EKD-Ratsvorsitzender will Truppen bald besuchen

EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider

Der EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider kündigt noch für dieses Jahr einen Besuch der Bundeswehr-Soldaten am Hindukusch in Afghanistan an. Foto: dpa / Tobias Hase

Besuch - Nikolaus Schneider, EKD-Ratsvorsitzender, hat bekräftigt, Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan zu besuchen. Er wolle dort "ein Gefühl für die Situation der Bundeswehr" entwickeln.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), Nikolaus Schneider, will noch in diesem Jahr die Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan besuchen. Er wolle dort "ein Gefühl für die Situation der Bundeswehr" entwickeln, sagte er dem Bremer "Weser-Kurier" (Mittwoch). Die entscheidende Frage aus Sicht der Kirche sei, welche Rolle die Soldaten in einer Lehre von einem gerechten Frieden spielen könnten. Auch Schneiders kürzlich zurückgetretene Vorgängerin Margot Käßmann hatte nach ihrer umstrittenen Kritik am Afghanistan-Einsatz einen Besuch bei den Truppen am Hindukusch angekündigt.

Robbe: Unhaltbare Zustände im Sanitätsdienst

Der scheidende Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe, forderte mehr gesellschaftlichen Rückhalt für deutsche Soldaten in Auslandseinsätzen. "Sie leiden ganz einfach darunter, dass sie zu wenig moralische Unterstützung durch ihre Mitbürger bekommen", sagte der SPD-Politiker der Zeitung "Die Welt" (Mittwoch). In Deutschland gebe es viel zu wenig Empathie für die Soldaten, die ja nicht freiwillig in die Auslandseinsätze gingen. "Wer seine Gesundheit und sein Leben für sein Land einsetzt, der darf Zuwendung und Solidarität erwarten, wie das in vielen anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit ist."

Der im Mai nach fünf Jahren ausscheidende Wehrbeauftragte hatte am Dienstag seinen letzten Jahresbericht vorgelegt. Darin prangerte er in ungewöhnlich scharfer Form Mängel bei der Bundeswehr an: etwa unhaltbare Zustände im Sanitätsdienst, fehlende gepanzerte Fahrzeuge und einen Mangel an Ausbildern. Stellenweise sei "unglaubliches Improvisationstalent" nötig, um die Defizite zu kompensieren.

dpa

Kommentare

Verfasst von Gast am 17. März 2010 - 12:25.

Nicht freiwiilig?

Kann mich mal jemand aufklären ? Bisher habe ich der Meinung vertraut (oder ist...

Kann mich mal jemand aufklären ? Bisher habe ich der Meinung vertraut (oder ist es nur Gerücht?), dass niemand zum Einsatz in Afghanistan gezwungen wird, dass es also nur Freiwillige seien (die dazu noch recht üppig besoldet werden). Was stimmt nun? Falls sie doch freiwillig dort unten sind, wäre das eine sehr populistische Äüßerung von Herrn Robbe.
Dass die Soldaten keinen Rückhalt in der Bevölkerung haben, stimmt ja wohl so auch nicht. (Oder wird ihnen das so erzählt). Nur der Krieg in Afghanistan hat keinen Rückhalt, wie sollte er auch, wenn den Sinn dieses Einsatzes niemand mehr richtig erklären kann. Mir tun die Soldaten einfach leid, die einer für mich nicht nachvollziehbaren Doktrin folgen (müssen?) und dann traumatisiert und völlig unterversorgt zurück kommen. das heißt auch, dass sie bei den entsendenden Stellen nicht mal Rückhalt haben. Da es kein Spontankrieg ist, sondern ein systematisch erzeugter, wäre es Pflicht der Bundesregierung gewesen, den Soldaten ihr Leben im Einsatz und danach so optimal wie möglich zu begleiten. Die Zeit seit dem 2.Weltkrieg ist ja noch nicht so lang, als dass man um Traumatisierungen von Soldaten nicht wissen möchte. Man frage nur mal die noch letzten Überlebenden!

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