Kommentar - Schulverweigerer haben in den USA "politisches Asyl" erhalten. Tatsächlich fügt die Schulpflicht in Deutschland einzelnen Eltern Unrecht zu. Dennoch muss sie bestehen bleiben.
"Politisches Asyl" hat nun ein Richter in den USA einem deutschen Ehepaar und dessen fünf Kindern gewährt. Die Eltern, die sich als evangelikale Christen bezeichnen, hatten sich geweigert, ihre Kinder auf eine deutsche Schule zu schicken und diese stattdessen zu Hause unterrichtet. Die USA scheinen immer noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein. Es ist schon bemerkenswert, dass man – verkürzt formuliert – in einem Land politisches Asyl erhalten kann, nur weil man den Biologieunterricht im Heimatstaat nicht mag. Oder, dass man Asyl erhält, weil man Gesetze übertritt, die - wie die Schulpflicht - nun nicht gerade die allgemeinen Menschenrechte verletzen.
Natürlich ist die allgemeine Schulpflicht in Deutschland nicht in allen Einzelfällen die optimale Lösung. Es ist durchaus möglich, dass ein Kind durch Heimunterricht nicht nur bessere Leistungen erbringt, weil es individueller und intensiver lernt, sondern auch seine persönliche Entwicklung problemloser verläuft. Kinder etwa, die in der Schule regelmäßig gemobbt und schikaniert werden, könnten durch Heimunterricht der "täglichen Hölle Klassenzimmer" entfliehen. Eltern, die ihre Kinder selbst unterrichten wollen, sind mitunter liebevoller und umsichtiger als solche, die ihre Kinder in die Schule schicken. Länder wie Österreich ermöglichen ihren Bürgern daher durchaus einen Heimunterricht, wobei jährlich getestet wird, ob die Kinder das Lehrziel der betreffenden Schulstufe entsprechend des Lehrplans erfüllen. Im Lehrplan ist dabei unter anderem Biologieunterricht inklusive der Evolutionstheorie vorgesehen.
Schulpflicht ist eine enorme integrative Kraft
Und dennoch ist die allgemeine Schulpflicht in Deutschland eine Errungenschaft, die nicht aufgegeben werden darf. Sie ist, dies nebenbei, auch eine protestantische Errungenschaft, die ihre Wurzeln in der Reformation und bei Martin Luther hat.
Es gibt zwei Hauptargumente für die Schulpflicht. Sie stellt erstens sicher, dass alle (!) Kinder und Jugendlichen in diesem Land gebildet werden und damit das Rüstzeug für ein eigenständiges Leben erhalten. Zweitens – und dies ist beinahe entscheidender – entfaltet die Schulpflicht eine ungeheure integrative Kraft. Sie stellt sicher, dass jedes Kind nicht nur mit dem Weltbild und Wertekanon des jeweils eigenen Umfeldes - insbesondere der Familie – vertraut gemacht wird, sondern auch mit den Werten, die der Grundkonsens und die Basis unserer Gesellschaft sind. Freiheit und Demokratie gehören dazu.
Zugleich schafft die Schulpflicht die nötige Distanz von Werten. Sie sorgt dafür, dass – stets auf der Basis unseres Grundgesetzes – Bildung möglich ist, die nicht einer Ideologie unterworfen ist (auch wenn es Menschen geben mag, die gerade hinter der staatlichen Schule eine Ideologie vermuten). Gäbe es die Schulpflicht nicht, würde unsere Gesellschaft auseinanderdriften und verschärften sich die ideologischen Konflikte, die ohnehin schon bestehen.
Dass die Schulpflicht im Einzelfall nicht die optimale Lösung ist und Kindern und Eltern Unrecht zufügt, ist bedauerlich. Es sind sehr seltene Einzelfälle, die die Gesellschaft und die, die es betrifft, auszuhalten haben. Die Schulpflicht abzuschaffen wäre für Deutschland nämlich das deutlich größere Unrecht.
Henrik Schmitz ist Redakteur bei evangelisch.de und betreut die Ressorts Medien und Kultur.




Kommentare
RE: Die allgemeine Schulpflicht muss erhalten bleiben
"Sie stellt sicher, dass jedes Kind nicht nur mit dem Weltbild und Wertekanon des jeweils eigenen Umfeldes - insbesondere der Familie – vertraut gemacht wird, sondern auch mit den Werten, die der Grundkonsens und die Basis unserer Gesellschaft sind. Freiheit und Demokratie gehören dazu."
Ich sitze hier und kann nicht anders . Herr Schmitz sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wo bitte ist denn Freiheit und Demokratie in der Schule. Falls sie welche finden sollten, erhöhe ich ihr monatliches Gehalt um das Dobbelte.
Die jungen Menschen sollen den Grundkonsens unser Gesellschaft und die Basis erlernen, ohne da sie den Hauch einer Erfahrung davon(Freiheit und Demokratie )machen können. Es tut einfach weh so was zu lesen.
Als DDR Bürger bin ich ja froh das jetzt wenigstens Schulen in freier Trägerschaft gestattet sind, übrigens nur solange sie nicht für die Staatsschulbehörden überhand nehmen, wie hier in Mecklenburg.
mit freundlichen Grüßen
Bernd Hollaz
Die allgemeine Schulpflicht muss nicht erhalten bleiben
Zunächst muss eines klargestellt werden: Kein westliches Land verstößt mit seiner Art Schulpflicht derart viele Grund- und Menschenrechte wie der deutsche Schulzwang. Möglich wird dies dadurch, dass alle 16 deutschen Schulgesetze alle Grundgesetzverstöße aufzählen und zitieren müssen, wie ein weiterer Grundgesetzartikel es seit 1949 vorsieht. Dumm nur, dass in keinem Fall wirklich alle Verstöße zitiert werden, in manchen Bundesländern das Zitiergebot, die sogenannte Fessel des Gesetzgebers nach 1945, gar nicht erst beachtet wird. Also: Die deutsche Schulpflicht ist ein Schulbesuchszwang, der keine freien Alternativen zulässt und der im einzelnen mindestens 7 Grundrechte unseres Grundgesetzes aushebelt. Mit unseren Grundrechten werden aber auch die allgemeinen Menschenrechte zum Ausdruck gebracht.
Der Ruf nach Integration und der staatliche Wille nach einem einheitlichen, gleichgeformten Bürger hin oder her. Eine Schulpflicht oder anders ausgedrückt, eine Bildungspflicht darf nie wieder für staatliche Ziele missbraucht werden. In Deutschland schon gar nicht.
RE: Die allgemeine Schulpflicht muss erhalten bleiben
lieber herr Schmitz,
ich glaube sie verwechseln hier etwas grundlegendes, nämlich schulzwang und schulpflicht. schulpflicht gibt es in vielen ländern europas, sie besagt aber nicht dass kinder nur in schulen lernen müssen, nein das ist auch zu hause möglich. den schulzwang gibt es nur(!) in deutschland (seit 1938). es gilt hier eine schulgebäude anwesenheitspflicht. wenn kinder zu hause lernen wollen droht ihnen entzug ihrer bezugspersonen, d.h. ihrer eltern durch das jugendamt. den eltern drohen busgelder, gefängnis, sorgerechtsentzug (sicher die härteste strafe). wenn sie sich für die schulpflicht aussprechen und eigentlich den schulzwang meinen, dann befürworten sie auch solche sanktionen? oder wie wollen sie diese pflicht durchsetzen?
liebe grüsse Artur
RE: RE: Die allgemeine Schulpflicht muss erhalten bleiben
Sie mögen andere Begriffe verwenden, aber ich verwechsele nichts. Wie Sie aus dem Verweis auf Österreich ersehen können habe ich mich sehr wohl mit der Ausgestaltung der Schulpflicht/Bildungspflicht etc. in verschiedenen Ländern auseinandergesetzt. Aus den genannten Gründen bin ich persönlich in der Tat dafür, die allgemeine Schulpflicht in Deutschland in der bisherigen Form beizubehalten. Um Ihre Frage zu beantworten: Ich befürworte demnach auch staatliche Maßnahmen, geltende Gesetze durchzusetzen. Wie Sie dem Kommentar ebenfalls entnehmen können ist mir allerdings auch bewusst, dass es gute Argumente dafür gibt, Kinder zu Hause zu unterrichten.
Liebe Grüße
Henrik Schmitz
RE: RE: RE: Die allgemeine Schulpflicht muss erhalten bleiben
lieber herr Schmitz,
danke für ihre antwort. laut geltenden gesetzen ist es eben nicht möglich in deutschland seine kinder zu hause zu unterrichten, geschweige denn ihnen bildungsfreiheit zu gewähren. ich kenne einige familien die aus deutschland fliehen mussten, weil sie ihre kinder nicht in die schule schickten, und ich kenne familien die es dennoch tun aber in ständiger angst leben von den nachbarn angezeigt zu werden, und familien die auf der flucht sind innerhalb deutschlands. an der allgemeinen schulpflicht festhalten bedeutet doch bestehendes unrecht zu dulden. im namen der allgemeinen schulpflicht werden in deutschland menschenrechte missachtet. wissen sie was es bedeutet wenn früh halb sechs die tür eingetreten wird und jugendamt und polizei ins haus stürmen, die flehende mutter an die wand gestossen wird und die kinder aus den betten geholt werden? das ist die hölle. aber genauso die angst davor. ich wünsche es niemanden, auch nicht denen die sich an die fahnenstange der schulpflicht klammern.
liebe grüsse Artur
schule war gestern
RE: Die allgemeine Schulpflicht muss erhalten bleiben
Home schooling ist auch in Deutschland möglich. Ich kenne in Süddeutschland Familien, die das ganz legal praktizieren. Allerdings haben diese Familien die amerikanische Staatsbürgerschaft und sind durch die NATO hierher zu uns gekommen. Es handelt sich also gewissermaßen um ausländische Mitbürger. Jedenfalls gibt es also in Deutschland solche Familien.
RE: Die allgemeine Schulpflicht muss erhalten bleiben
Na, dann sollten mal ein paar Satanisten oder Holocaustleugner dort Asyl beantragen. Denn deren Kinder werden an unseren Schulen ja auch einem Bildungsangebot ausgesetzt, daß für die Eltern nicht vertretbar ist.
RE: Die allgemeine Schulpflicht muss erhalten bleiben
Wenn man sich ansieht, welche Bildungserfolge z.B. die Hauptschule hat, da bekommen Kinder in einer "home school" sicherlich mehr auf den Lebensweg mit, auch die Gewaltbereitschaft in öffentlichen Schulen spricht nicht für, sondern gegen das öffentliche Bildungswesen. Oder sollen Kinder bewusst Gewalt ausgesetzt werden, um in dieser Gesellschaft zu bestehen?
Warum lässt man nicht jeden nach seiner Facon selig werden? Unsere Gesellschaft wird an der "home school" nicht zugrunde gehen, sondern ihre Stärke zeigen. Einschreiten sollte er Staat lieber, wenn Kinder gar keine Bildung mitbekommen bzw. Schule schwänzen. Gerade Eltern, die ihre Kinder selber unterrichten, zeigen hohes Engagement - und über religiöse Überzeugungen sollte in einer freiheitlichen Gesellschaft nicht von Staats wegen geurteilt werden.
RE: RE: Die allgemeine Schulpflicht muss erhalten bleiben
Schulpflicht bedeutet erstens: Eltern müssen ihre Kindern an öffentlichen - oder ersatzweise staatlich anerkannten und beaufsichtigten - Schulen unterrichten lassen und zwar in allen Fächern. Schulpflicht bedeutet zweitens: der Staat muss ausreichend, wohnortnah gute Schulen bereithalten, ausreichend Lehrerinnen und Lehrer ausbilden und einstellen und - laut UNO-Konvention - behinderte Kinder integrativ und zusätzlich fördernd an Regelschulen unterrichten lassen. Schulpflicht bedeutet drittens: die Gesellschaft muss sich immer wieder darüber verständigen, was zur Allgemeinbildung gehört und wie junge Menschen auf das Leben als Erwachsene und Berufstätige vorbereitet werden können, auf die Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen, demokratischen Leben. Ohne diese dreifache Schulpflicht zerbricht eine Gesellschaft in auseinanderdriftende Werte- und Bildungsmilieus, geht ihrer gemeinsamen Grunddaten verlustig. Das kann sich eine moderne, industrialisierte, längst multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft als Mitglied der internationalen Weltgesellschaft auf keinen Fall leisten. Schule und Bildung müssen laufend verbessert werden, aber auf die dreifache Schulpflicht können wir nicht verzichten.
Eva Chr. Gottschaldt
RE: RE: RE: Die allgemeine Schulpflicht muss erhalten bleiben
Sehr geehrte Damen und Herren, denken sie nicht dass nach der Abschaffung der Schulpflicht in Deutschland auf Einmal viele Kinder nicht mehr zur Schule gehen würden. In allen anderen Ländern der Welt gibt es keine solche Schulpflicht und nur 1% oder noch weniger der Kinder lernen ganz ohne Schule. Nicht alle Eltern haben Zeit dafür Ihr Leben mit Ihren Kindern zu verbringen. Die heutige Arbeitswelt erlaubt dies den meisten Eltern nicht und nicht jeder ist daran interessiert. Als Mitglied der internationalen Weltgesellschaft steht Deutschland mit dem Schulzwang wie wir ihn haben allein da. In Kanada werden Familien die Hausunterricht praktizieren vom Staat finanziell noch unterstützt, als moderne, industrialisierte, längst multi-kulturelle und multi-religiöse Gesellschaft kann sich Kanada dies wohl leisten, denn die Kinder die zu Haus lernen verbrauchen weniger Ressourcen des Staates. Nach dem Grundgesetz (Art. 6 Abs. 2): „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“ Als Mutter schätze ich mich Glücklich es mir finanziell erlauben zu können meine Tage mit meinem Kind zu verbringen anstatt es in eine Bildungsanstalt zu geben. Warum sollte ich mein Kind von Fremden erziehen lassen, wenn ich selber Zeit habe es beim Lernen zu unterstützen. Lernen tun Kinder ganz von allein, solange sie nicht dazu gezwungen werden Dinge zu lernen die sie nicht interessieren. Um dies zu begreifen müssen Sie einmal ein Baby selber aufgezogen haben, es lernt, imitiert, ohne danach gefragt zu werden. Ohne Zwang setzt sich dies einfach fort, dafür gibt es genug Beispiele. Lesen Sie doch mal etwas über unschooling, freilernen, zum Beispiel: Mohsennia, Stefanie: Schulfrei : Lernen ohne Grenzen 2004, ISBN 3-937797-03-3 André Stern, "...und ich war nie in der Schule": Geschichte eines glücklichen Kindes (Gebundene Ausgabe) http://de.wikipedia.org/wiki/Unschooling http://www.leben-ohne-schule.de/ http://www.netzwerk-bildungsfreiheit.de/ http://www.bildunginfreiheit.de/ http://www.unschooling.de/ http://www.unerzogen.de
RE: Die allgemeine Schulpflicht muss erhalten bleiben
Auch wenn Homeschooling hier erlaubt wäre, würde ich mein Sohn weiter in die Grundschule um die Ecke schicken. Wieso? weil es ihm dort gut geht, es ist eine gute Schule, er lernt wunderbar und für ihn als Einzelkind finde ich die tägliche Kontakte zu andere Kinder untentbehrlich. ABER ich bestehe darauf, dass Eltern die Wahl haben selbst zu entscheiden, wie die Ausbildung Ihrer Kinder aussieht und nicht unter Staatliche Bedrohung stehen wenn sie oder ihre Kinder nicht diesselbe erfröhliche Erfahrung machen wie wir. In der Tat wurde ich nicht zögern mein Kind eine Alternativ zu finden, sollte es ihn dort nicht gut gehen oder sollte ich mit dem Inhalt seines Lernstoffes nicht einverstanden sein oder äh... ach ja, wir leben in Deutschland.... es gibt keine Alternative...
Und alle Maßnahmen in Ordnung zu finden, ein Gesetz einzuhalten ist auch nicht durchgedacht oder darf ich so weit gehen zu sagen, es ist dumm. Was ist, wenn der Gesetz ungerecht ist? Wenn alle Kinder plötzlich ein Chip kriegen soll, für ihre Schutz versteht man es, wäre es auch ein Gesetz.
Das Schulpflicht Gesetz ist ungerecht und ausgedient.
Schulpflicht ist wichtig, aber der Ort und Rahmen soll frei sein
Wir unterrichten seit 3 Jahren, nämlich seit wir in USA wohnen, unsere Kinder (jetzt 3. und 5. Klasse) zu Hause und ich kann nur sagen, dass es einen immensen Unterschied für die Entwicklung der Kinder ausmacht. Wir treffen uns regelmäßig mit anderen Homeschoolfamilien zum Austausch und für gemeinsame Projekte, so daß von Isolation oder Subkultur keine Rede sein kann. Bei den staatlich vorgeschriebenen Tests schneiden die Homeschooler im allgemeinen viel besser ab, viele sind ein oder gar 2 Jahre eher mit der Schule fertig. Hier gibt es tolle Schulmaterialien, wo der Wissenshunger der Kinder gefördert und nicht mit öden Texten gedämpft wird !
Selbstverständlich muß eine allgemeine Schulpflich bist zu einem gewissen Alter da sein, aber die Härte, die in Deutschland gegenüber Homeschoolfamilien, deren Kinder nachweislich gesund und oftmals überdurchschnittlich gebildet- oft eben 1-2 Jahre vorraus- angewendet wird, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Besonders die Offensive der Kirche dazu kann ich nun gar nicht verstehen, wie wird denn das mit den vielen Hexengeschichten oder dem Matheteufel in Einklang gebracht, von der Evolutionstheorie und liberalen Sexualkinde mal ganz abgesehen.....
Wir sind dankbar für die Freiheit hier, auch wenn es in anderen Bereichen hier selbstverständlich auch Einiges gibt, daß nach Veränderung schreit!
Heimunterricht muss erlaubt UND organisiert werden.
Als Teil einer höchst überfälligen Bildungsreform (Deutschlands Bildungssystem ist im Kaiserreich steckengeblieben) muss in der Tat Heimunterricht erlaubt werden. Er muss allerdings, wie z.B. in Kanada, staatlich überwacht und organisiert werden. Anders als bei jener nach USA geflohenen Familie würden Zeugnisse dann nicht von der Familie ausgestellt, sondern: der Unterricht findet zu Hause statt, aber die Lernkontrolle übernimmt nach wie vor die öffentliche Schule oder entsprechende staatlich anerkannte Einrichtungen, genau wie Abschlussprüfungen.
Meine Kinder sind hier in Kanada in einer öffentlichen Schule. Wir kennen aber einige Familien, die mit großem Erfolg zu Hause unterrichten. Des weiteren gibt es Familien, die ihre Kinder zum Teil aus der Schule nehmen und einen Teil des Unterrichts zu Hause durchführen, also Kombinationen von Anwesenheit und Heimunterricht. Es ist jederzeit möglich, die Kinder für einen Tag, eine Stunde abzumelden, früher abzuholen etc., wenn der Grund ein anderes Bildungs- oder Sportangebot ist (Musikinstrument, etc), welches die staatliche Schule nicht anbietet.
Wir nutzen diese Möglichkeit an einem Nachmittag der Woche, um unseren Kindern Deutschunterricht zu geben nach dem Programm der Deutschen Fernschule. Ironischerweise GIBT es eine Schule IN DEUTSCHLAND (allerdings nur bis Klasse 6), die Unterrichtsmaterial extra für Heimunterricht bereitstellt nach dem Lehrplan des Landes Thüringen.: Zielgruppe: Deutsche im Ausland, z.B. Familien die in Entwicklungshilfeprojekten irgendwo in der Pampa arbeiten, wo es keine Schule gibt. Die Kinder haben einen zugewiesenen Lehrer(in) und senden ihre Tests per Post oder e-mail nach Deutschland, wo die Arbeiten korrigiert und bewertet werden. Leseproben werden z.B. aufgenommen, auf CD gebrannt etc.
Mein Credo: Schulpflicht JA - Schulgebäudeanwesenheitspflicht NEIN. Viele Beispiele zeigen den Erfolg, und die Befürchtungen von Radikalisierung, Isolierung und Vereinsamung, geringerem Lernerfolg, etc. entbehren jeder Grundlage.