Der Mann in Boxershorts

Wie kann man überhaupt das eigene Leben als Geschichte erzählen? Es sind doch viele Geschichten, schnell erzählte, sie ploppen aus dem Nichts auf oder aus dem anderen, es sind Bilder, Fragmente, und dazwischen immer die Stücke, die keiner erzählt, auch nicht der Autor eine dicken Autobiografie.

Der Mann in Boxershorts

Wie kann man überhaupt das eigene Leben als Geschichte erzählen? Es sind doch viele Geschichten, schnell erzählte, sie ploppen aus dem Nichts auf oder aus dem anderen, es sind Bilder, Fragmente, und dazwischen immer die Stücke, die keiner erzählt, auch nicht der Autor eine dicken Autobiografie.

Die Liebe in den Zeiten des Krieges

„Jemand im Wagen schrie: ‚Die Flieger sind da!’ In der allgemeinen Aufregung, die die vielen Leiber zu einem einzigen verschmolz, hatte Pierres Hand nach einer anderen Hand gegriffen, die ihn berührte. Als er den Blick hob, sah er, dass sie es war...“

Der selbst gemachte Mann

Eine Frau war so schön und so klug, dass alle sie heiraten wollten. Die Männer kamen von überall, aus England, aus Holland, aus Grönland und aus Samarkand. Sogar ein als Mann verkleideter Eisbär war dabei.

"Alarmiert die Klotte!"

„Alarmiert die Luktwakke! Alarmiert die Inkantrie! Ich brauche Kußsoldaten, Klammenwerker, Furzwellensender – die ganze Friegsmaschine! Fanonen, Klafscheinwerker, Klugzeugträger! Fernwakken, Kernlenfrafeten und Famifazepiloten! Wir fämpken an allen Kronten.“

Ein wenig Unflat und ein bisschen Gift

Die so genannten Menschen sind fast durchgängig nichts anderes als Wassersuppen mit etwas Arsenik.

Arthur Schopenhauer war nicht gerade zimperlich, wenn es darum ging, sich abfällig über dieses oder jenen zu äußern: Philosophenkollegen, Tierquäler, den kategorischen Imperativ, Protestanten, Frauen und die so genannte Menschen überhaupt. Die schönsten Beschimpfungen, alphabetisch sortiert, finden sich in einem Büchlein aus der Beck’schen Reihe, herausgegeben von Franco Volpi.

Schuld und Sühne, nur dünner

Draußen steht die Hitze und die Mücken surren, aber dieses Buch lässt einen frösteln. Ein armseliges Zimmer, ein einziger Sessel, und die Schneeflocken setzen sich auf die Fensterscheibe wie Insekten an die Wand. So fängt es an.

Mensch, was bist du?

T.C. Boyle und eine Kaspar-Hauser-Geschichte! Meine Kollegin Renate Kortheuer-Schüring war wirklich ziemlich überrascht, als sie unter den Neuerscheinungen des Frühjahrs "Das wilde Kind" entdeckte.

Ein Bruder wird begraben

Pfingsten kam der Heilige Geist auf die Jünger herab, und zu Pfingsten starb Ekkehart Valentin Q. Ein sonderbarer Mann Anfang dreißig, ein Fahrradunfall auf dem Weg vom Schwimmbad zur Kneipe.

Tapeten für Tel Aviv

Die Wolke, schon fast vergessenes Nachrichtenthema, sie hielt uns fest in Israel. Nach einer Woche in Jerusalem sollte Tel Aviv eigentlich nur unser Abflughafen sein, vielleicht ein Spaziergang noch, dann ab die Post. Aber der Flug wurde gecancelt: geschenkte (na ja: teuer bezahlte!) Zeit in einer unbekannten Stadt. Nicht die Höchststrafe!

Tapeten für Tel Aviv

Die Wolke, schon fast vergessenes Nachrichtenthema, sie hielt uns fest in Israel. Nach einer Woche in Jerusalem sollte Tel Aviv eigentlich nur unser Abflughafen sein, vielleicht ein Spaziergang noch, dann ab die Post. Aber der Flug wurde gecancelt: geschenkte (na ja: teuer bezahlte!) Zeit in einer unbekannten Stadt. Nicht die Höchststrafe!

Gegenmittel Goethe

Ein dunkles Grau hat sich schwer auf die Kasseler Berge gelegt, Regenwolken plus Dämmerung, die Windräder am Horizont drehen sich irgendwie zu langsam. Genau die richtige Stimmung, um im ICE vom „Sturz in die Nacht“ zu lesen.

Die Liebe in einfachen Worten

Werden die Gedichte wunderbarer, wenn der Dichter unglücklich ist? Eine sehr alte Frage. Der Dichter sagt: Man kann es sich nicht aussuchen.

Sex and the Universe

Im Grunde dreht sich ja alles darum, besonders die Literatur. Und je oller der Schriftsteller, je doller. Okay, das gilt nicht für alle. Für wen aber auf jeden Fall? Für Philip Roth!

Fremdheit und Verrat

Das Buch fängt auf dem Cover an. Eine schöne, junge Frau. Sympathisch? Naja: interessant. Die Haare streng zurückgekämmt, und doch wirken sie immer noch – unbändig. Der Blick: reserviert, verletzt. Die Lippen: zu dunkel geschminkt. Könnte die Heldin des Buches sein. Ist aber die Autorin.

Nach Hause kommen

Nicht mehr lange, und in den Zeitungen und im Fernsehen wird rauf und runter das Ende des Krieges 65 Jahre her sein. Wie war das damals? Ein Jammer oder eine Befreiung? Eine Frage der Lage. Valentin Senger jedenfalls hatte allen Grund, erleichtert zu sein.

Mille Grazie!

Man macht sich auf den Weg nach Rom, um gewisse Fragen zu klären. Man bucht Rom, Fiumicino, und man weiß, man wird am Tiber landen. Aber dann? Wo genau wohnen jetzt die Antworten? Die Adresse, bitte!

Eider, Treene, Sorge

„Mein Zaunkönig teilt den
Winter mit mir fremde Gäste
Lassen sich nieder blitzen
Aus den reifigen Büschen.
Die Tintenzüge aus meiner Feder
Mit ihren Füßchen und Krönchen
Fallen her übers weiße Papier
Krächzen wie Raben.

Erstmal eine Probe nehmen

Dünner geht’s kaum, dafür fertigen wir diesmal auch gleich vier Titel ab. Alles brandneu, keins davon direkt im Buchhandel verkäuflich, jedenfalls nicht so, aber vielleicht können Sie ja die Buchhändlerin überreden.

Buch einer Generation: Der Fänger im Roggen

Von Henrik Schmitz - Es ist schon eine Weile her, dass ich den "Fänger im Roggen" gelesen habe. Ich hatte das Glück, den Roman nicht in der Schule lesen zu müssen. Dinge, die man freiwillig tut, machen in der Regel mehr Spaß. Lesen gehört dazu.

Die Rettung ist nah - also fort von hier, irgendwohin, wo sie mich nicht finden kann

„Alles ist gut, alles. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, wird glücklich sein, sofort, im selben Augenblick... So hoffnungslos einfach ist die Lösung.

Dialektische Bratwürstchen

Johann Peter Hebel hatte möglicherweise einen Hang zum Glückspiel. Jedenfalls hat er Spielbanken besucht, Karten gespielt, Geld gewonnen, welches verloren und dann wieder gute Trinkgelder gegeben. Und dann wieder für den Verstand plädiert. Und dann hat ihn doch das Glück fasziniert, sei es bei der Lotterie oder der guten Fee, der mit den drei Wünschen. Wer klug ist, der soll, wenn die gute Fee kommt, an dreierley denken.

Sie hatte eine Farm - und Sinn für gutes Essen

Von Henrik Schmitz - Sie hatte nicht nur eine Farm in Afrika, sondern offenbar auch Sinn für gutes, französisches Essen. Die Autorin Tania Blixen, die eigentlich Karen Blixen hieß, ist vor allem für ihren Roman "Jenseits von Afrika" bekannt.

Tschüß, Livius!

von Anne Buhrfeind – „Livius!“ murmelt mein Mann, und er murmelt mit Ausrufezeichen. „Der zweite Punische Krieg.“ Nachdenklich blättert er in dem Reclambändchen, das ich gerade auf einen bereits gefährlich hohen Stapel gelegt habe. 

Von Haaren und Büchern

von Anne Buhrfeind - Lesen Sie überhaupt Bücher? Sie gehören zu einer aussterbenden Art! Wahrscheinlich ist es ja bei uns nicht viel anders als auf der anderen Seite des Rheins. Immer weniger Franzosen lesen.

Erklärten 1997 noch 30 Prozent der Franzosen und 24 Prozent der Französinnen, dass sie im Jahr zuvor kein einziges Buch gelesen hätten, so sind es jetzt 36 und 25 Prozent. Die Zahl derer, die mehr als zehn Bücher pro Jahr lesen, ist ähnlich rapide gesunken. Na und?

Schöner Sterben

 von Anne Buhrfeind -  Sie können gerade noch so lesen, aber eigentlich brauchen Sie längst eine Brille? VorSICHT, danach ist nichts mehr so wie es war. Gucken Sie mal dieses Filmchen an: www.matthias-politycki.de/movie-pop-up.php?movie=flash, dann wissen Sie, was ich meine.

Letzte Liebe, letzte Nacht

von Anne Buhrfeind - So manche Liebe kriegt nicht mehr als eine Nacht, und wenn eine Liebe nicht mehr als eine Nacht brauchte – war’s wohl keine Liebe. 

Vampiresk im Morgengrauen

von Anne Buhrfeind - Ropraz ist ein kleiner Ort im Schweizer Jura, zwei Stunden von Lausanne, eine unwirtliche Gegend. Es gibt hier Einödhöfe und enge Dörfer in den dunklen Wäldern, Geiz, Grausamkeit und Aberglaube. Es gibt Armut und Inzest und tödliche Angst vor den Dämonen der Welt und des eigenen Inneren. „Man ist protestantisch bis auf die Knochen, bekreuzigt sich aber, wenn die vom Nebel gezeichneten Ungeheuer auftauchen.“

Mauerfälle und Grenzüberschreitungen

von Anne Buhrfeind –

Frankfurter Buchmesse. Wer einen Bücherblog schreibt, ob dicke oder dünn, der darf da nicht fehlen. Mein erster Messetag, der Donnerstag, bot zwei Entdeckungen aus der protestantischen Welt. Also, mehr Seitenzahlen und daher hier nicht wirklich passend: „Winter im Sommer, Frühling im Herbst“ (Siedler Verlag, 22,95 Euro), die Erinnerungen von Joachim Gauck.

Freiheit! - Vom Spazieren von H.D. Thoreau

Von Anne Buhrfeind - Was, schon wieder am Computer? Jetzt aber raus mit Ihnen!

Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt

Von Henrik Schmitz - Herta Müller hat nun den Literaturnobelpreis bekommen. Und mit Herta Müller ging es mir wie mit mehreren Nobelpreisträgern in den vergangenen Jahren: Nicht ein einziges Werk hatte ich jemals gelesen.

Sicherlich ist die Akadamie in Stockholm in den vergangenen Jahren für die Auswahl der Preisträger kritisiert worden. Aber man darf wohl doch davon ausgehen, dass die drei Herren und zwei Damen in Stockholm ein gewisse Ahnung von Literatur haben und der Nobelpreis mithin auch als Leseempfehlung zu verstehen ist.

Etwas Dünnes mit Bibel von Peter Nadas

Von Anne Buhrfeind - Das passiert oft: Dass nach einem Bestseller wie "Die Wohlgesinnten" die Frühwerke eines Autors ihr Publikum suchen. Ist okay. Hat ja oft gute Gründe, dass es mit dem Durchbruch etwas länger dauerte, und so kann das früher geschriebene, später erschienene Werk auf mindestens milde gestimmte Leser treffen.

Dünne Bücher

Von Anne Buhrfeind - Dünne Bücher? Wieso nur dünne? Dünn ist doch kein Beuteschema. Dünn ist außerdem relativ. Doch irgendeinen Namen muss das Kind ja haben. Also, wir schreiben hier über Bücher. Schmale, kleine, leichte, die noch im vollsten Regal und im knappsten Gepäck und auf jedem Geburtstagstisch ein Eckchen finden. Richtige Romane werden wohl seltener dabei sein. Eher Novellen, Geschichten und Gedichte, Versuche von echten Anfängern, Fingerübungen von Fortgeschrittenen. Meisterwerke – manchmal.

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