"Unser Star für Oslo": Wie eine Fußball-WM!
Von Michael Ridder - Viertelfinale, Halbfinale, Finale – die Stimmung bei "Unser Star für Oslo" ähnelt immer mehr dem prickelnden Gefühl, dass man bei Fußball-Weltmeisterschaften hat, wenn es aufs Ende zugeht. Die Tagesform entscheidet, nicht die Gesamtleistung im Wettbewerb. Da strauchelt so mancher Favorit, und andere Teilnehmer kommen weiter, die man eigentlich längst draußen gesehen hatte. Evangelisch.de hat die vier Kandidaten des Halbfinales den passenden Fußball-Nationalteams zugeordnet.
HOLLAND: Kerstin Freking aus Osnabrück erlebte das Schicksal, das den Oranjes schon bei so vielen Fußballwettbewerben widerfahren ist. Exzellente Technik und höchstes Potenzial, das in den Vorrunden zu einigen magischen Momenten geführt hat – plötzlich aber der Leistungsabfall und das brutale Ausscheiden. Mit der Schlaftabletten-Version von „Hands Clean“ (Alanis Morissette) ist Kerstin deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben. Schade.
IRLAND: Christian Durstewitz sang frech und frisch und frei heraus. Nicht jeder Ton saß, aber es war oft originell und immer authentisch. Mit dieser direkten, ungekünstelten Art kann man das Publikum begeistern, für das Finale reicht es aber nicht. „I’m Yours“ (Jason Mraz) blieb zu langweilig, „In Your Hands“ (Charlie Winston) zu konfus. Im Fußball wäre Christian jetzt „Weltmeister der Herzen“ – auch ein Erfolg für den 20-Jährigen aus Altenlotheim.
DEUTSCHLAND: Jennifer Braun aus Eltville ist das sängerische Pendant zu einer Turniermannschaft. Zu Beginn stolperte sie sich mit dem immergleichen, wenig filigranen Röhren-Rocksound glücklich durch, ehe sie sich im Viertelfinale erstmals deutlich steigerte. Ihre Interpretation von Christina Aguileras „Hurt“ im Halbfinale war hervorragend, dennoch wird im überraschend erreichten Finale Schluss sein.
BRASILIEN: Lena-Meyer Landrut war von der ersten Runde an die klare Favoritin: exotische Songs mit ausgefallener Performance, individueller Stil und publikumswirksames Charisma. Im Halbfinale überzeugte sie sowohl mit der Ballade „Mr. Curiosity“ als auch mit der sensationellen, völlig eigenständigen Version des „Cure“-Klassikers „The Lovecats“. In Oslo dürfte die 18-jährige Hannoveranerin zumindest nicht chancenlos sein.
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