Absagen-Gewitter

Eben las ich im Posteingang die Absage auf eine Bewerbung, die ich schon vor Monaten verschickt hatte. Die haben sich ja Zeit gelassen! Lustigerweise hatte die Personaldame anscheinend meine Mailadresse falsch abgelegt und schickte mir noch eine zweite Mail, in der sie mich fragte, ob es bei dem Termin im Fitnesscenter bliebe. Höflich wie ich nun einmal bin habe ich zurückgemailt, dass ich gerade mit meinen Kindern an der Nordsee sei, nach dem Urlaub aber gern mal ins Fitnesscenter mitkäme.

Endlich Urlaub!

Wir sind am Meer. Das Wetter ist okay, die Laune auch wieder, und die Kinder sitzen mit Oma in der Küche und malen. Herrlich!
Gleich morgens nach dem Aufwachen schicke ich die beiden Mäuse ins großelterliche Schlafzimmer, liege noch einen Moment im Bett und genieße die Ruhe.
Dann setze ich mich an meinen Laptop und sortiere meine Gedanken.

Das war wohl nix

Ich mach's kurz: Das Vorstellungsgespräch war eine Katastrophe. Ich könnte natürlich die Schuld auf das doofe Wetter oder die fortgeschrittene Tageszeit schieben - aber ich selbst war auch nicht besonders ergiebig.

Dabei fing alles so nett an. Die Anfahrt war kurz, die Büroräume wunderschön und die Damen, mit denen ich mich unterhalten habe, ausgesprochen freundlich.

Nur ich saß da wie ein Depp.

Gute Zeichen

So - der Urlaub ist geritzt. Ich habe mich jetzt doch für die Variante entschieden, die 21 Tage, die einem Arbeitslosen zustehen, in einem Rutsch zu verprassen und mit meinen Kindern drei Wochen lang am Nordseestrand zu liegen. Obwohl ich gehört habe, dass ein so langer Urlaub in den ersten Monaten der Arbeitslosigkeit nicht bewilligt wird, hat auch das Arbeitsamt grünes Licht gegeben. Das werte ich als gutes Zeichen!

Kleine Fische

Eben kam das Formular, in dem ich meine Nebeneinkünfte erklären soll. Nebst einem Schreiben, in dem ich - nicht gerade schonend - darauf hingewiesen werde, dass ich wohl doch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld habe, da ich ja selbständig sei.
Nun, ich arbeite seit ein paar Wochen als freie Journalistin und bekomme dafür 400 Euro im Monat, die ich, da ich gemeinsam mit meinem Mann veranlagt werde, voll versteuern muss.

Reif für die Insel

Pro Jahr stehen einem Arbeitslosen 21 Kalendertage Urlaub zu. Nicht nur Werktage, sondern auch Sams- und Sonntage zählen also als Urlaubstage.

Ich hatte geplant, ein paar Sommerwochen mit meinen Kindern bei meiner Familie an der Nordsee zu verbringen. Ich wäre erreichbar und auch vernetzt, könnte immer mal die online-Stellenbörsen und meinen Posteingang checken - und es ist sogar ein Arbeitsamt am Ort. Für Notfälle sozusagen.

Das ist aber kein Urlaub.

Doch nicht

Am Wochenende habe ich mir das Schreiben vom Arbeitsamt, in dem es um die Bewilligung des Arbeitslosengelds geht, nochmal sehr genau durchgelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass meine Nebeneinkünfte gar nicht darin auftauchen. Das ist schlecht, denn Nebeneinkünfte werden natürlich vom Arbeitslosengeld abgezogen.
Ich hatte schon vor mehreren Wochen zu diesem Thema - selbstverständlich - ein Formular ausgefüllt und ein Schreiben der Redaktionsleiterin von evangelisch.de vorgelegt.
Muss wohl im Arbeitsamt unter den Tisch gerutscht sein.

Guter Tag

So euphorisch war ich ewig nicht! Gestern kam ein Brief von der Agentur für Arbeit, der ein bereits ausgefülltes Formular enthielt: Ich bekomme Arbeitslosengeld! Wie schön! Und sogar für die letzten Monate rückwirkend. Na bitte!

Ich würde schon gern wissen, welches der vielen Formulare oder Schreiben, die ich ausgefüllt und an die Arbeitsagentur geschickt habe, letztendlich überzeugend war - aber eigentlich ist es jetzt auch egal.

Job hin, Arbeitsamt her

Inzwischen habe ich zwei Jobangebote der Agentur für Arbeit abgelehnt. Und da stellt sich mir die Frage, wie oft man das eigentlich machen darf?! Kann das Arbeitsamt mich demnächst dazu verdonnern, irgendeinen Job zu machen?

Neues Spiel, neues Glück

So, erledigt, alle Formulare sind ausgefüllt. Hoffe ich jedenfalls.
Da kann ich ja direkt mal wieder in die Stellenanzeigen schauen, ob etwas für mich dabei ist.

Und ich werde fündig. In der Jobbörse der Arbeitsagentur sucht ein anonymer Arbeitgeber online-Redakteure. Die Anforderungen decken sich sogar ziemlich mit den Aufgaben, die ich in meinem letzten Job hatte.

Viele Fragen, wenig Antworten

Das von meinem Ex-Arbeitgeber netterweise noch einmal ausgefüllte Formular und der Brief mit meinen Beschäftigungszeiten und -arten sind da. Na, da wollen wir doch nochmal sehen, ob ich ein Anrecht auf Arbeitslosengeld habe oder nicht!

Und raus bist du

Vielleicht hätte ich dieses Blog lieber "Mama und das Arbeitsamt" nennen sollen. Denn die Jobsuche kommt langsam zum Erliegen. Der Grund: Mein Antrag auf Arbeitslosengeld wurde abgelehnt. Verstehe ich nicht.

Hände hoch, Geld her!

Ich habe einen Arzttermin. Da fiel mir ein, dass mir jemand gesagt hatte, dass ich nur dann über die Agentur für Arbeit kranken- und rentenversichert sei, wenn ich Arbeitslosengeld bekomme.

Bislang kam noch nichts; bin ich also gar nicht versichert? Lieber mal bei meiner Krankenkasse nachgefragt, bevor ich die Vorsorgeuntersuchung bar bezahlen muss. Da sagt mir die freundliche Dame doch glatt, dass ich seit zwei Monaten Arbeitslosengeld bezöge und die Agentur für Arbeit selbstverständlich auch für meine Krankenversicherung aufkomme.

Von der Wiege bis zur Bahre ...

...Formulare, Formulare!
Ich war noch nie eine Freundin dieser schmucklosen, grauen 08/15-Bögen, die jegliche Individualität auslöschen und aus Menschen Nummern machen.

Klar, dass eine anständige deutsche Behörde wie die Agentur für Arbeit über ein Riesenrepertoire dieser Quälpapiere verfügt. Und ich kenne sie alle, behaupte ich jetzt mal.

Schlaflos in Hessen

Soll ich das Jobangebot nun annehmen oder soll ich nicht? Seit mehreren Nächten wälze ich mich im Bett herum und sorge bestimmt irgendwo auf der Welt für kleine Erdbeben.

Traumjob mit Hindernissen

Volltreffer! Ich hatte mich auf eine Stellenanzeige beworben, in der eine kleine, neugegründete Redaktion Mitarbeiter sucht - und bin zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Man rief mich an, tat sehr eilig und wollte mich am liebsten sofort persönlich sprechen. Um meine Flexibilität zu beweisen, bot ich an, am Nachmittag vorbei zu kommen - ich müsste allerdings meine Kinder mitbringen.

Faule Ausreden

Und prompt erhielt ich einen Brief von der Abteilung "Kundenreaktionsmanagement", in dem man sich entschuldigt. Oder - besser gesagt - herauswindet.

Berufsberater beim Arbeitsamt

Dass das Arbeitsamt mir bei der Jobsuche behilflich sein kann, bezweifle ich nach meinem Zusammenstoß mit einer Angestellten im so genannten "Kundencenter". Ich bin normalerweise ein äußerst friedliebender Mensch, aber nun musste ich die erste Dienstaufsichtsbeschwerde meines Lebens schreiben.

Das blinde Huhn

Nachdem meine Suche nach passenden Stellenangeboten doch nicht so schwungvoll anläuft, wie ich gehofft hatte, werde ich mich ab sofort auch blind bewerben.

Segen der Technik

Unter strenger Einhaltung aller Fristen habe ich mich offiziell arbeitssuchend UND arbeitslos gemeldet (nein, das ist nicht dasselbe) und durchwühle nun - auf Befehl meiner Berufsberaterin - regelmäßig Jobangebote in den Zeitungen und im Internet.
Und ich bin ganz baff: Bei den online-Jobbörsen hat sich in den vergangenen Jahren richtig viel getan! Ich hatte beruflich mal in Ansätzen mit diesem Thema zu tun und erinnere mich dunkel an sehr einfache Suchmaschinen mit nicht allzu vielen Eingabemöglichkeiten.

Es geht auch klüger

Oh, das war dumm von mir!
Ich hatte mich arbeitslos gemeldet, weil ich dachte, dass 1.) Ordnung sein muss und dass ich 2.) ansonsten jeglichen Versicherungsschutz verliere, also in Bezug auf die Kranken- und Rentenversicherung.

Fragen über Fragen

Was ich mir alles anhören muss, seit ich beschlossen habe, mich dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung zu stellen!

Mein Mann: "Lohnt es sich denn für uns überhaupt, dass Du wieder arbeiten gehst?"
Tja, nicht wirklich. In den nächsten Jahren kann ich höchstens halbtags arbeiten. Der Verdienst, der nach Abzug von Steuern übrig bleibt, reicht wahrscheinlich gerade mal für Kindergarten, Hort und Turnverein.

Und tschüß!

Statt einen Schritt in Richtung Job musste ich erstmal einen Riesenschritt zurück machen.

Zum Ende der Elternzeit habe ich meinen alten Job gekündigt. Das fiel mir richtig schwer, denn ich hatte eine interessante Arbeit und nette Kollegen. Mein Ex-Brötchengeber residiert zudem in meiner Lieblingsstadt Hamburg.

Ich will arbeiten

Der Arbeitsmarkt braucht Mütter! Das ist eine Grundwahrheit.
Ich kenne Mütter, die arbeiten gehen und sich vor/nach der Arbeit um Kinder, Partnerschaft, Haushalt, Hobbys kümmern. So hatte ich mir das auch vorgestellt. Welcher Arbeitgeber kann es sich schon leisten, auf motivierte, qualifizierte Organisationstalente zu verzichten, nur weil sie Kinder haben?

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