Richtige Wunder erfordern Arbeit

Was soll man bekanntlich bei diesem schönen Wetter machen? Richtig, nach draußen gehen!
Was soll man machen, wenn das Wetter schön ist, und das Examen bald ansteht? Richtig, draußen dafür lernen!

Da hole ich mir also mein Fahrrad aus dem dunklen Keller und radel ins Grüne – samt eines schweren Päckchens Schulbücher auf dem Rücken.

Nach eineinhalb Stunden komme ich an, und lege nach einer Verschnaufpause los. Ich schaue mir die Physiologie des Magen-Darm-Trakt des Menschen und die jeweiligen pathologischen Veränderungen dazu an. Beim Wiederholen des Verdauungsapparates sehe ich einmal mehr die Genialität des Menschen. Ich denke: „Erstaunlich, wie alles ineinander greift und aus einem Stück Vollkornbrot ein echter Energielieferant für den menschlichen Körper wird!“

Doch die Verzahnung bringt auch Nachteile mit sich. Ich kann zufrieden sein, wenn ich gesund bin. Für meine Gesundheit muss ich jedoch etwas tun, sonst steht sie auf sehr wackeligem Fundament. Dazu gehört abwechslungsreiche Ernährung mit vorzugsweise frischen Nahrungsmitteln, Obst und Gemüse. Wichtig auch regelmäßige Bewegung – mindestens eine halbe Stunde täglich.

So etwas habe ich also unter anderem gemütlich auf einer sonnigen Parkbank gelernt – der menschliche Körper ist ein richtiges Wunder.

Auf der Heimfahrt komme ich dann auf andere Gedanken und frage mich: „Eigentlich sollte es für einen Menschen doch das Wichtigste sein, gesund zu sein! Erheben wir nicht oft Dinge zu Prioritäten und Konstantem in unserem Leben, die für unsere Zufriedenheit nicht von reeller Bedeutung sind?
Für mich sind die kleinen Dinge, wie eine Berührung oder eine Umarmung von größerer Bedeutung, als der Besitz eines neuen iPhones oder eines neuen Fernsehers.

Ich finde es schön, wenn ich von Frau S., über die ich schon in „Zuckerbrot und Peitsche“ geschrieben habe, eine Tafel Schokolade angeboten bekomme – eine echte ernst gemeinte Wertschätzung.
Toll, wenn ich aus Frau K., die ich in „Lachen ist Gesund“ würdigte, ein Lächeln oder die Bereitschaft zu einer Umarmung heraus zaubern kann. Ihr herzhaftes Lachen finde ich nach wie vor bewundernswert und kostete mich viel Arbeit.

Der emotionale, zwischenmenschliche Kontakt führt auf BewohnerInnen- und PflegerInnen-Seite zu einem langlebigen Gefühl, dass man jemand ist und etwas wert ist – das definiert unser Mensch-Sein und macht uns wirklich zufrieden.

Das „Das ändert alles. Wieder einmal“-Gefühl, das von Apple die Tage im Zuge des Marketings ihres neuen Telefones propagiert wird, wird stattdessen teuer erkauft und ist äußerst flüchtig – wohl ein falsches Wunder.

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Kommentare

Verfasst von StephanWolters am 2. August 2010 - 2:08.

RICHTIGE WUNDER

  RICHTIGE WUNDER   Manche wunderbaren Dinge entstehen sicherlich...

 

RICHTIGE WUNDER


 

Manche wunderbaren Dinge entstehen sicherlich aus intensiver und geduldiger Arbeit, aber die wirklichen Wunder (deswegen spricht man ja von einem Wunder) sind unerklärlich und auch durch noch so viel Arbeit und Nachdenken nicht zu bewirken …
 

Als Wunder (griech. thauma) gilt umgangssprachlich ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst. Es bezeichnet demnach allgemein etwas „Erstaunliches" und „Außergewöhnliches" (griech. thaumasion).
 
Im engeren Sinn versteht man darunter ein Ereignis in Raum und Zeit, das menschlicher Vernunft und Erfahrung und den Gesetzlichkeiten von Natur und Geschichte scheinbar oder wirklich widerspricht. Dabei ist zu beachten, dass die heutige Vorstellung von einem Wunder als "übernatürlich" erst in der Neuzeit entstand; sie setzt Wissen um die Existenz von Naturgesetzen voraus. Für die Menschen in Antike und Mittelalter hingegen, für die bereits Phänomene wie Blitz und Donner unerklärlich waren und die einer scheinbar ungeordneten, regellosen Umwelt gegenüberstanden, war die Grenze zwischen "Möglichem" und "Unmöglichem" weitaus durchlässiger.
 
Ob ein Ereignis oder eine Sache wunderhafte Züge trägt, ist grundsätzlich der Meinung des Betrachters überlassen. In bestimmten Situationen glauben Augen- und Ohrenzeugen, sie hätten etwas Unfassbares erlebt oder gesehen. Oft werden die Wunderberichte weiter erzählt, um eine ganz bestimmte Sicht der Dinge bei anderen Menschen zu bewirken. Während religiöse Menschen die Möglichkeit von Wundern meist bejahen, wird sie von areligiösen Menschen meist grundsätzlich verneint.
 
Wikipedia

 

 

Herzlich,
 
Stephan



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