Xavier und das Christ-Sein

"Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir zusammen," tönt es aus dem Radio und ich zucke innerlich und äußerlich zusammen. Das ist er wieder, der bekennde Christ und Sänger von weichgespültem Sacropop-Songs. Xavier Naidoo.

Wobei: Ist das eigentlich Sacropop, was Naidoo da von sich gibt? Schließlich fordern die Songs von Naidoo weder zum Lobpreisen Gottes auf, noch beziehen sie sich textlich irgendwie auf Bibel, Gott oder Jesus. Eindeutig in die christliche Ecke einordnen kann man die Texte auch dann nicht, wenn man sie sich genauer ansieht. "Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer." - Ja, gut, Jesus hat auch gesagt, dass das Nachfolgen kein Zuckerschlecken sein wird, aber ist hier wirklich der Weg der Nachfolge gemeint? Der Song beginnt ja schließlich so: "Also ging ich diese Straße lang und die Straße führte zu mir."

Womit klar ist, dass in diesem Song nicht Jesus gemeint sein kein, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Denn schließlich führt die Straße ja zu einem selbst - der Weg der Nachfolge aber doch eher in Richtung des Himmelreichs. Xavier Naidoo hat tatsächlich auch Songs im Repertoir, in denen direkter auf das Evangelium Bezug genommen wird. Diese tauchen zwar nicht in den Charts der Republik auf, aber im Repertoire sind sie schon vorhanden. Wie in diesem:

Der Herr knickt alle Bäume der Umgebung.
Denn er ist König auf dem Zion, der mächtigsten Erhebung dieser Erde
Auf das uns schwindlig werde die Erde dreht sich jetzt schneller
für viele wirds dunkler und für einige wird es heller

Sehen wir mal von der letzten platten Textzeile ab - viel sinnentleerter geht es nun wirklich nicht - und schaut man auf die Strophen so ist klar, dass hier die Apokalypse gemeint ist. Und ab und an gibt es sogar Textassoziationen, die an Johannes erinnern: Anstatt der Sterne fallen bei Naidoo halt Satelliten auf die Erde, es wird Lava gespuckt und überhaupt alles kurz und klein gemacht. Christliche Bezüge, ja. Aber ist das Ganze nicht eher eine Anhäufung von Metaphern um des Effekts wegen? Und welche Krieger beschwört Naidoo am Ende der zweiten Strophe, die Gott da auferwecken soll? Ja, ich weiß, Paulus und Rüstung und so, aber Krieger? Sind wir Christen denn Krieger? Ich weiß nicht so recht...

Eigentlich, so denke ich mir während ich das Radio ausschalte, ist Naidoo das Beispiel dafür was passiert, wenn man die Botschaft des Evangeliums von ihren Inhalten entkleidet und sie mainstreamfähig macht. Dann bleibt nämlich nicht viel mehr von ihr über als ein genereller Appel an das Gute im Menschen. Doch Naidoo vergißt, dass "mit unserer Macht es nicht getan ist". Christen wissen das. Ich hoffe, Naidoo auch.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3.1 (10 Bewertungen)

Kommentare

Verfasst von Gast am 23. Mai 2011 - 9:33.

Hallo, ich möchte zu diesem

Hallo, ich möchte zu diesem Thema gern etwas sagen. Ich denke, Xavier ist nicht...

Hallo,
ich möchte zu diesem Thema gern etwas sagen.
Ich denke, Xavier ist nicht eventuell Christ ist, sondern ein Extremist. Das sagt mir schon deine als sinnentleert bezeichnete Zeile: Für viele wirds dunkler und für einige wird es heller. Was meint er damit? Dass es für alle Sünder jetzt dunkler wird, sie bestraft werden? Ich glaube nicht, dass das im Sinne eines modernen christlichen Glaubens ist.
Mehr Beispiele für dieses eingefahrene Gottesbild sind in seinen Texten haufenweise zu finden:

"So muss es sein, wenn du weißt wie ich mein
Wer ist größer als mein Gott?
- Ich kenn keinen. Geh heim! (2x)

Und ich muss nicht mal fluchen um über euch zu triumphieren
Und verwandle euch mit einem Lächeln zu wirbellose Tiere, denen
Ich auf regennasser Straße leider nicht ausweichen kann
Aber was geht mich das an?
Denn du bist selbst Schuld daran
Sag nicht ich hätte dich nicht gewarnt
Ich habe ausschließlich mit der Hilfe des Herrn geplant
Jetzt wirst du entfernt, du fallender Stern"

Wie soll ich das verstehen? Dass Xavier mit Hilfe seines Herrn alle, die gefallene Sterne(Ungläubige??) sind, töten will?? Das erinnert mich seltsamerweise an die Kreuzzüge.

Oder hier:

"Ihr veranstaltet Feste auf den Strassen
Genehmigt von der falschen Instanz
Seid ihr bereit für den letzten Tanz(...)
Vorbei sind die Zeiten der Vergebung
Vorbei sind die Tage die gezählt" usw.
Ich dachte, dass die Christen an einen gütigen Gott glauben. Wer ist dann die falsche Instanz und wieso sind die Zeiten der Umgebung vorbei?

Für mich ist eines klar: Ich weiß nicht, an was für einen Gott Xavier glaubt, aber es ist jedenfalls nicht derselbe, an den ich glaube.
Ich glaube, dass Gott den Sündern vergibt.
Ich musste das loswerden, weil ich es nicht aushalten konnte, dass auf dieser seite so harmlos über so einen rückwärtsgerichteten Menschen geredet wird.
Liebe Grüße Sara

Verfasst von Gast55 am 17. Januar 2012 - 9:21.

christ sein

dieser beitrag ist zwar älter, aber heute morgen hat mich das radioprogramm mit...

dieser beitrag ist zwar älter, aber heute morgen hat mich das radioprogramm mit dem unangenehmen typen geweckt!

ich glaube, dass er ein moslem ist, der, um den islam zu verbreiten, lügen soll und "darf", und sich deswegen der antichristlichen kopie von bibel und wahrheit bedient.

diese spezies gibt es von anfang an. aus jesus wird staatsreligion, eine holzfigur, seine aktuell tote menschen-mutter wird angebetet, die bibel wird zu wachtürmen verstümmelt, und kommunistische lesben drehen auf die bloße erwähnung des herrn durch, halten den antichristlichen islam aber für eine tolle religion, die toleriert werden muss, und schreiben das in ihre taz.

wer dem herrn gehört weiß das, denn der geist der wahrheit ist in jenem menschen.

ich finde oben drauf die stimme widerlich!

Verfasst von Gast am 11. Oktober 2010 - 20:45.

Nur Gott kennt das Herz der

Nur Gott kennt das Herz der Menschen, so auch das von Xavier. Insofern kann ich...

Nur Gott kennt das Herz der Menschen, so auch das von Xavier. Insofern kann ich deine Vorwürfe nicht zurückweisen, denn ich kenne eben dieses Herz nicht.
Viel Sinn kann ich deinem Beitrag jedoch nicht abgewinnen.

"Und welche Krieger beschwört Naidoo am Ende der zweiten Strophe, die Gott da auferwecken soll? Ja, ich weiß, Paulus und Rüstung und so, aber Krieger? Sind wir Christen denn Krieger? Ich weiß nicht so recht..."
Die Frage, wen Gott in der Endzeit auferwecken wird finde ich gar nicht so schwierig. Und natürlich sind wir Christen Krieger. Ich seh mich absolut so. Nicht in der Weise, wie die Welt sie kennt, aber sollten wir nicht diejenigen sein, die für sein Reich kämpfen? Wie bezeichnet man Menschen, die für das Reich eines Königs kämpfen? Krieger..

Zu der sinnentleerten Zeile wurde schon treffend geantwortet.

Gerade das zitierte Lied finde ich super. Nicht weil es die Wahrheit wäre...es sind Gedanken zu dem Thema und ich finde die bemerkenswerte Stimmung des Liedes deckt sich sehr gut mit der christlichen Vorstellung der Apokalypse. Es ist brutal, erschreckend und aufwühlend. Es sagt nicht "egal wie deine Beziehung zu Jesus war, am Ende hat Gott doch alle menschen so lieb, dass jeder bequem auf seinem Opa-Schoß Platz nehmen kann". Nein, es schildert die Niederlage des Bösen und den Untergang aller Gottlosen. Egal was wir davon halten, so krass ist auch die Bibel. Es gibt ein ganz klares Entweder-Oder!
"für viele wirds dunkler und für einige wird es heller"
Genau das!

Gerade, dass Xaviers Lieder diese unbequemen und unbeliebten Wahrheiten aussagen finde ich so sympathisch.
Weichgespült? Wohl kaum.

Christina

Verfasst von Gast am 18. Februar 2010 - 23:24.

Xavier und das Christ-Sein

he leute, warum fragt ihr ihn nicht selbst ? er spricht gern mit menschen! aber...

he leute, warum fragt ihr ihn nicht selbst ?
er spricht gern mit menschen!

aber ihr könnt hier auch etwas nachlesen, von dem was er über sich selbst sagt und ich würde sagen, wie johannes der täufer es ausdrückt bei seinem selbstzeugniss: ich bin nicht das licht, aber ich soll von dem licht zeugen!
also, lest mal hier, was er über sich selbst schreibt:
http://www.poptext.de/Seiten/archiv/xavier99.htm

gruß
Peter

Verfasst von Gast am 13. November 2009 - 19:57.

RE: Xavier und das Christ-Sein

Was ist mit seinen gesungenen Gebeten, und dem Vater unser?

Was ist mit seinen gesungenen Gebeten, und dem Vater unser?

Verfasst von SecondAttempt am 10. November 2009 - 10:21.

RE: Xavier und das Christ-Sein

Ich würde mich nicht unbedingt als Fan des Herrn Naidoo bezeichnen, obwohl...

Ich würde mich nicht unbedingt als Fan des Herrn Naidoo bezeichnen, obwohl ich einige seiner Songs sehr mag. Allerdings glaube ich, diesen oberflächlichen Verriss hat er nicht verdient. Wenn er seine Gedanken und Empfindungen so ausdrückt, wie er sie ausdrückt, dann hat das m.E. absolut nichts mit "Entkleidung der Botschaft des Evangeliums von Inhalten" und mit "Mainstreamfähigkeit" zu tun. Der Verfasser unterstellt offensichtlich, dass alles, was über "Großer Gott wir loben dich" hinausgeht, nicht wirklich christlich sein kann. Wahrscheinlich hat er, spätestens mit der Veröffentlichung von "Devil Woman", Cliff Richard auch zu den weichgespülten Halbchristen sortiert.
 Nun ja, Christian Spließ hat sich ja mit diesem Beitrag ohnehin nicht unbedingt als "Intensivdenker" geoutet. Die von ihm verächtlich abgetane Zeile: "für viele wirds dunkler und für einige wird es heller", die er als sinnentleert bezeichnet, hat durchaus ihre Vorbilder in biblischen Texten und beschreibt sehr gut künftige, gravierende Geschehnisse. Mal ganz abgesehen von aktuellen Bezügen, denn die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung lässt sich mit diesem Satz ja trefflich beschreiben.
Vielleicht sollte man Herrn Spließ empfehlen, dass er, wenn er schon einen Mangel an Zugangsmöglichkeiten zu Metaphern und Stimmungsbildern hat, sich künftig besser nicht an Songs und Texten vergreiffen sollte, denen er nicht gewachsen ist.

Die künstlerische Freiheit, sich so auszudrücken, wie der Künstler denkt und fühlt, die sollte auch einem "bekennenden Christen" zugestanden werden. Und der Gebrauch dieser Bezeichnung "bekennender Christ" als Zwangsjacke und Disziplinierungszaunpfahl, erscheint mir von erschreckender Lieblosigkeit.

~I started out with nothing and I still have most of it left~

Verfasst von ChristianSpließ am 11. November 2009 - 15:58.

RE: RE: Xavier und das Christ-Sein

Dass es Musik gibt, die neben "Großer Gott wir loben dich"...

Dass es Musik gibt, die neben "Großer Gott wir loben dich" durchaus bestehen kann, das weiß ich durchaus. Überraschenderweise bin ich ein Fan von Cae Gauntt und Clemens Bittlinger und Jonathan und Laurent. Insofern: Sacropop ist mir nicht fremd. Aber mir fehlt bei Naidoo das, was z. B. Cae Gauntt ausstrahlt - Authentizität. (Wenngleich auch nicht alles, was Frau Gauntt singt oder glaubt unbedingt meine Zustimmung trifft. Ebensowenig wie Clemens Bittlinger nun der Stein der Weisen auf dem Gebiet ist.) Aber hier treffen Person und Aussage zusammen. Was ich bei Xavier Naidoo nun nicht so sehe. Darüber können wir aber gerne diskutieren, dazu ist das Blog ja auch da. ;-)
(Ich mochte ja sogar diesen obskuren Text der "Army of Lovers" ganz gerne. Und der war nun eigentlich kompletter Unsinn, glaubenstechnisch betrachtet.)

Verfasst von theolounge.de am 10. November 2009 - 12:40.

RE: RE: Xavier und das Christ-Sein

 Die Zeile "Also ging ich diese Straße lang und die Straß...

 Die Zeile "Also ging ich diese Straße lang und die Straße führte zu mir" kann man auch anders interpretieren: wenn man den Zugang zum Glauben an Gott findet, dann kann man sich selbst ganz neu finden.

Mir ist dieser Artikel etwas einseitig. Man kann heute durchaus froh sein darum, wenn derartige Inhalte immerhin medienfähig kommuniziert werden, das sollte man nicht vergessen. Selbst, wenn sie Defizite aufweisen mögen...

Verfasst von Gast am 10. November 2009 - 12:36.

RE: RE: Xavier und das Christ-Sein

Die Zeile "Also ging ich diese Straße lang und die Straße führte zu mir" kann...

Die Zeile "Also ging ich diese Straße lang und die Straße führte zu mir" kann man auch anders interpretieren: wenn man den Zugang zum Glauben an Gott findet, dann kann man sich selbst ganz neu finden.

Mir ist dieser Artikel etwas einseitig. Man kann heute durchaus froh sein darum, wenn derartige Inhalte immerhin medienfähig kommuniziert werden, das sollte man nicht vergessen. Selbst, wenn sie Defizite aufweisen mögen...

theolounge.de

Verfasst von Gast am 29. Mai 2011 - 16:34.

Christen, die was wagen,

Christen, die was wagen, stehen immer unter Anfechtung. Am schlimmsten von Mit-...

Christen, die was wagen, stehen immer unter Anfechtung. Am schlimmsten von Mit-Christen, das ist ein Trauerspiel! XN bekennt sich ganz klar zu Jesus Christus als dem Retter und Sohn Gottes. Alles weitere darf man als Stückwerk betrachten, wie auch wir nur Stückwerk erkennen können. Also: lieber etwas demütiger bleiben! Ich find´s jedenfalls bemerkenswert, dass XN Farbe bekennt, auch wenn´s ihn Ruhm und Reichtum kostet.

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