SCHICKSALSSCHLAG
Keine dunklen Wolken, kein Regen und kein nahendes Gewitter waren zu sehen. Und doch schlägt plötzlich und unerwartet ein Blitz aus heiterem Himmel ein:
Der Schicksalsschlag …
Vorhergehende Beiträge zum Thema »Schicksalsschlag«:
► | Dünengras
mit einer Zusammenfassung der Beiträge »Vorgeschichte«
Wenn Dich ein Schicksalsschlag trifft
Wenn ein Schicksalsschlag ohne Vorwarnung zuschlägt,
Dir den Boden unter den Füßen wegreißt,
Du im Schockzustand, versteinert und verzweifelt bist,
wenn Du glaubst, jede Perspektive verloren zu haben,
weil Dir etwas bisher so Selbstverständliches genommen wurde,
eine Liebe, ein vertrauter Mensch oder Deine Gesundheit
oder
wenn Dein Aussehen durch Krankheit oder Krebs,
zeitweilig durch eine Chemotherapie
oder für immer durch entstellende Operationen
verändert worden ist
und Du dadurch eventuell manche Freuden
und "Freunde" verloren hast,
wenn die Welt zusammen zu brechen
und es keine Zukunft mehr zu geben scheint,
wenn nichts mehr wie vorher ist,
alle Ziele und Werte im Leben verschwimmen,
sich ändern oder sich zu verschieben drohen,
dann wünsche ich Dir,
dass ein neuer Lernprozess
schmerzlos und zügig bei Dir beginnt,
zu begreifen, dass es immer noch
ein »Jetzt« oder
ein »Jetzt erst recht«
gibt,
dass kein Schicksalsschlag
Deiner Persönlichkeit
etwas anhaben kann,
dass Du alle Stärken und Fähigkeiten
Deines Herzens
wie Verzeihen, Güte, Glaube, Hoffnung
wahrnimmst und stärkst,
um Deine Seele
vor größerem Schaden zu bewahren.
dass Du die richtigen Freunde behältst,
und neue wahre Freunde gewinnst.
dass Du Deinen eigenen besten Weg suchst und findest,
mit Deinem Schicksal fertig zu werden.
dass Du alle neuen (alten) Dinge so,
wie Du sie noch nie zuvor
gesehen und erfahren hast,
siehst und erfährst:
dass Du das »Jetzt« beachtest,
die Freunde, die trotz Schicksalsschlag bleiben,
die Welt der Gefühle,
der tiefen wirklich wichtigen Gefühle,
die innere Schönheit Deines Partners,
weswegen Du ja mit ihm/ihr zusammen bist,
die vielen Kleinigkeiten des Lebens,
die jetzt so wichtig sind
und beachtet werden müssen!
Weitere Beiträge zum Thema »Schicksalsschlag und Trauer«:
► | ▪ Besinne Dich auf Deinen Atem
► | ▪ LOSLASSEN
► | TRAUERN
mit Anfügung aller Beiträge zum Thema »TRAUER«
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► | Der Tod lehrt uns »loszulassen«
► | Der Weg über den Schicksalsschlag
Weitere Beiträge zum Thema »Schicksalsschlag, Krebs und Überleben«:
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► | Die Überlebenstaktik des Löwenzahns
► | ▪ Pflanzen wie Löwenzahn und Dünengras
► | Hadere nicht, vertraue!
► | »Soll der Mensch von der Erfahrung mit dem Sterben erzählen?« –
»Ich habe Krebs!«
► | "Geh du voraus!" bittet die Seele den Körper …
► | Stets vorbereitet sein …
► | Im Zyklus leben
► | Nicht nur für diese Woche …
► | Angstkiller Vertrauen
► | Würdevoll leben und sterben ...
► | Krebs & Aids
► | ▪ Anmerkung zu Krebs & Aids
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► | Angst vor Veränderung
► | Nachtrag zum Umzug
► | Ferien: Loslassen vom Alltag
Herzlich,
Stephan
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© 2009 Stephan Wolters, Autor von: ►»Gras in den Dünen«
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Kommentare
Besinne Dich auf Deinen Atem
Besinne Dich auf Deinen Atem
Wenn ein Schicksalsschlag oder eine Hiobsbotschaft ohne Vorwarnung zuschlägt, dann besinn Dich auf den unbewusstesten Lebensrhythmus:
Dein Einatmen und Ausatmen.
Atme tief ein:
Spüre die Luft, die Du bisher nie wahrgenommen
oder als selbstverständlich angesehen hast.
Nehme jeden Luftzug bewusst
als Lebenselixier und Luxus wahr.
Genieße Deinen Atemzug:
Er ist Dir als treuester und zuverlässigster Freund
erst einmal geblieben.
Spüre die Kraft, die Du mit jedem Einatmen gewinnst.
Nach diesem unbeschreiblichen Genuss
atme nun gelassen wieder aus:
Lass mit dem Ausatmen
alles Bedrückende los
und aus Dir heraus. Mach Dich frei:
Spüre,
wie der gewaltige Druck nachlässt.
Erlebe jedes Ausatmen als solch eine Wohltat.
Bestärke Dich mit den Sätzen:
Kein Schicksalsschlag
kann meiner Persönlichkeit
etwas anhaben.
Ich finde meinen eigenen besten Weg,
um mich mit meinem Schicksal auszusöhnen.
Es gibt immer ein »Jetzt«
oder ein »Jetzt erst recht«.
Alle Stärken und Fähigkeiten meines Herzens
wie Vergebung, Güte, Glaube und Hoffnung
nehme ich wahr
und stärke damit meine Seele
(um sie vor größerem Schaden zu bewahren).
Ich achte darauf,
die richtigen Freuden und Freunde zu behalten
und neue wahre Freuden und Freunde zu gewinnen.
Jeder Schicksalsschlag lehrt mich:
Das ist mein Leben:
Diesen neuen Lernprozess
lasse ich schmerzlos und zügig zu.
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► | Atemgebet
Herzlich,
Stephan
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RE: RE: SCHICKSALSSCHLAG
hallo Stephan,
Meine Krankheit traf mich nicht wie ein Schicksalsschlag , eher wie etwas Natürliches, zu mir Gehörendes.
Lange bevor ich krank wurde fand ich zum Glauben und lernte alles aus Gottes Hand anzunehmen.
Dazu gehört auch, dass man lernt Loszulassen. Man gewinnt Freiheit dadurch. Dass Gott mir auf diese Weise das Loslassen abverlangt hat mich doch überrascht.
Meine Krankheit lässt meine Muskeln schwinden und nahm mir meine Sprache.
Und wie du auch schreibst, sie verändert mich. Für meine Umwelt, meine Mitmenschen ist es ungleich schwerer. Meine Veränderung, meine Krankheit macht ihnen Angst.
Das Internet ist meine einzige Kommunikationsmöglichkeit, weil ich auch nicht mehr telefonieren kann.Aber der Computer trennt mich von der Umwelt. Eine Umwelt die ich durch meine Krankheit und Behinderungen erst richtig entdecken durfte.
Meinen Nicknamen wählte ich "spero", ich hoffe.
Was Hoffnung in meinem Falle ist, fand ich sehr schön ausgedrückt in der Todesanzeige von Robert Enke:
Hoffnung ist nicht der Glaube dass alles gut ausgeht, sondern die Gewissheit dass alles Sinn hat, egal wie es endet.
Und gestern fand ich in meinem Stundenbuch ein Gebet von Jörg Zink, woraus ich die zeilen zitieren möchte die auch mit meiner Lebenszeit zu tun hat:
Millionen Jahre waren, ehe es mich gab.
Jahrmillionen werden vielleicht nach mir sein.
Irgendwo in ihrer Mitte sind ein paar Sommer,
in denen für mich Tag ist auf dieser Erde,
für dieses Spanne Zeit danke ich dir.
Es ist mein Recht, dass ich sie genieße.
Alles was geschieht ist ein Geschenk für mich.
Alle Wahrheit, die ich verstehe, ist ein Geschenk,
alle Liebe, die ich gebe oder empfange,
alle Lebenskraft, die mich erfüllt.
Ich bin dankbar für dieses Zeit der Krankheit, und nehme alles aus Gottes Hand an.
Spero
Carpe aeternitatem in momentos
LOSLASSEN
Loslassen
Liebe hoffnungsvolle Teresa
Du kannst bei all Deiner Bescheidenheit sehr stolz auf Dich sein, auf Deine Art, mit Deinem für andere kaum fassbaren Schicksal umzugehen.
Schicksalsschläge können einen Menschen sehr verändern, zum Negativen, indem man verbittert und vereinsamt, oder aber zum Positiven. Du scheinst mir mehr den letzteren Weg zu gehen. Das ist auch mein Ziel.
Nach einem Schicksalsschlag wird vieles in einem ganz anderen Licht wahrgenommen, allein durch den allgegenwärtigen etwas näheren Kontakt zum Tod, den man als lebensgefährlich Erkrankter gegenüber einem Nicht-Betroffenen bekommen hat ... und annehmen kann … und dadurch komischerweise nicht unglücklicher werden muss, wie man auch bei Dir feststellen kann.
Ich glaube, wir beiden wissen, wovon wir sprechen!
Leider nimmt man oft erst durch den Verlust von etwas ganz Existenziellem, Gesundheit oder einem geliebten Menschen wahr, was Leben heißen kann: Man wurde gezwungen, etwas loszulassen und lernt dabei - für unsere Umwelt manchmal beängstigend - bewusst noch mehr loszulassen ohne dabei aber unglücklich werden zu müssen, im Gegenteil …
Ja, »los-lassen« ist auch bei mir ein großes und wichtiges Thema:
Alles, was mich materiell und/oder emotional belastet, versuche ich mehr und mehr loszulassen.
Ich verstehe Dich sehr gut: Auch ich habe das Gefühl, freier und unbelasteter (und damit sogar glücklicher) zu sein, indem ich lerne, einfach und freiwillig loszulassen.
Dann leuchten die Farben unseres Lebens noch stärker, so hoffe ich …
Herzlich,
Stephan
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© 2009 Stephan Wolters, Autor von: ►»Gras in den Dünen«
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»Soll der Mensch von der Erfahrung mit dem Sterben erzählen?« –
Autoren-Beitrag vom 04. März 2010
»Soll der Mensch von der Erfahrung mit dem Sterben erzählen?« – »Ich habe Krebs!«
»Soll der Mensch von der Erfahrung mit dem Sterben erzählen?«, fragen sich die Medien und Jannis Kucharz hier im Forum in einem Beitrag unter der Überschrift: Literatur: "Ich habe Krebs"
Auch ich habe Krebs
Wenn die Hälfte aller Männer und ein Drittel aller Frauen mindestens einmal im Leben mit Krebs und seinen Auswirkungen zu tun haben (Tendenz steigend!), nicht mitgezählt die mitbetroffenen Partner(innen), Familienangehörigen, Freunde und Verwandten, dann wird wohl jedem klar: Natürlich muss darüber gesprochen werden, aber natürlich nicht zu jeder Zeit und zu jedem Anlass.
Wie zum Leben der Tod, so gehört zur Gesundheit die Krankheit: Alle waren oder werden wir im Leben einmal krank: Krankheiten gehören somit zum Leben und verdeutlichen uns immer wieder, dass wir Menschen nicht perfekt und vollkommen sind. Gleichzeitig ist all unser Bemühen natürlich darauf ausgerichtet, Krankheiten zu heilen oder zumindest die Folgen für die betroffenen Menschen erträglich zu machen. Darüber hinaus begreifen wir oft erst durch Krankheit, wie wertvoll Gesundheit (bezüglich des Körpers wie auch der Psyche) im Leben ist.
Als im April 2006 über mich völlig unerwartet die Nachricht »Nur noch wenige Monate« mit der Diagnose »Metastasen einer sehr aggressiven, kleinzelligen Krebsart« hereinbricht, beginnt auch für mich dieser schmerzhafte aber auch zugleich befreiende Lernprozess, meine lebensbedrohende Krankheit und damit meine Vergänglichkeit anzuschauen und zu akzeptieren, mit ihr fertig zu werden.
Das geht am besten, wenn man sich damit auch auseinandersetzt, darüber spricht oder schreibt. – Mir zumindest (wie vielen anderen auch) hat das Schreiben über meinen Krebs geholfen.
Schicksalsschläge können einen Menschen sehr verändern, zum Negativen, indem man verbittert und vereinsamt, weil man z.B. nicht darüber spricht und sich austauscht, oder aber zum Positiven, in dem man das Beste daraus macht. - Letzteres versuche ich, auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die sich über das Thema Krebs erregen, aufregen, andererseits sich aber immer wieder voyeurhaft in diese Seiten einklicken, sie gar verärgert kommentieren oder mit schlechten Bewertungen abzustrafen versuchen, anstatt sich mit Dingen zu beschäftigen, die sie zufrieden stellen und/oder glücklicher machen, die ihrem (hoffentlich gesunden) Lebensspielraum am nähesten kommen und sie weiterbringen ... – Nur für uns (zumindest bewussten) Krebspatienten ist auch die Krankheit und der Tod ein Spielgefährte des Lebens, der ernst genommen werden will und muss. Wir kommen nicht umhin, dies wahrzunehmen, wollen wir nicht innerlich erblinden.
Herzlich,
Stephan
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© 2010 Stephan Wolters, Autor von: ►»Gras in den Dünen«
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