DIE GEBOTE DER GESTALTUNG

Du sollst die Schrift ehren (Teil 1)

Beim Anschauen diverser in Kirchen ausliegender Flyer wird mein gestalterisches Auge doch nur allzu oft maßlos strapaziert. Deswegen hab ich beschlossen, ein kleine Einweisung in die Grundlagen der Gestaltung zu geben, für alle Kirchengemeinden, die weiterhin ihre Flyer selbst am PC in Word gestalten möchten – oder in Coral Draw, dem Programm aus den Achtzigern, mit dem man auf Knopfdruck jegliche gestalterische Effekte erzielen kann. Aber beginnen wir nun mit dem ersten Thema: die heiligen Schrift.

Die Schrift ist nicht alleine zum Informieren da, sondern auch, um dem Gesamtwerk optisch ein harmonisches Bild zu verleihen und die Aussage des Textes visuell zu unterstützen. Das Ziel: immer die Lesbarkeit zu wahren.

Dieses scheint allerdings oft nebensächlich zu werden, wenn man erstmal die Menüleiste mit den Effekten und Schriften gefunden hat.

Auch scheint der Nervenkitzel oft dazu zu verleiten, die Schrift so weit an den Rand zu setzen, dass man nach dem zuschneiden des Flyers nicht genau weiß, ob der erste Buchstabe fehlt oder nicht. Da kann schnell mal aus einer Kurzandacht, eine urzandacht werden. Aber wer spielt nicht gerne Glücksrad. Ich kaufe ein „F“- äääht- falsch. Okay, dann möchte ich lösen.

Bei der Gestaltung der Schrift gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann zum Beispiel unterschiedliche Schriftarten benutzen. Seit Windows Vista macht das auch doppelt so viel Spaß, weil es nahezu ein Überangebot von System-Schriften gibt. Und was man hat, soll man ja auch zeigen. Und da die Entscheidung bei so einer Auswahl auch nicht leicht fällt, wird alles benutzt, was man schön findet – kost ja nichts. Und mal ehrlich bei so vielen Worten kann man ja auch viele Schriften benutzen, oder? Auch ein Wort hat Gefühle und möchte nicht aussehen wie jedes Andere? Nein! Und wie heißt es so schön: Triff keine Entscheidungen auf der Basis von Gefühlen (Sprüche 4, 23). Man bedenke, dass nicht alle Geschmäcker gleich sind.

Die Schrift sollte zu der Aussage passen und nicht zum aktuellen Tagesbefinden. Daher sollte man darauf verzichten, das Orgelkonzert oder dem Gottesdienst mit Abendmahl in einer Schrift wie der Comic Sans zu schreiben – weil es ja so witzig und anders aussieht – optisch aber eher einem Schulanfängergottesdienst vermuten lässt.

Damit jetzt aber kein Unmut aufkommt – natürlich muss man sich nicht nur für eine Schrift entscheiden. Ganz im Gegenteil, es ist wie mit Chili-Schokolade – zwei Kontraste, die miteinander gut harmonieren. Aber nicht vergessen ZWEI Kontraste, nicht Schokolade mit Chili, Zitrone, Marzipan und Blumenkohl. Und bei zwei Schriften ist auch nicht gemeint pro Seite, sondern durch das gesamte Broschürenwerk.

Denn, um nochmal sich den Zweck der Gestaltung mit Schrift zu verinnerlichen: Die Schrift soll Inhalt, Zweck und Anmutung eines Werkes verdeutlichen und die Aussage des Textes visuell unterstützen, wobei die optimale Lesbarkeit immer an erster Stelle steht.

Im nächsten Blog geht es dann um die Größe und die Auszeichnungsarten der Schriften.

Und wer schöne Beispiele findet ist herzlich Willkommen diese hier zu präsentieren.

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Kommentare

Verfasst von ChristianSpließ am 16. Oktober 2009 - 1:27.
Kommentar auf: DIE GEBOTE DER GESTALTUNG

RE: DIE GEBOTE DER GESTALTUNG

Sehr schön. Ich freue mich dann über den nächsten Beitrag -...

Sehr schön. Ich freue mich dann über den nächsten Beitrag - immer wieder gern genommen wird ja die Schriftgröße 8... ;-)
Ad Astra

Verfasst von Heiko am 16. Oktober 2009 - 6:48.

Warum so groß? ;-)

Also, ich finde 4 Punkt absolut ausreichend. Wozu den Platz verschwenden? Es...

Also, ich finde 4 Punkt absolut ausreichend. Wozu den Platz verschwenden? Es hat doch jeder ein Mikroskop zu Hause rumstehen. ;-)

Verfasst von simone am 19. Oktober 2009 - 17:33.
Kommentar auf: Warum so groß? ;-)

RE: Warum so groß? ;-)

4 Punkt ist super - spart eine Menge Platz, man sieht keinen Rechtschreibfehler...

4 Punkt ist super - spart eine Menge Platz, man sieht keinen Rechtschreibfehler und es ist ja auch erwiesen, dass z.B. bei Anzeigen-Werbung den Fließtext eh nur ca. 3% der Leser auch lesen. Also warum nicht ein wenig mit der Größe experimentieren.

Verfasst von Gast am 15. Oktober 2009 - 9:04.
Kommentar auf: DIE GEBOTE DER GESTALTUNG

RE: DIE GEBOTE DER GESTALTUNG

Schöne Beispiele? Die Gemeindeinfos des 2. ÖKT. http://www.oekt.de/service/...
Verfasst von simone am 19. Oktober 2009 - 17:38.

RE: RE: DIE GEBOTE DER GESTALTUNG

Ja, das ist auf jeden Fall eine stringente webseite, die sehr...

Ja, das ist auf jeden Fall eine stringente webseite, die sehr anwenderfreundlich ist. Gut gemacht.

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