu sehen war: Christen und Atheisten haben auch viele Gemeinsamkeiten - mehr als man auf den ersten Blick denkt.
Weiter so, ich bin schon auf die nächste Folge gespannt. Und bis dahin wünsche ich auch euch, Jörg Bollmann und Robert Basic, Frohe und gesegnete Weihnachten.
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