"... leider kein Geld mehr da?" - Kostenfaktor Bildung

Öffentliche Bildung kostet. Und das nicht zu knapp: Bau und Erhaltung von Schulgebäuden, Ausbildung und Besoldung von Lehrkräften, Lernmittel und Fortbildung, ... Und das ist nur der Schulbereich. Doch an Bildung zu sparen, bringt es auch nicht. Denn erstens ist es ungerecht. Und zweitens ist es dumm. Unterm Strich kommt uns das nämlich sehr teuer. Zwei Videos und ein Lesetipp!

An Bildung sparen - das wird teuer

Weniger Geld für Bildung: Das trifft besonders die, die sich nicht leisten können, privat den Ausgleich zu schaffen. Und zum Beispiel kein Geld für Nachhilfestunden haben.

Deshalb ist es ungerecht, an Bildung zu sparen. Und es ist auch dumm.
Das zeigt sehr anschaulich das Video von Lilli und Rudi.

YouTube - Videokanal der Bertelsmann Stiftung: "Sparen ist teuer" - mehr

Wer soll das bezahlen?

Bildung und Erziehung von Kindern, da heißt es "Mühe und Kosten daran wenden", wie schon Luther sagt.(1)
Doch woher nehmen? Staat und Kommunen haben kein Geld mehr.
Probieren wir es doch einmal anders: Mit der "Steuer gegen Armut".

Die Finanztransaktionssteuer ist eine Steuer auf alle Finanztransaktionen in Höhe von 0,1 und 0,01%.
Auch hier gibt es wieder ein Video: Heike Makatsch und Jan Joseph Liefers erklären in zwei Minuten, worum es geht!

steuer-gegen-armut.org - mehr

Übrigens: Die beiden sind in guter Gesellschaft. Der offene Brief an die Bundesregierung für eine solche Steuer ist unter anderem unterzeichnet von Adveniat, Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe, Bank für Kirche und Caritas, Brot für die Welt, eed, Misereor und missio.

Mehr darüber erfahren: Berechnungen und Analysen

Analysen und Berechnungen dazu stellt die Bertelsmann Stiftung bereit. Ziel ist, "für alle Kinder - unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Umfeld - Zugang zu guter Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe" zu ermöglichen.

Aus dem Inhalt:
- Wie gut ist die Betreuung in Kindertageseinrichtungen?
- Wieviel geben Eltern für Nachhilfe aus?
- Wieviel Geld verschenken wir in Deutschland durch schlechte Bildung?

Bertelsmann Stiftung: Wirksame Bildungsinvestitionen - mehr

 

 

(1) Barbara Pühl: "Dummheit regiert, wenn Bildung krepiert!" Martin Luthers Botschaft an die Politiker (1524) - mehr

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Kommentare

Verfasst von Gast am 22. Februar 2010 - 11:33.

Kostenfaktor Bildung

Hallo. Es wird mir schummrig über den Gedanken, wieviel Geld sich allein aus...

Hallo.

Es wird mir schummrig über den Gedanken, wieviel Geld sich allein aus diesen Finanzaktionen generieren könnte und wieviel gute Arbeit sich damit machen liesse. Dieser einfachen und brillanten Idee kann man sich einfach nicht entziehen.
Was spricht eigentlich gegen eine Umsetzung? Gibt es fulminante Stimmen aus gut informierten Finanzkreisen?
Und wer würde dann entscheiden, wo dieses Geld gut eingesetzt wird?

Gast

Verfasst von JuliaBorn am 23. Februar 2010 - 10:36.
Kommentar auf: Kostenfaktor Bildung

Stimmt ...

Ja, das stimmt. Da kann einem wirklich schummrig werden. Es gibt eine Reihe...

Ja, das stimmt. Da kann einem wirklich schummrig werden.

Es gibt eine Reihe von Forschungseinrichtungen und hochkarätigen Kommissionen, die die Einführung eer Finanztransaktionssteuer oder Devisentransaktionssteuer befürworten. Auf der Aktionsseite gibt es eine Zusammenstellung:  mehr

Übrigens: Eine Neuerscheinung von Daniel Gros, Direktor einer EU-nahen Forschungseinrichtung, bestätigt die Befürchtungen in Bezug auf die deutsche Bildungspolitik:
Im deutschen Bildungssektor gibt es zu viele Schulabbrecher und zu wenige Uni-Absolventen. Das werde Deutschland in der nächsten Generation 'zum Land der Hilfsarbeiter' machen ... Polen wird uns wirtschaftlich überholen, denn dort ist die nächste Generation besser ausgebildet.

Mehr bei rpi-virtuell: mehr

Danke für  Rückmeldung und Nachfrage!
Julia Born

Verfasst von Gast am 13. Mai 2010 - 13:25.
Kommentar auf: Stimmt ...

Jetzt sparen wir an Bildung - klasse Idee!!!

Hallo, ein bekannter CDU-Politiker schlug kürzlich vor, doch jetzt auch an...

Hallo, ein bekannter CDU-Politiker schlug kürzlich vor, doch jetzt auch an Bildung zu sparen. Was für eine tolle Idee!

Werfen wir mal einen Blick auf die demografische Entwicklung:
2030 kommt geschätzt auf jeden Erwerbsfähigen eine Person, die er ernähren muss, also Kinder und Jugendliche oder im Rentenalter.
Nach derzeitigem Erkenntnisstand und wohlwollend geschätzt, lernt nun rund ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler nicht richtig lesen und rechnen. Weil wir es in den Schulen nicht hinkriegen, die Grundkompetenzen zu vermitteln.
Das wären 2030 rund 8,5 Millionen Personen im erwerbsfähigen Alter, die bestenfalls Hilfsarbeit leisten können und voraussichtlich ebenfalls alimentiert werden müssen.

Heißt: Wir haben 2030 33,5 Millionen Erwerbsfähige und 43,5 Millionen, die versorgt werden müssen. Wie soll das gehen??

An Bildung sparen - wie bitte?
Wer das vorschlägt, hat vermutlich seine Schäfchen im Trockenen und braucht sich keine Sorgen um seine Altersversorgung zu machen...

Wir sollten in Bildung investieren, vor allem anderen. Das ist die einzige Möglichkeit, wettbewerbsfähig zu bleiben und die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte einigermaßen zu bewältigen!

Linktipp: Interaktive Bevölkerungspyramide des Statistischen Bundesamts http://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/ 
Hier lässt sich sehr schön die demografische Entwicklung anschauen.

Schöne Grüße, sehr sorgenvoll.

Verfasst von Gast am 15. Mai 2010 - 9:51.

"Brutalstmöglicher Unsinn" ...

An Bildung sparen? "Brutalstmöglicher Unsinn" titelte unsere...

An Bildung sparen? "Brutalstmöglicher Unsinn" titelte unsere Tageszeitung ... Ich stimme voll zu ...

Verfasst von JuliaBorn am 16. Mai 2010 - 13:49.

Sparen an der Bildung

Hallo, vielen Dank für die Kommentare und Überlegungen! Zu Roland...

Hallo,

vielen Dank für die Kommentare und Überlegungen!

Zu Roland Kochs Sparvorschlägen hier ein weiterer Lesetipp:
In der FAZ, so Damian Duchamps in seinem Blog, "setzt sich Schirrmacher mit der Frage auseinander, warum Roland Koch gerade Forschung, Bildung und Kinderbetreuung als den Bereich ausmacht, in welchem gespart werden muss. ...  Mit anderen hat Koch nach Schirrmachers Einschätzung nun erkannt, dass die Älteren, welche das Wählerpotential der Zukunft darstellen, wenig Interesse für die Belange der Jungen haben.

Aus diesem Grund wagt Koch nun ein sozialpsychologisches Experiment, er wettet darauf, dass er mit großen Einsparungen bei Forschung, Bildung und Kinderbetreuung politisch punkten kann, da sich die 'Interessen der alternden Gesellschaft bereits verwandelt' haben ... "
Zum Weiterlesen: http://damianduchamps.wordpress.com/2010/05/16/koch-wettet-auf-die-alter...

Mit herzlichem Gruß - Julia Born

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