Beziehung I Teil - Die perfekte Frau
Diese Woche habe ich das Thema „Beziehung“ gewählt und ich versuche auch hier wieder, verschiedene Frage- und Sichtweisen darzustellen. Sie sollen Impulse sein und keinesfalls als Ratschläge oder Anleitungen verstanden werden.
Die Beziehungen oder Partnerschaften sind nicht nur sehr individuell, sondern auch oft sehr komplex, um hier einmal das Wort kompliziert zu vermeiden.
Jeder möchte seinen Traumpartner kennen lernen, am liebsten den perfekten Mann oder die perfekte Frau. Gibt es überhaupt einen perfekten Menschen? Sicher sind wir uns darüber einig, dass es den perfekten Menschen nicht gibt und doch suchen wir danach. Suchen wir nach einer Illusion? Es scheint fast so und das ist es, was manche Beziehungen so unglücklich macht. Immer entdecken wir Menschen, die scheinbar perfekter sind, als den Partner den wir (gerade) haben. Er/Sie ist intelligenter, einfühlsamer, gepflegter, schlanker, hübscher, anmutiger, leidenschaftlicher, erotischer, reicher, humorvoller, unternehmenslustiger oder geselliger, usw.
Jetzt könnte man daraus den Schluss ziehen, dass man bei der Wahl des Partners auch Kompromisse machen müsste, weil es eben den perfekten Menschen/Partner nicht geben kann. Glauben Sie, dass ein Kompromiss ein gutes Fundament für eine Partnerschaft bietet? Ich denke, es ist normal, das jeder Mensch so seine Schwächen und Unzulänglichkeiten hat, was letztendlich auch seine Persönlichkeit ausmacht.
Fassen wir zusammen: Einen perfekten Menschen/Partner gibt es nicht, obwohl wir ihn uns immer wieder insgeheim wünschen würden. Kompromisse sind keine gute Basis, um mit den Unebenheiten, Ecken und Kanten des anderen umgehen zu können. Was bleibt ist die Erkenntnis und dazu soll die Geschichte einen Impuls geben.
Die perfekte Frau
Ein Schüler fragte Nasrudin eines Tages, warum er nie geheiratet habe.
"Ach," antwortete Nasrudin "ich hatte mir vorgenommen, nur dann zu heiraten, wenn ich die perfekte Frau gefunden habe. So suchte ich lange Jahre und begegnete vielen Frauen, die nett und schön und intelligent waren. Aber keine davon perfekt."
Nach einer kleinen Pause fuhr er fort: "Eines Tages sah ich sie. Ich wusste sofort, dass sie in jeder Hinsicht perfekt war. Und als ich sie dann kennen lernte, stellte sich heraus, dass sie tatsächlich in jeder Hinsicht ein makelloses Juwel war."
"Und, warum hast du sie dann nicht geheiratet?" fragte der Schüler.
Nasrudin seufzte tief: "Das Problem war, dass sie den perfekten Mann suchte."
(Gefunden in: Der Geschichtenerzähler von Joel ben Izzy, nacherzählt und umgeschrieben)
Wenn sich jeder selbst mit all seinen Eigenheiten kennt und dann versucht zu ändern, was dem anderen nicht so zusagt, so nennt man das Liebe. Erkennt der Partner, dass der andere etwas ändern will, aber dies nicht kann (warum auch immer) und nimmt es mit Gelassenheit an, so ist das auch Liebe.
Was heißt dann eigentlich Liebe?
L ass
I mmer
E ine
B rücke
E ntstehen
So scheint das Erkennen und Aufeinanderzugehen das Geheimnis einer guten Partnerschaft zu sein.
Euer Oliver Groß
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Kommentare
Die perfekte Frau - der perfekte Mann ????
Ich glaube, es ist nicht nötig und auch nicht möglich, daß der Partner perfekt ist oder sein sollte.
Erstens würde uns das doch einem fürchterlichen Stress aussetzen: Wir müssten dann auch selber perfekt sein (siehe oben die Geschichte von Nasrudin) oder wir würden uns ständig minderwertig fühlen. Ich dürfte nicht mehr ich sein, sondern müsste ständig irgendeiner Idealvorstellung nachjagen.
Und zweitens gibt es da eine ganz große Schwierigkeit:
Was ist perfekt?
Ich bin sicher, daß ich schon eine andere Vorstellung vom "Perfekt-sein" habe als Sie, die Sie diese Zeilen in diesem Augenblick lesen. Wenn Sie auch deutsch und in Deutschland geboren sind, dann sind wir wahrscheinlich unter ähnlichen Bedingungen und im gleichen Wertesystem aufgewachsen.
Aber vielleicht gehört für mich zum "Perfekt-sein", daß Sie gerne singen und tanzen, wohingegen Sie vielleicht von mir eine perfekt aufgeräumte Wohnung erwarten oder daß ich schöne Bilder malen kann.
Wenn Sie aber in einem anderen Land, in einer anderen Kultur aufgewachsen sind, dann werden Sie Eigenschaften an mir stören, auf die ich vielleicht sogar stolz bin. Meine knallharte Ingenieurs-Logik zum Beispiel, mit der ich sehr gut technische Probleme lösen kann. Diese Eigenschaft wird in Deutschland wohl eher als positiv eingeschätzt. Aber fragen Sie mal meine griechische Frau, welche jetzt nun schon ca. 25 Jahre unter dieser "positiven Eigenschaft" zu leiden hat......
Also, lassen wir das "Perfekt-sein" mal beiseite.
Da wir also alle nicht perfekt sind, werden wir bestimmt alle mal Fehler machen und unsere Partner enttäuschen, traurig stimmen oder verletzen. Wenn wir das über alle Jahre aufsummieren, kommt schon ganz schön was zusammen. Eigentlich müsste sich so beim einen früher, beim anderen etwas später, eine ausreichend große Menge an Enttäuschungen und Verletzungen aufgehäuft haben, daß wir mit vollem Recht den Partner in recht negativem Licht sehen.
Wenn dann ein anderer, neuer Mensch in unser Leben tritt, der einfach rein zeitlich noch nicht die Gelegenheit hatte, uns seine Schwächen zu zeigen, so erscheint uns dieser dann viel "besser", viel positiver als unser Partner.
Mit vollem Recht und juristisch einwandfrei kommt uns dann die Idee, den einen gegen den anderen auszutauschen.
Rein logisch und statistisch gesehen, müsste eigentlich bei jedem von uns irgendwann dieser Augenblick kommen. Nur bei dem, welcher einen unfehlbaren Menschen geheiratet hat, kommt es niemals dazu. Aber leider gibt es nur einen unfehlbaren Menschen auf Erden, und der heiratet nicht.
Trotzdem gibt es doch noch eine erstaunliche Anzahl von Ehepaaren, welche trotz des "Nicht Perfektseins" bis an ihr Lebensende zusammen sind. Was machen diese Paare anders? Wie entziehen sie sich der negativen Kraft der immer schwerer werdenden Waagschale unserer Fehler?
Ich weiß es nicht.
Ich bin nicht Jesus.
Für IHN ist die Lösung einfach: Das Zauberwort heißt Vergebung.
Wenn wir vergeben, wird nicht mehr Aufsummiert. Die Waagschale der Verfehlungen meines Partners wird nicht mehr schwerer und schwerer. Ich habe dann den Teufelskreis durchbrochen.
Warum Teufelskreis?
Wenn ich eine ordentliche Anzahl Verfehlungen meines Partners aufsummiert habe, ändert sich meine Einstellung und somit auch mein Verhalten zu ihm. Ich verhalte mich ihm gegenüber negativ. Das empfindet er als Verfehlung meinerseits und wirft es in seine Waagschale. Also sind nach einiger Zeit unsere beiden Waagschalen voll und jeder sieht mit vollem Recht den anderen negativ.
Das Problem ist, daß wir alle Recht haben. Wenn doch wenigstens einer mal Unrecht hätte! Dann wäre eine Lösung viel leichter.
Aber wir haben alle Recht!
Das Ergebnis unseres Rechtes ist: Unsere Partnerschaft ist kaputt!!!
Vielleicht wäre es besser, wir würden auf unser Recht pfeifen und unsere Partnerschaft retten?
Ich glaube, damit sind wir Juristen und Ingenieure überfordert.
GOTT, helfe uns !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Dipl.-Ing. Horst Bronowski, Athen
Ja, so ist es und es ist gut
Ja, so ist es und es ist gut so.
Das schönste Wort in einer Ehe ist nicht - "Ich liebe dich" - dass ist die Voraussetzung.
Das schönste Wort ist - " Ich verzeihe dir"
LG Oliver Groß
Oliver Groß
Frankfurt
Nicht nur in der Ehe
Lieber Herr Groß,
Das schönste Wort ist - " Ich verzeihe dir"
Wahrlich, es ist das schönste Wort - und wohl auch das wichtigste!
Und das nicht nur in der Ehe.
Ich kenne einen erfolgreichen amerikanischen Multimillionär, welcher als einer seiner wichtigsten Richtlinien auf dem Wege zum Erfolg, und nicht nur zum wirtschaftlichen, die folgende hat: FORGIVE, FORGET AND GO ON!!!
Der von mir weiter oben beschriebene Prozess des Aufsummierens spielt sich ja in unserem Leben in vielen Bereichen ab, und deshalb kommen ja auch einige Menschen zu dem Schluss: Der Mensch an sich ist schlecht.
Ja, es ist doch ganz leicht zu verstehen: Wenn ich einen Menschen nur lange genug beobachte, dann macht er natürlich auch mal etwas Schlechtes. So werde ich im Verlaufe der Zeit von jedem Menschen enttäuscht und bekomme eine negative Weltauffassung. Und ich kann dieses dann natürlich auch mit handfesten Argumenten belegen. Also habe ich wieder einmal Recht. Aber was habe ich davon?
Ich könnte mich aber auch mehr auf die positiven Seiten meiner Mitmenschen konzentrieren. Dann hätte ich, bei objektiv gleicher Welt, eine positive Weltauffassung.
Also spiegelt meine Welteinstellung nicht die Welt wider, aber mich. Da ich seit 25 Jahren in Hellas lebe, fällt mir dazu eine hellenische Figur ein: Alexis Sorbas. Selbst nach dem Scheitern und Zusammenbrechen eines großen technischen Werkes, in welches er viel Energie, Überlegung und Mühe, sowie das Geld seines englischen Freundes gesteckt hat, ist seine Reaktion: Er lacht befreiend, und anschliessend lehrt er seinen englischen Freund das Tanzen, was auch für diesen mit Sicherheit eine der wichtigsten Erfahrungen seines Lebens wird.
Obwohl der Schriftsteller von Alexis Sorbas von der orthodoxen Kirche sehr umstritten ist (er wurde noch nicht einmal auf einem Friedhof beerdigt), so hat er doch eine zutiefst christliche Botschaft verbreitet: Nach dem Fallen musst Du wieder Aufstehen, auf die Kreuzigung folgt die Auferstehung.
Ich denke, wenn uns klar wäre, daß unsere negative Beschreibung der Zustände, der Politik, der Technik, der Kirche usw, usw .... nicht nur diese, aber in erster Linie uns beschreiben, dann wären wir mit unseren negativen Kommentaren sehr viel vorsichtiger....
Horst Bronowski, Athen
Partnersuche für Christen
Mir ging es so: Ich habe in meiner Gemeinde nicht die Frau gefunden, mit der ich mein Leben zusammenverbringen will. Ich meine, ich war nicht auf der Suche nach einer perfekten Frau, aber passen muss es schon. Es war schwierig, weil die Gemeinde sehr klein und die Chance, dass 2 Menschen zusammenpassen damit ebenfalls sehr klein war.
Ich bin jetzt auf Himmlisch-Plaudern.de und habe festgestellt, dass christliche Kontaktanzeigen dort was bringen. Mal schauen, ob ich bald heirate.
Auf alle Fälle finde ich, dass unter Christen viel ernsthafter und ehrlicher nach einem Partner gesucht wird.