Gesangbuch reloaded: Das Lied vom Mercedes-Benz

Als Janis Joplin Gott darum bat ihr einen Mercedes-Benz zu schenken - neben einem Farbfernseher und einem netten Abend in der Stadt - konnte sie wohl nicht wissen, dass im EG schon ein Lied vorhanden ist, das indirekt schon auf den Mercedes an sich Bezug nimmt.

Der Text des Liedes erschien in dem Gedichtband "Harfenklänge" und hieß ursprünglich "Mein Ein und Alles." Das war im Jahre 1857, von einem Auto namens Mercedes konnte da noch keine Rede sein. Denn der Ursprung dieser Marke liegt im Jahre 1890, der Name an sich - Mercedes-Benz - wurde erst 1926 erfunden. Insofern hat das "Mercedes-Benz-Lied" nun wirklich nichts mit dem Auto an sich zu tun.

Aber warum huscht dann ein wissendes Grinsen über das Gesicht der Chorsänger, wenn der Chorleiter meint, man würde jetzt das "Mercedes-Benz-Lied" anstimmen? Daran ist die erste Zeile des Textes schuld, das nach dem Tod des Autors Adolf Krummacher mit der Melodie von Mina Koch, 1897, populär wurde. So findet man unter der Nummer 407 im EG das Lied - "Stern auf den ich schaue".

Wobei: Wenn man heute keine C-, E- oder S-Klasse fährt, dann könnte man die Anspielung vermutlich nicht so ganz nachvollziehen, denn anstatt des Symbols das auf der Kühlerhaube prangt ist bei den neueren Fahrzeugen der Stern nur auf dem Kühlergrill als Plakette angebracht. Und somit kann man den eigentlich gar nicht mehr als Zielhilfe nehmen...

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