Platz ist in der kleinsten Hütte: Das kreative Winz-Büro
Die Tür geht exakt so weit auf, dass der dickste Mitarbeiter es noch in sein Büro schafft. Aber keinen Millimeter weiter. Denn hinter der Tür, vor der Tür, neben der Tür stapelt sich alles das, was in dem (gefühlten) Zwei-Quadratmeter-Büro keinen Platz mehr in einem Regal gefunden hat. Ein zusammengeklapptes Trampolin liegt auf einem Stapel Gemeindebriefe. Der Laptop auf dem Trampolin, denn auf dem winzigen Schreibtisch ist kein Platz dafür. Das schnurlose Telefon wird regelmäßíg vom Handy aus angerufen, um es in dem ganzen Zettelkram wiederfinden zu können. Es wurden schon ernsthaft Überlegungen angestellt, es einfach von der Decke hängen zu lassen. Die Kiste mit den neuen bedruckten Kugelschreibern liegt auf dem Kopierer und muss erst heruntergenommen werden, um kopieren zu können. Was dazu führt, dass Kopieren nur zu zweit möglich ist: Einer hält solange die Kiste, die andere kopiert. Eigentlich auch unmöglich, denn zwei Leute passen gar nicht ins Zimmer. Aber wie heißt's so schön in der Bibel: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. (Lukas 18, 27)
Kurz: Mal wieder eines von diesen Büros, die viel zu klein sind für das Leben, das sich in ihnen abspielen soll. Für die, die dort arbeiten, eine Zumutung. Für die, die dort hinkommen, eigentlich auch. Und trotzdem haben sie ihren Charme, diese Winz-Büros. Bestimmt war dieser Raum ursprünglich nicht dafür gedacht, ein Büro zu beherbergen. Aber irgendwann wurde die Einrichtung einer Stelle beschlossen – eine Projektstelle der Diakonie vielleicht oder eine Jugendarbeitsstelle. Fehlt noch ein Raum fürs dazugehörige Büro – und in den Häusern, die der Kirche gehören, war halt nur noch diese größere Besenkammer frei.
Dann kommt es einfach darauf an, was die Leute, die darin arbeiten, daraus machen. Manche nehmens mit Humor, dass ihr Büro, nun ja, sagen wir mal „suboptimal“ ist. Sie stopfen und stapeln, sie kramen in den Zetteln, und irgendwie kommt am Schluss gute Arbeit heraus. Manchen wird es zur großen Last, weil halt wirklich kein Platz ist für irgend etwas und sie mit der Zeit auch das Gefühl bekommen, ihre Arbeit sei der Kirche eh nicht mehr wert als dieser kleine Raum. Auch das kann ich gut nachvollziehen. Dann ist es wichtig, um Hilfe zu schreien. Irgend eine Lösung findet sich meistens – in dem Fall, den ich grade (natürlich etwas überzogen) beschrieben habe, wurde einfach ein anderer Raum geteilt, um Platz für einen größeren Schreibtisch zu bekommen. Fertig. Geht doch. Und ich finde, das ist auch wichtig: Dass sich die Mitarbeitenden in ihrer Arbeit wohl fühlen. Dass sie gerne kommen. Dass sie sich entfalten können. Wenn wir selbst froh sind, können wir die frohe Botschaft viel besser weitersagen.
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Kommentare
RE: Platz ist in der kleinsten Hütte: Das kreative Winz-Büro
Kommt mir irgentwie bekannt vor. ;-)
KeKs im Auftrag der EJ