Fotografie - Sie leben von Hartz IV, und jeder trägt sein eigenes Schicksal. Der Fotograf Jakob Börner lässt die Menschen selbst sprechen und zeigt mit seinen Bildern, wie sie ihren Alltag bestehen. Er hat als Diplomarbeit eine Fotogalerie geschaffen, die evangelisch.de in Teilen dokumentiert.
Für die Fotoarbeit "Grund Sicherung" hat Börner 2007/08 vor einem Arbeitsamt in Hamburg einfach Menschen angesprochen und gefragt, ob er sie interviewen und fotografieren darf. Diejenigen, die einwilligten, hat er in ihrer Wohnung besucht, dort interviewt und portraitiert. Die Reaktion der angesprochenen Leute war geteilt, nicht jeder Angesprochenen machte mit, erzählt Börner: "Insgesamt kann jedoch gesagt werden, dass die Bereitschaft sehr hoch war." Am Ende hatte er 18 Portraits und fast ebenso viele Interviews, dazu kamen 38 Detail-Aufnahmen von der Einrichtung der Wohnungen. Evangelisch.de dokumentiert einige der Portraits mit Interviews in einer Fotogalerie. Es lohnt sich, die aufgenommenen Interviews mal durchzuhören - die Menschen, die mit Hartz IV leben müssen oder mussten, gewähren darin vielfältige Einblicke in ihr Alltagsleben und die Hürden, die das ständige Leben mit dem Amt aufbaut.
"Die Motivation, die Arbeit zu Realisieren, entstand aus einer Fotoarbeit, die ich zum Thema Obdachlosigkeit und Suppenküchen aufnehmen wollte", sagt Börner über seine Diplomarbeit. "Im Laufe des Projektes war für mich interessant festzuhalten und wichtig zu zeigen, wie unterschiedlich die Menschen sind, die Hartz IV empfangen."




Kommentare
Interviews "Grund Sicherung"
Ich kann meinem Vorkommentator nur zustimmen.
Leider fehlen die letzten beiden Interviews, deren Überschriften "Mehr" erwarten lassen.
Auch ist die Auswahl der Interviewten zu homogen, alle jung, sehr gebildet und mit geringen Lebenserfahrungen. Eine Unterschiedlichkeit der Protagonisten ( ausser Kind haben oder nicht) ist leider nicht auszumachen. Wo sind die Interviews mit Menschen, die schon einen großen Teil Ihres Lebens mit Erwerbsarbeit verbracht haben, wenn doch die Bereitschaft sehr hoch war ?
Trotz allem finde ich das Engament von Herrn Börner lobenswert und hoffe das wie er viele junge Menschen sich weiterhin mit unserer Gesellschaft auseinandersetzten und ihren Beitrag dazu leisten.
B.Piwon
Große Betroffenheit will da bei mir nicht aufkommen...
...wenn ich mir so die Interviews anhöre. Da berichten Harz IV-Empfänger, man könne von der Stütze "ganz gut leben", es sei "ein nettes Taschengeld" und wer die mit Hartz IV verbundene "Gelegenheit" nicht nutze, seine "Freizeit zu genießen", der mache wohl irgend etwas falsch. Ich bin mir nicht sicher, welches Bild der Beitrag eigentlich vermitteln soll - da hätte es doch auch andere Beispiele gegeben...
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