Missbrauch: "Die Opfer werden mit keinem Wort erwähnt"

Die Opfer wollen endliche wahrgenommen werden.

Opfer von Gewalt und Missbrauch fordern vor allem eines: von den Kirchen wahrgenommen zu werden. Foto: iStockphoto

Gastbeitrag - Lässt die Kirche die Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch allein? Selbst wo nicht Vertuschung an der Tagesordnung ist, drängt sich manchmal der Eindruck auf, dass sich die Institutionen mehr um die Täter kümmern als um deren Opfer. Die Lehrerin Erika Kerstner berät und betreut aus eigenen Erfahrungen heraus Betroffene. Dies sind ihre Forderungen an die Kirchen.

Von Erika Kerstner

Zwei Themen sind für Gewaltüberlebende von existenzieller Bedeutung: Sie suchen nach Sinn, und sie brauchen die Solidarität anderer Menschen. Wir haben uns immer wieder gefreut, wenn wir die Unterstützung von Menschen in den beiden Großkirchen erfahren durften. Zugleich waren wir oft erschrocken darüber, wie selten es möglich war, Christinnen und Christen zu finden, die ein offenes Ohr für Gewaltopfer haben.

Seit Beginn des Jahres 2010 beobachten wir mit Interesse und Hoffnung, dass – ausgehend vom Canisius-Kolleg der Jesuiten in Berlin – ein neuer Umgangsstil mit Gewaltopfern praktiziert wird. Es scheint möglich zu werden, dass Gewaltopfern zugehört wird. Das hat uns ermutigt, einmal zu formulieren, was wir von den Kirchen brauchen.

1. Gewalt gegen Schwächere sehen – hier, bei uns

Bislang nimmt die Kirche sehr aufmerksam wahr, dass überall auf der Welt Gewalt gegen die Schwächsten der Gesellschaft an der Tagesordnung ist. Es fällt ihr jedoch schwer zu erkennen, dass Gewalt gegen Frauen, Jungen und Mädchen auch in Deutschland, sogar in den Kirchen und mitten in den Gemeinden geschieht.

Jeder von uns kennt Gewaltopfer, ohne sich in der Regel darüber klar zu sein, denn Gewaltopfer tragen kein Etikett auf der Stirn, das sie kenntlich machen könnte. Sie erzählen auch nicht von ihren Erfahrungen, weil sie wissen, dass es die Opfer sind, denen ein Imageschaden droht, wenn sie sich zu erkennen geben. Kirchenleute sollten bedenken, dass sie es häufig in ihrem seelsorglichen Handeln mit Gewaltopfern zu tun haben, die sich nicht als solche zu erkennen geben, deren oft gesamtes Leben aber stark durch die erlittene Menschengewalt geprägt ist.

2. Sich über Traumafolgen informieren

Weitgehend unbekannt ist, dass 60 % aller Menschen, die Gewalt durch Menschen erlebten, unter langfristigen, mitunter lebenslänglichen Traumafolgen zu leiden haben. Bei Vergewaltigung und Missbrauch in der Kindheit ist die Zahl derer, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, noch höher. Die Öffentlichkeit wundert sich immer wieder, warum Menschen manchmal erst nach Jahrzehnten in der Lage sind, über die in jungen Jahren erlittene Gewalt zu sprechen. Viele wissen auch nicht, dass traumatische Erfahrungen nicht selten einer Amnesie unterliegen; das Gedächtnis blendet die Erinnerung aus, um die Seele zu schützen.

Zu den bedrückendsten Folgen von Menschengewalt gehört der Verlust des Vertrauens – in sich selbst, in die Welt, in Gott. Die amerikanische Psychiaterin Judith Hermann fasst zusammen: "Traumatische Ereignisse erschüttern zwischenmenschliche Beziehungen in den Grundfesten. Sie zersetzen die Bindungen an Familie, Freunde, Partner und Nachbarn, sie zerstören das Selbstbild, das im Verhältnis zu anderen entsteht und aufrechterhalten wird. Sie untergraben das Wertesystem, das der menschlichen Erfahrung Sinn verleiht. Sie unterminieren das Vertrauen des Opfers in eine natürliche oder göttliche Ordnung und stoßen es in eine existenzielle Krise."

Hermann weiter: "Im Augenblick der Angst wenden sich die Opfer spontan an die Quelle, die ihnen zuerst Trost und Schutz bot. Verwundete Soldaten und vergewaltigte Frauen schreien nach ihren Müttern oder nach Gott. Bleibt dieser Schrei unbeantwortet, ist das Urvertrauen zerstört. Traumatisierte fühlen sich extrem verlassen, allein und ausgestoßen aus dem lebenserhaltenden Rahmen von menschlicher und göttlicher Fürsorge und Schutz." Hinzu kommt, dass Opfer nicht selten zum Schweigen gebracht wurden.

Es ist unabdingbar, dass sich Kirchenleute über Gewalt und Gewaltfolgen informieren, damit es ihnen möglich wird, angemessen mit den Opfern umzugehen.

3. "Opfermythen" nicht übernehmen

Zum Schweigen gebracht werden Opfer auch durch Mythen über Gewalt. Davon gibt es eine Fülle. Sie haben Sinn, denn sie helfen Menschen, das Gefühl aufrecht zu erhalten, dass sie selbst nicht Gefahr laufen, Opfer von Gewalt zu werden. Was für Nichtbetroffene Sicherheit ist, ist für die Opfer aber eine zusätzliche Last: Ihnen wird vorgeworfen, sie hätten etwas falsch gemacht. Wenn die Ursache der Gewalt nämlich beim Opfer liegt, kann jeder sich anders als das Opfer verhalten und ist somit nicht in Gefahr.

Die Opfermythen signalisieren dem Opfer, es sei nicht integer, selber schuld, moralisch minderwertig. Wer ein solches Ansehen hat, tut gut daran zu schweigen. Häufige Opfer-Beschuldigungen, die oft zugleich Täter-Entschuldigungen sind:

  • "Opfer erkranken psychosomatisch, weil sie nicht vergeben wollen." Unterschlagen wird, dass psychosomatische Erkrankungen eine Folge der Gewalt sind. Die Schuld wird also beim Opfer gesucht – nicht beim Täter.
     
  • "Täter sind bemitleidenswert, denn sie waren früher doch auch Opfer." Übersehen wird, dass es viele Gewaltopfer gibt, die keine Täter werden – sonst wären nicht etwa 96 % der verurteilten Gewalttäter Männer. Nebenbei wird die Verantwortung der Täter für ihr Handeln geleugnet.
     
  • "Opfer sind irgendwie zugleich Täterinnen." Oder: "Wir sind doch alle Sünder." Das Standardargument all jener, die die Unterschiede zwischen Tätern und Opfern gern verwischen wollen.
     
  • "Opfer sind aufgrund ihrer Gewalterfahrung irgendwie unzurechnungsfähig und können – zur Schonung der Opfer! – in keinem Fall am Gespräch über Gewalt beteiligt werden" – eine besonders subtile Art der Diskriminierung.

Kirchenleute müssen lernen, die Funktion von Opfermythen zu verstehen und ihnen die Realität entgegensetzen.

4. Den Opfern zuhören und für sie eintreten

Ursula Raue, Missbrauchsbeauftragte des Jesuiten-Ordens, äußerte sich im Februar 2010 überrascht darüber, dass in den Akten zwar die Täter auftauchen, die Opfer jedoch mit keinem Wort erwähnt werden. Das ist üblich. In jeder Diskussion richtet sich der Fokus innerhalb kürzester Zeit vom Opfer weg auf den Täter hin.

Bislang war es so, dass Täter mit dem Mitgefühl der Kirche und ihrem Schutz rechnen konnten. Kirchenleute wiesen auf das schwere Schicksal des Täters hin und seine Suizidgefährdung im Fall einer Anzeige. Sie sprachen vom "sozialen Tod" des Täters, machten sich Gedanken darüber, dass der Täter als Kind sexuell missbraucht wurde. Das Mitgefühl gehörte den Tätern. Opfer kamen als Menschen in den Blick, die dem Ansehen der Institution Kirche schaden.

Es ist notwendig, die Perspektive der Bibel einzunehmen, und das ist die Perspektive der Opfer. Diese Perspektive ist nicht eine von vielen möglichen Sichtweisen; sie ist die einzige, die sich auf Gott und auf Jesus berufen kann. Nur eine Kirche, die sich mit den Ausgestoßenen und den unschuldig Leidenden solidarisiert, kann für sich in Anspruch nehmen, Kirche Jesu Christi zu sein.

Wer den christlichen Gott als einen "Gott der Opfer" verkünden will, muss lernen, dass nicht länger über Opfer gesprochen werden darf, sondern mit ihnen. Nur so ist vermeidbar, dass Opfer erneut zu Objekten degradiert werden – diesmal zu Objekten christlichen Handelns.

5. Mit Vergebungsforderungen an Opfer vorsichtig umgehen

Es ist im kirchlichen Raum üblich, von Gewaltopfern zu erwarten, sie müssten denen, die an ihnen Verbrechen begangen haben, vergeben. Diese Forderung wird oft erhoben, bevor die Gewaltopfer ihr Leid ermessen oder gar mitteilen konnten. Immer wieder wird Opfern gesagt, auch Jesus habe am Kreuz seinen Henkern verziehen. Mitnichten hat er das getan: Er hat seinen Vater im Himmel gebeten, seinen Mördern zu verzeihen. Das ist ein Unterschied. Es gibt Verletzungen von Menschen, die manchmal erst vor Gott vergeben werden können. Johann Baptist Metz beschreibt den Sachverhalt zutreffend: "Die die biblischen Traditionen beunruhigende Frage nach der Gerechtigkeit für die unschuldig Leidenden wurde allzu schnell verwandelt und umgesprochen in die Frage nach der Erlösung der Schuldigen."

Ich würde mir von Kirchenleuten wünschen, dass sie ihre Psalmen lesen lernen als Gebete von Menschen, die in ihrer Not nur noch schreien können. Dort werden die Opfer nicht zum Schweigen gebracht. Heilsam wäre, wenn Kirchenleute im Umgang mit Gewaltopfern ehrlichen Herzens den Respekt aufbringen könnten, den die Psalmen den Opfern von Menschen entgegenbringen.

6. Den Opfern Heimat anbieten

Gewaltopfer werden noch immer als "die anderen" angesehen, die nicht zugehörig sind. Die Kirche sollte ihnen die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Christinnen und Christen anbieten. Zu den am schwersten aushaltbaren Gewaltfolgen gehören der Verlust an Vertrauen und der Verlust an "Heimat auf Erden". Wenn Christinnen und Christen helfen, das in der Gewalt zerstörte Vertrauen wieder aufbauen zu helfen und Gewaltopfern in der Kirche eine Heimat anzubieten, dann ist das heilsam für die Gewaltüberlebenden – und bereichernd für die Kirche.


Die Grund- und Hauptschullehrerin Erika Kerstner betreibt die Internetseite www.gottes-suche.de zu Fragen des Glaubens nach Gewalterfahrungen.

 

Kommentare

Verfasst von Gast am 19. März 2010 - 17:43.

Beeindruckend

Ein beeindruckender Artikel, den ich im Oberstufenunterricht verwenden werde....

Ein beeindruckender Artikel, den ich im Oberstufenunterricht verwenden werde.
Eigentlich sind die Dinge doch für jeden und jede nachvollziehbar, blickt man nur wirklich auf die Menschen. Das Entsetzliche in der Entwicklung unserer evang. Kirche seit dort Kirchenreformen von oben her ausgetrommelt sind, ist die Priorität eines institutionellen Imagedenkens. Die Regeln der Public Relations-Branche dominieren Menschlichkeit und Evangelium.

Verfasst von Gottesgeschenk am 15. März 2010 - 21:06.

Ich bin mir nicht sicher, wie

Ich bin mir nicht sicher, wie sehr das wirklich stimmt. (Ich beziehe mich auf...

Ich bin mir nicht sicher, wie sehr das wirklich stimmt. (Ich beziehe mich auf meine landeskirchlichen Erfahrungen). Ich glaube, sexueller Missbrauch etc ist in unserer Gesellschaft generell ein Problem. Wenn ich sehe, welche Witze zB Nichtchristen jetzt darum reißen, wird mir um einiges übler, v.a. da ich eher gute Erfahrungen diesbezüglich mit der Kirche gemacht habe. Insgesamt in unserer Gesellschaft muss da noch viel mehr getan werden und natürlich auch in der Kirche. Trotzdem: Ich sehe in der (evangelischen) Kirche da schon fast mehr Fortschritte als anderswo.

Mehr als alles behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens. (Sprüche4,23)
http://gottesgeschenk.wordpress.com/

Verfasst von Wilhelm Drühe am 15. März 2010 - 17:01.

Die Opfer des Missbrauchs

Gut, dass Frau Kestner sich gemeldet hat! Die Perspektive der jugendlichen...

Gut, dass Frau Kestner sich gemeldet hat! Die Perspektive der jugendlichen Opfer ist fast schon aus dem Blickfeld geraten. Ich habe drei Stufen der Entwicklung beobachtet: 1) Es fing an mit den Tätern - daraus konnte man ja etwas machen! Wie haben sie sich an Kindern und Jugendlichen vergangen, um ihre Lust zu befriedigen? Was ist geschehen? Wenigstens in Andeutungen ... 2) Dann die Opfer. Plötzlich tauchte die These auf, man müsste die Opfer schützen. Sie wollten angeblich nicht, dass in die Öffentlichkeit kommt, was ihnen angetan wurde, solle keine Anzeige erfolgt - das wurde behauptet von denen, die eigentlich nur die Täter schützen wollten - oder? 3) Jetzt Stufe drei und sie wird immer wichtiger: Schutz der Institutionen, in dene die Täter gewirkt haben. Man spricht schon vom "Kolleteralschaden". Und der Missbrauch wird schon neu definiert als das Ergebnis eines Missverständnisses - so: Er wollte überhaupt nicht missbrauchen, sondern nur bei Schmerzen durch Massage Linderung verschaffen. - In der nächsten Zeit werden wir erleben, dass die dritte Stufe zunimmt - und die zweite in den Hintergrund tritt. Der Fackelzug für einen zurückgetretenen Ordenspriester ist ein Alarmzeichen.

Verfasst von Gast am 17. März 2010 - 18:29.
Kommentar auf: Die Opfer des Missbrauchs

Rückmeldung

Sehr geehrter Herr Drühe! Ich wünschte, Sie hätten Unrecht - und ich fürchte,...

Sehr geehrter Herr Drühe!

Ich wünschte, Sie hätten Unrecht - und ich fürchte, Sie werden Recht behalten. Im Sommer 2008 hat der Koordinator des Weltjugendtages, Bischof Anthony Fisher den Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester vorgeworfen, durch das "Festhalten an alten Wunden" würden sie die gute Stimmung des Weltjugendtags zu stören. Der Bischof musste sich entschuldigen. Aber er hat in schöner Offenheit formuliert, was so mancher hinter den Kulissen wirklich denkt.
Dennoch möchte ich hoffen, dass die derzeitige Offenlegung zu einer Umkehr der Kirche zu den Opfern genutzt wird.
Liebe Grüße!
Erika Kerstner

Verfasst von Lorenz am 15. März 2010 - 14:22.

Mißbrauch in Opferperspektive

Besonders in der katholischen Kirche, aber auch in evangelischen oder...

Besonders in der katholischen Kirche, aber auch in evangelischen oder weltlichen Kirchen, kommt sexueller Mißbrauch vor. Relativ leicht fällt es den Kirchen, auf das Verhalten ihrer Mitarbeiter einzugehen, wenn der Fall strafrechtlich verjährt ist. Dann müssen kaum Folgen gezogen werden.

Die Lehrerin Erika Kerstner tadelt mit Recht, dass die Opfer nur am Rande erwähnt werden. Jesus hat sich immer ganz auf die Seite der Opfer gestellt. Es ist zwar eine ungenaue Formulierung, wenn ein Opfer behauptet, seine Seele sei getötet worden. Wahr ist aber, dass das Erlebte aus Schutzgründen oft verdrängt wird, aber dennoch das Vertrauen zu Gott und Mitmensch tief gestört ist und auch das Selbstvertrauen. Solche Schäden sind keine hinnehmbaren "Kollateralschäden", die als unvermeidbar übersehen werden dürften. Die Kirche sollte sowohl die Ursachen bekämpfen, soweit sie selbst daran beteiligt ist, wie auch die immateriellen Schäden der Opfer auszugleichen versuchen.

Verfasst von Gottesgeschenk am 15. März 2010 - 20:54.

Wenn wir von DER Kirche

Wenn wir von DER Kirche sprechen, sollten wir jedoch immer nicht vergessen,...

Wenn wir von DER Kirche sprechen, sollten wir jedoch immer nicht vergessen, dass WIR Kirche sind...

Mehr als alles behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens. (Sprüche4,23)
http://gottesgeschenk.wordpress.com/

Verfasst von Gast am 15. März 2010 - 15:10.

Opfer- und Täterrollen

[...]ungenaue Formulierung!? Was sind denn weltliche Kirchen? Oder meinen Sie...

[...]ungenaue Formulierung!?
Was sind denn weltliche Kirchen? Oder meinen Sie weltliche (staatliche) Schulen, Internate oder Heime?

Verfasst von Paula am 15. März 2010 - 18:56.
Kommentar auf: Opfer- und Täterrollen

Über diesen Artikel bin ich

Über diesen Artikel bin ich unsagbar froh. Ich werde ihn ausdrucken und...

Über diesen Artikel bin ich unsagbar froh. Ich werde ihn ausdrucken und mir an den Spiegel hängen. Auch ich wurde Opfer von Christen, zwar nicht durch sexuelle Übergriffe, aber durch Verfolgung, Verleumdung etc.Vor allem die Verleumdung hatte weitreichende Konsequenzen. Mir wurde immer wieder gesagt, ich müßte vergeben, mein Seelenheil würde davon abhängen. Auch die Frau eines Pastors, von der ich Verstehen erhoffte, riet mir allein zur Vergebung. Mein Einwand, ich könnte es nicht, ich kann aber Gott darum bitten im Sinne von Jesus: Vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun, fand keinen Anklang Ich wurde mit diesem Ansinnen abgeschmettert.Ich sollte vergeben. So stand ich allein und voller Scham und Unsicherheit. Das Ganze begann in einem christlichen forum, in dem ich dann später um Aufklärung bat. Sie wurde mir nicht gewährt. Die Täter wurden geschützt, nicht das Opfer.

Danke für diesen Artikel

Verfasst von Gast am 17. März 2010 - 18:31.

Danke

Liebe Paula! Einfach nur Danke für Ihre Zeilen. Es freut mich, wenn Ihnen der...

Liebe Paula!
Einfach nur Danke für Ihre Zeilen. Es freut mich, wenn Ihnen der Beitrag eine Hilfe ist!
Liebe Grüße!
Erika Kerstner

Verfasst von Gast am 16. März 2010 - 13:20.

Missbrauch

Wenn wir von Missbrauch reden sollten wir die Taten nicht eingrenzen. Nicht in...

Wenn wir von Missbrauch reden sollten wir die Taten nicht eingrenzen. Nicht in evangelische oder katholische, nicht in Internate oder Schulen.
Missbrauch findet überall statt und die Opfer haben die gleichen Probleme.

Die Verantwortung liegt nicht bei einer Institution sondern bei uns. Wir sehen weg, wir zeigen mit Fingern auf die Opfer, wir nehmen sie nicht in den Arm.

Verfasst von D´Anke am 16. März 2010 - 14:37.
Kommentar auf: Missbrauch

Missbrauch! Zitat: ".....wir nehmen sie nicht in den Arm."

Ja, lieber Gast, das tut Not. Die "Umarmung"  (auch im...

Ja, lieber Gast,

das tut Not. Die "Umarmung"  (auch im bildlichen Sinne gemeint, durch ein gutes heilsames Wort oder eine Geste, durch gesunde Nähe, Gebet, durch Begegnung die  frei ist von den kranken sexgeilen Gedanken - eben den falschen Täterabsichten)

Und ich denke ich fange jetzt damit an. Nehme mich selbst  "in den Arm", wenn ich mir meine Geschichte ansehe (die leider eine der Opfergeschichten ist) und ich fange an Menschen in den Arm zu nehmen....denn es kann immer einer dabei sein, der ähnliches erlebt hat.....und da es jedem gut tut in den Arm genommen zu werden dann und wann, wird auch keine Unterschied aufgebaut im Sinne von: "Das ist ein Opfer, der braucht das besonders...."

Alle Menschen brauchen Zuwendung.

Ich als eines der leider viel zu zahlreichen Opfer von Gewalt und sexuellen Mißbrauch kann nur sagen:

Mir tut es gut zu hören:  "Du kannst nichts dafür!"  Ich glaube damit bin ich nicht die Einzige.

Also,  fühl Dich wohltuend umarmt Gast und die und der es sonst noch liest.

 

 

Mit segensreichen & hoffnungsfrohen Grüßen
Anke Mörsch

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