Reif für die Insel
Pro Jahr stehen einem Arbeitslosen 21 Kalendertage Urlaub zu. Nicht nur Werktage, sondern auch Sams- und Sonntage zählen also als Urlaubstage.
Ich hatte geplant, ein paar Sommerwochen mit meinen Kindern bei meiner Familie an der Nordsee zu verbringen. Ich wäre erreichbar und auch vernetzt, könnte immer mal die online-Stellenbörsen und meinen Posteingang checken - und es ist sogar ein Arbeitsamt am Ort. Für Notfälle sozusagen.
Das ist aber kein Urlaub.
Ich könnte mich natürlich auch drei Wochen lang um gar nichts kümmern. Tagsüber mit den Kindern zum Strand gehen, abends Freunde treffen und die Kinder bei Oma und Opa lassen. Klingt verlockend...
Die 21 Tage Urlaub sind dann aber für dieses Jahr futsch.
Eine Freundin verrät mir, wie sie sich mehr Urlaub vom Arbeitsamt "erschlichen" hat: Sie hat vorgegeben, dass sie zu ihrer - allerdings tatsächlich - kranken Mutter gefahren ist und diese gepflegt hat. Dafür musste sie nicht einmal ein Attest vorlegen, geschweige denn ein Formular ausfüllen.
Mal davon abgesehen, dass ich keinerlei kriminelle Energie besitze - bei mir würde das bestimmt nicht klappen. Ich könnte natürlich nachweisen, dass ich an der Nordsee beheimatet war und meine Familie noch dort lebt. Aber so ganz ohne Formulare?
Ich doch nicht!
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