Und Jobs sah, dass es sehr gut war

Und siehe, es war an der Zeit dass Steve Jobs von seinem Büro hinabstieg zu den Gläubigen, die da warteten zu Tausenden auf dass er brächte die heilige Tafel die vorhersagten die Propheten. Und da war ein lautes Donnern - aber Jobs war nicht in dem Donnern. Es brach hervor ein gewaltiges Gewitter - aber Jobs war nicht in dem Gewitter. Und siehe, es bildete sich ein feiner Nebel und in dem Nebel war Steve Jobs.

Wer jetzt meint, dass ich von diesem Hype um das neue Apple-Produkt total angesteckt und hin und weg wäre: Nein. Sorry, aber das mit dem Tablet, das ist doch ein alter Hut. Nein, nicht weil Microsoft leider etwas eher da war - okay, vielleicht etwas weniger erfolgreich - sondern weil eigentlich schon die Phönizier Tablet nutzten. Gut, online war man damals wenn der Griffel oder Stift mit einem Band vom Rand der Tontafel baumelte und bei der Datenübertragung musste man halt sich stark konzentrieren - Multitasking war damals ganz schlecht, aber Touchoberfläche hatten diese Teile ja auch schon.

Jedes Mal wenn Apple ein neues Produkt ankündigt fühle ich mich an Gottesdienste erinnert - hier die Gemeinde, dort der Hohepriester im schwarzen Rollpullover, der gnosislike andeutet, dass man hinter dem Schleier ja die Wahrheit erkennen kann sofern man willens ist genügend Kollektengeld an die Kirche zu zahlen. Die Wahrheit ist irgendwo im Apfel, das hat schon Eva gewußt. Fragt sich welche Wahrheit das ist. Und ob die Erkenntnis, dass man letztendlich viel Geld für ein Gerät ausgibt, dass vermutlich auf den Knien viel zu warm wird, das eigentlich auch so nichts Neues zu bieten hat - schön, da gibts jetzt den iBook-Store, der aber dann ja bald bei iTunes integriert sein wird, immerhin wohl ePub-Format und kein DRM-Gedönse - was im Umkehrschluss bedeutet, wir Deutschen werden mit einem leeren Laden starten...

Nun denn, die Offenbarung haben wir hinter uns und ich werde jetzt noch einen Tag nicht mit Leuten reden, die in meiner Timeline bei Twitter das Wort Apple gepostet haben. Noch nicht mal mir mir selbst. Schließlich hatte ich ja gemeint, dass ich 72 Tage lang mit keinem poste, der heute das Wort Apple in meine Timeline wirft...

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Kommentare

RE: Und Jobs sah, dass es sehr gut war

Zu Anfang des Kommentars fand ich den Beitrag gut, doch dann fiel  mir auf, dass ein Vergleich zu einer Art Windows-Tablet-PC gezogen wurde. Und da wurde es mir klar.

Entweder hat der Autor kein Produkt von Apple oder nicht verstanden, worum es bei dem iPad geht. Auch hat er es missverstanden, was Microsoft vor einigen Wochen vorgestellt hatte (peinliche Vorstellung natürlich). Nicht Microsoft, sondern die Hersteller wie HP, Sony oder Toshiba stellen die Geräte her und das haben sie schon vor sehr vielen Jahren. Aber immer war das nur einfach ein weiterer PC mit einem umständlichen Softwarebetriebssystem. Und die Ankündigung von MS, dass auf dem neuen "Tablet-PC" Windows 7 läuft...  Nun ja, war keine Überraschung - und dass er von Amazon Bücher runterladen wird.. Toll...

Apple hingegen erfindet sich neu und entwickelt die Produkte selber (bzw. kauft Firmen auf und behält sie unter dem eigenen Firmendach). Außerdem liegt der Fokus des iPad auf mehr als nur eine komfortable "Schreibtisch-Unterlage". Natürlich sehen die Produkte von Apple einfach stylischer aus, sie haben es aber auch drauf. Beim iPad handelt es sich diesmal wirklich um ein richtigen Tablet-PC, und zwar solch eines, wie es andere Hersteller versucht haben, die letzten Jahre zu entwickeln. Aber die haben es verschlafen, auf die Anwender zu hören und deren Wünsche korrekt und ideal einzubringen.

Das iPad stellt alle anderen Produkte wieder einmal in den Schatten. Sollten die amerikanischen Preise aus den USA fast ähnlich nach Europa kommen, dürften sich andere Hersteller (ähh, welche denn?? Apple hat zu einem Rundumschlag ausgeholt) sehr warm anziehen.

Warum gönnen wir Apple den Erfolg nicht? Und jetzt irgendwie Vergleiche zu den Stein"-Tablets" zu ziehen von urbiblischer Zeit. Naja... Ich sag nur, dass durch die Innovationen von Apple die Webwelt und überhaupt die kreative Landschaft sich verändert und verändern wird - wie ich finde, zum Guten!

 

RE: RE: Und Jobs sah, dass es sehr gut war

Natürlich habe ich gewußt, dass Windows zwar einen Tablet-PC ankündigt - und seit Jahren versucht das Gerät in den Markt zu puschen, was bisher nicht funktionierte und deswegen meine ureigenste Skepsis gegenüber Apples neuem Ding. Aber darum geht es gar nicht, der Maschinenraum hat sich ja mit der Technik an sich schon beschäftigt.

Wie ich Apple einen Erfolg gönnen kann wenn das Ding erst einen Tag auf den Markt ist weiß ich nicht. Ob die moderne Tafel auch den Massenmarkt erreicht - Apple-Fans sind immer noch eine Minderheit in der Gesellschaft - wage ich mal auch dezent in Frage zu stellen. Dass Apple aber tatsächlich für viele schon sowas wie eine Religion ist, war sowieso einmal eine Kolumne wert und nachdem wir schon das Jesusphone hatten war es diesmal mit der Vorberichterstattung und dem Hype so als hätten wir wirklich die Wiederkehr Christi vor der Tür. Oder die Versteigerung des Heiligen Kreuzes in toto. Respekt an Herrn Jobs für die perfekte Hypemaschine.

Sehen wir mal davon ab, dass die ganze Terminologie in der Technik wenn es um PC oder Mac geht nur überschwillt von religiöser Bedeutung: Da wird konvertiert, bekehrt, evangelisiert, die Botschaft des Jobs verkündigt. Was vielleicht nochmal eine eigene Kolumne wert wäre...

Insofern: Ich respektiere das, was Jobs geschafft hat durchaus - aber andererseits hat der Kult um ihn und seine Produkte halt ab und an wenig mit dem Verstand zu tun und gehört gebührend ironisiert zu werden. Und so wie sich das ganze präsentierte hätte man wirklich den Eindruck gewinnen können, gerade sei die Form der Tafel an sich erfunden worden...
Ad Astra

RE: RE: Und Jobs sah, dass es sehr gut war

Auf mich wirkt das iPad eher wie ein überdimensioniertes iPhone als wie der große Wurf. Kein Multitasking? Kein USB? Keine Flash-Unterstützung? Ich sehe keinen Weg, wie das iPad an meinem Netbook vorbeiziehen könnte.

RE: RE: Und Jobs sah, dass es sehr gut war

Als Nachtrag hier noch ein Artikel aus der FAZ:

Das Zeitalter des PC ist zu Ende, http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E203ADCA223FC466FB7E894C181C1E485~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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