Weihnachtsspiele

In diesen Tagen ist abends oft noch Licht in den Kirchen, auch unter der Woche. Kinder und Jugendliche kommen zusammen. Überall wird geprobt, auswendig gelernt. Gewänder werden geschneidert, nicht funktionierende Mikrofone verflucht (und das in der Kirche!), funktionierende Mikrofone viel zu weit weg gehalten oder wahlweise durch überlautes „Hallo!“-Schreien in nicht funktionierende verwandelt. Genähte Gewänder werden aus Versehen zerrissen, Stecknadeln in Stoff und Haut gesteckt (Aua! Tränen und Geschrei!), Kämpfe in der Kirche mit Holzschwertern und Hirtenstöcken ausgefochten, Kerzenständer fallen um, Engel brechen in Tränen aus, der kleinste Engel muss aufs Klo, Wirte kommen schon beim Satz "Wer ist da?" ins Stottern. Aufgeregte Kindergottesdiensthelferinnen, Konfirmanden, Pfarrerinnen und Pfarrer versuchen, aus dem Chaos der wimmelnden Kinder einen vernünftige Geschichte zu formen. Und fast immer klappt es:

Wenn dann am Heiligen Abend die Weihnachtsgeschichte in der Kirche zur Aufführung kommt, haben nicht nur die Eltern und Großeltern der kleinen Schauspielerinnen und Schauspieler oft feuchte Augen. Egal, ob sie ganz klassisch aufgeführt wird oder - „lasst uns mal was anderes machen“ - modern-peppig mit gestressten Engeln oder dem Hirten Simon oder vielleicht sogar mit dem Osterhasen: Die Geschichte von dem kleinen Kind, das das Licht in unsere Welt bringt, sie berührt uns. „Gott kommt in unsere Welt, und er ist für die einfachsten Menschen da“: Das erfahren wir ganz besonders deutlich in dem, was die Hirten erlebt haben. Die, mit denen keiner was zu tun haben wollten, werden eingeladen von dem, der nicht mal ein richtiges Dach über dem Kopf hatte und trotzdem der König der Welt genannt wird.
Eine Geschichte, die uns berührt wie kaum eine andere. Kein Wunder, dass Weihnachten so populär geworden ist. Das Spielen mit Licht, die Hoffnung im Dunkeln, das Kind, das Leben bringt: Es ist ein Wunder. Das Wunder von Weihnachten.

Überall in den Kirchen bringen uns das Kinder und Jugendliche nahe. Bereiten sich darauf vor. Heute möchte ich einfach mal „danke“ sagen. Danke an alle Beteiligten. Die Kinder, die Konfrmanden, die Eltern: Danke, dass ihr uns dieses Erlebnis ermöglicht. Ich wünsche auch euch ein frohes, besinnliches und trotz Auftritts besinnliches Weihnachtsfest.

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