Denkschrift für Einsteiger: Orientierungshilfe Kirche und Bildung
Wer, was, warum? - Häufige Fragen und Antworten
Am 20. Januar 2010 veröffentlichte der Rat der EKD die Orientierungshilfe "Kirche und Bildung - Herausforderungen, Grundsätze und Perspektiven evangelischer Bildungsverantwortung und kirchlichen Bildungshandelns".
Denkschriften durchlaufen aufwändige Entstehungs- und Abstimmungsprozesse. Sie haben den Charakter von Dokumentation und Wegweisung.
"Denkschrift für Einsteiger" will dazu beitragen, dass bei der 2010 erschienenen Orientierungshilfe "Kirche und Bildung" Zielgruppen und Inhalte zusammen kommen.
Rückmeldungen, Diskussionsbeiträge und Ergänzungen sind herzlich willkommen!
Orientierungshilfe Kirche und Bildung
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Für wen ist die Orientierungshilfe Kirche und Bildung gedacht?
Die evangelische Kirche gehört zu den größten Bildungsanbietern in Deutschland: Es gibt evangelische Kindergärten und Schulen, evangelische Akademien und Hochschulen, Religionsunterricht und Bildungsarbeit an öffentlichen Einrichtungen, Bildungsangebote in Gemeinde und Diakonie für Kinder und Jugendliche, Erwachsene und Familien, ...
Die Orientierungshilfe ist gedacht als Information und Wegweisung:
- für alle, die darüber in kirchlichen Gremien Entscheidungen treffen
- für die, die in solchen Bildungseinrichtungen tätig sind
- für Gesprächspartnerinnen und Partner in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft.
Wann soll ich mich mit der Orientierungshilfe Kirche und Bildung beschäftigen?
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Wenn ich mich frage, warum sich die evangelische Kirche eigentlich im Bildungsbereich engagiert. Und sich nicht auf Gottesdienst und Gemeinde beschränkt.
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Wenn ich gefragt werde, warum sich die evangelische Kirche eigentlich im Bildungsbereich engagiert. Und sich nicht auf Gottesdienst und Gemeinde beschränkt.
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Wenn ich zu einer der Zielgruppen gehöre und Bildungsarbeit der evangelischen Kirche mitgestalte.
Wer hat die Orientierungshilfe Kirche und Bildung geschrieben?
Die Orientierungshilfe wurde von der Kammer der EKD für Bildung und Erziehung, Kinder und Jugend erarbeitet. Ihr gehören rund zwanzig Personen aus dem kirchlichen Bildungsbereich, aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft an. Vorsitzender ist Professor Dr. Friedrich Schweitzer, Tübingen. Professorin Dr. Annette Scheunpflug, Nürnberg, ist stellvertretende Vorsitzende.
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EKD: Kammer für Bildung und Erziehung, Kinder und Jugend - mehr
Worum geht es in der Orientierungshilfe Kirche und Bildung?
"'Kirche und Bildung', das gehört auf das engste zusammen. ... Für Martin Luther setzte ein mündiger Glaube voraus, dass jede und jeder selbst die Bibel lesen konnte ... Bildung für alle und nicht nur für wenige, die es sich leisten konnten, diese Forderung war damit ausgesprochen."
Diese Sätze stellte die damalige Ratsvorsitzende, Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, an den Beginn. Und der letzte Satz lautet: "Bildung ist und bleibt ein Wesensmerkmal evangelischer Kirche" (S.76).
Die Orientierungshilfe will also zeigen, dass Bildung eine Grundaufgabe und ein Merkmal von Kirche ist. Sie knüpft dabei an die Bildungsdenkschrift "Maße des Menschlichen" (EKD 2003) an. Sie will genau das bieten, was der Name sagt: Theologische und pädagogische Maßstäbe für das kirchliche Bildungshandeln.
Was sind die wichtigsten Aussagen?
Teil I: Herausforderungen
Die Denkschrift beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Aktuelle gesellschaftliche Befunde werden als "Herausforderungen" beschrieben, denen sich Kirche heutzutage zu stellen hat:
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Als erstes wird der "Religionswandel" benannt, die Tatsache, dass Menschen heute ihre eigenen Antworten auf Glaubensfragen finden wollen.
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Der demografische Wandel führt dazu, dass Kinder und Jugendliche tendenziell zur Minderheit werden.
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Knapper werdende Finanzmittel erfordern von der Kirche eine klare Prioritätensetzung:
Welchen Stellenwert sollen Bildungsangebote haben? Inwieweit sind sie wichtig, um Menschen zu erreichen, die sonst keinen Kontakt zur Kirche haben? -
Migration und Globalisierung machen religiöse Pluralität zum Normalfall. Wie verhält sich die Vorstellung der christlichen Gemeinschaft zur Gemeinschaft aller Menschen?
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Das Informationszeitalter mit seinen Umwälzungen, veränderte Vorstellungen in Bezug auf Familie und den Umgang mit Zeit werden als aktuelle Befunde benannt.
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Ungleichheiten und Belastungen treffen Menschen unterschiedlich. Die Abstände zwischen Glaubensüberzeugungen, nationalen und ethnischen Identitäten, Wohlhabenden und benachteiligten Schichten werden spürbarer und belastender.
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Als letzten Befund nennt die Orientierungshilfe die Frage nach der Qualität: Auch kirchliche Angebote müssen heute einer Überprüfung standhalten können.
Teil II: Grundsätze aus evangelischer Sicht
Im Mittelteil erläutert die Denkschrift die Gründe, warum Kirche überhaupt pädagogisch tätig sein soll.
Bildung als Voraussetzung - Warum evangelische Kirche pädagogisch tätig sein muss
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Der Glaube an Gott beruht auf der Überlieferung von Jesus Christus, auf dem Neuen Testament. Diese Überlieferung muss man wahrnehmen können. Voraussetzung dafür ist Bildung: Lesen und verstehen, ...
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Glaubende treffen sich in der Gemeinde. Sie tauschen sich aus und geben sich Rechenschaft über ihre Überzeugungen. Voraussetzung dafür ist Bildung: Zuhören, nachdenken, in Worte fassen, erklären, ...
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Zu den Aufgaben und Rechten einer christlichen Gemeinde gehört es, so Luther, "alle Lehre zu urteilen". Voraussetzung dafür ist Bildung: Verkündigtes verstehen, es im eigenen Glaubenskontext prüfen und beurteilen, ...
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Nach evangelischer Überzeugung kann niemand in seinem Verhältnis zu Gott durch andere vertreten werden. Voraussetzung für das "Priestertum aller Gläubigen" ist Bildung: Kenntnis der Grundlagen des Glaubens, Befähigung zum eigenen Urteilen, ...
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Die Gottebenbildlichkeit des Menschen, seine ihm zugesprochene Würde und die als Teil von Gottes Schöpfung zugesprochene Sonderstellung verlangen, dass der einzelne Mensch auch dazu befähigt wird, diese besondere Stellung einzunehmen. Darin ist ein "demokratischer Grundzug" angelegt (S.35). Die Schöpfungsverantwortung verlangt gleichzeitig Willen und Fähigkeit zum ethischen Urteilen, zum Eindämmen von Unrecht und Gewalt und zum Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Voraussetzung dafür ist Bildung: Vermittlung der Fähigkeiten zur Übernahme von Verantwortung, Unterstützung bei der Entwicklung und Anwendung von ethischen Maßstäben, ... - und das für alle Schichten und Bevölkerungsgruppen. -
Zum Gut der Reformation gehört auch die Freiheit des Gewissens. Die Gewissheit des Glaubens kann nur von Gott geschenkt werden. Der Schutz der Religionsfreiheit entspricht daher zutiefst dem evangelischen Glauben. Kirche muss daher auch den Pluralismus im Bildungswesen fordern, in dem beide, Religionsfreiheit und Glaubensüberzeugungen, zum Tragen kommen können.
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Christen begegnen heute überall Menschen mit anderen Religionen und Weltanschauungen. Voraussetzung, um in Dialog zu treten und den eigenen Glauben darstellen zu können, ist Bildung: Andere Religionen und Überzeugungen kennen, den eigenen Standpunkt in Hinblick auf die verschiedenen Geltungsansprüche finden können, ihn verständlich machen können, ...
Prinzipien für kirchliches Bildungshandeln
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Im Zentrum des evangelischen Bildungshandelns steht der Bezug auf das Evangelium. Es vermittelt den Anspruch des Glaubens - als unverfügbares Geschenk, nicht als Bildungsziel. Das Evangelium bietet Orientierung und Maßstäbe für die, die im Bildungsbereich tätig sind.
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Auf dem Hintergrund der uns allen zugesprochenen Gottebenbildlichkeit und Würde ist beides verlangt: Die Anerkennung jedes Mitmenschen als Subjekt - auch seines eigenen Bildungshandelns - und die Unterstützung der noch ausstehenden Subjektwerdung.
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Wir sind verantwortlich für die nachfolgenden Generationen. Es gilt Menschen zu ermutigen, Kinder zu bekommen, diesen Kindern das Hereinwachsen in die Gesellschaft ermöglichen und sie handlungsfähig zu machen.
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Alle sollen Zugang zu Bildung haben: Zu Teilhabegerechtigkeit, Bildungs- und Befähigungsgerechtigkeit beizutragen, sind zentrale Anforderungen an kirchliches Bildungshandeln.
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Aus dem christlichen Glauben heraus ergeben sich ethische Orientierungen und Werte, die ein wesentlicher und wichtiger Beitrag für Gesellschaft und Öffentlichkeit sind. So sind die religiösen Wurzeln von Freiheit, Verantwortung, Toleranz, gesellschaftlicher und globaler Solidarität neu bewusst geworden (S. 51). Künftig soll noch stärker wahrnehmbar werden, welche Bedeutung kirchliches Bildungshandeln für die Wertebildung weit über die Kirche hinaus hat.
Teil III: Handlungsperspektiven
Auf Grundlage der ersten beiden Teile werden im dritten Kapitel Handlungsperspektiven genannt. Dabei wird ein breiter Bogen gespannt.
Die zehn Punkte in Kurzfassung:
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Einsatz für humane Bildung:
Die Bildungsangebote der evangelischen Kirche beruhen auf den grundlegenden Werten der Kirche. Sie vertiefen und ergänzen Angebote von anderen Anbietern - auch als kritisches Gegenüber. -
"Qualitätsoffensive Bildung in der Kirche":
Vorgeschlagen wird eine "Qualitätsoffensive Bildung in der Kirche". Sie soll dafür sorgen, dass der Qualitätsanspruch kirchlicher Angebote auch eingelöst wird. -
Schärfung sowohl von Offenheit als auch von Profil der evangelischen Kirche:
"Je deutlicher das Profil hervorgehoben wird, desto größer sollte auch die Offenheit sein - und je größer die Offenheit sein soll, desto schärfer muss das Profil werden." (S. 60) -
Gesellschaftliche Verankerung:
Kirchliches Bildungsengagement reicht - mit unterschiedlicher Gestaltung und Zielsetzung - vom Lernort Gemeinde bis in die Gesellschaft. Das Engagement außerhalb des gemeindlichen Bereichs zeigt, "dass sich kirchliche Bildungsangebote als Dienst an der Gesellschaft nicht auf einen kirchlichen Binnenraum beschränken" (S. 63). -
Vernetzung kirchlicher Bildungsangebote:
Kooperation und Vernetzung - zum Beispiel mit den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen als regionalen Mittelpunkten - kann die Wirksamkeit der kirchlichen Aktivitäten deutlich erhöhen und als Aktualisierung eines Gesamtkatechumenats verstanden werden. -
Einbezug moderner Ausdrucks- und Kommunikationsformen:
Es gilt, Formen zu identifizieren, "die in neuer Weise für die kirchliche Kommunikation genutzt werden können"(S. 67). Auch Erleben und Erfahrung sollen dabei einbezogen werden. -
Einsatz für Befähigungs- und Teilhabegerechtigkeit:
Kirchliches Bildungshandeln ist der Befähigungs- und Teilhabegerechtigkeit verpflichtet. Hier werden besonders im Bereich der Gemeinde und in der Vernetzung von Angeboten Entwicklungsmöglichkeiten gesehen. -
Aufbau einer Verantwortungselite:
Die Gesellschaft bleibt "auf eine gezielte Elitenbildung angewiesen" (S. 69). "Zur Entwicklung einer solchen Verantwortungselite kann und soll die kirchliche Bildungsarbeit in Zukunft vermehrt beitragen." (S. 70). -
Offensive für Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung der kirchlichen Mitarbeitenden:
Mitarbeitende im Bildungsbereich und PfarrerInnen sind durch ihre Ausbildung noch nicht für die beschriebenen Ansprüche qualifiziert, zum Beispiel im "gesamten Bereich von Medien und Kultur" und für die Erfordernisse von weiter reichender Kooperation und Vernetzung (S.71). Plädiert wird für eine "Offensive für Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung" (S. 72). -
Sichtbarmachen des evangelischen Bildungshandelns:
Ein kirchlicher Bildungsbericht, wie er derzeit vorbereitet wird, kann die verschiedenen Angebote, formale, nonformale und informelle Bildungsprozesse im Zusammenhang darstellen. Das vermittelt die Bedeutung der evangelischen Kirche als Bildungsträger und kann als Grundlage für Planung und Entscheidungen in kirchlichen Gremien und Synoden dienen.
Wie sind die "Handlungsperspektiven" zu verstehen?
Sie beschreiben "bewusst keinen Gesamtplan", weil "er sich nach evangelischem Verständnis ohnehin nicht zentral vorgeben ließe" (S. 53) und wollen nicht zu einer "falschen Vereinheitlichung" führen (S. 75).
Gleichzeitig wollen sie "exemplarisch zentrale Aspekte und Aufgaben" hervorheben, deren Bedeutung "auf der Hand liegt" (S. 53). Sie sind gedacht als Planungs- und Entscheidungshilfe in kirchlichen Gremien und zur Orientierung für die Arbeit vor Ort. Ja, die Zukunftsfähigkeit der Kirche hängt davon ab, "ob es ihr gelingt, mit den genannten Handlungsperspektiven die Bildungsanforderungen der Gegenwart zu meistern" (S. 75).
Was ist von der Orientierungshilfe Kirche und Bildung zu halten?
Die Orientierungshilfe fasst frühere Stellungnahmen aus dem Bildungsbereich zusammen und orientiert sich an der 2003 erschienen Denkschrift »Maße des Menschlichen«.
Sie will "Konsequenzen für die eigene Bildungsarbeit der Kirche" aufzeigen und "das evangelische Verständnis des inneren Zusammenhangs zwischen Bildung und Kirche sichtbar" machen. Insbesondere der Mittelteil kann dies durchaus leisten und ist mit Gewinn zu lesen.
Die gesellschaftliche Analyse im ersten Teil und die Handlungsperspektiven im dritten Teil nennen vielfältige Aspekte und scheinen geeignet als Grundlage für Diskussion und Zielklärung. Die Konkretion schließlich "gehört zu den Aufgaben, die nur dezentral umgesetzt werden können", wie im Ausblick angeführt wird (S. 75).
Was soll ich lesen zur Vertiefung?
Wenn Sie noch eine halbe Stunde Zeit haben: Lesen Sie den Mittelteil "Grundsätze für das evangelische Verständnis kirchlichen Bildungshandelns".
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EKD: Grundsätze für das evangelische Verständnis kirchlichen Bildungshandelns - mehr
Weiterlesen
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Ganzer Aufsatz als PDF-Datei: mehr
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Kirche und Bildung - Herausforderungen, Grundsätze und Perspektiven evangelischer Bildungsverantwortung und kirchlichen Bildungshandelns.
Eine Orientierungshilfe des Rates der EKD. 2010
EKD: Online-Fassung - mehr
Hrsg. Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-05911-2
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EKD: Kirche und Bildung. Pressemitteilung (20.01.2010) - mehr
Luther-Blog, 03.05.2010
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Kommentare
Kirche ist raus aus dem Bildungsgeschehen
Wer das Evaluationsergebnis für Konfirmandenarbeit genau gelesen hat, weiß: Jugendliche fragen Kirche nicht mehr nach lebensgestaltenden oder orientierenden Antworten. Kirche kann Jugendliche wesentlich weniger bilden als GZSZ oder Germanys next Topmodel.
Schule hat ebenfalls ca. 30 Prozent ihres Klientels verloren. Schüler kommen gar nicht mehr zum Unterricht oder sind -laut Bundessuchtexperten- bekifft oder alkoholisiert.
Was in der Reformation gegriffen hatte, waren die "Inflammati", Gläubige, die aus ihrer Begeisterung heraus, Grammatiken erfunden, Bürger und Bauern das Lesen beigebracht haben.
Aber wer diese Leidenschaft vermissen lässt und dazu noch nicht soziologisch im neuen Jahrtausend angekommen ist, verliert gegen Sido, MTV und Heidi Klumm.
Klare Kritik
Hallo, Gast,
vielen Dank für diese Rückmeldung! Verstehe ich das richtig, dass sich Ihre Kritik vor allem gegen die Abschnitte I "Herausforderungen" (gesellschaftlicher Befund) und Teil III "Handlungsperspektiven" richtet?
Herzlichen Gruß - Julia Born
Orientierungshilfe Kirche und Bildung
Hallo,
ich denke, ich kann nachvollziehen, worauf "Gast" abzielt:
- Die in der Orientierungshilfe beschriebenen "Herausforderungen" und "Handlungsperspektiven" "nennen vielfältige Aspekte und scheinen geeignet als Grundlage für Diskussion und Zielklärung", wie oben freundlich formuliert ist. Tatsächlich tragen sie den Charakter einer Stoffsammlung. Als Analyse und motivierende Zielperspektive können sie nicht befriedigen.
- Die Forderung nach "gezielter Elitenbildung" weckt ungute Erinnerungen. Stünde Kirche der glühende Einsatz für Bildungsgerechtigkeit nicht besser an als die Forderung nach Elitenbildung??
- Der Mittelteil "Grundsätze aus evangelischer Sicht" knüpft an biblische und evangelische Tradition an und ist eine verdienstvolle Zusammenstellung von Grundlegendem. Anfrage: Wenn Grundlegendes betont werden muss, ist das oft ein Indiz dafür, dass es nicht mehr gemeinsame Handlungsgrundlage bildet. Wie steht es damit in der Kirchenpolitik?
- Vielleicht müssen wir weiter zurückgehen, zu den biblischen Wurzeln, um die visionäre Kraft zu entdecken, das unbedingte Eintreten für die Rechte und Chancen des einzelnen Kindes. Das kann uns vereinen und uns Kraft und Grund geben, Bildung im 3. Jahrtausend als Aufgabe für die evangelische Kirche wieder neu zu entdecken.
Damit möchte ich ausdrücklich anknüpfen an den ebenfalls hier veröffentlichten Aufsatz von Dr. Frank: http://www.evangelisch.de/themen/blogs/luther-blog/2010/01/04/bildungsge...
Schöne Grüße, B.S.