Essen im Eimer

Von Sabine Horst - Reden wir mal über Popcorn. Und Nachos mit Käsesoße. Also: Essen im Kino. Wenn ich mich recht erinnere, war das früher ja eigentlich kein Thema. Bei uns gab’s eine Rolle Rolo – für zwei: "denn Sie sind alt genug, alles zu teilen". Tja, und wenn man mal eine Tüte Kekse mitbrachte oder seine eigene Limo, dann hat das niemanden aufgeregt.

Iiiek, mach das weg!

Von Sabine Horst - Neulich haben wir uns in der Kantine über unseren Spaghettitellern mit der Frage beschäftigt, was eigentlich gruselig ist… Die "Harry-Potter"-Filme zum Beispiel? Die Kollegen waren sich ziemlich einig, dass zumindest der "Gefangene von Askaban" Momente hat, die einem ganz schöne Schauer über den Rücken jagen können. Wobei manche den Werwolf erschreckend fanden, andere aber diese Zombies im Putzlappen-Look, die Dementoren, die den Menschen die Seele rauben. Kein wirklich klares Ergebnis.

Highway zum Hades

Von Sabine Horst - Wo kommen eigentlich die Superhelden her? Es heißt ja immer, dass die eine Erfindung des zwanzigsten Jahrhunderts sind – der erste richtige soll Superman gewesen sein. Stimmt aber nicht. Der griechische Dichter Homer hat zwar den Begriff Superheld noch nicht gekannt und sowieso ist er zu lange tot, um noch Copyright-Ansprüche zu erheben, doch an Helden war in seinen Geschichten kein Mangel.

"Keine Messer, keine Revolver, keine Toten"

 Von Sabine Horst - Diese Woche ist Pernell Roberts gestorben, mit 81. Er war Adam in Bonanza. Der älteste der Cartwright-Brüder. Der gelassenste, der smarteste. Er trug cooles Schwarz, und er beherrschte diesen 1A-Western-Blick, so unter dem Hut hervor, von halb unten nach halb oben. Bonanza lief am Sonntagnachmittag, und ich habe kein Date mit Adam verpasst – bis er, viel zu früh, aus der Show ausgestiegen ist .

Neues vom Schöpfer der Dunkelheit

Von Sabine Horst - Ist Ihr Kind auch schon durch die Mühle "Aufsatzerziehung" gegangen? Also, bei uns geht es jetzt richtig los. Zwei Stück pro Halbjahr. In den Varianten Reizwörter- und Bildergeschichte. Bei der ersten gibt es drei Begriffe, sagen wir: Boot, Wasser und singen. Und dann müssen die Kids daraus was machen. Die Bildergeschichten stammen in der Regel aus dem Standardsatz "Vater und Sohn", das sind diese Strips von e.o. plauen. Aus den dreißiger Jahren!

Scheißkalt hier!

Von Sabine Horst - "Und jetzt mal alle schön winken!" Die "Esperanza" hat gefunden, was sie sucht. Das Greenpeace-Schiff ist auf einen Vorposten der japanischen Walfangflotte gestoßen. Wir befinden uns irgendwo im Südpolarmeer, am Rand der antarktischen Eismasse, der Kapitän zeigt immer mal wieder auf der Karte, wo’s langgeht.

Esst mehr Obst!

Von Sabine Horst - Kennen Sie die Geschichte vom vegetarischen Wolf? Also, die geht so: Es war einmal ein Wolf, der lebte in einem Häuschen am Rande eines kleinen Dorfes. Das Häuschen war schmuck und der Wolf ein Netter, doch die Dorfbewohner hatten Angst, keiner wollte was mit ihm zu tun haben. Und so war der Wolf sehr einsam. Aber eines Tages ließ sich ein Mädchen, das von allen Rotkäppchen genannt wurde, von ihm zum Essen einladen. Und es merkte, dass der Wolf niemanden fressen wollte.

Schlümpfe auf Speed

Von Sabine Horst - Okay, die Katze ist aus dem Sack. Man könnte auch sagen: Die Schlümpfe sind aus dem Wald. Mit den Comiczwergen aus Frankreich hat nämlich die internationale Kritik die blauen Indianer – vom Stamme der Na’vi – in James Camerons Blockbuster "Avatar" verglichen. Das hört sich ja eigentlich erstmal nett an. Der Trailer, der im Fernsehen kam, hat auch so ausgesehen, als könnte der Film ein schönes Stück Abenteuerkino sein – für die ganze Familie.

Bleistift an Radiergummi: Rette die Welt!

Von Sabine Horst - "Biep", macht es im Kinderzimmer. "Biep, dödelbeep". Es ist morgens halb sieben, und R2-D2 hat gerade unseren Sohn geweckt. Der beliebteste Androide der Galaxis steht als Uhr auf dem Nachttisch. Und er piept nicht nur, sondern projiziert sogar die Weckzeit an die Wand, in Leuchtziffern. Da kamen wir einfach nicht dran vorbei im Laden. Den mussten wir haben.

Bleistift an Radiergummi: Rette die Welt!

Von Sabine Horst - "Biep", macht es im Kinderzimmer. "Biep, dödelbeep". Es ist morgens halb sieben, und R2-D2 hat gerade unseren Sohn geweckt. Der beliebteste Androide der Galaxis steht als Uhr auf dem Nachttisch. Und er piept nicht nur, sondern projiziert sogar die Weckzeit an die Wand, in Leuchtziffern. Da kamen wir einfach nicht dran vorbei im Laden. Den mussten wir haben.

Das Haus der Familie Griswold

Von Sabine Horst - Bei uns in der Gegend, in einem Vorgarten ein paar Straßen weiter, hat es am letzten Wochenende wieder angefangen zu leuchten. Wahrscheinlich kann man das Grundstück als hellen Fleck aus dem All sehen. Glühbirnchen an den Fenstern, Lichterschlangen, dazu Plastikhirsche und allerhand Selbstgebasteltes, eine Krippe – ich tippe mal: Zeitungspapier, Tapetenkleister, Acrylfarbe. Jedes Jahr kommt irgendwas dazu, Engel, Sterne, Pilze… Wieso eigentlich Pilze? Also, nach "Schöner Wohnen" sieht das nicht aus.

Edward mit den Spießerträumen

Von Sabine Horst - Tessa denkt, jetzt hat sie mich. "Team Edward oder Team Jacob? " fragt sie. Tessa ist vierzehn und die Tochter einer Freundin. Meistens, wenn wir uns so unterhalten, habe ich keine Ahnung, wovon sie redet – Bands, Mangas, Fernsehserien. Aber zur Zeit ist sie auf dem "Twilight"-Trip, Sie wissen schon: Die "Biss"-Serie. Und, hey, damit kenne ich mich aus. Ich bin ein Horrorfan. Wenn irgendwo Vampire oder Werwölfe drin sind, bin ich dabei. Tessas Frage überrascht mich kein bisschen.

Die spinnen, die Gallier! Zum Glück

Von Sabine Horst - Ein Freund von uns hat mal gesagt, mit jüngeren Kindern sollte man eigentlich nur Animationsfilme gucken. Damit sie die Trennung zwischen Wirklichkeit und Film leichter hinbekommen. Also, wir haben Trickfilme geschaut bis zum Anschlag. Und es gibt ja auch wirklich viele. Das Familienkino: ein Universum voller sprechender Autos, piepsender Roboter, surfender Pinguine und steppender Löwen. Von denen die meisten einander merkwürdig ähneln.

We Like to Move It, Move It!

von Sabine Horst - "Menno, fängt’s jetzt endlich an? Wann fängt’s denn an?" – "Gleich", sag ich. "Muss gleich anfangen, ist schon fünf Minuten über der Zeit". Samstag Nachmittag. Das Kino ist gut besetzt. Was nicht zuletzt an uns liegt: Acht Kinder haben wir dabei, mein Mann und ich. Sieben davon sind nicht unsere, sondern geliehen. Oder besser: untergeschoben. Die anderen Eltern haben jetzt frei. Wir sitzen hier, in dem vollen, überheizten Kino, und tragen die Last der Verantwortung.

"Ich bin erst neun, holt mich hier raus!"

Ein paar Anmerkungen zur Altersfreigabe "ab zwölf"

"Du wärst Achilles, ich Odysseus..."

Von Sabine Horst - Neulich hat Nick seine erste Lateinarbeit zurückbekommen. Wir haben alle erleichtert aufgeatmet. Es war eine Zwei. Was freilich nicht nur an Nicks umwerfender Übersetzungskompetenz lag. Sondern auch an der Tatsache, dass er bei den Zusatzfragen gepunktet hatte: Was war das Zeichen für den Start des Wagenrennens im Circus? Und was zeigte die absolvierten Runden an?
 

Eine Insel mit zwei Bergen

Von Sabine Horst – Okay, sagen wir mal, Ihr Kind ist jetzt im Vorschulalter und hat mitgekriegt, dass es so etwas wie Fernsehen gibt. Ich weiß nicht, wie Sie es damit halten. Uns ist es, obwohl wir als Erziehungsberechtigte eindeutig zur laschen Sorte gehören, auf vollkommen unerklärliche Weise gelungen, den An-Knopf des TV-Geräts mit einem Bann zu belegen. Unser Sohn hat noch nie, niemals, einfach so und für sich, ohne zu fragen das Fernsehen eingeschaltet. Das wird aber nicht so bleiben. Auch bei Ihnen zuhause nicht.

Magische Momente

Von Sabine Horst - Ich warte auf den "Elektrik-Trick". Die Stelle, wo der Magier Catweazle den Lichtschalter entdeckt: an, aus, an, aus… Elektrik-Trick eben. Irgendwie habe ich mir gedacht, Nick würde das komisch finden. Also, ich habe mich damals geschüttelt vor Lachen, das weiß ich noch genau. Aber mein Sohn sitzt neben mir auf dem Sofa mit versteinertem Gesicht. "Können wir nicht was anderes gucken?" –"Jetzt wart doch mal ab." Klick, klick, tchtchtch, Elektrik … Nichts, keine Regung.

Geschüttelt, nicht gerührt

Von Sabine Horst - Was ist eigentlich aus den Filmen für die kleinen Kinder geworden? Gibt es nichts Kuscheliges, Lehrreiches oder Unterhaltendes, das sich ein Sechsjähriger im Kino ansehen könnte? Und was treibt einschlägig erfahrene Firmen wie Disney und Pixar um - was verstehen die heutzutage unter einem "Familienfilm"? Gerade haben mein Sohn Nick und ich den 3D-Hit "Oben" nachgearbeitet.

Die Wunschmaschine

Von Sabine Horst - Kleopatra, das wissen wir aus den "Asterix"-Heften, hatte einen Vorkoster, der ihre üppigen Mahlzeiten, bis runter zum Dessert, auf Gift testete. Unser Sohn Nick hat einen persönlichen Kino-Vorkoster – mich. Wenn wir unsicher sind, ob ein Film was taugt,  gehe ich erstmal alleine gucken.

In Piratengewässern

Von Sabine Horst - Wie unterhält man einen Zwölfjährigen, der schon alles gesehen hat?  Einen Jugendlichen, der Computer nicht nur benutzt, sondern auseinanderbaut und wieder zusammen. Der LAN-Partys veranstaltet und natürlich weiß, dass es so was wie dubiose Games gibt, wobei er gerne im Vagen lässt, wo er selbst schon Hand angelegt hat. Wenn Tim zum Buch greift, dann ist es "Harry Potter", weil er die Filme kennt.

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