Offener Brief an Frau Hermann

Ave Eva oder liebe Frau Hermann,

nein, ich bin kein Theologe. Ich spreche auch nicht für die Evangelische Kirche, die die Katastrophe sicherlich ebenso bedauert wie jeder andere. Ich zähle nur zu einer Kirche, die das Priestertum der Gläubigen ernst nimmt - und in dieser Eigenschaft möchte ich Ihnen schreiben.

Ich bin froh Ihnen nicht persönlich auf der Pressekonferenz am Sonntag begegnet zu sein. Ich habe auch glücklicherweise die Frage nicht verstanden, die Sie gestellt haben - sonst wäre ich vermutlich online sofort explodiert. Explodiert bin ich etwas später, als ich ihren Artikel erstmal aus dem Google Cach fischte und ihn dann auf der Webseite des merkwürdigen Verlags für den Sie schreiben gelesen habe. Meine Güte, in was für ein Umfeld sind Sie denn da geraten? Haben Sie sich vor der Zusage für den Kopp-Verlag zu arbeiten nicht mal ein wenig über den informiert? 

Sie mögen die Loveparade nicht. Nein, moment, Sie mögen diejenigen nicht, die angeblich die Voraussetzungen für die Loveparade schufen - diese bösen, bösen 68ger, die gegen Muff unter den Talaren protestierten. Dass Sie auf der eher bürgerlichen Seite stehen wissen wir ja. Und Ehre wem Ehre gebührt: Sie haben an keiner Stelle öffentlich Nazigedankengut gut geheißen. Das ganze Drama damals allerdings hat schon zu einem gewissen Ruf beigetragen.

Liebe Frau Hermann - Sie reden in ihrem Text von einem wahren Sodom und Gomorrah. Haben Sie eigentlich mal die Geschichte gelesen? So wirklich mal im Alten Testament nachgeprüft was da steht? Ich glaube nicht. Sie verbinden vermutlich mit den Begriffen der beiden Städte Unzucht, Homoexualität, sexuellen Verkehr mit Tieren - kurzum: Perversion ohne Ende. Und ja: Die Bibel erzählt in der Geschichte durchaus einen unerquicklichen Vorfall, der Lot und seinen Gastfreunden wiederfährt. Doch in aller Ruhe mal von Anfang.

Es sind drei Fremde, die Abraham aufsuchen und denen er Gastfreundschaft erweist. Vermutlich sind es Engel, aber der Bibeltext bezeichnet sie nicht als solche - anzunehmen ist es aber. Eigentlich geht beim Besuch gar nicht um Sodom und Gomorrah, es geht zunächst erstmal um die Zusage Gottes, dass aus Abrahams Nachkommen ein Volk werden soll so zahlreich wie die Sterne. Jedenfalls: Die drei Fremden verabschieden sich. Und Gott fragt sich, ob er das, was er vorhat Abraham erzählen möchte. Da sind nämlich die Gerüchte, dass die Bewohner der Städte recht gottloses Treiben - nun - treiben.

Na, Frau Hermann? Haben Sie das jetzt mitbekommen? Gott selbst hat zunächst gar nicht vor aus heiterem Himmel Feuer und Schwefel regnen zu lassen. Nein, er möchte zuerst nachschauen. Und teilt das Abraham mit. Der aber wiederum - und das ist eine der schönsten humorvollsten Stellen der Bibel - ja, der feilscht mit Gott. Das ist wie diese Szene aus dem Leben des Brian, aber nur in ernst.

Letztendlich kommt es dann doch anders. Die Fremden, die bei Lot untergekommen sind, werden von den Bewohnern der Stadt bedrängt - sie wollen sich an ihnen vergehen. Lot, um die Gastfreundschaft zu wahren, bietet ihnen sogar seine Töchter an. Vergebens. Daraufhin gebietet Gott Lot und seiner Familie aus der Stadt zu fliehen mit einer Bedingung: Nicht zurücksehen. Bekanntermaßen werden die Städte vernichtet und Frau Lot hält sich nicht an die Bedingung - wie Orpheus blickt sie zurück und erstarrt zur Salzsäule.

Eine schöne Metapher dafür, dass man nicht rückwärtsgewandt leben sollte. Wer dauernd nur in der Vergangenheit lebt, erstarrt irgendwann. Aber das ist ja nicht das, was Sie, Frau Hermann, in diesem Text sehen, nein, sie sehen nur die Vernichtung und die Strafe Gottes weil die 68-ger da falsche Vorgaben geliefert hätten. Moment mal - wenn Menschen Schuld haben, was hat dann Gott damit zu tun? Wenn man schlechten Vorbildern nachlebt ist das nicht Gottes Problem. Wenn eine Mensch schlechte Entscheidungen trifft ist das nicht unbedingt die Sache Gottes. Oder Satans. Jeder Mensch kann sich entscheiden wie er leben möchte - Gott sei es gedankt, denn der möchte keine Marionetten haben.

Aber zurück zum angeblichen Strafgericht, dass Gott durch die Katastrophe im Tunnel verhängt haben soll. Hier differieren unsere Gottesbilder zweifellos, denn immer wenn ich einen Regenbogen sehe weiß ich, dass Gott nie wieder die Schöpfung untergehen lassen wird. Das hat er selbst geschworen, ja, diese Sache mit Noah. Sie erinnern sich vielleicht.
Andererseits ist Gott selbst auf die Erde gekommen und hat Angst und Not selbst kennengelernt. Ein Gott, der sich gerade denen zuwendet, die abseits aller stehen, ein Gott, von dem gesagt wird, dass er aus Liebe zu dieser Welt Mensch geworden ist - ja, das Hohelied der Liebe selbst steht in der Bibel - ein solcher Gott soll Schuld an dem Drama der Loveparade sein?

Frau Hermann, mit aller Entschiedenheit sage ich Ihnen: NEIN.

Das wäre ja auch zu einfach, oder? Denn wenn Gott an allem allein die Schuld hätte, dann könnten wir Menschen ja einfach so leben wie wir wollten - ohne Verantwortung, ohne Schuld vor Strafe. Man hat mich beklaut? Tja, Gott wollte es, finde dich damit ab. Dein Bekannter wurde angefahren? Meine Güte, muss der ein Sündenregister haben, aber nein, der Fahrer selbst ist nicht schuld, weil Gott das so wollte. Hybsche bequeme Argumentation für Leute, die sich keiner Verantwortung stellen möchten. Alle toll, wir können tun was wir wollen weil: Schuld ist immer nur Gott, der wollte das so.

Pfui, Frau Hermann. Sie können gerne Ihren Grimm über die angeblichen Fehlleistungen der 68-ger haben, sie können den auch gerne zu Papier bringen - das ist legitim. Wenn Sie meinen, da den Urquell alles Bösen für die heutige Zeit gefunden zu haben, schön. Unterstehen Sie sich aber bitte göttliche Mächte für das Drama der Loveparade verantwortlich zu machen - dazu sind Sie meiner Meinung nicht berechtigt. Noch befugt.

Die Katastrophe im Tunnel ist von Menschen gemacht worden. Menschen, die jetzt von anderen Menschen zur Verantwortung gezogen werden. Und natürlich kann ich Gott alles mögliche vorwerfen - und ich darf das sogar, schließlich hat Hiob das ja auch getan. Aber es ist viel zu billig Gott nun als Rächer darzustellen nur weil es einem in den Kram passt. Das hat sich Gott schon bei Hiob nicht bieten lassen übrigens. Und ich, liebe Frau Hermann, werde mir das von Ihnen auch garantiert nicht bieten lassen.
 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (30 Bewertungen)

Kommentare

Verfasst von Pascal am 31. Juli 2010 - 4:09.

Putzige Spiritualität im Angebot.

Gestern habe ich mir die Zeit genommen, diesen Blog "stilvoll glauben...

Gestern habe ich mir die Zeit genommen, diesen Blog "stilvoll glauben" und seine Umgebung zu durchwandern mit dem Erfolg, dass ich jetzt nicht schlafen kann. Mir scheint er so etwas zu sein wie ein Kosmetiksalon für gesellschaftliche Unstimmigkeiten, in dem auch Mittelchen gegen metaphysische Beunruhigungen verabreicht werden, mit dem Zweck, es den Leuten zu ermöglichen, so weiter zu machen wie bisher.

Da ich mich hier weder verstanden noch angesprochen fühle, bin ich meditativ der Frage nachgegangen, welches wohl die Zielgruppe des Blogs sei und bin zu folgendem, sicher subjektiven Ergebnis gekommen: Um mich von der hier gebotenen Speise ernähren zu können, müsste ich folgendes haben: 1. Ein gesichertes Einkommen von monatlich drei bis fünf tausend Euro. 2. Ein abbezahltes Eigenheim mit fünf Zimmern und beheizter Garage. 3. Die dritte oder vierte Lebensabschnittsgefährtin. 4. Eine eiserne Gesundheit. 5. Ein schlechtes Gedächtnis. 6. Keine Kinder. 7. Kein Interesse daran, wie es mit mir nach meinem Tode weiter geht.

Leute, bei denen auch nur zwei dieser sieben Bedingungen unter- oder überschritten werden, haben andere Sorgen und werden sich für das auf diesem Blog Gebotene nicht interessieren. Ich bin überzeugt, dass Sie, die Autoren, sich in diese sieben Regale auch nicht einordnen lassen und deshalb frage ich Sie: Warum geben Sie sich für so etwas her? Wem glauben Sie, damit zu dienen? 

Verfasst von Heiko am 1. August 2010 - 20:05.

vergnügt, erlöst, befreit

Hallo lieber Pascal, aus meiner Antwort habe ich einen eigenen Blogeintrag...

Hallo lieber Pascal,

aus meiner Antwort habe ich einen eigenen Blogeintrag gemacht:

http://www.evangelisch.de/themen/blogs/stilvoll-gl...

Verfasst von Peter Aschoff am 28. Juli 2010 - 15:32.

 Das Gottesbild ist einfach

 Das Gottesbild ist einfach erschütternd. Danke für den...

 Das Gottesbild ist einfach erschütternd. Danke für den intelligenten und engagierten Widerspruch!

Verfasst von Pascal am 27. Juli 2010 - 13:04.

Gott kann täglich strafen.

Natürlich ist es Gottes Problem, wenn Menschen Schuld haben, wenn sie...

Natürlich ist es Gottes Problem, wenn Menschen Schuld haben, wenn sie schlechten Vorbildern nachleben, wenn sie schlechte Entscheidungen treffen, denn dadurch verbauen sie sich den Eingang in sein Reich. Er aber will uns dort haben und das hat ihn dazu bewogen, für uns am Kreuz zu sterben. Seither werden alle, die an Jesus Christus glauben und ihre Fehler bereuen, durch sein Blut rein gewaschen von ihrer Schuld. Das ist die Rechtfertigung des Sünders.

Wenn Gott aber sieht (in seiner Allwissenheit sieht er auch die Zukunft), dass bei einem Menschen Buße nicht mehr möglich sein wird, läßt er ihn auch jung an Jahren sterben, solange es für ihn noch Hoffnung gibt im Gericht. Diese Hoffnung gilt sogar für Sodom und Gomorra, denn Jesus sagt wiederholt, dass es denen erträglicher ergehen wird im Gericht als anderen Städten (Matthäus 11,23; Lukas 10,12).

Und darüber hinaus ist aufschlußreich, was Jesus in Lukas 17,28-30 über die Sünde der Sodomer und Gomorrer sagt: "Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; ..."  Kann das denn Sünde sein? fragen wir. Ja, es kann, wenn nämlich der Glaube an Gott und das Verlangen nach seinem Reich fehlt, denn dadurch verleugnet der Mensch seinen göttlichen Ursprung und auch sein Ziel. Wenn dann Gottes Todesstrafe nur ein paar trifft, ist das auf seine Barmherzigkeit zurückzuführen, denn verdient hätten wir sie alle. Es ist also an der Zeit für uns, Buße zu tun.

Sie machen sich da viel Mühe mit Ihrem offenen Brief, aber überzeugend ist er nicht.

 

Verfasst von ChristianSpließ am 30. Juli 2010 - 2:44.

Wenn Sie meinen...

 Nun, dafür überzeugt mich Ihre Argumentation nicht, ich...

 Nun, dafür überzeugt mich Ihre Argumentation nicht, ich verkneife mir aber eine Replik, weil ich a) kein Theologe bin und b) sind Sie einer?
Ad Astra

Verfasst von Pascal am 30. Juli 2010 - 7:12.
Kommentar auf: Wenn Sie meinen...

Ja, ich bin Theologe,

aber darauf bilde ich mir nicht viel ein, denn für unseren Weg zu Jesus...

aber darauf bilde ich mir nicht viel ein, denn für unseren Weg zu Jesus und mit Jesus sind nur zwei Dinge wichtig: Liebe zu Gott und dem Nächsten und Gehorsam seinem Wort gegenüber. Hierbei sichert einem nicht das Studium der Theologie einen Vorsprung, sondern der praktizierte Glauben, den man auch Frömmigkeit nennt, und dabei haben wir alle die gleiche Chance.

Verfasst von Justus 2 am 29. Juli 2010 - 0:39.

Hallo Pascal, deiner Logik

Hallo Pascal, deiner Logik nach zu folgen, hätte Jesus (Joh 11) an Lazarus...

Hallo Pascal,

deiner Logik nach zu folgen, hätte Jesus (Joh 11) an Lazarus und an Gott ein schlimmes Verbrechen begangen als er Lazarus von den Toten (und aus Gottes Reich heraus) ins irdische Leben zurückholte.

Justus

Verfasst von Pascal am 30. Juli 2010 - 7:19.

Auferweckung als ein Zeichen.

 Lesen Sie bitte das ganze 11. Kapitel dreimal im Abstand von je einer...

 Lesen Sie bitte das ganze 11. Kapitel dreimal im Abstand von je einer halben Stunde, dann werden Sie neue Erkenntnisse haben. Die Auferweckung des Lazarus hatte nämlich den Zweck, die Herrlichkeit Gottes zu offenbaren und die Einheit des Vaters mit dem Sohn.

Verfasst von Heiko am 27. Juli 2010 - 17:21.

So nicht.

Hallo Pascal, Wenn Gott aber sieht (in seiner Allwissenheit sieht er auch die...

Hallo Pascal,

Wenn Gott aber sieht (in seiner Allwissenheit sieht er auch die Zukunft), dass bei einem Menschen Buße nicht mehr möglich sein wird, läßt er ihn auch jung an Jahren sterben, solange es für ihn noch Hoffnung gibt im Gericht.

Das halte ich für eine ziemlich haarsträubende Theorie, die mit dem Christentum wenig zu tun hat. Siehe dazu auch meinen Artikel in diesem Blog von gestern: Gott will das nicht.

Gruß

Heiko

Verfasst von Pascal am 28. Juli 2010 - 6:37.
Kommentar auf: So nicht.

 Gottes Gedanken sind nicht die unseren

 Ja, das mag auf's  Erste haarsträubend wirken, aber ich habe...

 Ja, das mag auf's  Erste haarsträubend wirken, aber ich habe mir das nicht aus den Fingern gesogen, sondern in den Schriften der Wüsten- und Kirchenväter wiederholt so ausgedrückt gefunden. Es gibt Berichte über Visionen und Belehrung durch Engel diesbezüglich. Leider bin ich zur Zeit außerstande, diese Quellen anzuführen, das wird noch Tage dauern, deshalb versuche ich jetzt eine Argumentation aus dem Stand heraus.

Wenn wir Gott den Herrn über Leben und Tod nennen und wenn wir dieses irdische Leben als bloßes Vorspiel für das eigentliche, ewige Leben im Reich Gottes betrachten, dem wir alle zustreben und für das wir uns hier vorzubereiten haben, indem wir uns zunehmend der Welt entfremden, durch Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes uns heiligen, wenn wir bedenken, daß der Wille Gottes die Rettung aller Menschen ist, so daß kein Einziger verloren geht, wenn wir bedenken, daß wir vom Tod auch von der Vollendung des Menschen sprechen, dann wird, glaube ich, die angezweifelte Behauptung schon etwas vertrauter.

Am Beispiel der Propheten (als Letztem Johannes der Täufer) und der Apostel wird deutlich, dass Gott die Menschen als Werkzeuge für eine bestimmte Aufgabe verwendet und nach Erledigung des Auftrags läßt er sie mehr oder weniger dramatisch einem oftmals willkürlich gefällten Todesurteil zum Opfer fallen. Auf diese Art verkürzt er ihre Tage in der Gottesferne des irdischen Jammertales und holt sie heim in die Herrlichkeit seines Reiches. Von Paulus wissen wir, dass er auch am liebsten früher abgeschieden wäre, um bei Gott zu sein, aber sein Werk war eben noch nicht beendet, und so mußte er weiter leben.

Probieren Sie nun mal den Gedanken, dass Propheten und Apostel nicht die Einzigen Menschen mit Auftrag in dieser Welt sind, sondern dass jeder Christ einen solchen hat, und sei es auch "bloß" die eigene Heiligung und Rettung. Gott in seiner Allmacht geht mit jedem einzelnen Getauften seinen Lebensweg mit, er hat mit jedem seine Geschichte, hat für jeden seinen eigenen Erlösungsweg. Gott achtet den freien Willen eines jeden und nötigt niemanden. Wenn er nun sieht, dass jemand seiner Erlösungsmöglichkeit am nächsten gekommen ist, und nachher nur noch Abweichung folgen würde, dann setzt er, weil er diesen Menschen liebt und erlösen will, seinem Leben hier auf Erden ein Ende, um es ihm in Ewigkeit zu schenken. Dann ist dieser Mensch, so wie Gott ihn haben will, eben vollendet.

Wir kennen doch alle Begegnungen, Gespräche, Tätigkeiten, wo wir den rechten Zeitpunkt des Abbruches verpassen und was nachher folgt, ist eine mühsame und zähe Plackerei, die oftmals alles Schöne von davor zunichte macht. Es gibt auch Lebensläufe dieser Art, aber wen Gott liebt, den bewahrt er davor. Wen er davor nicht bewahrt, den liebt er auch und lehrt ihn auf diese Art Demut und Geduld.

 

Verfasst von ChristianSpließ am 30. Juli 2010 - 2:50.

Das Argument ein Mensch sei

Das Argument ein Mensch sei vollendet und deswegen stelle Gott ihm von...

Das Argument ein Mensch sei vollendet und deswegen stelle Gott ihm von Platz ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber gut, wenn Sie meinen dass Gott einem nicht die Chance lässt zu scheitern, sich zu irren oder auch mal bei Gesprächen auf Granit zu beißen - das könne ja auch was bedeuten - bittesehr. Ich werde mich dazu nicht weiter äußern.

Verfasst von Pascal am 30. Juli 2010 - 7:43.

Eule oder Nachtigall?

 Scheitern und Irren sind keine Chancen, sondern Katastrophen: Wer...

 Scheitern und Irren sind keine Chancen, sondern Katastrophen: Wer scheitert, ist weg und wer irrt, ebenfalls. Dieses törichte Reden vom Scheitern als Option, und wichtig sei allein, wie wir damit umgehen, ist eine direkte Einflüsterung des Teufels.

Es tut mir im Herzen und in der Seele und im Magen weh, dass diese Theorie über promovierte evangelische Theologen, die in hohen kirchlichen Ämtern sitzen, unter das Volk gebracht worden ist und nun im Alltag der Leute ihre zerstörerische Wirkung entfaltet.

Warum bitten wir denn: und bewahre uns vor dem Bösen? Das Leben ist kein Spiel, wo wir notfalls auf den Knopf "restart" drücken können. Unser Leben ist einmalig und unwiederholbar, deswegen verlangt es unsere ganze Aufmerksamkeit und Voraussicht. Gott sichert uns dabei in seiner Gnade allen Beistand zu, den wir brauchen - wenn wir ihn darum bitten. Und notfalls stellt er uns eben auch vom Platz.

Verfasst von Heiko am 30. Juli 2010 - 10:50.
Kommentar auf: Eule oder Nachtigall?

Scheitern

Gut, dann muss ich in diesem Herzen, Seele und im Magen leider noch ein wenig...

Gut, dann muss ich in diesem Herzen, Seele und im Magen leider noch ein wenig rumbohren.

Selbstverständlich gehört Scheitern zum Menschen dazu. Was ist das für eine unmenschliche Welt, in der man niemals Fehler machen darf? Genau dafür ist doch Jesus gestorben. Für unsere Fehler, für unser Scheitern. Und sein Sterben sah zunächst selbst aus wie ein Scheitern. 

Natürlich verlangt unser Leben unsere ganze Aufmerksamkeit und wir sollen es nicht einfach wegwerfen - aber auch ein gescheiterter Mensch ist von Gott geliebt.

Mehr mag ich zu diesem Thema nicht mehr sagen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass wir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen werden.  

Verfasst von Justus 2 am 29. Juli 2010 - 0:44.

Hallo Pascal, meinst du Gott

Hallo Pascal, meinst du Gott ist so unfrei in seinen Entscheidungen, daß...

Hallo Pascal,

meinst du Gott ist so unfrei in seinen Entscheidungen, daß er nach deinen Regeln handeln muß? Wenn man so glaubt wie du, dann bleibt nur ein einziger Schluß, das Leben auf der Erde ist sinnlos und nur eine Spielerei deines Gottesbildes.

Justus

Verfasst von Pascal am 30. Juli 2010 - 8:50.

Alles ist eitel, sagt der Prediger

 So einfach dürfen Sie es sich nicht machen! Glauben Sie denn, Gott...

 So einfach dürfen Sie es sich nicht machen! Glauben Sie denn, Gott sei für mich oder Sie eine Art Knetmasse? Ich glaube, es ist umgekehrt. Darum gehen alle meine Anstrengungen dahin, Gottes Regeln zu entdecken und danach zu handeln, und das auch anderen zu empfehlen. 

Sinn und Unsinn des irdischen Lebens hängen allein vom vorgesteckten Ziel ab. Wer nur bis zu seinem leiblichen Tod blickt, der muss allem hier auf Erden einen Sinn abgewinnen, wer aber nach der Ewigkeit Ausschau hält, kann das gelassener sehen: ob zwanzig, fünfzig oder hundert Jahre Erdenleben, ob in einer europäischen Großstadt oder in einem asiatischen Bergdorf, das bleibt sich gleich, denn in der Ewigkeit wird das keine Rolle spielen. 

Was aber unbedingt Sinn hat in diesem Leben, das sind die Werke der Liebe, denn die Liebe in uns ist von Gott und sie hört niemals auf, das heißt, sie ist dieselbe hier auf Erden, wie im Himmel, in der Zeit wie auch in der Ewigkeit. Was wir aus Liebe tun, bleibt erhalten, auch wenn alles andere vergeht. Ein von Liebe bestimmtes Leben kann also nicht sinnlos sein.

Gott selbst läßt sich völlig von der Liebe bestimmen, d. h. was der Liebe, der Treue und der Beständigkeit zuwider läuft, setzt auch seiner Freiheit Grenzen, denn das wird er nicht tun noch sein.

 

Verfasst von alexschnapper am 27. Juli 2010 - 12:41.

Sehr guter Beitrag Christian.

Sehr guter Beitrag Christian. Nur würde ich gerne die Homosexualität...

Sehr guter Beitrag Christian. Nur würde ich gerne die Homosexualität nicht als "Perversion ohne Ende" gleichstellen mit Unzucht etc.

Ich bin genauso über die absolut blöden Äußerungen von Frau Hermann verärgert gewesen, wie zum Glück die meisten, die ich kenne. Ich nehme Frau Hermann überhaupt nicht mehr ernst, allerdings finde ich es bedauerlich, dass es es weiterhin noch schafft, damit in die Öffentlichkeit vorzudringen. Auch ich habe via Facebook/Twitter auf ihren Artikel aufmerksam gemacht, allerdings nicht direkt auf die Verlagsseiten verlinkt, sondern auf RP-Online. (http://www.facebook.com/alexander.schnapper?v=wall&story_fbid=4498249104...)

 

Verfasst von Coriander am 29. Juli 2010 - 11:11.

Es geht um Gewalt

@ alexschnapper: Chr. Spließ schrieb an Frau Hermann: "Sie verbinden...

@ alexschnapper: Chr. Spließ schrieb an Frau Hermann: "Sie verbinden vermutlich mit den Begriffen der beiden Städte Unzucht, Homoexualität, sexuellen Verkehr mit Tieren - kurzum: Perversion ohne Ende."

Er hat damit Frau Hermann unterstellt, was ihr Artikel nahelegt, nämlich dass sie das so sieht, und sodann die biblische Geschichte nacherzählt, in der es  nicht um Homosexualität geht, sondern um Gewalt gegen Fremde. Die (ansonsten heterosexuellen) Männer von Sodom wollten die Fremden vergewaltigen, um sie zu demütigen. (Ähnliches geschah kürzlich in Ameland, zum Beispiel, und geschieht in so manchem Knast.) Das ist eine der Stellen der Bibel, die regelmäßig angeführt werden dafür, dass Gott angeblich Homosexualität nicht mag. Es ist aber da mit keinem Wort von partnerschaftlich gelebter gleichgeschlechtlicher Liebe die Rede, sondern, wie gesagt, von Gewalt gegen vermeintlich Schwächere. Mit Gottes Engeln soll man sich allerdings nicht anlegen :-)

(Auf einer anderen Ebene könnte man sagen: es geht darum, im Fremden Gott zu erkennen - oder eben nicht.)

Coriander

- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-

Verfasst von ChristianSpließ am 30. Juli 2010 - 2:53.
Kommentar auf: Es geht um Gewalt

 Wie schön, wenn man vom

 Wie schön, wenn man vom Leser verstanden wird - genau so hatte ich...

 Wie schön, wenn man vom Leser verstanden wird - genau so hatte ich das gemeint. :-)

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